September 17

Neues im Schuljahr 2016/17!

Liebe Ethikblogger,

ich melde zur Zeit die Schüler des Ethikkurses aus der Kursstufe 1 an. Erstmals schreiben dieses Jahr zwei meiner Kurse parallel ins Ethikblog. Die 12.Klässler können bei den Protokollen und Zusammenfassungen in Erinnerungen schwelgen und die 11.Klässler profitieren von den tollen Diskussionsbeiträgen der älteren –> win-win 🙂 Alle gemeinsam könnt ihr das Blog zum Diskutieren und Argumentieren nutzen, auch über die Kursgrenze hinaus.

viel Spaß!

M. Schütze

 

PS: den 11.Klässlern weise ich gerade als Benutzernamen große Ideale oder philosophische Begriffe zu, sodass sie gut erkennbar sind: Glück, Freiheit, Gerechtigkeit, etc.

Juli 16

Weltfriede … – Ein unmögliches Wunschdenken?

Man hört es immer und überall: Krieg, Terroristen, Hungersnot, Verbrechen und so weiter und so fort. Da könnte man sich doch fast die Frage stellen: “ Ist die Menschheit überhaupt fähig in Frieden zu Leben?“

Wenn man sich nun gewisse Faktoren ansieht, die ein möglicher Grund für all diese schrecklichen Dinge sein könnten und sich vorstellt, dass all diese Faktoren einfach verschwinden würden, was für eine Welt würde man sich dann vorstellen? Kann man sich überhaupt eine Welt ohne Krieg und Hass und Ärger vorstellen?                                                                                                                                 Wären wir nicht alle nur noch gleiche, willenlose und maschienenartige Lebewesen? Und vor allem: Wären wir damit glücklicher?

All diese Fragen lassen sich leider nur in unserer eigenen, individuellen Vorstellung beantworten, somit würde jede Antwort etwas anders ausfallen.

Und genau DAS ist der springende Punkt!

Wir Menschen sind alle individuell, mit unterschiedlichem Aussehen, Gedanken und Voraussetzungen für das Leben in der Gemeinschaft. Wir haben einen mehr oder weniger freien Willen und entwickeln unser eigenes moralisches Denken, welches uns zu guten oder schlechten Entscheidungen führt.

„Den Weltfrieden können wir nur durch die innere Wandlung der einzelnen Menschen herbeiführen. Friede muß zuerst in jedem einzelnen Leben entwickelt werden.“      – Dalai Lama

 

Wenn man also eine Welt hat, ohne Hungersnöte und Armut, weil alle gleich viel Geld und Essen besitzen, eine Welt ohne Rassismus und Gotteskriege, weil alle gleich aussehen und es keine Religion gibt, eine Welt ohne Hass und Verbrechen, weil alle ein gleiches, gutes moralisches Denken besitzen … (man könnte die Liste wohl noch ewig so weiter führen) wäre dann wirklich Frieden auf dieser Welt?

Ich persönlich bin der Meinung, dass ein Weltfrieden ein Ding der Unmöglichkeit ist, da es eben nicht möglich ist all diese Faktoren aus dem Weg zu räumen. Man wird in eine Gesellschaft geboren, mit einer gewissen moralischen Vorstellung, einer festgelegten Religion und einem genetisch bedingtem Aussehen. Wenn man nun in dieser Gesellschaft aufwächst wird man geprägt und wird sich dementsprechend sein weiteres Leben verhalten.                    Man kann natürlich auch dagegen ankämpfen, aber ich denke es ist schwer, wenn man bereits geprägt wurde. Außerdem gibt es tausend Gründe, die einem zu schlechtem Handeln verleiten können, doch es ist an uns es zu unterdrücken.

Dies bedeutet wir können zwar versuchen die Welt besser zu machen, aber eine utopische Welt wird immer Wunschdenken bleiben. Wenn wir nun aber die Wahl haben zwischen der Welt, wie sie jetzt ist und einer Welt die etwas besser ist, dann sollten wir uns für die bessere Version entscheiden. Wenn sich mehr Menschen dafür entscheiden, unsere Welt wenigstens ein bisschen besser zu machen, dann haben wir eine gute Welt. Das ist zwar keine utopische aber das beste was wir erreichen können und dafür sollte man sich einsetzen…

„Der Weltfriede kann nicht gesichert werden durch utopische Pläne.“
―Rosa Luxemburg

Könnt ihr euch eine friedliche, utopische Welt vorstellen? Oder seid ihr auch der Meinung dass wir Menschen es nicht schaffen würden den Weltfrieden zu bewahren bzw. erschaffen, eben weil wir so sind wie wir sind?

