Ist Atomenergie ethisch vertretbar?

Die Nutzung der Atomenergie liefert günstigen Strom, ein Super-GAU ist so wahrscheinlich wie ein Sechser im Lotto. In Deutschland und anderen Ländern mit hoch entwickelten Technologien sind Kernkraftwerke sehr sicher. Dennoch – ein Restrisiko bleibt.
Natürlich setzt sich der Mensch jeden Tag Risiken aus. Aber es gibt vermeidbare Risiken. Das Risiko, das durch die Betreibung von Kernkraftwerken ausgeht, ist meiner Meinung nach eines, das man verhindern könnte. Natürlich ist es unwahrscheinlich, dass in Deutschland ein Kernkraftwerk explodiert und hohe Mengen an radioaktiver Strahlung austreten, aber hundertprozentig sicher ist es nicht. Warum sollte man Risiken eingehen, die man einfach verhindern könnte?
Wenn ein Atomkraftwerk „hochgeht“ oder plötzlich erhöhte radioaktive Strahlung austritt- warum auch immer- dann ist eine große Menschenmasse betroffen und Regionen werden in Todeszonen oder No-Go- Areas verwandelt. Es ist unverantwortlich einfach über die Köpfe beteiligter Menschen hinweg zu entscheiden.
Und das Problem der Entsorgung des Atommülls bleibt. Ich kann nicht verstehen, wie man beschließen konnte, Atomenergie zu nutzen ohne zu wissen, wie man mit dem entstehenden Atommüll umgehen soll. Es gibt keinen sicheren Ort für diesen Müll. Wir sollten auch an die nachfolgenden Generationen denken und ihnen eine „gesunde“ Erde  hinterlassen.
Meine Meinung wird zum Beispiel auch von dem Philosophen Robert Spaemann unterstützt, der sich sich seit über 50 Jahren strikt gegen Kernenergie ausspricht (vgl. https://www.econitor.de/magazin/wohnen/robert-spaemann-nach-uns-die-kernschmelze_12462.html).
Folglich ist Atomenergie nicht ethisch vertretbar, auch wenn sie viele Vorteile mit sich bringt. Der Mensch sollte nicht versuchen Dinge zu beherrschen, die unkontrollierbar sind. – Was meint ihr dazu?

Doppelstundenzusammenfassung

Gymnasium Gerabronn, Ethikgrundkurs K2, letzte Stunde: Donnerstag, 25. September 2014, Themen: 1) Darf man einen Tyrannen töten? 2) Grundbegriffe Recht & Gerechtigkeit 3) Gibt es einen gerechten Krieg?

Protokollant: dietugend/ dt

Anzahl der Anwesenden: 11

1) Zu diesem Thema haben wir zwei Artikel aus einem Philosophie Magazin gelesen. Dann versuchten wir die Frage zu beantworten, ob man den Tyrannen töten darf. Dabei kamen wir zu dem Schluss, dass die Beantwortung dieser Frage sehr schwierig ist.

Argumente für eine Tötung des Tyrannen:
Wenn man den Tyrannen tötet, kann man viele Tote verhindern (utilitaristische Sichtweise). Daher sind in diesem Fall praktische Gründe wichtiger als Moral, zudem ist eine Festnahme oftmals schwierig und risikoreicher als der Tod des Tyrannen. Darüber hinaus kann man so Rache am Tyrannen nehmen. Für eine Tötung spricht ebenso die These, dass Gegner nur Angst vor Rückschlägen haben.

Argumente gegen die Tötung des Tyrannen:
Trotz der Tötung des Tyrannen gibt es keinen stabilen Frieden, nur einen erzwungenen, zudem stellt sich die Frage, ob man andere töten darf und wer dies entscheiden sollte. Ein weiteres Argument ist, dass die Tötung einer Vergeltung gleich käme und man sich somit auf die gleiche Stufe stellen würde wie der Gewalttäter. Darüber hinaus forderten manche Schüler einen fairen Prozess für den Tyrannen, um Gerechtigkeit zu garantieren und dass der Täter zur Rechenschaft gezogen werden soll. Überdies steht die Garantierung der Menschenrechte der Tötung entgegen. Wenn der Tyrann getötet wird, entsteht oftmals auch eine Gefährdung unschuldiger Menschen. Zudem stellt sich die Frage nach dem Sinn von Strafe.

