Dezember 24

Ist die Todesstrafe bei Minderjährigen ethisch gerechtfertigt?

George Stinney war ein afroamerikanischer Junge und lebte in den USA. Er war 14 Jahre alt, als er 1944 auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet wurde. Angeklagt wurde er wegen zweifachen Mordes an zwei weißen Mädchen (8 und 11 Jahre alt). Heute, 70

George Stinney
George Stinney

Jahre später, wurde er von der Richterin Carmen Mullen freigesprochen. Sie ist von seiner Unschuld überzeugt. Die Geschwindigkeit des Prozesses lässt auf keine Sorgfalt bei den Ermittlungen schließen (3 Monate).

Dies ist nur ein Beispiel von vielen über die Todesstrafe bei Minderjährigen. Selbst heute noch wird sie an Jugendlichen angewandt. Vor allem im Iran.

Meine Meinung zu dem Thema ist eindeutig. Ich kann es nicht verstehen, wie man eine irreparable Strafe wie diese gegen Kinder einsetzten kann. Generell sollte versucht werden Jugendstraftäter nach ihrer Haft wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Schließlich „kann [man] sie nicht mit denselben Maßstäben messen wie [Erwachsene].“1 Ihnen fehlt die Reife, wodurch sie die Folgen ihres Handelns nicht komplett verstehen und nachvollziehen können. Sie entwickeln sich erst noch, wodurch ein Besserungsvermögen nicht ausgeschlossen werden kann. Jugendliche sollten für ihre Taten Sozialdienste, Geld-, oder im schlimmsten Fall Haftstrafen bekommen, denn seine eigene Lehre sollte man schon ziehen. Die Toddesstrafe hingegen nimmt jegliche Chance auf Verbesserung. Sie nimmt den jungen Menschen ihre Zukunft. Jeder hat eine zweite Chance verdient.

Außerdem verstößt die Anwendung der Todesstrafe bei Minderjährigen gegen das Völkerrecht, die Menschenrechte und das Übereinkommen über die Rechte des Kindes.

Das ist meine Meinung zu diesem Thema. Oder glaubt ihr, dass die Todesstrafe bei besonders schlimmen Taten, wie Mord, gerechtfertigt ist, auch wenn der Täter minderjährig ist? Was meint ihr dazu?   🙂

1 aus Amnesty international: Stoppt die Hinrichtung Minderjähriger! – Aktualisierungsdatum: 14.10.2015, Seite 3

Dezember 17

Stundenprotokoll 12.12.16 K1/1

Stundenprotokoll Ethik K1/1  12.12.16  9:40-11:15

Referentin: Sü

12 Anwesende

Verfasserin: Entschlossenheit

 

Ablauf der Doppelstunde:

  1. „Interview“ von Epikureern und Stoikern
  2. AB: Zusammenfassung der wichtigen Philosophen bzw. Philosophenschulen und ihrer Grundgedanken

Zu 1.:

Es wurde ein „Interview“ durchgeführt, wobei die eine Hälfte des Kurses die Fragen zu Epikur und seinen Gedanken beantworten sollte, die andere Hälfte Fragen zu der Lehre der Stoiker.

Die Kernaussage der beiden Philosophenschulen wurde mithilfe eines Beispiels verdeutlicht:

„Wenn auf dem Tisch ein Schokoladenkuchen stünde, was würde ein Epikureer, was ein Stoiker tun?“

  • Epikureer: Abwägen, ob durch den Verzehr mehr Unlust als Lust auftritt, essen ihn letztendlich
  • Stoiker: Essen den Kuchen nicht, da man sich von äußeren Umständen bzw. Einflüssen unabhängig machen will und der Kuchen einen nur von wichtigeren Sachen ablenken würde (Kuchen steht für Genuss, Verführung)

Daraufhin folgte die Feststellung, dass es schwerfällt, nach der epikureischen Lehre langfristig abzuwägen, ob das einem eher guttut oder nicht. (Beispiel: Diabetes)

Zu 2.:

Anschließend konnte man sich über Infoblätter oder auch im Internet über die Grundgedanken der wichtigsten Philosophen der Antike informieren und diese schriftlich auf einem Arbeitsblatt festhalten.

Vorsokratiker (600- 400v.Chr.)

