Januar 21

#yolo

Liebe Freunde der Binsenweisheit, eigentlich hatte ich vor einen richtig schönen, ausgefeilten Blogeintrag zu schreiben. Aber jetzt bin ich 2 Wochen über der Deadline und hab noch rein gar nichts. Aber scheiß drauf! #yolo

Moment. Was war das? Eigentlich hätte dieser Beitrag hier zu Ende sein können, ich hätte schlafen gehen und ihr statt dies hier zu lesen schön das tun können, was auch immer ihr gerade getan habt. Aber am Schluss meiner Einleitung steht ein kleines Wort, das niemand so ganz ernst gebraucht, welches aber doch für das Lebensgefühl einer ganzen Generation steht. Jeden Spießer -und auch Nicht-Spießer- der -sagen wir- über 30jährigen zwängt sich die Frage nach der Bedeutung dieses Wortes auf. Abgesehen von einigen einfallsreichen Parodien wie ‚yolbe‘ oder ‚yobo‘ steht ‚yolo‘ eigentlich für You Only Live Once. Der gute alte Caesar würde sich denken
‚Moment, gabs das nicht schon mal? Diesen ‚CarpeDiem-Schund‘? Geht man tatsächlich nur nach der Bedeutung dieses Akronyms kann man hier durchaus Parallelen feststellen. So einfach ist es aber nicht, yolo steht für mehr.

  • Steht es für Freiheit oder für Werteverfall?
  • Baut es auf Mut zu haben oder gibt es eher einen pessimistischen Blick?

Ja, was soll dieses yolo-Gefühl eigentlich sein, wie wird es verwendet und vor allem

Wie ist es zu beurteilen?

Hier ein kleines Video für alle, die noch ein wenig Materie zum Thema suchen:

                                                                                               

Abgesehen von dieser -recht ironischen- Darstellung sollte man sich zunächst einmal die Frage stellen, was es wirklich heißt auf ‚yolo-Art‘ zu leben. Dies ist nicht einfach zu beantworten, hat doch dieses Wort für jeden eine andere Bedeutung. Es wird für alles mögliche herangezogen, ich möchte beinah sagen es ist kein Wort, es ist ein Lebensgefühl, eine Einstellung.
Das eigentliche Wort steht zwar nur für einen Fakt
– nämlich den, dass jeder Mensch nur eine Chance hat, kein Respawn, kein Strg+Z, einmal 70 oder 80 Jahre und dann – finito! Nun stellt sich doch die Frage: Was löst diese Erkenntnis bei uns aus?

Man kann daraus verschiedene Konsequenzen ziehen, die amüsanter Weise komplett gegensätzlich zu verstehen sind.

  •  a) Das Leben ist wertlos
  • b) Das Leben ist wertvoll


Wenn tatsächlich nach diesem viel zu schnell passierten Vorfall, den man Tod nennt alles vorbei ist, ist es doch eigentlich sinnlos, was man selbst, die anderen oder Barack Obama Zeit ihres Lebens tun. Das Leben wird wertlos dadurch -zum Wegwerfen, wie ein Sandwich, das nur solange schmeckt,bis es gegessen ist. Eigentlich traurig & es gibt viele Menschen, die hier aufgeben, weil sie keinen Sinn sehen – Selbstmörder, über die schon ein Beitrag geschrieben wurde.
Was an dieser ‚Das-Leben-ist-endlich-Philosophie‘ aber doch tatsächlich interessiert ist, wie ich das Sandwich wohl am besten genießen kann? Soll ich es gar nicht erst essen im Bewusstsein, dass mir sein Geschmack nicht ewig bleibt? Nein!

Viele von uns wünschen sich die Unendlichkeit, wissen aber nicht, was sie an einem verregneten Samstag mit sich anfangen sollen. __ XXX *

Da ist die Antwort! Man wünscht sich oft ein unendlich langes Sandwich, aber fängt nicht an das kurze, das man hat zu essen. Aber jetzt genug mit den Sandwiches, ich denke jedem ist klar, auf was diese Yolo-Sache hinausläuft. Eben weil man ein begrenztes Leben hat sollte man es genießen, eben deswegen ist es wertvoll. Eigentlich eine ganz einfach Sache – man muss das Leben, das man hat möglichst intensiv leben – nichts aufschieben, seine vier Buchstaben hochkriegen. Das ist der Schlüssel zum Glück, er liegt in #yolo. Oder etwa nicht?

