Impfen, ja oder nein? Eine moralische Herausforderung.


In der Öffentlichkeit sind Diskussionen um Impfungen ein Dauer Thema. Auf der einen Seite geht es um die Entscheidungsfreiheit jedes einzelnen, auf der anderen Seite hat der Schutz der Gesellschaft einen sehr hohen Stellenwert. Ein Beispiel dafür ist die Masernimpfung, die mittlerweile in Deutschland eine Pflicht Impfung ist. Das Gesetz sieht vor dass alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr beim Eintritt in die Schule oder den Kindergarten die von der ständigen Impfkommission empfohlenen Masern Impfung vorweisen müssen auch bei der Betreuung durch eine Kindertagespflegeperson muss in der Regel ein Nachweis über die Masern Impfung erfolgen. Gleiches gilt für Personen die im Gemeinschaftseinrichtung oder medizinischen Einrichtungen tätig sind wie Erzieher Lehrer, Tagespflegepersonen und medizinisches Personal (soweit diese Person nach 1970 geboren sind). Auch Asylbewerber und Flüchtlinge müssen den im Impfschutz 4 Wochen nach Aufnahme in eine Gemeinschaftsunterkunft aufweisen. https://www.bundesgesundheitsministerium.de/impfpflicht.html .Wenn der Impfstatus unklar ist, sollen die Impfungen nachgeholt werden, oder ein Nachweis über Immunität vorlegen. Masern sind eine hoch ansteckende und potentiell tödliche Krankheit. Durch die Impfung und eine daraus resultierende Herdenimmunität der Gesellschaft werden die Masern eingedämmt, jedoch ob sie wie die Pocken ausgerottet werden können ist fraglich. Einer der wichtigsten Gründe für eine Impfung ist zumeist der Selbstschutz der zu impfenden Person wobei Impfschutz und Impfrisiken gegeneinander abgewogen werden, zum Beispiel Wirksamkeit der Impfung, Alter der Person oder Krankheitsrisiko. Ein weiterer ethisch gesehener Grund ist der Fremdschutz. Es geht darum diejenigen zu schützen die sich nicht selbst schützen können, also impfen können, z.B. wegen Krankheit, Impfstoffunverträglichkeiten oder religiösen Gründen oder Menschen, die sich nicht impfen wollen (Impfgegner). Letztlich ist ein Ziel der Schutzimpfung der Bevölkerungsschutz, der im Idealfall durch Ausrottung der Krankheitsviren oder zumindest der Herdenimmunität erreicht wird. Bei einer Herdenimmunität kann es immer noch Menschen geben, die von der Impfung anderer profitieren wollen, ohne sich selbst zu impfen. Es müssen viele Menschen bereit sein sich impfen zu lassen, um eine Herdenimmunität zu erreichen ohne dabei einen privaten nutzen zu haben.
Es stellt sich die Frage was soll ich tun?
Hier spielen nicht allein medizinische Fakten und epidemiologische Daten eine Rolle. Aus individueller Sicht heißt es aber auch zu fragen, ob eine persönliche Impfpflicht vorliegt, also ob man sich aus moralischen Gründen zum Schutz anderer und nicht aus Eigeninteresse impfen lassen sollte. Hierbei kann man sich auf Immanuel Kant beziehen: Handle ich pflichtgemäß, oder handle ich rein aus Pflicht, oder aber auch pflichtwidrig. Das würde bedeuten, wenn ich mich rein aus Plicht impfen lassen würde dann wäre das ein selbst auferlegter Zwang und weil ich in dieser Handlung eine Notwendigkeit sehen aus Achtung gegenüber dem Gesetz, das sich der Mensch aus Vernunft selbst gegeben hat, also handle ich moralisch. Wenn ich mich nun impfen lasse, weil ich es als pflichtgemäß ansehe tue ich das aus Selbstinteresse oder aus einer Neigung heraus und verhalte mich ethisch neutral und wenn ich mich pflichtwidrig verhalten würde, würde ich mich wahrscheinlich nicht impfen lassen weil ich mich in diesen Falle unmoralisch verhalten würde. Selbstbestimmung ist in der Diskussion um Impfungen ein zentraler Gesichtspunkt, dass heißt Entscheidungen für sich treffen und eigenverantwortlich handeln zu können sowie frei von zwang zu sein das gebietet der Wert der Menschenwürde, also der Menschenrechte und der Entscheidungsfreiheit. In der Öffentlichkeit erscheint der