Geld verdienen ohne Rücksicht auf die Gesundheit? – die EM2020

Die EM begann am 11. Juni 2021, ein Jahr später als ursprünglich geplant, sie wurde auf Grund der Corona-Pandemie um ein Jahr nach hinten verschoben. Insgesamt nahmen 24 Nationen an ihr teil, 51 Spiele wurden ausgetragen. Alle zusammen wurden von rund 1,099,278 Millionen Zuschauern in den Stadien besucht. Da die EM dieses Jahr zum 60. mal statt fand, wurden die Austragungsorte auf mehrere Länder der EU verteilt.
Viele sehen diese hohe Zahl an Besuchern kritisch und mit Sorge in Hinblick auf die aktuelle Lage. Ist die Kritik an der Austragung der EM berechtigt?

Einerseits ist die EM ist für die Veranstalter und alle anderen Beteiligten eine große und wichtige Einnahmequelle, insgesamt wird mit mehr als 2 Milliarden Euro Einnahmen gerechnet. Das Geld wird unter anderem durch Übertragungsrechte und kommerzielle Vermarktungsrechte zum Beispiel durch Sponsoring eingenommen. Aber auch die Zuschauer in den Stadien tragen einen Teil dazu bei. Andererseits sehen Experten genau hier die große Gefahr, denn die Corona- Regeln und die Auslastung der Stadien sind von Land zu Land unterschiedlich. In Budapest zum Beispiel lag die Auslastung bei den K.0.- Spielen bei vollen 100% (61.000 Menschen), in München dagegen lag sie aus Sicherheitsgründen nur bei 20% (14.500 Menschen). Zwar hat die UEFA ein Hygiene Konzept erstellt, in welchem unter anderem An-und Abreise, Abstände und Maskenpflicht festgelegt sind, jedoch galt zum Beispiel die Maskenpflicht nicht in jedem Stadion. Das hatte zur Folge, dass viele Menschen nach einem Stadion Besuch positiv auf das Corona- Virus getestet wurden. In Schottland zum Beispiel wurden 2000 Corona- Fälle im Zusammenhang mit den Spielen der EM registriert. Außerdem seien zahlreiche Menschen aufgrund mangelnder Testkapazitäten ohne Test in ihr Land zurück gereist. Man kann also sagen, dass das Konzept nicht gut ausgearbeitet war und Infektionen nicht verhindert werden konnten. Die UEFA verteidigt die Ausführung der EM unter anderem mit dem im Sommer 2020 geglückten Champions- League- Endrundentunier welches ebenfalls unter Corona Bedingungen statt fand, hier gab es keine Ansteckungen. Außerdem nennen sie die Fortschritte beim Impfen unter anderem als Möglichkeit zum Stattfinden der EM 2020. Kritisch sehen die Forscher allerdings, dass sich viele Menschen in Parks oder Privat trafen um die Spiele anzuschauen, dabei wurden die Corona- Regeln nur selten eingehalten. Desweiteren konnte das Risiko der Verbreitung der wesentlich aggressiveren und weniger erforschten Delta-Variante des Virus nicht ausgeschlossen werden, und konnte durch die EM weiter begünstigt werden. So wurde sie nach dem Spiel von Dänemark gegen Belgien bereits bei neun Zuschauern nachgewiesen. Die Menschen sehnen sich nach Abwechslung vom strengen Alltag in der Pandemie und nutzten daher die Gelegenheit der EM um zu vereisen. Leider verhielten sich viele Menschen dabei leichtsinnig, und so wurden beispielsweise die Abstandsregeln in den Stadien nicht richtig eingehalten. Fraglich ist auch weshalb nur Fußball in so großem Rahmen gespielt werden durfte. So wurden zum Beispiel die Olympischen Sommerspiele 2020 um ein Jahr verschoben und sollen jetzt 2021 ohne ausländische Zuschauer und in reduzierter Form in Tokio stattfinden. Die EM war das Größte Sport- Event in der Corona Zeit, das statt gefunden hat.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die EM den Menschen auf der einen Seite viel Freude bereitet hat, da sie eine Abwechslung zum Alltag bot. Auf der anderen Seite haben sich bereits viele Menschen mit Corona im Zusammenhang mit der EM angesteckt und es ist fraglich ob die in den Medien bekannten Fälle die einzigen waren. Die Regeln in den Stadien hätten konsequenter und einheitlich in allen Stadien durchgeführt werden müssen, auch die Auslastung der Stadien hätte von Anfang an festgelegt werden sollen und nicht doch noch immer weiter erhöht werden dürfen, wie es beispielsweise in England der Fall war. Es gab zwar Hygiene Konzepte, diese galten jedoch nur auf dem Papier, in der Realität hielten sich nur die wenigsten in den Stadien an die dort geltenden Regeln. Ein nicht Einhalten der Regeln von Fans in den Stadien hätte vielleicht auch bestraft werden sollen. Somit wäre der Ernst der Lage manchen Menschen eventuell mehr bewusst gewesen. Des weiteren finde ich es persönlich nicht in Ordnung, dass Kindern das Training in Vereinen gleichzeitig verboten wird. Sie bräuchten die Bewegung und die sozialen Kontakte unbedingt, doch im Training sei die Ansteckungsgefahr zu groß. Es ist also völlig widersprüchlich, dass auf der einen Seite überfüllte Stadien erlaubt sind, auf der anderen Seite allerdings ein paar Kindern verboten wird sich zu treffen, um zusammen ihren Sport zu machen. Man kann also sehr deutlich sehen, welche Rolle das Geld dabei spielt, denn die Vereine in welchen Kinder oder Erwachsene als Hobby eine Sportart ausüben werden einfach komplett verboten, obwohl es sehr gute Möglichkeiten gäbe die Menschen trozt der aktuellen Situation trainieren zu lassen.