Denn wie sieht die Realität aus? Die Abkürzung, um die es geht wird offensichtlich missbraucht. Sie wird meist als Akronym für ‚Scheiß drauf‘ verwendet, ähnlich avocadofürsts Beitrag zum Thema Gelassenheit. Und eigentlich ist das doch auch ganz logisch: Wenn ich das Leben intensiv leben will muss ich alles ausprobieren, es bringt nichts so zu leben wie andere es mir zeigen. Ich soll Gelegenheiten packen, nicht lange fackeln, keine Zeit mit Zögern und Regeln verschwenden. Ich tue das, was mir Spaß macht, so einfach ist es.
Wenn ich alles testen will darf ich mich doch nicht von Regeln, Autoritäten und alten Werte einengen lassen. Leben alle Menschen so gelöst, so frei á la yolo, muss sich zweifelsohne ein Wertewandel -eine Wertevermehrung- einstellen.
Am Ende dieses Wandels wird alles ‚Gut und Böse‘ abgeschafft, alles ist gleich gut und gleich schlecht – je nachdem was mir besser gefällt und was mein Leben (nennen wir es) ‚intensiver‘ macht.  Das passt sosehr in das neue Bild des Humanismus: Der Mensch mit seinem Belohnungszentrum als einziger Dreh- und Angelpunkt seiner Welt.
Alles wird mit Gleichgültigkeit hingenommen, alles ist gleichgut, solange es mich nicht einschränkt. Für nichts mehr muss ich mich radikal entscheiden -wenn etwas langweilig wird lasse ich es einfach sein – so stellen sich bei jeder Entscheidung Kompromisse ein, man möchte alles mitnehmen, hat keine Zeit mehr zu warten.
Die Menschen werden orientierungslos in der Hoffnung irgendetwas zu finden, was ihr Leben dauerhaft intensiv macht. In dieser komplexen Welt gibt es so vieles, warum sollte ich mir also noch von Eltern, Frau Schütze, dem Staatsanwalt oder dem alten Aristoteles sagen lassen, was ich zu tun und zu lassen habe? Zwar sieht der eine dies, der andere das als richtig an, aber niemand hat das Recht mehr zu urteilen!

Deutlich wird dies in den allseits bekannten und gehassten Satz:
‚Es gibt kein besser oder schlechter. Nur anders‘. In meinen Augen beschreibt er eine Folge von unserer freien ‚Yologesellschaft‘. Unweigerlich muss durch diese Umstände auch Moral verfallen – für was muss ich mich noch verantworten, wenn es nichts absolut Schlechtes mehr gibt? Verantwortung wird immer weniger wert!

Auch Werte wie Vertrauen und Loyalität verschwinden: Alles was ich tue ist okay! Die Menschen verlieren ihr Gewissen. Wenn Werte wie Ehre und Nächstenliebe aufgegeben werden zu Gunsten der intensiveren Nutzung meiner Lebenszeit, wie kann ich mich dann noch auf irgendjemanden verlassen? Diese Philosophie führt zu Egoismus, ein Schwarzmaler würde sagen zur Anarchie. . Das mag sehr drastisch klingen, doch wer seine Augen aufmacht kann den Wandel schon beobachten:

  • Zieht deine Scheidung dich nicht runter? ‚Passiert eben, Single sein ist geil‘
  • Du bist fremd gegangen? ‚Wieso nicht? Hab auch Bedürfnisse.‘

Diese -reichlich dämlich formulierten- Aussagen zeigen die Gleichgültigkeit mit der mit alten Werten auf der Beziehungsebene umgegangen wir. Durch gute und durch schlechte Zeiten? Nicht mehr.

