YogiTea – Weissagung

„Der Kopf muss sich vor dem Herzen verneigen.“

Als ich den Spruch zum ersten Mal gelesen hatte, habe ich ihm zugestimmt. Dann habe ich mich gefragt, warum ich denn der These überhaupt zustimme und habe mir die Wortwahl genauer angeschaut. Was bedeutet es überhaupt, sich vor jemandem oder etwas zu verneigen? Sich zu verneigen bedeutet so viel wie sich nieder beugen oder sich klein machen. Eine Geste während den Monarchien waren die Verbeugungen vor dem König. Damit zeigte ein jeder, dass er sich dem König und seinem Willen unterwirft. Auch das Sich-Klein-Machen zeigt etwas von Schwäche und Unterwürfigkeit – man gibt nach.

Auf den Spruch übertragen bedeutet dies, dass das Herz „größer“ ist als der Kopf, dass es mehr Gewicht trägt. Bei Entscheidungen beispielsweise, sollte man immer auf sein Herz und sein Gefühl hören, weniger nach dem Verstand und dem Vernünftigen im Kopf. Denn mit seinem Herzen fühlt man oft etwas anderes, wie man es im Kopf denkt.
Eine berufstätige Frau beispielsweise hat von ihrem Vater die Firma übernommen. Sie ist gut, leitet das ganze Geschäft und macht dadurch ihren Vater glücklich. Sie selbst ist es jedoch nicht. Viel lieber würde sie mit ihrem Freund umziehen und einen anderen Job nehmen, sodass sie sich nicht mehr Tag und Nacht um die Firma kümmern muss und mehr Zeit für ihren Freund hat. Aber sie möchte ihren Vater nicht enttäuschen und leitet die Firma weiter an. Irgendwann kann ihr Freund nicht mehr: sie hat keine Zeit mehr für ihn, ist ständig unterwegs und redet kaum noch mit ihm, so kann die Beziehung nicht mehr weiter gehen. Deshalb stellt er sie vor die Wahl: entweder er werde sie verlassen, sodass sie sich voll und ganz auf die Firma konzentrieren kann, und beide wieder ein neues Leben beginnen können, oder aber, sie übergibt die Firma, verlässt die Stadt und sie ziehen zusammen, wie es schon immer ihr Traum gewesen war. Nach ihrem Kopf würde die Frau vernünftig denken und sagen dass die Familie vorgeht und sie in ihrer Familie immer einen Rückhalt bekommen hat und es jetzt an der Zeit ist, dass sie der Familie nun diesen Wunsch erfüllt, dass die Firma in der Familie bleibt. Ihr Herz jedoch fühlt die innige Verbindung zu ihrem Freund und würde nichts lieber tun als endlich mit ihm zusammen zu ziehen und in der Firma zu kündigen, damit sie weniger Stress hat und einen Beruf suchen kann, der ihr auch Spaß macht.

Welche Entscheidung jedoch ist die richtige? Gibt es überhaupt eine falsche und eine richtige Entscheidung? Am wichtigsten ist, dass die Frau mit ihrer Entscheidung leben kann, dass sie sich nicht noch Jahre später Vorwürfe macht und denkt, hätte ich doch nur anders gehandelt… Wenn die Frau somit nach der These handelt, dann müsste sie dem Freund folgen und endlich ein Leben führen, dass sie für sich lebt und nicht für ihren Vater.
Oft weiß man nicht so recht, ob man seine Entscheidung nun so oder vielleicht doch lieber anders herum treffen soll. Letztendlich jedoch ist es egal, wie man sich entscheidet, wenn man nur mit seinem Herzen entscheidet und somit seine Entscheidung im Nachhinein nicht bereut!

Protokoll vom 06. Februar 2013

Kurs: Gymnasium Gerabronn, Grundkurs Ethik
am Mittwoch, den 06. Februar 2013
Anwesenheit: 1 Lehrerin, 8 Schüler/innen
Protokollant: S.V. (08.02.2013)

Gliederung:
1.    Organisatorisches
2.    Vernunft und Glaube
3.    Ansätze der Religionskritik

1.Organisatorisches
Beiträge und Kommentare im weblog sind für das vierte und letzte Halbjahr freiwillig, ebenso die Noten. Aufgaben jedoch, die uns Frau Schütze ins weblog stellt, weil sie krank ist, sollen von jedem bearbeitet werden.