Mai 4

Gibt’s da noch was? Ein Leben nach dem Tod

Reinkarnation, Leben im Himmel oder in der Hölle, Unsterblichkeit der Seele, was passiert nach dem Tod?

Es gibt viele verschiedene Theorien zu Leben nach dem Tod, aber Sicherheit gibt es nicht. Gerade wegen dieser Unsicherheit haben die meisten Menschen Angst vor dem Tod, aber muss man das überhaupt?

Die Frage nach einem Leben nach dem Tod ist ein Thema, über das schon immer nachgedacht, bis heute aber keine Antwort gefunden wurde. Manche Menschen lehnen den Gedanken an ein Leben nach dem Tod vollständig ab, andere jedoch glauben an die Unsterblichkeit der Seele.

Für manche Menschen ist das irdische Leben eine Art Probe, wenn man sie besteht, kommt man in den Himmel, wenn nicht, in die Hölle. Die Menschen, die an diese Theorie glauben, versuchen, ein anständiges Leben zu führen und verzichten somit auch auf viele Dinge, die einem beim Tod schlecht angerechnet werden. Der Glaube an ein himmlisches Leben nach dem Tod nimmt einem vielleicht auch die Angst vor dem Tod, da die Seele weiterlebt und unsterblich wird.

Andere wiederum glauben an Wiedergeburt (=Reinkarnation). Die Seele lebt nach dem Tod in einem anderen Menschen weiter und ist somit auch unsterblich.

Eine relativ neue Theorie von dem Autor Robert Lanza ist der Biozentrismus. Dieser bedeutet, dass das Bewusstsein das Universum schafft und nicht andersherum. Zeit, Raum und auch der Tod sind nur Einbildungen des Bewusstseins, da sich der Mensch zu sehr mit seinem Körper identifiziert. Der Mensch denkt, dass er (Bewusstsein) mit seinem Körper sterben wird, da er davon ausgeht, dass das Bewusstsein an das Gehirn gekettet ist. Irgendwann wird jeder seinen Körper ablegen und in einer Parallelwelt weiterleben. Es existieren also noch anderen Universen, in denen das Bewusstsein weiterlebt, wenn der Körper in unserer Welt gestorben ist. Eine Reise durch mehrere Welten ist unendlich fortzusetzen.

Ich weiß nicht genau, woran ich glauben soll. Aber ich denke, dass man nie Sicherheit bekommen kann, was wirklich passiert, wenn man stirbt. Trotzdem wird der Mensch nie aufhören, zu forschen, da man etwas braucht, woran man glaubt, um nicht verrückt zu werden.

Tröstlich ist der Gedanke, dass ein Teil der Persönlichkeit weiter existiert, ob durch Wiedergeburt, Weiterexistenz des Bewusstseins oder Leben im Himmel. Jedem ist selbst überlassen, woran er glauben möchte. Ein Stück weit beeinflusst der Glauben aber auch, wie man sein Leben lebt.

Was denkt ihr, passiert, wenn man stirbt? Und was ist danach?

April 24

Protokoll 21. April 2016

Gymnasium Gerabronn, Ethikkurs 2015-2017

Stundenzusammenfassung  21.04.2016,  7:45 – 9:20 Uhr

17 Anwesende

Referentin: Sü

Thema Verantwortungsethik


Gliederung der Stunde:

  1. Organisatorisches
  2. Wiederholung Kant / Utilitarismus
  3. Ethisch gefährliche Mittel
  4. Verantwortung

 

  1. Organisatorisches

Zu Beginn der Stunde wurde erst einmal abgestimmt, ob die Klausur mit oder ohne Hilfsmittel (Hefter) geschrieben werden soll.

Das Ergebnis lautete:  Wir schreiben die Klausur mit Hilfsmittel.

 

  1. Wiederholung Kant / Utilitarismus

Für die Wiederholung wurde die Internetseite learningApps.org/2225574 genutzt. Die Aufgabe lautete, vorgegebene Zitate und Eigenschaften des Utilitarismus bzw. der Pflichtethik zuzuordnen. Die Klasse löste dies fehlerfrei.