2) Recht und Gerechtigkeit
Zu diesem Thema bekamen wir ein Blatt mit dem Titel: Grundbegriffe Recht & Gerechtigkeit.

3) Zuletzt beantworteten wir die Frage, ob es einen gerechten Krieg geben könne.

Argumente für einen gerechten Krieg:
Manchmal ist es für einen Staat notwendig sich zu verteidigen, zudem kann ein Krieg der letzte Ausweg sein (wenn andere Mittel nicht erfolgreich waren, dt).

Argumente gegen einen gerechten Krieg:
Im Krieg gibt es immer unschuldige Opfer, daher kann es keinen gerechten Krieg geben. Man kann Massenmord auch nicht durch Massenmord vergelten. Darüber hinaus wird die Menschenwürde im Krieg verletzt und dieser steht dem echten Dialog zwischen Kulturen im Weg.

Organspende – ein ethisches Muss?

In Deutschland gibt es ein Ungleichgewicht an Menschen, die ein Organ benötigen und solchen, die bereit sind eines zu spenden. Doch ist Organspende ein ethisches Muss, sind wir verpflichtet unsere Organe nach unserem Ableben zu spenden?

Meiner Meinung nach ist das eine individuelle Entscheidung. Manche Menschen können mit der Vorstellung nicht leben, dass an ihnen nach ihrem Tod „herumgewerkelt“ wird. Sie denken, dass ihre Menschenwürde dadurch verletzt wird und auch für die Angehörigen ist diese Vorstellung nicht schön. Diese Haltung sollte man auch akzeptieren, da bei einer Organentnahme viele ethische Normen verletzt werden. Das beweist die Reaktion mancher Medizinstudenten, die sich bei Sektionsübungen zum Beispiel übergeben müssen. Manche Menschen wollen auch aus Glaubensgründen keine Organe spenden, da sie von einem Leben nach dem Tod überzeugt sind. Letztendlich kann keiner wissen, ob es wirklich ein Leben nach dem Tod gibt. Daher denke ich, kann es kein ethisches Muss geben, das Menschen vorschreibt ihre Organe nach ihrem Ableben zu spenden.

Ich würde auf jeden Fall meine Organe spenden, da sie Leben retten können und ich nicht an ein Leben nach dem Tod glaube. Egal wie man sich entscheidet, finde ich es wichtig, dass man sich vor seinem Tod überhaupt entscheidet. Sonst wird diese schwierige Entscheidung Angehörigen überlassen, die dann in ihrer Trauer auch noch mit der Organspende belastet werden und im Sinne des Verstorbenen handeln wollen, dies aber wahrscheinlich nicht können, da sie nicht wissen, wie sich der Verstorbene entschieden hätte. Daher denke ich, ist es sinnvoll, sich schon früh einen Organspendeausweis zu besorgen und auszufüllen.

 

Was denkt ihr? Sind wir verpflichtet unsere Organe nach unserem Ableben zu spenden?

Ist der Mensch eine Bestie?

Im Mai 1960 wird in Israel der Prozess gegen NS-Verbrecher Adolf Eichmann gemacht. Eichmann war für die Organisation der Vertreibung und Deportation der Juden in Europa zuständig und letztendlich mitverantwortlich für deren Ermordung. Die Philosophin Hannah Arendt war während des Prozesses im Gerichtssaal anwesend und berichtete darüber. Hierbei fiel ihr auf, dass Eichmann weder ein Sadist, noch ein Psychopath oder ideologischer Fanatiker sei. Vielmehr kam er ihr vor wie ein „ganz normaler Mensch“, der sich trotz seiner grausamen Taten nicht großartig von seinen Zeitgenossen unterschied. Wie kann es sein, dass scheinbar normale Menschen zu Mördern und Folterknechten werden? Können auch wir zu einer Bestie, einem bösen mordenden oder folternden Monster werden?

Hängt der Fall Eichmann möglicherweise damit zusammen, dass die Gesellschaft im Nationalsozialismus ganz anderem Druck ausgesetzt war als wir heute? Sicherlich, damals herrschte Krieg. Die Menschen wussten zum Teil nicht, ob sie den nächsten Tag überleben würden, mussten sich bei Bombenangriffen im Keller verbarrikadieren und um Angehörige an der Kriegsfront bangen. Hinzu kam die NS- Führung, die den Alltag der Menschen diktierte und wenig Freiheiten ließ. Die Menschen hatten also ständig Angst, wurden „dazu gebracht“ den eigenen Verstand nicht mehr zu nutzen und stattdessen Befehle von Autoritäten zu befolgen.

