Juli 14

Abtreibung – ethisch vertretbar oder nicht?

Die Abtreibung, auch Schwangerschaftsabbruch genannt, ist die Unterbrechung einer Schwangerschaft, die den Tod des Embryos beziehungsweise des Fötus zur Folge hat. Diese ist erst ab der Einnistung des befruchteten Eis in der Gebärmutter möglich.

 
Um eine Abtreibung durchführen zu können, gibt es bestimmte gesetzliche Voraussetzungen.
Rechtmäßig und somit straffrei ist eine Abtreibung, wenn die Schwangere einen Schwangerschaftsabbruch wünscht, sich beraten und eine Bescheinigung ausstellen lässt und mindestens drei Tage zwischen dem Beratungsgespräch und dem Eingriff vergangen sind. Zudem muss der Eingriff von einem Arzt vorgenommen sein und die Schwangerschaftsperiode nicht länger als zwölf Wochen betragen.

 
Doch wie kommt es zu dem Wunsch einer Abtreibung? Wieso möchte man ein noch ungeborenes Kind nicht mehr haben?
Kriminologischen Indikationen, sowie Vergewaltigung und sexueller Missbrauch, gehören zu einem dieser Gründe. Da die Schwangerschaft ungewollt erfolgt, wird der Schwangerschaftsabbruch nicht als rechtswidrig angesehen, muss jedoch bei Wunsch einer Abtreibung bis zur 12. Woche der Schwangerschaft vollendet werden.
Eine medizinische Indikation für eine Abtreibung liegt dann vor, wenn das Leben, die Gesundheit oder die Psyche der Schwangere durch die Schwangerschaft gefährdet ist. Somit ist dieser Faktor auch nicht rechtswidrig und ist zeitlich nicht begrenzt (Spätabbruch möglich).
Soziale Indikationen sind auch oft Gründe für eine Abtreibung. Diese sind beispielsweise die soziale Lage der Betroffenen, das heißt es ist aufgrund des Geldes nicht möglich ein Kind auf die Welt zu bringen und sich um es kümmern.

 

Bei einer Abtreibung sind nicht nur Indikationen ein Thema, sondern die moralische, ideologische und religiöse Einstellungen spielen die Hauptrolle. Bezüglich des Lebensrechts des Embryos sind  zum Beispiel „Wann beginnt das individuelle Leben?“ oder „Wann beginnen Persönlichkeitsrechte?“entscheidende Punkte. Spielt es eine Rolle, ab wann ein Embryo Schmerzempfinden, Bewusstsein, Hirnaktivität zeigt? Wie schaut es mit den Religionen aus? Spielt es eine Rolle, ab wann ein Embryo eine Seele besitzt?

 
Ich selbst kann die Gründe der Frauen, die sich eine Abtreibung wünschen, sehr gut nachvollziehen, doch aus meiner Sicht bin ich gegen die Abtreibung mit der Ausnahme, wenn es um medizinische Indikationen, also um die Gesundheit der Schwangere geht. Ich bin der Meinung, dass das Embryo bzw. der Fötus das sich entwickelt, keine Schuld an irgendetwas hat. Das menschliche Wesen hat ein Recht auf das Leben, das nicht angetastet werden sollte.

 
Was meint ihr zu diesem Thema? Ist die Abtreibung ethisch vertretbar oder nicht? Hat der Fötus ein Recht auf Leben?



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Veröffentlicht14. Juli 2016 von emva98 in Kategorie "Recht&Gerechtigkeit

7 COMMENTS :

  1. By bananapancake0 on

    Hallo emva98,
    auch ich stehe Abtreibungen kritisch gegenüber, jedoch finde ich, dass es Fälle gibt, in denen ein Schwangerschaftsabbruch in Betracht gezogen werden darf.
    Ein Kind aufzuziehen, das bei einer Vergewaltigung gezeugt wurde, sehe ich als Belastung und schwere Aufgabe für eine Frau an, die aufgrund der Vergewaltigung sowieso schon ihr Leben lang traumatisiert und verstört sein kann. Das Kind würde sie möglicherweise jeden Tag an den schrecklichen Vorfall erinnern …

    Egal, ob eine Frau sich in einem derartigen Fall für oder gegen eine Abtreibung entscheidet, sollte sie auf keinen Fall verurteilt werden, denn diese Entscheidung kann das ganze Leben beeinflussen und man benötigt Mut, diese überhaupt zu treffen.

