Januar 29

Anregung zum Philosophieren: im Netz von Big Data

„Vielmehr bezeichnet Big Data ein Bündel neu entwickelter Methoden und Technologien, die die Erfassung, Speicherung und Analyse eines großen und beliebig erweiterbaren Volumens unterschiedlich strukturierter Daten ermöglicht.“ (Quelle: Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages, 2013.)

Große Mengen an Daten zu verarbeiten ist ein wichtiges Innovationsthema in verschiedenen Bereichen der Wirtschaft, Wissenschaft und der öffentlichen Verwaltung geworden. Ein paar Beispiele:

  • vor einigen Wochen gab es einen Artikel, der ganz stark im Netz gestreut wurde: „Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt„, dabei geht es um die Möglichkeiten der Datenanalyse und Datenkombination bis hin zu bewussten Streuung und Steuerung von Meinungen an zwei Beispielen: dem Brexit und der US-Wahl. Kurze Zeit später gab es bereits gegenteilige Artikel, u.a. „Big Data allein entscheidet keine Wahl„, die die Macht der Datenanalysten etwas abmilderten.
  • Fitnessarmbänder messen jederzeit die Schrittanzahl, Herzfrequenz, Schlafzeiten, Bewegungsmuster etc. Alles kann bei der Herstellerfirma hochgeladen werden und der persönliche Fitnessstand gemessen werden, dazu gibt es Tipps für die persönliche Optimierung. Bekommen nun Krankenkassen oder Pharmaunternehmen die riesigen Datenmengen, können sie damit einerseits gezielter ihre Produkte entwerfen und dem Kunden anbieten, andererseits können sie auch viel personalisierter (und damit finanziell) auf gute und schlechte Lebensweisen reagieren. (mehr Infos)
  • In den USA werden schon seit vielen Jahren Algorithmen verwendet um das Rückfallrisiko von Straftätern zu ermitteln. Bei jenen mit hohem Rückfallrisiko wird der Antrag auf Bewährung eher seltener gewährt, die Kautionshöhe ist größer, etc.. Da die Algorithmen intransparent sind („Geschäftsgeheimnis“), können nur die Ergebnisse ausgewertet werden. Und diese zeigen eindeutig, dass Afroamerikaner systematisch schlechter bewertet wurden. Dies hat gavierende Auswirkungen für jeden einzelnen Häftling. (mehr Infos)

Die Fragen, die sich dabei aufdrängen, sind unter anderem: wie sehr vertrauen wir als Gesellschaft uns den Algorithmen, letztlich Maschinen, an? Welche moralischen Grenzen gibt es, die nicht überschritten werden dürfen? Ist unsere Handlungs- und Willensfreiheit in Gefahr?

Natürlich gibt es auch positive Beispiele:  Open Data – also viele Daten, die frei verfügbar sind, ermöglichen ganz neue wissenschaftliche Erkenntnisse, auch mit Hilfe ganz „normaler“ Bürger, so genannter Citizen Science („Bürgerwissenschaft“).

  • So gibt es z.B. einen Bastelbausatz zur Messung von Luft-(verschmutzungs)-daten, alle Daten werden in die Datenbank gespeist und ausgewertet. Die Luftdaten sind beispielsweise für Stuttgart viel detailierter als die amtlichen Daten.
  • Auf naturgucker.de kann jeder Fotos seiner Naturbeobachtungen sowie zusätzliche Daten hochladen. Außerdem gibt es zahlreiche Hilfen bei der Bestimmung von Arten. So kann man beispielsweise Zugvögel auf ihren Routen beobachten, da alle Daten sowohl art- als auch ortsbezogen ausgewertet und gefiltert werden können.

Daraus ergeben sich weitere Fragen: wie transparent darf/muss Wissenschaft sein? Welche Möglichkeiten gibt es für Schüler sich an solchen Projekten (auch fächerübergreifend) zu beteiligen – welche Fragen könnten spannend und interessant sein? Sollten nicht alle Daten, die von der „Allgemeinheit“, also aus Steuermitteln, finanziert werden offen und frei zur Verfügung stehen?

Januar 26

Anregung zum Philosophieren: die Welt von morgen

Wie sollte die Schule Jugendliche auf die „Welt von morgen“ vorbereiten?