Der bekannte Psychologe Stanley Milgram beschäftigte sich erstmals in den 1960er Jahren damit, wie weit Menschen bereit sind zu gehen, wenn sie wissen, dass sie anderen Schmerzen zufügen. Diese Frage untersuchte er mit dem Schwerpunkt „Gehorsam gegenüber Autoritäten“.

Wer es nicht kennt- Das Experiment sah folgendermaßen aus:
Dem Probanden wurde im Experiment die Rolle des „Lehrers“ erteilt. Seine Aufgabe war es einem „Schüler“, der sich in einem Nebenraum befand, Aufgaben zu stellen. Wenn der Schüler falsche Lösungen äußerte, wurde er vom „Lehrer“ mit einen elektrischen Stromschlag bestraft. Dabei wurde die Spannung nach jedem Fehler um 15 Volt erhöht. Obwohl der Proband den Schüler nicht sehen konnte, konnte er ihn hören. Erreichte die Spannung beispielsweise 150 Volt, verlangte der Schüler, von seinem Stuhl losgebunden zu werden, da er die Schmerzen nicht mehr aushalte, bei 200 Volt hörte der Lehrer Schreie, bei 200 Volt lehnte es der Schüler ab zu antworten, da er zu große Angst vor Schmerzen verspürte und ab 330 Volt war nur noch Stille zu hören- man musste davon ausgehen, dass der Schüler tot ist. Die Voltstärke ließ sich jedoch bis auf 450 Volt erhöhen. (vgl. Quelle)

File:Milgram Experiment.pngLizenz: CC by Wapcaplet Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Was schätzt ihr wie weit die meisten Probanden gegangen sind?
Wie weit würdet ihr gehen?

Von den vierzig Probanden beendeten fünf bei 300 Volt den Versuch, vier Probanden bei 315 Volt, wiederum fünf im Bereich von 330- 375 Volt, jedoch hielten ganze sechsundzwanzig Menschen das Experiment bis zum Ende durch und gaben den 450 Volt- Schock.
In Wirklichkeit erlebte der „Schüler“ natürlich keine elektrischen Stromschläge, sondern reagierte nach einem vorher bestimmten Schema. Außerdem befand sich im Raum des „Lehrers“ noch ein „Versuchsleiter“ (natürlich auch ein Schauspieler), der den Probanden, sobald dieser Zweifel äußerte, dazu aufforderte weiterzumachen. Das Experiment wurde oft in ähnlichem Versuchsaufbau in allen möglichen Ländern und Zeitepochen wiederholt. Es ergaben sich immer ähnliche Resultate.
Beachtet werden muss allerdings, dass die Probanden beim Ausführen ihrer Stromstöße nicht allein waren. Es zeigt vielmehr, wie viele Menschen bereit sind, sich gehorsam gegenüber Autoritäten zu verhalten und zu tun, was der Versuchsleiter verlangte, obwohl viele der Schüler Schmerzensschreie von sich gaben. Aber ich denke wir kennen das Phänomen alle: Sobald wir uns in Gruppen aufhalten neigen wir, als soziales Wesen, dazu uns anderen anzupassen. Die Gruppe gibt uns Sicherheit und innere Stärke.

Die Konformität zu der wir neigen ist sogar biologisch begründet. Habt ihr schon einmal beobachtet, dass jemand gähnt und man plötzlich auch gähnt, obwohl man eigentlich gar nicht müde ist? Dies wird durch sogenannte Spiegelneuronen im Gehirn ausgelöst. Sie sorgen dafür, dass man sich seinem gegenüber angepasst verhält.
Oder seid ihr schon einmal an einer Ampel gestanden und seid einfach losgelaufen, obwohl sie noch rot war? Sind euch dann andere Menschen gefolgt? Wahrscheinlich schon.

Kommen wir noch einmal auf das Milgram-Experiment zu sprechen: fünf Probanden gaben das Experiment auf, machten nach dem 300 Volt- Schock nicht mehr weiter und widersetzen sich den Anweisungen des Versuchsleiters. Auch im Nationalsozialismus gab es Menschen, die dem Regime kritisch gegenüber standen und sogar dagegen propagierten. Was sind das für Menschen, die widerstehen können und nicht gehorsam sind?