Begriff der Entscheidungsfreiheit, der gewährleistet werden muss, sich für oder gegen eine Impfung zu entscheiden. Aber ist diese Entscheidungsfreiheit (In dem Hinblick auf die Entscheidungsfreiheit kann man sich auch fragen, ob der Mensch denn überhaupt frei ist sich impfen zu lassen oder nicht. Wenn die Menschen sich aus freiem Willen impfen lassen würde und aus alternativen abwägen würde handelt er mit Verantwortung und Moral (Altruismus vs. Egoismus), also wäre er frei (Indetermismus). Wenn der Mensch sich durch innere Triebe oder Bedürfnisse (Gesundheit) oder durch äußere Beeinflussungen wie zum Beispiel Erwartungen, Gesellschaft, oder politische Verhältnisse sich impfen lassen würde wäre der Mensch nicht frei (Determinismus)) identisch mit dem ethischen Wert der Autonomie für eine wirklich freie Entscheidung muss man wissen was die möglichen Folgen seiner Handlung oder Unterlassung sind. Wer wirklich autonom handelt, handelt so dass die Handlung oder Unterlassung die Freiheit anderer Menschen nicht ungerechtfertigt einschränken. Die Entscheidung für oder gegen eine Impfung sollte auf Grund von wissenschaftlich gesichertem Wissen erfolgen. Es ist wichtig, dass Personen gut über die Vor- und Nachteile von Impfungen für sich selbst und andere aufgeklärt werden. Auch zu beachten ist das Argument, dass eine moralische Pflicht zur einfachen Rettung gibt, wenn ein Mensch mit wenig Aufwand, dass heißt mit im Vergleich zum Verlust von Leben oder Gesundheit geringen Kosten gerettet werden kann besteht die moralische Verpflichtung dies auch zu tun.
Meine Meinung:
Wer sich impfen lässt übernimmt nicht nur Verantwortung für sich, sondern für die gesamte Gesellschaft. In einer Gesellschaft ist es sehr wichtig das man zusammen hält und dass jeder seinen Beitrag leistet und sich einbringt. Wenn man sich impfen lässt schützt man nicht nur sich selbst sondern auch andere Menschen, die sich beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können. Ich finde diese Menschen haben auch ein Recht darauf geschützt zu werden. Denn auch sie haben ein recht auf Körperliche Unversehrtheit und auf Gesundheit. Hier spielt die Gesellschaft für ihre Mitmenschen eine wichtige Rolle, durch das Impfen kann diese Gesellschaftsgruppe geschützt werden, dass ist aber nur möglich, wenn die Impfbereitschaft von der restlichen Bevölkerung hoch ist und sie sich moralisch dazu verpflichten sich impfen zu lassen, um andere davor zu schützen zu erkranken. Ich finde so etwas hat auch etwas mit Solidarität zu tun, bin ich egoistisch und schau nur auf mich, was ich möchte und was mir guttut oder bin ich solidarisch und achte auch auf die Bedürfnisse und das Wohlergehen meiner Mitmenschen und leiste meinen Beitrag dazu. Trotzdem finde ich es wichtig das jedem die Entscheidung selbst überlassen bleibt, denn jeder sollte selbst bestimmt sein dürfen und seine Entscheidungsfreiheit behalten und in dieser nicht eingeschränkt sein, hier muss jeder für sich selbst abwägen welche Folgen sein Handeln für sich aber auch für die Gesellschaft und sein Umfeld hat und diese Folgen haben im Umkehrschluss auch wieder Auswirkungen auf das Individuum selbst.

Wenn eine Krankheit allerdings einen epidemischen oder einen pandemischen Verlauf nimmt und einen erheblichen gesundheitlichen Schaden anrichtet und sogar tödlich verläuft, finde ich es gerechtfertigt das der Staat eine Impfpflicht durchsetzen möchte, sonst wäre ein gesellschaftliches Leben in der Form wie wir es gewohnt sind in diesem Fall nicht möglich.
RKI – Empfehlungen der STIKO (Impfempfehlungen der STIKO)

Pocken: Was die Krankheit bedeutet – NetDoktor (Ausrottung der Pocken durch weltweite Pflichtimpfung)
Was ist eure Meinung dazu?

Quellen:
www.bundeskanztleramt.gv.at
www.ethikrat.org
www.link.springer.com
https://www.impfen-info.de/wissenswertes/masernschutzgesetz.html
www.egt.med.uni-muenchen.de