Wir wissen weder, wie die Welt von morgen aussehen wird noch welche Anforderungen sie an den einzelnen Menschen oder die Gesellschaft als Ganzes stellen wird.

Unsere aktuellen Lehrpläne in der Oberstufe sind gültig seit 2004 (neue werden gerade in Kl. 5&6 eingeführt), erstellt wurden sie also Anfang der 2000er Jahre, in dem Zeitraum wurde ein Großteil meiner aktuellen Schüler geboren. Und schon in den letzten 10 Jahren hat sich so viel verändert.

Das alles gab es z.B. 2006 noch nicht:

  • iPhone
  • iPad
  • Kindle
  • Uber
  • Airbnb
  • Android
  • Oculus
  • Whatsapp
  • Instagram
  • Slack
  • Spotify
  • Snapchat

Heute sind die meisten dieser aus dem Leben nicht mehr weg zu denken – und sie haben das Leben, zumindest in unserer westlichen Welt, sehr stark verändert. Die Digitalisierung hat Einzug in (fast) jede Hosentasche gehalten. 2006 war niemandem klar, welchen großen Einfluss gesammelte Daten, Algorithmen und die Kombination von beidem auf das Leben hat – und ich denke, dabei stehen wir erst am Anfang dieser Entwicklung.

Die Frage stellt sich nun, nicht nur mir als einzelner Lehrerin, sondern auch der Institution und dem System Schule: mit welchen Kompetenzen, mit welchem Wissen, mit welchen Skills sollten wir / ich unsere / meine Schüler ausstatten, damit sie gut vorbereitet sind auf „die echte Welt“?

Januar 14

Weltfrieden, ein Ding der Unmöglichkeit?

Weltfrieden ist einer der größten Wünsche der Menschheit. Es würde bedeuten, dass kein Krieg mehr in keinem noch so kleinem Land stattfindet und dass alle Konflikte zwischen den Ländern mehr vorhanden sind, die dem entgegenstehen würden.   Leider ist dies eine ziemlich euphemistische und auch noch für eine lange Zeit fiktive Vorstellung. Warum ist dass aber so und ist es vielleicht irgendwann real?

Seit spätesten der Erfindung des Schwertes, eine Waffe allein zum Töten von Menschen, hat es in der Vergangenheit kaum eine Zeitperiode gegeben, in der sich die Menschen nicht gegenseitig bekämpft haben, sei es aus Nahrungskonkurenz, aus Glaubensdifferenzen oder auch aus wirtschaftlichen Interessen und wegen Ideologie-Ansichten. Vor allem die letzteren Gründe zählten in der näheren Vergangenheit eine wesentliche Rolle. Ein Beispiel wäre der Kalte Krieg, in dem sich die UdSSR, als Land des Kommunismus und die USA, als Land des Kapitalismus gegenüberstanden. Auch heute sind solche ähnlichen Gründe vorhanden, da Ansichten und Ideologien „vererbt“ werden und daher lange bestehen bleiben. So sorgt der IS – als Beispiel- , der durch seine extremen Ansichten über die Scharia und dem Koran einen schweren Konflikt zu den anderen hervorruft.

Wie schon gesagt , werden Ansichten, Ideologien, Interpretationen von Religionen, an die nächste Generation weitergegeben, was dazu führt, dass die Konflikte die oft durch diese Differenzen entstehen lange anhalten.

Weiter kommt noch dazu, dass manche Länder aus wirtschaftlichen Gründen Krieg – in welcher Form auch immer- führen und dadurch den Weltfrieden unmöglich machen. Dies kommt durch die vermeintlich wachsende Gier der Menschen zustande, auf die ich jetzt allerdings nicht weiter eingehen möchte.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Weltfrieden in absehbarer Zeit nur eine Fiktion bleiben wird, da Menschen immer individuell und pluralistisch in der gesammten Masse sein werden, wodurch  Konflikte in kleinem oder in größerem Maße folgern.

Januar 14

Menschen, Von Grund aus Gut oder Böse?