Psychologen analysieren Persönlichkeitsmerkmale von uns Menschen mit fünf zentralen Eigenschaften- die sogenannten Big Five:
• Neurotizismus (Angst, Nervosität, Anspannung, Unsicherheit, Verlegenheit)
• Introversion/Extraversion (gesellig, aktiv, gesprächig, herzlich, optimistisch)
• Offenheit für Erfahrungen (wissbegierig, intellektuell, fantasievoll)
• Verträglichkeit (Verständnis, Wohlwollen, Mitgefühl, Vertrauen, Kooperativ)
• Gewissenhaftigkeit (sorgfältig, planend, effektiv, verantwortlich, zuverlässig, überlegt)

(vgl. Quelle)

In der Auswertung der Persönlichkeitsmerkmale der Probanden zeigte sich, dass sehr verträgliche, gewissenhafte, zufriedene und nicht aggressive Menschen meist gehorsam waren und bis zum Tod „durchgefoltert“ hätten. Es ergab sich ebenso kein Zusammenhang zwischen Empathie und Zivilcourage. Besonders empathische, soziale Menschen reagieren in Extremsituation sogar noch eher bestialisch und konform als unglückliche, skeptische, konfliktfreudige, unzuverlässige und nicht sozialverträgliche Menschen.

Ist der Mensch also eine Bestie? Im Alltagsleben verhalten wir uns oft sozial, helfen anderen, engagieren uns in Vereinen oder helfen Freunden oder Familienmitgliedern. Aber wenn es die Situation zulässt, sind viele zu einigem fähig. Haben wir zum Beispiel die Möglichkeit einer „sozialen Erleichterung“, können wir die Verantwortung für unser Handeln auf andere übertragen, indem wir Befehle von Autoritäten (Staatschefs, Versuchsleitern, Lehrern) befolgen oder in einer Gruppe agieren und somit nur ein kleines Rädchen im Getriebe sind, befinden sich viele in der Situation wie in einem „Rauschzustand“, unfähig ihr Verhalten ausreichend zu reflektieren und Konsequenzen einzuschätzen oder wir rechtfertigen das Verhalten mit Gesetzen. Daher steckt meiner Meinung nach in jedem Menschen so etwas wie eine Bestie. Manche können sie bändigen und verstecken, anderen gelingt dies nicht. Auch unser Umfeld und unsere Erfahrungen, die wir machen, tragen erheblich dazu bei, ob wir die Bestie in uns besiegen können.

Was meint ihr: Sind wir alle unberechenbar und zu allem fähig, auch zu Taten, die wir uns „im Normalzustand“ nicht vorstellen können: zu Mord oder Folter- sobald es die Situation zulässt?

Doppelstundenzusammenfassung

Gymnasium Gerabronn, Ethikgrundkurs K1, letzte Stunde: Mittwoch, 26. Februar 2014, Themen: 1) Hannah Arendt und Pflicht;  2) Kritik an Kants Ethik

Protokollant: dietugend/ dt

Anzahl der Anwesenden: 12

1)      Hannah Arendt & Pflicht

Zu diesem Thema schauten wir den Film „Hannah Arendt“ an. Dabei sollten wir die Frage, wie Eichmann sein Handeln rechtfertigte, beantworten. Eichmann rechtfertigte sein Handeln vor allem durch die Verwendung des (falsch verstandenen; dt) Pflichtbegriffs. Eichmann war der Meinung, dass er einen Eid abgelegt hatte und nach diesem handeln musste, also seiner Meinung nach aus Pflicht. Jedoch waren seine Maximen nicht gut, daher geht man bei Eichmanns Handlungen laut Kant von pflichtwidrigen aus. Zudem begründete Eichmann sein Verhalten damit, dass er rechtlich korrekt gehandelt hatte und dass er sowieso keine Macht gehabt hatte, also dass er nur ein kleiner Teil des Systems gewesen war.

Die zweite Frage, die wir beantworten sollten, war wie das Böse in die Welt kommt: Das Böse kommt in die Welt durch den Totalitarismus, also durch das Nichtdenken oder das bloße Befolgen von Befehlen. Dabei werden Menschen als Menschen überflüssig gemacht. Das Böse ist banal, jeder kann böse sein, wenn er aufhört zu denken (nur die Selbstreflexion hält uns davon ab etwas Böses zu begehen; dt). Die Individualisierung (ein soziokultureller Trend unserer Gesellschaft; dt) befördert dass das Böse in die Welt kommt.