Philosophen/ Philosophenschulen Wichtige Gedanken
Thales von Milet ·         Urstoff= Wasser
Anaximander ·         Urprinzip = Apeiron (=das Unendliche, Unbestimmte)
Anaximenes ·         Urstoff= Luft
Pythagoras ·         Zahlen schaffen Ordnung im Universum, bestimmen und begrenzen das Unbestimmte,

·         Reinkarnation (Seelenwanderung), Seele = Wesen des Menschen, befreit sich nach dem Tod von der Verunreinigung durch das Körperliche

Empedokles ·         4 Elemente (Feuer, Erde, Wasser, Luft) werden von Liebe und Hass bewegt (Kreislauf aus Werden und Vergehen)
Anaxagoras ·         Urmischung der Stoffe wird durch die Vernunft durcheinandergewirbelt,

·         Alles besteht aus kleinen Teilchen, die sich trennen bzw. verbinden

Leukipp / Demokrit ·         Alles ist aus unteilbaren Teilchen (= Atomen) zusammengesetzt à Materialismus,

·         Seele besteht auch aus Atomen, Ziel menschlichen Strebens ist die rechte Seelenverfassung, dh. Ausgeglichenheit, Ruhe durch Vernunft

Parmenides ·         Sein = unveränderlich, unbewegt,

·         man muss sich auf das Urteil seiner Vernunft verlassen,

·         Veränderung= nur durch Sinneseindrücke bedingt

Heraklit

 

·         Welt ist in ständigem Wandel begriffen („Panta rei“- „Alles fließt“) und vom Kampf der Gegensätze geprägt,

·         Wahres Wissen entsteht erst durch Denken (im Einklang mit logos)

·         Welt ist aus Feuer geschaffen (da auch im stetigem Wandel begriffen),

·         Streit ist der Vater aller Dinge, aber alles wird vom logos regiert

Sophisten (z.B. Protagoras) ·         „Mensch ist das Maß aller Dinge“ à Mensch im Mittelpunkt

·         Keine objektiven Wahrheiten, nur begrenzte menschliche Glaubensvorstellungen, Relativismus

 

Klassische Periode der antiken Philosophie

Sokrates (470 – 399 v.Chr.) ·         Sokratischer Dialog (alles hinterfragen) à Mäeutik (Hebammenkunst, Sokrates ist nur Helfer bzw. Hebamme bei Einsicht & Erkenntnis)

·         „Ich weiß, dass ich nichts weiß“

·         Seele ist unsterblich

·         Seit Sokrates beschäftigt sich die Philosophie eher mit menschlicher Moral und Ethik als mit der Beschaffenheit der physischen Welt

·         Daimonion = innere Stimme, die das Handeln leitet und das Zeichen für die göttliche Bestimmung der Seele darstellt

Platon (427 – 347 v.Chr. ) ·         Seele ist dreigeteilt in Vernunft, Mut und Begierde

·         Die damit verbundenen Tugenden sind jeweils Weisheit, Tapferkeit und Mäßigkeit

·         Die übergeordnete Tugend ist die Gerechtigkeit

·         Allle 4 Tugenden zusammen (Weisheit…, Gerechtigkeit) sind Kardinaltugenden

·         Wenn jeder Seelenteil seine Aufgabe im richtigen Maß erfüllt à Harmonie

·         Höhlengleichnis: man glaubt, dass nur die Alltagserfahrung wirklich ist,  aber jenseits davon existiert eine bessere, wirklichere Welt der Formen

Aristoteles (384 – 324 v.Chr.) ·         Alle Wesen streben nach Glückseligkeit

·         Mesotes = Mitte, richtiges Maß

Siehe http://ethikblogs.de/?s=aristoteles

Hellenistische Philosophie

Stoiker ·         Vernunft und Unerschütterlichkeit gegenüber äußeren Einflüssen

·         Leben ist vorbestimmt & das Schicksal ist unumgänglich

·         Durch die Vernunft kann man mit der Lust umgehen

·         Vernunft als Heilmittel für die schädlichen Affekte

Epikureer ·         Maximieren der Lust

·         Minimieren des Schmerzes

·         Abwägen, ob etwas mehr Lust oder mehr Unlust bringt

·         Keine Angst vor den Göttern, denn sie greifen nicht in das menschliche Leben ein

·         Angst vor dem Tod ist unnötig, denn wenn wir leben, ist der Tod nicht und wenn der Tod ist, sind wir nicht

·         Lust ist Ursprung und Ziel des glückseligen Lebens

 

Weitere Schulen: Skepsis, Eklektizismus, Neuplatonismus ·         Eklektizismus: Mischung aus den Gedanken verschiedener Philosophen und Zeiten

·         Skepsis: alles wird bezweifelt

·         Neuplatonismus: Lehren Platons werden weitergedacht, „radikalisiert“