Anschließend sammelten wir gemeinsam Kritikpunkte an der Pflichtethik von Kant und dem Utilitarismus. Wir kamen zu folgendem Ergebnis:

Utilitarismus
  • Schwierigkeit der Abwägung verschiedener Nutzen für verschiedene Beteiligte
  • es ist möglich unmoralisch zu handeln, aber trotzdem nützlich
  • es ist schwierig alle Folgen abzuschätzen → Ich bin mit dieser Entscheidung überfordert / ich kann nicht in die Zukunft schauen
Beide
  • schwer anzuwenden und aufwendig
Pflichtethik
  • Formales Gesetz auf Situation anwenden → schwierig, weil ich einen Spielraum habe

 

  1. Ethisch gefährliche Mittel

Nachdem die Wiederholung abgeschlossen war, arbeiteten wir mit dem Arbeitsblatt Verantwortungsethik Max Weber weiter.

In Aufgabe eins sollten Beispiele für ethisch gefährliche Mittel genannt werden, doch bevor wir Beispiele nennen konnten, mussten wir erst einmal klären, was dies ist.  Ein ethisch gefährliches Mittel deutet auf ein Inkaufnehmen eines schlechten Mittels hin, um etwas Gutes zu erreichen.

Beispiele hierfür wären:

– Todesstrafe

– Notlügen

– Folter

– Verschweigen

– Minderheiten opfern

– Medikamente bzw. Lebensmittel stehlen

– Tierversuche

– Massentierhaltung

Um diese Beispiele besser zu verstehen, wird das Beispiel Todesstrafe genauer erklärt:   Grundsätzlich ist man gegen die Todesstrafe, doch hat man einen Mörder, der eine Gefahr für seine Mitmenschen darstellt, benutzt man das Mittel „die Todesstrafe“, um die Menschen zu schützen. Dies bedeutet: Man tötet,  um vor Mord zu schützen.

 

  1. Verantwortung

Aufgabe zwei und drei wurden zusammen in einem Schaubild gelöst. Darin sind also die Vorwürfe an die Gesinnungsethik und die Kritik in Bezug auf Kant enthalten. Außerdem wurde mithilfe des Buches Seite 190 geklärt, was Verantwortung ist. Zu den vier Elementen der Definition (Folgen, Akteur, Werte, Handlung) wurde dann ein Beispiel aufgeschrieben (siehe rechte Spalte).

Gesinnungsethik

Verantwortungsethik

 Verantwortung liegt nicht bei mir

Bsp.:    Gott, Gesetze,     Hierarchie

Folgen werden nicht beachtet

Gesinnungsethiker ertragen nicht, dass die Welt ethisch irrational ist

→ Problem der  Abwägbarkeit der Folgen

→ ethisch gefährliche Mittel manchmal nötig

Maximen / Pflicht    ?

Selbstgesetze, Pflicht

Verantwortung für Handlungen / Motive (aber nicht für Folgen)

 

 

–>  Kant ist ein Gesinnungsethiker

Verantwortung für Folgen

 

Beispiel Schneeschippen:

Akteur:       Mensch

Handlung:  er schippt keinen Schnee

Instanz:       Fußgänger

Vorher/Nachher:  er rutscht aus und verletzt sich → er ist behindert

Werte:       Schutz des Lebens

Folgen:      es verletzt sich jemand

 

Definition der Verantwortung:

Verantwortung ist das Aufsichnehmen der Folgen des eigenen Tuns, zu dem der Mensch als sittliche Person sich innerlich genötigt fühlt, da er sie sich selbst, seinen eigenen freien Willensentschluss zurechnen muss.

April 20

Protokoll 14. April 2016

Stundenprotokoll 14.04.2016, 7:45-9:20 Uhr

17 Anwesende

Referentin: Sü

____________________________________________________________________

Gliederung:

  1. Film „Hannah Arendt“
  2. Organisatorisches
  3. Diskussion über Pflicht und Verantwortung
  4. Meinungen zum Film
  5. Thema „Verantwortung“

____________________________________________________________________

 

  • 1. Film „Hannah Arendt“

Zu Beginn der Stunde schauten wir den Film „Hannah Arendt“, den wir in der letzten Woche begonnen hatten, zu Ende.

Der Film handelt von der gleichnamigen politischen Theoretikerin und Publizistin Hannah Arendt und dem sogenannten Eichmann-Prozess, in dem es um die Bestrafung eines Mittäters an vielen nationalsozialistischen Verbrechen namens Adolf Eichmann geht.

 

  • 2. Organisatorisches

Danach wurden die restlichen Termine für das Schreiben einer Stundenzusammenfassung verteilt. Ebenso wurde auch geklärt, dass der Teil der Schüler, der nun aufgrund des Mangels an folgenden Ethikstunden keine Zusammenfassung mehr schreiben wird und auch noch keine zu den vorhergehenden Unterrichtsstunden geschrieben hat, muss einen Blogeintrag  mehr als die restlichen Mitschüler schreiben sollte.