Aktuell hört man viel über schreckliche Taten und über die Risiken, dass solche wieder vorkommen. Im Zentrum dabei stehen die Terroristen -hier als Beispiel herangezogen- , die man gewissermaßen wie „Bilderbuch-Bösewichte“ darstellt: Menschen die aus purem Hass und falschen Ansichten handeln. Dabei entsteht schnell dass Bild, dass diese Menschen  von Grund auf böse wären. Doch dies ist eine vorschnelle Annahme, die dazu führt, dass der Glaube entstehe, dass Menschen entweder als ein böser oder ein guter Mensch geboren wird.

Was überhaupt als Gut oder Böse beschrieben wird ist bereits schwierig, da es meistens im Auge des Betrachters liegt. Allerdings lassen sich einige Werte der Ethik, wie nicht zu töten etc. ,als definitiv gut erklären. Anhand diesen könnte man Menschen in Gut und Böse unterteilen.

Ob Menschen allerdings als Gut oder Böse geboren werden, oder noch wesentlich wichtiger: Ob Menschen in ihrer Existenz Gut oder Böse sind zu beantworten ist nicht ganz so einfach. Dazu muss man wissen, ob dem Mensch von Grund auf gewisse Verhalten „in die Wiege gelegt“ wurden. Dazu gibt es viele Theorien und Forschungen, die zwar andeutende Ergebnisse zeigen, allerdings nicht 100% sicher sind. Es ist allerdings davon auszugehen, dass der Mensch von Geburt an bestimmte Verhaltensmuster hat, die sich unterschiedlich zeigen. Diese sind allerdings eher weniger in Gut und böse einzuteilen, denn sie beeinflussen weniger die Entscheidung vom Menschen als seine Erfahrungen und seine Erziehung. Die letzteren sind die Dinge die den Menschen weit aus mehr prägen und entscheiden daher auch, ob ein Mensch gut oder böse wird. Laut meiner Ansicht, ist es möglich, dass Menschen von Natur aus eine eigentlich positive Tendenz haben, was aus evolutionstechnischen Gründen sinnvoll ist um sich zu unterstützen. Diese Zeiten, in der es lebensnotwendig war, dass man sich aufeinander verlässt, sind allerdings vorbei, was zur Folge hat, dass diese angeborene Tendenz abgeschwächt wird.

Um zu meinem zusammenfanssenden Fazit zu kommen:  Menschen haben zwar eine angeborene Tendenz  zu dem was man als oberflächlich Gut bezeichnet,  wobei diese allerdings durch Werte, Ansichten, Fehlinterpretationen zum Beispiel einer Religion, hauptsächlich überschattet werden. Ob der Mensch Gut oder Böse wird, ist durch die vorherige Generation bestimmt und daher nicht angeboren.

Oktober 9

Stundenzusammenfassung vom 26. September 2016

Protokoll vom 26.9.2016, 9:40-11:15 Uhr

13 von 14 Personen waren anwesend

Lehrer: Frau Schütze

Verfasser: Gerechtigkeit

Gliederung:

1.Organisatorisches

2.Freiheit bei Sartre

3.Willens- und Handelsfreiheit

4.Handwerk und Freiheit

Informationen zu GFS-Themen in Erdkunde und in Ethik.

Wir beginnen das Thema mit dem Vorlesen einer Textstelle aus dem Buch „Das Cafe der Existenzialisten“, in der es um das Dilemma eines Jungen geht, der sich entscheiden muss, ob er bei seiner Mutter bleibt, oder ob er in den Krieg zieht. Darauf folgt die Frage, was der Junge unserer Meinung nach tun sollte, worüber wir uns nicht ganz einig waren. Sartre schrieb zu diesem Dilemma, dass man indem man wählt, wählt wer man sein will, womit dann auch alle zufrieden waren.

Dann lasen wir die Artikel „Dostojewskij und der Existentialismus“ und „Der Mensch ist Freiheit. Aus dem ersten Text ging hervor, dass es, wenn es keinen Gott gäbe, auch keine Regeln gäbe, aber genauso wenig gäbe es Entschuldigungen für unser handeln. Wir fassten auch den zweiten Artikel zusammen, und kamen zu dem Entschluss,dass das Einzige worüber man nicht entscheiden kann, die Geburt ist. Aber alles was danach kommt, liegt in unserer Verantwortung.