2)      Kritik an Kants Ethik

Des Weiteren beschäftigten wir uns kritisch mit Kants Ethik. Dazu sahen wir uns die fünfte Folge von „Kant, Sophie und der kategorische Imperativ“ an. Ein Kritikpunkt an Kants Ethik ist die Alltagstauglichkeit seiner Theorien. Das Problem ist, dass die Vernunft keine völlige Kontrolle über uns hat, der Mensch lässt sich auch von Affekten leiten. Zudem ist ein Problem die Verallgemeinerung bei Kants Ethik. Der Einzelne kann leicht mit Kants Theorie überfordert sein, denn man müsste theoretisch in jeder Situation innehalten und den kategorischen Imperativ anwenden. Ein weiteres Problem des kategorischen Imperativs entsteht, wenn verschiedene Werte kollidieren. Wenn zum Beispiel ein Flugzeug mit Passagieren entführt wird und dieses in ein volles Stadion zu fliegen droht, stellt sich die Frage, ob man das Flugzeug abschießen sollte und somit die Menschen im Stadion gerettet werden könnten oder ob man das Flugzeug nicht abschießen sollte. Bei einer Wertekollision ergibt sich also ein Problem, wenn zum Beispiel Leben gegen Leben abgewägt werden muss.

Wie viel Selbstwertgefühl ist gesund?

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CC by Stano Novak Attribution 2.5 Generic

Ein positives Selbstwertgefühl ist heutzutage ein zu erstrebenswertes Gut, es gilt als Voraussetzung für Selbstvertrauen und somit für ein erfülltes Leben. Selbstvertrauen ist essentiell um Ziele zu erreichen  und mit Niederlagen umgehen zu können, besonders wichtig ist es in unserer Leistungsgesellschaft sich etwas zuzutrauen, um die erforderte Leistung erbringen zu können. Der Grad des Selbstvertrauens ist zeitlich abhängig, er hängt von der momentanen Stimmung ab, die auch von äußeren Umständen beeinflusst wird, doch manche Menschen scheinen ein extrem hohes Selbstwertgefühl zu haben, das „unzerstörbar“ zu sein scheint. Wie viel Selbstwertgefühl  kann gesund beziehungsweise gut sein?

Wir  können oft zwei Extreme vorfinden, ein Mittelmaß ist schwierig zu erreichen.

Viele Menschen trauen sich oft zu wenig zu, sie setzen sich keine schwer zu erreichenden Ziele, da sie diese sowieso nicht erreichen können, so ihre Überzeugung. Wenn wir uns selbst ablehnen, zerstören wir unser Selbstvertrauen und setzen uns so selbst Grenzen, die wir eigentlich überwinden könnten. Oder ein geringes Selbstwertgefühl kann dazu führen, dass Menschen damit prahlen, was sie alles haben und was sie alles können und andere Menschen schlecht darstellen und emotional erniedrigen, um sich selbst besser zu fühlen.

Ein zu hohes Selbstwertgefühl kann jedoch auch  leicht in Überheblichkeit und Arroganz ausarten und Antipathie bei den Mitmenschen auslösen.

Oft wird ein hohes Selbstvertrauen auch einfach nur vorgespielt, um wahrgenommen zu werden, hier ist  es eigentlich nur ein Ausdruck tiefer Unzufriedenheit und eines geringen Selbstwertgefühls.

Erstrebenswert ist meiner Meinung nach ein starkes Selbstwertgefühl, es ist wichtig um glücklich und zufrieden zu sein und ein erfülltes Leben zu führen. Wir sollten nur nicht mit unseren Fähigkeiten protzen und prahlen und somit dem Selbstwertgefühl anderer schaden. Aber jemand, der wirklich ein positives Selbstwertgefühl hat, hat es doch auch gar nicht nötig zu prahlen oder? Ein zu niedriges Selbstwertgefühl ist schlecht, da es dazu führt, dass wir uns selbst Grenzen setzen und uns selbst ablehnen. „Sich selbst abzulehnen oder gar zu hassen, ist das Selbstschädigendste, was man sich antun kann“ (Quelle)

Es ist wichtig sich selbst zu nehmen wie man ist und optimistisch zu sein. Eine optimistische Sicht auf die Welt macht das Leben einfacher. Wir sollten uns unsere Fähigkeiten bewusst machen und uns nicht ständig mit anderen vergleichen um ein starkes Selbstwertgefühl zu erreichen. Vor allem sollten wir uns nicht von anderen von unserem Weg und unseren Zielen abbringen lassen, nur weil andere Menschen sie uns nicht zutrauen. Grundsätzlich ist es wichtig in Erinnerung zu behalten: „Wer nichts wagt, der nichts gewinnt.“ Wir leben nur einmal und sollten die Zeit genießen, die uns bleibt.