 

  • 3. Diskussion über Pflicht und Verantwortung

Da wir in der letzten Ethikstunde die Aufgabe bekamen uns während des Films, den wir nun früher in der Stunde zu Ende schauten, Gedanken über die Fragen was Eichmann im Film unter Pflicht verstand und wer laut verschiedener Aussagen im Film die Verantwortung für die Taten der Nationalsozialisten und spezieller Eichmanns eigenen Taten trug, wurden diese Fragen nun in der Klasse zusammen mit unserer Lehrerin diskutiert.

Zuerst wurde Kants Definition von Pflicht als Gehorsam vor dem Gesetz aufgestellt und im Bezug auf Eichmanns Vorstellung festgestellt, dass ihm komplett die moralische Komponente fehlt.

Eichmann sehe sich laut eigenen Aussagen nicht mehr als Person, sondern liese sich allein als Instrument benutzen.

Er sehe es als seine Pflicht an, den Aussagen seiner Befehlshaber zu folgen und somit dem Gesetz zu folgen. Somit sehe er sich selbst als unschuldig an, da er dachte nur das zu tun was er tun musste.

Außerdem stelle er sich als unfähig etwas zu bewirken dar und behauptete, dass andere, die nicht an seiner Position standen auch etwas hätten bewirken können, es jedoch auch nicht taten.

Dies jedoch ist abstrus da gerade Eichmann in seiner hohen Position unter den Nationalsozialisten etwas bewirken hätte können.

Ebenso wurde im Unterricht die These aufgestellt, dass die Vernichtung der Juden zur Zeit des Nationalsozialismus wie in einer Massenabfertigungsfabrik ablief und die beteiligten Mittäter allgemein nur dazu verpflichtet gefühlt haben, den Befehle Folge zu leisten und sich selbst keine Schuld zusprachen.

Wenn Menschen jedoch so handelten, sind sie nur unfähig über ihre Taten nachzudenken und diese zu hinterfragen. Jeder ist für seine Taten verantwortlich, da man als Mensch selbst die Fähigkeit habe, sich zu entscheiden was man tut.

Letztendlich kamen wir zu dem Entschluss, dass jeder unabhängig von seiner soziallen Position Befehle hinterfragen sollte. Ansonsten muss jeder ein Maß an Schuld an seinen Taten tragen, da er die Fähigkeit hätte sich zu entschieden was er tun sollte, wenn er nur darüber nachdachte.

Jedoch wurde auch klar, dass dies in einem System wie der damaligen Diktatur zu Zeit der Nationalsozialisten nicht funktionieren konnte.

 

  • 4. Meinungen zum Film

Da wir nun unsere Fragen zum Film zum größten Teil besprochen hatten, gingen wir über zu einem letzten Gespräch über unseren persönlichen Meinungen über den Film.

Wie sich herausstellte war der Kurs geteilter Meinung über den Film. So wurde erwähnt, dass der Film für manche Kursteilnehmer verwirrend wäre, da zu viele unterschiedliche Personen auftraten und man somit schnell den Überblick über die aktuelle Handlung und die Personenbeziehungen verlor. Ebenso kam auch der Einwand, dass der Film gegen Ende etwas eintönig werden würde.

Jedoch gab es auch Kontraste in der Meinung der Schüler.

So kam es auch zu Aussage, dass in dem Film Hannah Arendt als Person auf eine interessante Weise dargestellt sei. Außerdem könne man gut ihre persönliche Entwicklung und die auch damit zusammenhängende Entwicklung ihrer Beziehung zu ihren Freunden und Mitmenschen beobachten.

 

  • 5. Thema Vernantwortung

Zu guter Letzt, veranschaulichte unsere Lehrerin uns auch noch den Begriff „Verantowrtung mithilfe eines Akristichons, das wir Schüler selbst erstellen durften.

____________________________________________________________________

V orrausdenken, Vetrauen

E hrlichkeit, Ernsthaftigkeit

R egeln, Rechte, Rechenschaft, Rücksicht

A llgemein, Aufpassen, Arbeit

N ächstenliebe, Neigung

T oleranz, Tun, Treue

W illen, Wahrheit, Wichtig

O rganisation, ohne Einfluss

R egeln, Rechte, Rechenschaft, Rücksicht

T oleranz, Tun, Treue

U nabhängig, Untereinander, Universell

N ächstenliebe, Neigung

G emeinschaft, Gleichheit, Garantie

____________________________________________________________________