    Jedoch ist es auch eine sehr schwierige Frage/Entscheidung, da sich das Recht auf Leben des Embryos und das Recht auf Selbstbestimmung der Mutter/Frau gegenüberstehen und jeder selbst entscheiden muss, welches Recht für einen persönlich wichtiger ist.

    Liebe Grüße, bananapancake0

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  2. By libelle99 on

    Hallo emva98,

    wenn eine Frau ihr ungeborenes Kind nicht möchte und sich für eine Abtreibung entscheidet, frage auch ich mich, was die Gründe hierfür sind. Schließlich muss es einen Grund geben. Ob Vergewaltigung, religiöse Gründe, oder Krankheitssymptome, ich finde man sollte es akzeptieren, wenn sie sich dafür entscheidet. Wie bananapancake0 schon sagte, es gehört Mut dazu.
    Ich finde keineswegs, dass man eine Abtreibung mit Mord gleichsetzen kann, auch wenn im Endeffekt dasselbe dabei herauskommt. Denn wenn die Frau vergewaltigt wurde, wird sie ständig daran erinnert, was passiert ist; wie bananapancake0 auch meint. Wenn es der Fall ist, dass das Kind sich nicht richtig entwickelt und abzusehen ist, dass es später unter einer Behinderung leidet und nicht am Leben teilnehmen wird, dann denke ich, ist es für Mutter und Kind besser, wenn Niemandem solch eine Last auferlegt wird. Weder Mutter noch Kind hätten ein schönes Leben. Auch hier wäre eine Abtreibung gerechtfertigt.
    Selbst wenn es keinen richtigen Grund dafür gäbe, sprich das Kind gesund ist und Geld vorhanden, selbst dann akzeptiere ich es, wenn die Frau eine Abtreibung erwünscht. Denn wenn sie das Kind nicht will und ihm keine Liebe schenken wird, dann wäre das Leben für beide nicht erfüllend.

    Meiner Meinung nach, ist es also in Ordnung, wenn man sich für eine Abtreibung entscheidet, denn jeder wird seine persönlichen Gründe dafür haben. Außenstehende sollten das auch akzeptieren.

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  3. By spagetthimonster on

    Hallo emva98 🙂

    Ich finde es wichtig, wenn man abtreibt sollte man sich über die späteren Folgen im Klaren sein, da man danach eventuell es bereut oder oft darüber reflektiert ob es ein Fehler war oder die richtige Entscheidung.

    Natürlich hat der Fötus Recht auf Leben, aber wie libelle99 schon sagte, wenn beide im Nachhinein kein erfülltes Leben haben, dann ist es besser so.

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  4. By kiuubi18 on

    Hallo emva98,

    Wäre zum Beispiel der Fall, dass die Frau das Kind nicht großziehen oder sich nicht um das Kind sorgen kann/will, so denke ich, dass eine Abtreibung auf jeden Fall eine Option ist. Klar trägt das „Kind“ keine Schuld jedoch muss das Kind keine Folgen aufgrund eines „Unfalls“ zukünftig tragen. Also muss man auch hinterfragen, wie es für das Kind am besten wäre.

    Aus meiner Sicht hat jeder Fötus ein Recht auf Leben so wie es in der Natur ist, aber da wir schon wissenschaftlich schon so weit sind um eine Geburt zu verhindern, sollten wir diese Chance auch nur nutzen, wenn wirklich dies das Beste für das Kind oder die Frau wäre.