Niemand ist perfekt und gerade unsere (vielleicht scheinbaren) Fehler machen uns doch einzigartig oder?

Doppelstundenzusammenfassung

Gymnasium Gerabronn, Ethikgrundkurs K1, letzte Stunde: Mittwoch, 23. Oktober 2013, Thema: Was ist der Mensch? (aus Sicht der philosophischen Anthropologie);  Handlungs-und Willensfreiheit

Protokollant: dietugend/ dt

Anzahl der Anwesenden:  11 Schüler

1) Organisatorisches:

geklärte organisatorische Fragen: Dank an Nina, Zusammenfassung der Doppelstunde

2) philosophische Anthropologie

Zunächst bearbeiteten wir eine Tabelle, in der wir Mensch und Tier gegenüberstellten. Der Mensch hat im Gegensatz zum Tier keine Instinkte, ist nach der Geburt (länger) abhängig, hat Vernunft und gebraucht diese auch des Öfteren und passt sich seiner Umwelt an. Tiere sind an ihr Ökosystem angepasst und haben Vernunft, die jedoch nicht so stark ausgeprägt ist.

Danach lasen wir einen Text von Arnold Gehlen über die Bestimmung von Tier und Mensch und fertigten dazu eine weitere Tabelle zur Gegenüberstellung von Mensch und Tier an (Aufgabe 1 auf dem Arbeitsblatt) (Die Tabelle ist im „Anhang“)

Dann beantworteten wir die Frage, warum der Mensch nach A. Gehlen der Institutionen bedarf (Aufgabe 2): Der Mensch kann sich selbst und andere durch Institutionen ertragen. Sie dienen außerdem zu seiner Orientierung, regeln das Verhalten beziehungsweise leiten das Handeln und wirken entlastend. Die Religion ist zum Beispiel eine Institution.

Danach diskutierten wir den Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und Institutionen (Aufgabe 3). Die Institutionen beeinflussen die Persönlichkeit. Um dies am Beispiel der Schule zu verdeutlichen: In der Schule knüpft man Freundschaften und bildet einen Freundeskreis (Gemeinschaft), der die Persönlichkeit beeinflusst. Außerdem nimmt die Schule Einfluss auf die Freizeitgestaltung, auf Werte und Willensentschlüsse und auf das Menschenbild.

Als abschließende Frage und Fortsetzung des Themas: Was ist der Mensch(?), diskutierten wir, ob A. Gehlen (beziehungsweise die Philosophie; dt) die verschiedenen Wissenschaften (Soziologie, Biologie, Neurobiologie und Psychologie; dt) zu einem Gesamtbild vereint. Wir kamen zu der Antwort „ja“, da die Soziologie und Biologie nur herauszufinden versuchen wie der Mensch beeinflusst wird (beziehungsweise entstanden ist (aus biologischer Sicht); dt). Diese Wissenschaften suchen also nur Erklärungsmuster warum der Mensch ist was er ist. Die Philosophie führt diese verschiedenen Sichten zu einem Gesamtbild zusammen und antwortet  konkret auf die Frage was der Mensch ist.

3) Geschlossene Gesellschaft

Wir bearbeiteten ein weiteres Arbeitsblatt und beschäftigten uns mit Handlungs- und Willensfreiheit. Die Handlungsfreiheit ist (in anderen Worten) die Möglichkeit etwas zu tun, während die Willensfreiheit freies Denken beschreibt.

Dann beantworteten wir die Frage, welche Freiheit wichtiger sei.