Wir bekamen nach diesem Entschluss ein neues Arbeitsblatt, das wir in folgendem Aufschrieb zusammenfassten (zum Vergrößern auf das Bild klicken):

img_5614

 

Auch was uns in unserer Willensfreiheit beschränkt, ist auf dem Blatt zu finden.

Und dann folgte das dritte und letzte Arbeitsblatt der Stunde „Erarbeitete Willensfreiheit“, welches wir ebenfalls bearbeiteten. Wir fassten zusammen, dass Peter Bieri meint, dass die Willensfreiheit ein zerbrechliches Gut ist und das der freie Wille dem angeeigneten Willen entspricht. Diese Aneignung des Willens, hat Peter Bieri in drei Dimension unterteilt:

  1. Dimension der Artikulation:Klarheit
  2. Dimension: Anstrengung den Willen zu verstehen
  3. Dimension: Bewertung des Willens

Dann klärten wir noch einige Fragen über diese drei Dimensionen anhand von Beispielen, wie zum Beispiel diesem hier:

Wenn man sich ein Hobby aussucht, muss man erstmal die verschiedenen Möglichkeiten berücksichtigen, man befindet sich also in der 1.Dimension. Dann muss man sich überlegen, was man für eine Hobby machen möchte. Soll es eher sportlich oder musikalisch sein? Man muss verstehen was man will, ist also in der 2. Dimension angekommen. Und schließlich bewertet man, wenn man sich zum Beispiel für etwas sportliches entscheidet, ob es eher Basketball oder Fußball sein soll, hat also die 3.Dimension erreicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

September 18

Anregung zum Philosophieren: Der Tod muss abgeschafft werden!

Gerade las ich:

Medizin „Der Tod muss abgeschafft werden, diese verdammte Schweinerei muss aufhören.“, forderte Bazon Brock. Könnte die Kryonik dazu beitragen? (Quelle und weiterführender Artikel)

Was meint ihr dazu? Sollten Menschen ewig leben (dürfen)? Was würdet ihr mit eurem Leben anfangen, wenn klar wäre, dass es ewig wäre?

Juni 14

Aufgabe für Donnerstag, 16.6.

Lieber Ethik-Kurs,

da ich am Donnerstag in der Abiprüfung bin, kommt hier die Aufgabe für euch. Wir diskutieren dann am 30.6. darüber (bis dahin habt ihr also Zeit dafür).

Zur Erinnerung: es geht um Freiheit. In dieser Woche steht die psychologische Sicht auf die Freiheit im Mittelpunkt. Dabei beschränken wir uns auf Sigmund Freud und Alfred Adler.

Aufgaben:

  1. Informiere dich über Sigmund Freuds Strukturmodell sowie über die Schlüsselbegriffe der Individualpsychologie von Alfred Adler. Fasse die Inhalte in einer für dich sinnvollen Struktur zusammen.
  2. Überlege, ob und wie Freiheit aus psychologischer Sicht begründet werden kann.
  3. Zusatzaufgabe: Kann Eichmanns Handeln mit Hilfe der Psychologie erklärt werden? Ändert sich dadurch etwas an der Verantwortung bzw. an der Schuldfrage?

Links:

Viele Grüße,

M. Schütze

Juni 5

Sterbehilfe – ethisch vertretbar?

Zu sterben ist genauso natürlich wie geboren zu werden.

                                                                           Francis Bacon

Dieses Zitat möchte uns sagen, dass wir keine Angst vor dem Tod haben müssen, denn er gehört nun mal zum Leben. Doch was ist, wenn ein Mensch an einer Krankheit leidet und den Tod nicht fürchtet, sondern erwünscht? Darf man ihn bei seinem letzten Wunsch unterstützen? Schließlich würde ihn das von jeglichem Schmerz befreien.

Bevor ich diese Frage für mich beantworte, möchte ich nochmal kurz die Arten von Sterbehilfe erklären.


Passive Sterbehilfe bedeutet, dass man auf lebensverlängernde Maßnahmen verzichtet, aber dass eine Grundversorgung, sowie schmerzlindernde Behandlungen, durchgeführt werden.

Indirekte Sterbehilfe bedeutet, dass man eine Schmerzbehandlung bekommt, aber durch diese Medikamente früher stirbt.