    Beste Grüße, kiuubi18

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  5. By ernstfranz on

    Halli Hallo
    Ich bin ganz Deiner Meinung in Bezug auf dieses Thema.
    Ich finde, dass eine Abtreibung gut überlegt werden sollte und die Gründe die einen zu einer solchen Entscheidung verleiten sind meist auch verständlich, aber man sollte trotz allem bedenken dass es sich um einen Menschen handelt, der ein Recht auf Leben hat.
    außderdem sollte man sich fragen wie man sich wohl fühlen würde, wenn man später doch mal ein Kind hat und daran denken muss, dass man sein anderes ungeborenes Kind eigentlich umgebacht hat. Soetwas macht vielen Menschen nach einer Abtreibung zu schaffen…
    Ich finde allerdings auch, dass wenn nach hoher Wahrscheinlichkeit das Kind behindert ist und die Mutter bei der Geburt sterben könnte jemand zur Beratung gezogen werden sollte der dann nach einer Form des Utilitarismus abwägt ob das Kind getötet werden soll, das wahrscheinlich keine sehr große Lebenserwartung hat, um das Leben der Frau zu retten.
    Aber selbst da kann man sich dann nie sicher sein, denn wie oft wurde schon eine Lebensvorhersage von einem Jahr bei behinderten Babys gemacht und diese erreichten ihr 28. Lebensjahr?

    Es gibt vieles was bei einer solchen Entscheidung bedacht werden kann aber letztendlich muss jeder selbst entscheiden.

    Freundliche Grüße,
    Ernst Franz

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  6. By Glueck on

    Hallöchen,
    auch ich möchte jetzt meinen Senf zu diesem Thema geben ;-). Meiner Meinung nach ist eine Abtreibung unter keinen Umständen vertretbar. Ich glaube zwar auch, dass es unfassbar schwer sein kann ein behindertes Kind großzuziehen oder traumatisiert Mutter zu werden, aber wer sind wir denn zu entscheiden ob das Kind dadurch ein unerfülltes Leben haben wird? Schwierigkeiten sind immer noch besser als gar kein Leben! Ein Menschenleben ist unendlich kostbar und darf nicht einfach weggeworfen werden. Ich glaube es ist besser ein Baby zur Adoption freizugeben, als es zu töten.

    Auch wenn ich zu diesem Thema eine recht eindeutige Meinung haben wünsche ich mir und anderen niemals eine Entscheidung in diese Richtung in Erwägung ziehen zu müssen.

    Gruß
    Glueck

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  7. By Gemeinwohl on

    Hallo,
    dann werde ich jetzt hier wohl auch mal meine Meinung zu diesem Thema los. Also meiner Meinung nach kommt es auf die Situation an, in der man eine Abtreibung machen möchte. Wenn man bei der Geburt des Kindes sein eigenes Leben auf das Spiel setzt wäre ich für eine Abtreibung. Klar ist es eine schwere Entscheidung und ja man hat ein Leben in sich, aber wenn man sein Leben für das des Fötus opfert, von dem man nicht sicher weiß ob er dann überhaupt überleben würde wäre das für die Verwandten und Freunde noch viel schwerer zu verkraften. Im Falle einer ungewollten Schwangerschaft durch eine Vergewaltigung habe ich keine klare Meinung denn wenn man dieses Kind dann zur Welt bringt wird die Mutter immer daran erinnert was passiert ist. Später möchte dann auch das Kind wissen wo vielleicht sein Vater ist und möchte die ganze Situation erklärt haben, das ist dann nicht gerade einfach. Wenn die Mutter aber wirklich das Leben eines Kindes schätzt was sie in sich trägt kommt sie dann auch mit dieser Situation klar. Das Leben sei es ein geborenes Kind oder ein noch ungeborenes Kind ist sehr sehr wertvoll. Man hat nur eine Chance zu leben und da der Fötus in gewissermaßen auch ein Lebewesen ist hat er das recht darauf auf die Welt zu kommen.

    Grüße Gemeinwohl

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