Yolo. Man könnte also meinen es fordert eine intensive Nutzung des Lebens. Es fordert, dass ich alles ausprobiere, es fordert dass ich Regeln breche, es fordert alles gleich gut anzusehen, es fordert mich auf niemanden etwas von meinem Sandwich zu geben, es gehört mir ganz allein, ich entscheide! Bringt das uns irgendwie weiter? Nein.
Die Welt geht kaputt.


Das Problem ist nur, dass wir Menschen nun mal nicht auf diesen reinen Egoismus ausgelegt sind. Wir brauchen Bindung und das Gefühl etwas Wert zu sein, sind keine Roboter. Trotz der Scheidungsrate, der Gleichgültigkeit – Singlebörsen boomen.
Aber Hey. Vielleicht schaffen wir es auch noch unsere Gefühle auszumerzen, damit wir intensiver Leben können.
#you only live once. 

Was bringt das uns alles? Wie sind wir nur an diesen Punkt gekommen? Am Anfang war da doch nur eine Aussage, eine einfach Aussage. Das Problem, liebe Freunde, liegt eigentlich darin, was daraus gemacht wurde.
In der Hoffnung, dass meine Eltern diesen Blog nie lesen werden muss ich zugeben, dass sie viel öfter Recht hatten, als ich mir eingestehen möchte, ja, das diese Autorität wusste, was gut für mich ist. Was ich sagen will ist: Der Fehlschluss liegt darin, dass Regeln, Bindungen uns einschränken, dass sie uns hindern würden intensiv zu leben. Was uns viel mehr hindert ist dieser Druck alles zu tun, auf nichts zu verzichten, vom einen zum anderen zu springen, keine Zeit haben zu warten und nachzudenken.
Meiner Ansicht nach wird dieses kleine Wörtchen ‚yolo‘ viel zu oft als Ausrede verwendet. Als Ausrede um davonzulaufen, als Ausrede egoistisch zu sein, als Ausrede Regeln zu brechen. Wie im Video am Anfang gezeigt: Es entschuldigt jeden Verstoß, jede Dummheit! Aber diese Nummern haben rein gar nichts mit intensiv leben zu tun. Intensiv leben kann ich nur, wenn ich etwas habe, an dem ich mich orientieren kann, sonst bin ich -um es ktischig zu formulieren- ein Schaf ohne Hirte, kein Kind ohne Eltern.
Stattdessen bin ich für einen verantwortungsvollen Umgang mit #yolo – im Gegensatz dazu, wie das Wort heute gebraucht wird. Natürlich ist Gelassenheit wichtig, doch wir brauchen eine verantwortungsvolle Gelassenheit! Verantwortung beinhaltet aber etwas, gegenüber dem man sich verantworten muss und an dem man sich orientiert – Werte, Ideale, Autoritäten.
Diese Dinge stillen unser Bedürfnis nach Wertschätzung.

Aber heutzutage gibt es nur so wenig, auf das man sich verlassen kann. Die Welt ist so komplex geworden und ich habe keine Ahnung, an was ich mich orientieren soll. So viele Werte enttäuschen, vor ca. 80 Jahren verließen sich sehr viele auf den Mann mit dem Scheitel und dem Bart, glaubten an Deutschland und die absolute Berechtigung Hitler’s Aussagen! Und jeder, der bedingungslos loyal war wurde wertgeschätzt, war in gewisser Weise glücklich. Aber wir wurden enttäuscht.
Wir wurden enttäuscht von der Kirche, die Kinder missbraucht.
Von Staatsmännern.
Von Eltern und Freunden.

Die Welt ist komplex, alles hat zwei Seiten und niemand ist perfekt. An was soll man da noch glauben?
An nichts mehr – #Selbstmörder.
An Gott – #Naivling.
An alles, was mir Spaß macht – #Egoist.

An was glaubt ihr, liebe Freunde?