Argumente für die höhere Bedeutung der Handlungsfreiheit:               

Die Handlungsfreiheit ist wichtiger für das Leben. Außerdem ist sie die Voraussetzung für Willensfreiheit. Sie ist die wichtigere Freiheit, weil es komplette Willensfreiheit nicht geben kann, denn sonst müsste er jede Minute selbst nachdenken und sich entscheiden. Dafür gibt es die Institutionen, die den Menschen entlasten (indem sie das Verhalten leiten und zur Orientierung dienen; dt). Ein weiteres Argument für die These, dass es komplette Willensfreiheit nicht geben kann, ist dass der Verstand Grenzen hat. Der blinde Fleck zeigt die Grenzen auf: Ich kann nicht gleichzeitig darüber nachdenken wie ich gerade über mich nachdenke. Darüber hinaus hat der Mensch nur eine beschränkte (die innere) Wahrnehmung. Zudem ist die Willensfreiheit keine „wirkliche Freiheit“, weil das Denken immer durch äußere Umstände beeinflusst wird und die Willensfreiheit somit immer eingeschränkt ist (der Mensch kann nicht darüber entscheiden worüber er nachdenkt; dt).

Argumente für die Position, dass Willensfreiheit wichtiger ist:

Sie ist die größere Freiheit, da bei der Handlungsfreiheit Faktoren vorgegeben sind zwischen denen der Mensch wählen muss. Außerdem ist sie wichtiger für die Gesellschaft, denn ohne sie gäbe es keinen Fortschritt. Es ist wichtiger Willensfreiheit zu haben, denn Handlungsfreiheit kann auch manchmal eingeschränkt sein, wenn der vorgegebene Faktor, den ich wählen muss zu moralischem Handeln führt.

Dabei kamen wir auf Sartre zu sprechen. Der Philosoph Sartre ist der Meinung, dass wir zur Freiheit verdammt sind. Die einzige Einschränkung dabei sei nur, dass wir uns nicht gegen diese Freiheit wehren könnten.

Das Problem bei der Beantwortung der Frage ist jedoch, dass die beiden Freiheiten zusammenhängen. (Wenn ich keine Handlungsfreiheit habe, kann ich nur eingeschränkt denken, da ich sowieso nicht zwischen verschiedenen Handlungsmöglichkeiten/ Faktoren wählen kann. Wenn ich nicht frei denken kann und keinen freien Wille habe, kann ich nicht nach meinem Willen handeln. dt)

Danach beschäftigten wir uns mit dem Text „Geschlossene Gesellschaft“ (auf dem Arbeitsblatt). Dabei beantworteten wir die Frage, was ein Determinist und Interdeterminist ist.

Ein Determinist ist eine Person, die davon überzeugt ist, dass der Mensch keinen freien Willen hat, weil alles durch äußere Umstände (Vorbedingungen; dt) bestimmt wird. Ein Interdeterminist ist genau der gegensätzlichen Überzeugung: der Mensch hat freien Willen (weil alles was passiert auch hätte anders eintreten können; dt). Determinismus heißt also, dass A immer zu B  führt (A–>B). Beim Interdeterminismus kann A zu B oder zu C führen  (A–> B/C) (oder zu E oder F; dt).

Ein Beispiel gegen die Auffassung des Determinismus ist, dass nicht jeder der eine schlimme Kindheit hatte, kriminell wird.

Zuletzt blieb die Frage inwieweit der Staat eingreifen darf um unsere Freiheit zu schützen und die Frage was überhaupt gut für das Individuum ist, (denn Individuum und Gesellschaft sind nur schwer zu vereinbaren; dt), weitestgehend offen.

 

Hier der Anhang (hat leider nicht anders funktioniert)

Anhang

Differenzen

Tier

Mensch

Morphologie (äußere Gestalt)

Angepasstheiten, Spezialisiertheiten, hohe Entwicklung (im biologischen Sinne)

Durch äußere Mängel bestimmt, unterentwickelt

z.B. Fehlen des Haarkleids für Witterungsschutz

Instinkte

Zum Überleben geeignete  natürliche Instinkte

Mangel an Instinkten

à lebensgefährlich

Kleinkindalter

Relativ schnell emanzipiert

Lange Schutzbedürftigkeit

Gang

Mit allen Füßen, keine Hände frei

Aufgerichtet mit freigelegten Händen

Feststellung

Festgestellt

Handlungswesen;

Noch nicht eindeutig festgestellt (definiert)

Institutionen

Organisiert z.B. Rudel, Bienen

Orientierung, auf Institutionen angewiesen

Bsp.: Staat, Ehe, Polizei