Welt ohne Geld?

Bevor ich darüber rede, wollte ich zu den Begriffen „Geld“ äußern. Geld heißt in unsere Gesellschaft, das allgemeine Tausch und Zahlungsart. Um die Frage „Welt ohne Geld“ zu beantworten, müssen wir erst die Frage „wie wichtig ist das Geld“ oder „was spielt Geld eine Rolle“ beantworten. Geld ist viel mehr als nur ein Tauschmittel, mehr als ein Medium, das uns erlaubt, das zu kaufen, was wir zum Leben brauchen. Neben der wirtschaftlichen Wirkung, hat das Geld auch psychosoziale Bedeutung. Es steht für Erfolg, Sicherheit, Anerkennung, Macht, Lebensqualität, Selbständigkeit. Durch das Geld werden die Gefühle wie Stolz oder Neid hervorgerufen und beeinflusst, wie wir andere Menschen bewerten. Die Scheine und Münzen, die sachlich sind, sind in Wahrheit emotional aufgeladen. Die Welt ohne Geld würde Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit heißen. Das heißt jeder hätte genau so viel wie jeder andere. Keiner hatte dann so viel Macht, sondern alle wären auf der gleiche ebene. „Aber mit den Menschen geht es nicht“. Wer oder was ist denn der Mensch? Müssen an seinem Egoismus, an seiner Gier nach Macht und Reichtum alle Versuche quasi zwangsläufig scheitern, unsere Welt gerecht und solidarisch zu gestalten? Aber alle Versuche in der Geschichte mit den gleichen Zielen wurden gescheitert. Egoismus wird als Gegenteil von Solidarität kritisiert. Fast schon wie eine Religion wurde der Egoismus gepredigt. Aber schon von Anbeginn der Menschheitsgeschichte war die Gruppe überlebenswichtig. Der Fehler beginnt schon dort, wo Egoismus und Solidarität gegenübergestellt werden, in der Regel egoistisches Verhalten als negativ (jedenfalls noch) und solidarisches Handeln als positiv dargestellt werden. Aber Egoismus braucht jeder zum Überleben, und hat jeder. Also heißt Welt ohne Geld ist irgendwie heutzutage nicht vorstellbar. Aber eins dürfen wir nicht vergessen, Sowohl egoistisches als auch solidarisches Handeln sind menschlich. Und wie bezahle ich? Mit der Anzahl von Stunden und Minuten, die ich selbst gearbeitet habe. Das bedeutet einen kleinen Nachteil für diejenigen, die bisher Geld zur Verfügung haben, ohne dafür zu arbeiten, zum Beispiel, indem sie andere für sich arbeiten lassen oder von einer großen Erbschaft zehren. Sie würden bei Fortsetzung dieser Lebensart sicherlich verhungern. Dann würden die Menschen sich nicht weiter entwickeln wollen, weil keine versuchen würde besser als anderer zu sein, weil alle gleich wären. Man kann fast sagen das heutzutage Geld das wichtigste mittel ist.

Welt ohne Geld – wie funktioniert der Staat?

Welt ohne Geld – eine andere Produktionsweise

Welt ohne Geld – wie funktioniert die Wirtschaft?

Welt ohne Geld- wie funktioniert die Berufsausbildung?

Welt ohne Geld – Gesellschaft der Jugend

Welt ohne Geld – was ist mit Drogen?

Welt ohne Geld – was ist mit der politischen Macht?

Die Fragen müsste man dann auch klären. Die ganze Welt oder das ganze System müsste man ändern und das ist sehr schwer vorstellbar.