#http://www.youtube.com/watch?v=XIQxFDixoQk  #DVD: Finding Nemo (Pixar Animation Studios)–> Bild entfernt, Urheberrechtsproblem, SÜ 
#Mein Gehirn (#*Zitatinspirationen: https://www.facebook.com/zitateaufdeutsch?fref=ts)

Januar 8

Glücksbringer

http://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ALuck_is…_(explored).jpg von Umberto Salvagnin [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons
Viele Menschen besitzen einen Glücksbringer und glauben, ohne ihn kein Glück haben zu können. Egal ob Klassenarbeit, Wettkampf oder eine große Rede, er ist immer mit dabei. Ist dies nur Aberglaube, denn was kann schon ein vierblättriges Kleeblatt oder ein Hufeisen ausrichten? Oder dient ein Glücksbringer nur dafür den Menschen zu beruhigen und Mut zu geben?

Oktober 22

Ethikdoppelstundenzusammenfassung vom 16.10.2013!

Gymnasium Gerabronn, Ethikkurs Klasse 11; letzte Stunde: 16.10.2013, Thema: Was ist der Mensch?; Verfasserin: Nina/Hackfleisch, 22.10.2013-21:54 Uhr

Anzahl der Anwesenden: 11/12

Gliederung: 1)Diskussion, ob der Mensch ein Mängelwesen oder die Krone der Schöpfung ist; 2)Plakatgestaltung zum Thema: „Was ist der Mensch?“

geklärte organisatorische Fragen: GFS, Zusammenfassung einer Doppelstunde

In dieser Doppelstunde haben wir zuerst 1) das Thema diskutiert, ob der Mensch ein Mängelwesen oder die Krone der Schöpfung ist. Es gab 2 Ecken und jede/r sollte sich einer Ecke zuordnen. Es gab auch 3 Leute, die sich in die Mitte gestellt haben und eine Person, die ihre ganz eigene Ecke eröffnet hat, die besagte, dass man die Frage relativ sehen muss. Diese Ecke wurde allerdings von Frau Schütze wieder geschlossen, da es hier nicht um einzelne Personen oder Personengruppen ging, sondern um die Gesamtheit der Menschen. Es gab sehr unterschiedliche Meinungen und Argumente. Hier ein paar, die dafür sprechen, dass der Mensch ein Mängelwesen ist: Menschen morden und veranstalten Kriege, durch die sie sich selbst zerstören, Menschen sind in keinerlei Hinsicht perfekt, die Menschen haben aus den Ereignissen der Geschichte nicht von Anfang an gelernt, um es beim nächsten Mal besser zu machen, Menschen sind egoistisch, weil sie einen Überlebenstrieb besitzen und haben nicht immer die globalen Auswirkungen ihres Treibens im Kopf und sie haben die Macht dazu, die Welt zu zerstören, die sie auch schon ausgenutzt haben, sie haben Mängel, da ihnen die Instinkte fehlen und sie unterentwickelte Sinne haben und sich an ihre Umwelt anpassen müssen. Das sind Argumente, die dafür sprechen, dass der Mensch die Krone der Schöpfung ist: Menschen können aus ihren Fehlern lernen, Menschen können im Gegensatz zu Tieren denken und haben die Macht über die Erde, da sie keine Feinde haben, wodurch ihr Fortbestand gesichert ist, sie unterstützen andere und haben gleichzeitig die Macht, die Welt zu erhalten. Sie sind Vernunftwesen, soziale Wesen und anpassungsfähig. Außerdem haben sie im Gegensatz zu Tieren Kultur wie verschiedene Sprachen. Die Argumente heben sich zum Teil auch wieder auf. Am Ende kamen die meisten zu folgender vorläufiger Lösung: Der Mensch ist die Krone der Schöpfung, obwohl er ein Mängelwesen ist. Wie haben dann noch einen Text über die philosophische Anthropologie gelesen, aus dem man folgende Schlüsse ziehen kann: nach dem jüdisch-christlichen Ideenkreis herrscht folgendes Menschenbild: Die Menschen stammen von Adam und Eva ab und sind somit ein Geschöpf Gottes, was bedeutet, dass sie die Krone der Schöpfung sind. Das griechisch-antike Menschenbild besagt, dass dass der Mensch ein Vernunftwesen mit einer Sonderstellung ist und (natur)wissenschaftlich sieht man die Menschen als Prodkut der Evolution mit besseren Fähigkeiten und als Gehirn-, Trieb- und soziales Wesen. Heute prägend sind alle diese 3 Wesen. Der philosophischen Anthropologie zufolge hat das Gesamtbild des Menschen außerdem Mittel zur Selbstentfaltung und ist mehr als nur die Summe der Einzelwissenschaften, während bei den Einzelwissenschaften Teile teilweise unerforscht sind und es verschiedene Ziele und einzelwissenschaftliche Methoden gibt.