Beihilfe meint, dass eine außenstehende Person dem Kranken ein tödliches Medikament beschafft, damit er sich selbst töten kann.

Aktiv bedeutet, wie der Name schon sagt, dass der Tod absichtlich durch fremde Hand beschleunigt wird.


Ich persönlich finde den Gedanken Sterbehilfe gar nicht so schlecht. Man muss sich immer vorstellen, dass der todkranke Mensch unter qualvollen Schmerzen leidet. Seine Lebensqualität ist gleich null. Außerdem weiß er, dass er diesen Kampf nicht gewinnen kann und wird. Er hat sich also mit dem Tod angefreundet und akzeptiert ihn. Er hat keine Angst vor ihm, sondern erwartet ihn. Denn er weiß, dass nur der Tod ihn von seinen Schmerzen befreien kann. Warum darf ich ihn nicht unterstützen und ihm helfen? Er ist doch mein Freund (oder Verwandter). Die Antwort ist klar und doch ungerecht. Wenn die aktive Sterbehilfe erlaubt wäre, ist das Risiko, dass sich die Patienten das Leben nehmen hoch, denn Ärzte können durchaus Fehldiagnosen stellen. Außerdem wäre das legalisierter Mord. Dass man das nicht erlauben kann, verstehe ich, doch die Beihilfe könnte man doch legalisieren. Ich meine, wenn ein Mensch nun wirklich nicht mehr leben möchte und leidet, dann sagt einem doch die Vernunft, dass man ihn in dieser Situation unterstützen muss. Schwierig wird es erst, wenn er nicht mehr in der Lage ist, sich das tödliche Medikament selbst zu verabreichen. Ansonsten könnte man eine Art Einverständniserklärung ausfüllen, die es dem Helfer erlaubt, ein Medikament zu erwerben.

Darum denke ich, dass eine Beihilfe zum Tod in dem genannten Fall akzeptabel und ethisch vertretbar wäre.  Denn

du wirst nicht deswegen sterben, weil du krank bist, sondern weil du lebst.

  Seneca

Was haltet ihr davon? Denkt ihr die Sterbehilfe sollte erlaubt werden, aber nur für bestimmte Fälle und welche wären das dann? Oder denkt ihr, dass es gut  ist, dass es nicht erlaubt ist und warum?

aus:   https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/46/MorphineRx.JPG
Mai 25

Anregung zum Philosophieren: Menschenrecht auf Glück?

Sollte es ein Menschenrecht auf persönliches Glück geben? Wie könnte es charakterisiert werden? Wie könnte man es umsetzen? Brauchen wir ein Ministerium für Glück und Wohlbefinden?

Sollte es vielleicht sogar ein Schulfach „Glück“ geben? Was könnten Lerninhalte sein?

blumen

(Blumenstrauß, selbst fotografiert)

(Anmerkung: es gibt an einer Heidelberger Schule das Schulfach Glück. Das muss uns aber nicht abhalten, selbst darüber nachzudenken, was darin gelernt werden soll.)

Mai 24

Digitale Medien- Fluch oder Segen?

Smartphone, Computer, Internet und E-Book, jeder kennt diese „digitalen“ oder auch „neuen“ Medien und es gibt kaum mehr Menschen, die sie nicht benutzen. Bei vielen sind sie nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken, da sie unser Leben in vielen Situationen erheblich erleichtern und eine große Hilfe sein können. Doch sind sie nur eine Hilfe mit ausschließlich positiven Auswirkungen oder gibt es auch negative Folgen durch diese Art der Mediennutzung?

Um sich mit dem Thema vertraut zu machen und sich über die oft negativen Folgen von Mediennutzung zu informieren, kann es hilfreich sein das Buch „Digitale Demenz“ zu lesen.

Von Foto: Udo Grimberg, Lizenz: CC-BY-SA 3.0 DE, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19930956
Von Foto: Udo Grimberg, Lizenz: CC-BY-SA 3.0 DE, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19930956

Geschrieben wurde es von dem Hirnforscher und Psychologen Manfred Spitzer, der eine eher kritische Einstellung zum Thema „Digitale Medien“ hat. Für ihn steht fest, dass Medien bei zu langem und häufigem Gebrauch einen negativen Einfluss auf die Gehirnentwicklung, vor allem bei Kindern haben.