Schreibt gerne eure Meinung zu dem Thema in die Kommentare!

Sollte Unterhaltung und das Einnehmen von Geld über der Gesundheit vieler Menschen stehen?

EM-Finalrunde: Bis zu 60.000 Fans in Wembley | Sport | DW | 22.06.2021
Fans im Wembley Stadion bei der EM 2020

https://de.sports.yahoo.com/video/em-2020-finnland-fans-positiv-125731194.html?guce_referrer=ahr0chm6ly93d3cuz29vz2xllmnvbs8&guce_referrer_sig=aqaaaag6gcsnxfchphdxcxtdepg5wd0oswac6iw53t8d2jpjgp5jdyivz8nhtvw85gjxcztsqsji6r-sy5ebnj1dqn0bu677gqnxvwlwb-vqqd2yyqlkixz4oms2ezxizlphhu6brawln0xmv1fyfkxh9not-l9n2vqiqvox0bl7xbth&guccounter=1 Film zu Infizierten Finnland Fans

https://www.sportschau.de/fussball/uefaeuro2020/fussball-uefa-euro-em-corona-infektionen-fans-stadien-risiko-wembley-100.html aufgerufen am 12.07.2021

https://static.dw.com/image/57908931_401.jpg Bildquelle

Gute medizinische Versorgung- eine Frage des Geldes?

In Deutschland hat jeder Zugang zu einer guten medizinischen Versorgung, unabhängig von seinen finanziellen Mitteln. Weltweit sieht das jedoch ganz anders aus. Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2017, hat rund die Hälfte der Weltbevölkerung keine Möglichkeit an eine medizinische Behandlung und Medikamente zu gelangen.

Doch was gehört eigentlich zu einer guten medizinischen Versorgung?

In Deutschland zum Beispiel ist es selbstverständlich, dass jeder, egal ob er versichert ist oder nicht, eine medizinische Grundversorgung erhält. Zur Grundversorgung gehört in Deutschland außer der Früherkennung, der Schutzimpfung, eine zahnärztliche Behandlung, Versorgung durch Haus- und Fachärzte, häusliche Krankenpflege, psychologische Betreuung, Vorsorge und Rehabilitation auch der Anspruch auf Krankengeld bei Arbeitsunfähigkeit. All diese Leistungen werden hierzulande ganz selbstverständlich von den Krankenversicherungen oder vom Staat bezahlt.

Ganz anders sieht es in den sogenannten Dritte Welt Ländern aus. Dort ist eine Krankenversicherung meistens an einen Arbeitsvertrag gebunden, aber nur sehr wenige Menschen bekommen überhaupt erst einen Arbeitsvertrag. Die meisten arbeiten, wenn überhaupt, als Tagelöhner und somit ohne eine medizinische Absicherung. Eigentlich ist dies paradox, wenn man bedenkt, dass die meisten Produktionsstädte für Arzneimittel in Indien und China ihren Sitz haben.

Woran liegt es dann, dass genau diese Länder so schlecht mit Medikamenten versorgt werden, wenn diese doch günstig im eigenen Land produziert werden?

Hier spielt das Geld eine große Rolle, denn durch Patentrechte auf die Entwicklung steigt der Preis für das Medikament. Hinzu kommen dann noch Löhne, Steuern und sonstige Abgaben, wodurch der Preis weiter in die Höhe getrieben wird. Ein Impfstoff kostet dann zum Beispiel 30 Dollar pro Impfung, für die reichen Industrieländer, zum Beispiel die USA, ist das ein Schnäppchen. Für Länder wie Indien hingegen ist dieser Preis Aufgrund eines größeren Bedarfs und eines geringeren Einkommens unerschwinglich.

Aktuellstes Beispiel für eine ungerechte Verteilung eines Medikaments kann man momentan bei der Ausgabe des Corona Impfstoffs beobachten. Auch hier werden ganz klar zahlungsstarke Staaten bevorzugt. Da abzusehen ist, dass noch auf längere Zeit hin nicht genügend Impfstoff für alle produziert werden kann, entsteht gerade ein regelrechter Preiskampf um vorhandene Bestände. Und schon wieder bestimmt das Geld darüber wer medizinisch gut versorgt wird! So hat Kanada sich zum Beispiel mehr als vier Impfdosen pro Einwohner gesichert, im Vergleich dazu hat Indonesien weniger als eine Dosis auf zwei Einwohner zur Verfügung.

Wer bei Betrachtung dieser Fakten noch behaupten kann, dass Geld bei der Verteilung von Medikamenten keine Rolle spielt, ignoriert offensichtliche Tatsachen.

Es ist erstaunlich, wie viele Menschen hier in Deutschland unsere sehr gute medizinische Versorgung dennoch nicht zu schätzen wissen.

Schreibt gerne Eure Meinung zu dem Thema in die Kommentare.

Quellen:

https://www.mdr.de/wissen/mensch-alltag/corona-aktuelle-forschung-mittwoch-sechzehnter-dezember-100.html aufgerufen am 03.01.2021

https://www.welt-sichten.org/search/site/Verteilung%20des%20Corona%20Impsstoffs aufgerufen am 03.01.2021