Dann haben wir 2) in Gruppen Plakate zum Thema „Was ist der Mensch?“ gestaltet, wobei auch wieder unterschiedliche Ergebnisse entstanden sind, die die vier Bereiche Soziologie, Biologie, Neurobiologie und Psychologie umschließen, die wir in den vergangenen Stunden behandelt hatten. Die Ergebnisse waren wie folgt: Der Mensch ist das Produkt aus  inneren und äußeren Einflüssen und ist somit auch eine Mischung aus Über-Ich (Moralische Instanz, Forderungen, Beachtung der Gebote und Verbote, Wert- und Normvorstellungen), Ich (Kontrolle über sich und Realitätsprinzip, kritischer Verstand, Triebverzicht  oder -aufschub und Reaktionen daraus) und Es (Lustprinzip und Forderungen, Bedürfnisse, Libido(Begierde) und Destrudo(Todestrieb), und auf sich einwirkende Reize). Außerdem ist der Mensch das, zu was ihn die Gesellschaft macht und in welche Rolle er hineingezwungen wird. Er hat allerdings die Wahl, ob er diese Rolle annimmt oder seinen eigenen Weg geht. Der Mensch ist manipulierbar, da schon alleine die Erziehung von klein auf ihn beeinflusst und man kann es erreichen, dass ein Mensch seinen eigenen Willen unterdrückt und nur auf Befehle von außen hört (->manipuliert). Der Mensch ist auch das Ergebnis von Mann und Frau und hat somit die Erbinformationen seiner biologischen Eltern. Er ist ein sinnloses Zufallsprodukt der Evolution.

Ich hoffe das war verständlich für die Nichtanwesenden und auch für die Anwesenden als Wiederholung, auch, wenn es noch grade so rechtzeitig erscheint:D. LG sind von Hackfleisch!

(PS:Fotos der Plakate habe ich keine hinzugefügt, weil alles Wichtige im Text steht und es nicht funktioniert).

Oktober 2

Der Mensch aus Sicht der Biologie

 

Der Mensch – ein Produkt des Zufalls

Die heutige biologische Sicht auf den Menschen ist vom englischen Naturwissenschaftler Charles Darwin, dem Begründer der Evolutionstheorie, stark beeinflusst worden.

Mit seinem 1859 veröffentlichten Werk „On the origin of species“ (Die Entstehung der Arten) revolutionierte er die damalige Sichtweise, das naturtheologische „argument from design“ mit seiner Zurückweisung des „Dogmas separater Schöpfungen“.

Er ging davon aus, dass Menschen und Tiere vom gleichen Urerzeuger abstammen und somit ein verwandtschaftlicher Zusammenhang mit anderen Lebewesen besteht. Folglich haben diese eine ähnliche biologische Struktur und unterscheiden sich lediglich in ihrem moralischen Urteilsvermögen. Der Mensch sei das einzige moralische Wesen, da er im Stande ist über vergangene Handlungen und Motive nachzudenken und über ein Gewissen verfügt. Tiere seien Instinkt geleitet und im Gegensatz zum Menschen nicht sittlich (Goldene Regel). Darwin ist der Meinung, der Mensch sei ein sinnloses Zufallsprodukt, das durch blindes Evolutionsgeschehen, das heißt durch natürliche Selektion entstanden ist. Im gesamten Evolutionsgeschehen sei der Körper und der Organismus (Innenwelt) wichtiger als die Außenwelt, das heißt sexuelle Selektion wichtiger als die Außenwelt.

Die heutige Gentechnik bestätigt die Richtigkeit der Evolutionslehre.