Zusammenfassung des Ethikunterrichts 13.11.2020

  • Klassenstufe: K1
  • Referenten: Frau Straub, L.H.
  • Themen: Biologie (Hirnforschung, Libet-Experimente) Philosophie (Deterministen/Indeterministen, Peter Bieri, Gerhard Roth)
  • Schule/Ort: Gymnasium Gerabronn, Raum 2204 am 13.11.2020 von 11:25 bis 13:00 Uhr
  • Teilnehmer: 15 von 16 Schüler/innen
  • Link zum Bildungsplan: http://www.schule-bw.de/faecher-und-schularten/gesellschaftswissenschaftliche-und-philosophische-faecher/ethik/unterricht-materialien-und-medien/ethik_11_12
  • Ablauf der Doppelstunde:
  • Vorstellung Portfolio „Fast Fashion“
  • Die Libet-Experimente
  • Gruppe 1 (Willensfreiheit ist eine Illusion)
  • Gruppe 2 (Hirnforscher können nicht über Freiheit reden bzw. unser Wille ist doch frei?)
  • Streitgespräch zum Thema „Verantwortung für Straftaten“ Grundsatzdiskussion zu unserem Justizwesen

Anregung für Blog: Altruismus vs Egoismus

Laurin erklärte uns, ob es zu verantworten ist „Fast Fashion2 zu kaufen und zu tragen, weil wir meistens nicht wissen, wo und unter welchen Bedingungen die Kleidung hergestellt wurde. Der Begriff kommt daher, dass große Ketten wie H&M, Zarah oder Primark ihre Kleidung immer schneller herstellen. Die Fast-Fashion-Unternehmen verkaufen ihre Kleidung sehr billig, damit die ihre Kleidung so billig verkaufen können, lassen sie sie zum Beispiel in China oder in Bangladesch produzieren. Die Löhne in anderen Ländern sind viel niedriger als in Deutschland.  Kinderarbeit gehört auch dazu. Leider sind die Arbeitsbedingungen oft sehr schlecht. Auch die Gesundheit spielt dabei eine sehr große Rolle. Durch das Einatmen von giftigen Stoffen, die beim Färben und der Bearbeitung der Kleidung entstehen, können die Kinder oder die Mitarbeiter irgendwelche Krankheiten bekommen. Die giftigen Stoffe schaden nicht nur die Menschen, sondern auch der Umwelt. Das Abwasser der Fabriken wird direkt in Flüsse geleitet, die dadurch vergiftet werden. Man soll aufpassen, bevor man was kauft. Es soll geachtet werden aus was zum Beispiel: eine Hose oder ein T-Shirt besteht. Das Problem dabei ist, dass die Läden nicht die ganze Wahrheit über das Kleidungsstück sagen. Durch diese falsche oder zu wenige Informationen wird das Problem nicht so oft thematisiert. Um die Umwelt und Menschenleben zu retten, muss man seine Kleidungstücke so oft wie möglich tragen.

  • Die Libet-Experimente

Der Forscher Bejamin Libet in den 1980er Jahren führte ein Experiment, um nachzuweisen, ob und inwieweit unsere Willensfreiheit durch neuronale Aktivitäten des Gehirns determiniert ist. Sein Ziel war es die Willensfreiheit empirisch zu beweisen. Die Versuchspersonen hatten die Aufgaben, ihre Hand bzw. einen Finger zu einem beliebigen Zeitpunkt zu bewegen und sich dabei gleichzeitig mit Hilfe einer schnelllaufenden Uhr den Moment zu merken.

(Bild entfernt wg. Urheberrecht. Sü)

https://www.nodualidad.info/imagen/curso/libet-experimento.gif

Das Ergebnis, bei einfachen Handlungen etwa 550 Millisekunde vor der Ausführung der Handlung einsetzt. Dagegen trat die bewusste Entscheidung sich zu bewegen, erst ca. 200 Millisekunden vor der Handlung auf.