Auch zum Lernen, wie fälschlicherweise häufig vermutet, sind digitale Medien, wie Computer oder Internet wenig geeignet, da sie geistige Arbeit abnehmen. Richtig lernen und Dinge vertiefen kann man aber nur, indem man geistig arbeitet. Das heißt, über bestimmte Sachverhalte nachdenkt, wichtige Informationen herausfiltert und von Hand zusammen schreibt und nicht nur schnell den Artikel in eine Power-Point Präsentation kopiert oder überfliegt. Klar, das geht wesentlich schneller. Unser geistiges Potenzial jedoch wird kaum genutzt und unser Wissen bleibt oberflächlich.

Hier kommt auch die sogenannte „Digitale Demenz“ ins Spiel. Die Medien und vor allem das Internet verleiten und zu Multitasking, welches sich darin äußert, dass wir eine E-Mail beantworten, eine Tabelle erstellen und nebenbei noch wichtige Informationen für eine Präsentation suchen. Mehr als einen Bedeutungsstrang können wir aber nachweislich nicht bewusst verfolgen (nein, auch als Frau leider nicht :D) und trainieren und deshalb eine Aufmerksamkeitsstörung an. Dadurch, dass die Informationstiefe vernachlässigt wird, nimmt auch die Gehirnstruktur ab. Dies führt langfristig zu Demenz.

Eine andere Gefahr der Mediennutzung besteht darin, dass wir Medien zu lange und zu häufig verwenden. Die Folge ist, dass unsere realen sozialen Beziehungen und Betätigungen in den Hintergrund gedrängt werden, was wiederum auf lange Sicht zu Vereinsamung und Depressionen führen kann. Auch sinkende schulische Leistungen oder Suchtzustände können auftreten.

Ein weiteres Problem im Netz ist der „gläserne Mensch“. Im Internet ist es fast unmöglich anonym zu bleiben. So gut wie  jede Handlung oder Information, die einmal gepostet oder preisgegeben wurde wird gespeichert. Schauen wir uns beispielsweise in einem Internetshop Schuhe an, erscheint kurze zeit später am Bildschirmrand Werbung von vergleichbaren Schuhen.

Als letzte große Gefahr möchte ich auf die Medienmanipulation aufmerksam machen, dies kann generell bei allen Arten von Medien auftreten. Medien können uns durch einseitige Berichterstattung, Musik oder durch die Wortwahl stark beeinflussen und uns schlimmstenfalls ein falsches Realitätsbild vermitteln.

Nichtsdestotrotz gibt es natürlich auch positive Aspekte beim Thema Mediennutzung.

Dank der Medien können wir uns jederzeit und unabhängig vom Standort informieren, zum Beispiel im Wohnzimmersessel weltpolitische Nachrichten verfolgen. So helfen uns die Medien bei der Meinungsbildung.

Außerdem ist es dank der Medien und den sozialen Netzwerken viel leichter mit Menschen auf der ganzen Welt in Kontakt zu bleiben.

Ein anderer sehr wichtiger Punkt ist die Kontrollfunktion, welche die Medien gegenüber der Politik und den Politikern haben, da beispielsweise im Internet viel über Politiker veröffentlicht wird oder Dinge, die eigentlich geheim bleiben sollten publik gemacht werden.

Meiner Meinung nach können Medien sowohl Fluch als auch Segen sein. Bei richtiger und geringer zeitlichen Nutzung könne sie unser Leben auf jeden Fall erleichtern, bereichern und unseren Horizont erweitern.

Trotzdem sollte man alle Informationen hinterfragen, verschiedene Quellen vergleichen und sich nicht aus seinem sozialen Umfeld zurückziehen.

Was denkt ihr über die Mediennutzung? Könntet ihr euch ein Leben ohne (digitale) Medien vorstellen? Seht ihr die gleichen Gefahren wie Manfred Spitzer und habt ihr in eurem Umfeld vielleicht sogar Menschen die auffällig oft Medien nutzen? Oder ist diese ganze Diskussion für euch viel zu übertrieben dargestellt und alles völlig unbedenklich?