(Bild entfernt wg. Urheberrecht. Sü)

Sein Experiment könnte so nachweisen, dass der bewusste Wille scheint erst zu einem Zeitpunkt ins Spiel zu kommen, zu dem die relevanten Schritte zur Einleitung der Bewegung bereits durch das Gehirn vollzogen worden sind. Das heißt,  die Wünsche, Überzeugungen, Bedürfnisse keinen wirklichen Einfluss auf unser „eigenes“ Handeln haben. Aber die Klasse und ich selbst waren andere Meinung. Die Klasse stellte sich heraus, dass das Experiment nicht 100% sicher ist, weil das Heben einer Hand unter den Versuchsbedingungen keine echte Willensentscheidung ist. Umwelt und die Erfahrungen spielen eine sehr große Rolle. Unsere Entscheidungen oder unser Handeln beruhen auf unseren Erfahrungen, unserer Umwelt und in welcher Gesellschaft wir leben. Alle diese Eindrücke sind in unserem limbischen System gespeichert. Dieses wiederum beeinflusst oder steuert unsere Entscheidungen, unseren Willen.

  • Gruppe 1 (Gerhard Roth: Willensfreiheit ist eine Illusion)

Nur die Hälfte der  Klasse sollte den Text lesen und die andere Hälfte der Klasse hat den Text von der Gruppe 2 bekommen und sollte das lesen und in Stichpunkten aufschreiben, um ein Duell am Ende zu spielen und die Informationen der Gruppe vorzustellen. Leider reichte die Zeit nicht, um alle Ergebnisse zu hören.  Im Text von Gruppe 1 wird, welche Konsequenzen sich aus der Gehirnforschung für die Idee von Willensfreiheit und Selbstbestimmung ergeben. Diese starke Form der Willensfreiheit ist nur eine Illusion. Unsere bewussten Wünsche und Absichten und unser Wille stehen unter Kontrolle des Unbewussten, gespeichert im limbischen Erfahrungsgedächtnis. Menschen können als bewusste Individuen nichts für das, was sie tun, denn ihr bewusstes Handeln wird durch das emotionale Erfahrungsgedächtnis geleitet, das nicht dem bewussten Willen unterliegt. Alle Menschen, die im Gefängnis sitzen wären unschuldig (tragen keine Verantwortung für ihre Taten), wenn wir die Aussage von Gerhard Roth nehmen sollten. Alle Leute haben unbewusst die Straftaten begangen.

  • Gruppe 2 (Peter Bieri: Hirnforscher können nicht über Freiheit reden)

In dem Text werden die Hirnforscher kritisiert, weil wir unser Tun und Wollen als frei erfahren. Natürlich sind wir für unser Handeln verantwortlich. Es würde alles kein Sinn machen, wenn wir alles unbewusst handeln würden.  Als erstes kommt der Wille dann die Überlegungen und dann zuletzt die Entscheidung. Nur handelnde Wesen mit einem geistigen Profil sind mögliche Kandidaten für Freiheit und Unfreiheit, im selben Sinne sucht man in der neurobiologischen Mechanik des Gehirns vergebens nach Freiheit oder Unfreiheit. Das Gehirn ist der falsche logische Ort. Neurobiologische Entdeckungen entlarven nur metaphysische Missverständnisse von der Freiheit. Es gibt keinen Sinn, wenn wir alles unbewusst machen würden, müsste keiner ins Gefängnis, um seine Strafe zu sitzen, weil alle unbewusst gehandelt haben, obwohl das nicht stimmt. Jedem ist klar, was derjenige tut, nur manchmal lässt man sich zu stark von Emotionen leiten, anstatt das richtige zu tun oder richtiges zu handeln.

  • Streitgespräch zum Thema „Verantwortung für Straftaten“ Grundsatzdiskussion zu unserem Justizwesen

Am Ende der Stunde führten zwei Schüler aus den beiden Gruppen (Gruppe 1 mit der Meinung: Alles was wir machen, machen wir unbewusst, alles ist schon geplant bevor wir planen können, Gruppe 2 mit der Meinung: Alles was wir machen, machen wir bewusst) ein Streitgespräch über die Verantwortung für Straftaten sprechen. Und so war die Gruppe 1, der Meinung, niemand soll bestraft werden, weil die alles unbewusst machen. Gruppe 1 dagegen meinte, das unbewusstes sind auch wir, weil am Ende entscheiden wir ja auch selbst, was gleich passieren wird. Die Zeit reichte nicht aus, um mehrere Streitgespräche zu führen.