2. Vernunft und Glaube ->  http://www.spektrum.de/alias/pdf/sdw-12-01-s056-pdf/1135842?file

Zusammenfassung der einzelnen Abschnitte durch Überschriften
•    Einleitung: Definitionen Glaube und Vernunft, extreme Gegensätze -> Problemverdeutlichung
•    Im Christentum gab es schon immer sowohl der Glaube, als auch die Vernunft
•    Gegensatz in Geschichte, Zwiespalt
•    Definition Glaube
•    Definition Vernunft und Thesenaufstellung
•    Widersprüche von Glauben und Vernunft
•    Widersprüche sind keine Widersprüche (2 Abschnitte)
•    Keine geschichtlichen Berichte, sondern Absichten, die mit der Zeit gelesen und gedeutet werden sollen
Bibeltexte widerlegen keine Wissenschaft
•    Andere Deutungsebene der Bibeltexte -> stehen nicht im Widerspruch zur Wissenschaft
•    Analyse, Deutung, Absicht von Texten
•    Beispiel
•    Modernität -> Unterschied zwischen direkter Aussage und bildhafter Ebene -> Deutung im Wandel der Zeit
•    Warum lässt Gott Übel zu? -> Problem der Theologie, Bsp.: Theodizee
•    1. Antwort, Lösung
Ein Gott, der seine Allmacht selbst beschränkt
•    2. Lösung -> Übel als das Gute und 3. Lösung
•    Gott lässt trotz Allmacht Übel zu
•    Bedeutung der Innen- und Außensicht
•    Trinitätslehre
Umstrittene Wissenschaftlichkeit
•    Hinführung: Wie wissenschaftlich ist die Theologie?
•    Antwort: keine Definition der Wissenschaftlichkeit -> Problem der Glaubensbindung
•    Bindung an Glaube/Kirche ->  keine Bindung an wissenschaftliche Lehre (2 Abschnitte)
•    Jede Wissenschaft hat bestimmte Voraussetzungen
•    Glaube und Wissenschaft dürfen kein Widerspruch sein -> beide haben Wahrheitsanspruch
•    Theologie als Wissenschaft, Kritik
Theologie in der Zwickmühle
•    Kritik an Theologie als Wissenschaft
•    Notwendigkeit und Vorteile der Theologie
•    Viele Fragen erhalten innere Beantwortung (Innenansicht)
•    Vernunft und Glaube vereinbar -> wer glaubt, hat sich vernünftig dazu entschieden (2 Abschnitte)
Papst Benedikt XVI.: Gott ist „höchst-vernünftig“
•    Anfang der Vernunft
•    Mensch ist vernünftig durch Gott
•    Zusammenspiel der Theologie und Philosophie (2 Abschnitte)
•    starker Zusammenhang zwischen Glaube und Vernunft

Fragen an den Text
1. Wie reagiert die Kirche auf wissenschaftliche Beweise?
– „Die Christen müssen die sicheren wissenschaftlichen Erkenntnisse akzeptieren.“
–  Bibeltexte sind heute anders zu deuten als damals ->  neue Deutungsebene mit Unterscheidung des direkten Aussageinhaltes und der bildhaften Deutungsebene
2. Gehen Glauben und Wissenschaft zusammen, wenn ja, wie?
– wissenschaftliche Methoden legitimiert die Theologie
– beide Lehren haben einen Wahrheitsanspruch, beide müssen wahr sein
– Vorteile für die Gesellschaft: Theologie als Wissenschaft -> Vorteile, Notwendigkeit
3. Inwiefern sind Glaube und Vernunft konträr (=gegensätzlich)?
– Glaube dient als Grundlage für wissenschaftliche Annahmen -> Prämissen
– Unterscheidung der Bildebene und der Sachebene, Frage nach der Deutung der Bibel -> keine wissenschaftliche Deutung
4.  Gibt es Beweise, dass Gott existiert? -> siehe Beiträge und Kommentare im weblog
Ein Gläubiger braucht keinen Beweis Gottes und einen Atheisten überzeugen diese Beweise nicht!

Kritik am Text
•    Der Text geht nur in eine Richtung, es gibt aber verschiedene Kirchen mit unterschiedlichen Ansätzen -> nicht auf der Grundidee der Vernunft und des Glaubens allgemein basierend
•    Der Text ist sehr lang
•    Glauben und Religion sehr einfach dargestellt
•    Vernunft wurde im Glauben untersucht, aber kein Hinterfragen der Grundidee was Vernunft überhaupt ist und ob glauben vernünftig ist

3.Ansätze der Religionskritik
These: Religion steht der Selbstverwirklichung und Selbstaufklärung im Wege

Argumentation Szientifisches Argument Anthropologisch-moralische Argumentation Soziologisch-politische Argumentation Psychologische Argumentation
Vertreter A.Comte L. Feuerbach,F. Nietzsche K. Marx, F. Engels S. Freud
Sicht auf Religion/ Argument Vorwissenschaftliche Erklärungsversuche undurchschauter Naturtatsachen Religion als Projektion anthropologischer Tatbestände; Gottesglauben als in wirkliche Wesen verwandelte Wünsche der Menschen;Ideologie der Schwachen -> der Starke soll an seiner geglückten Selbstrealisation gehindert werden und das Diesseits zugunsten eines imaginären Jenseits geschwächt werden Soziale Bedingungen der Entstehung dieser Wünsche: entlastende Illusion  der Schwächeren,  Verschleierung ungerechter Verhältnisse der Herrschenden Versuch, die Sinneswelt mit der Wunschwelt zu bewältigen; Entschlüsselung durch dasModell der frühkindlichen seelischen Mechanismen, aber durch Wissenschaftlichkeit sind Schranken gesetzt-> Gefährlich und der vernünftigen Lebensweise hinderlich

Kann man Gott beweisen?

Der kosmologische Gottesbeweis geht davon aus, dass die Welt aus Bewegungen besteht. Diese Bewegungen sind sowohl als physikalische Ortsbewegungen zu verstehen, als auch als „Übergänge von der Möglichkeit in die Wirklichkeit“, wie dem Werden, Entstehen und Verändern. Wichtig ist dabei, dass die Bewegung sich nicht selbst auslösen kann, sondern etwas Bewegendes benötigt, um in Bewegung zu kommen. Somit besitzt jede Bewegung eine Ursache, die wiederum einer anderen Ursache zugrunde liegt. Doch auch diese Bewegung hat eine andere Ursache … und diese Bewegungskette lässt sich endlich weiter führen. Jedoch nicht ins Unendliche. Denn laut Thomas von Aquin muss es eine Grundursache geben, ein „erstes unbewegtes Bewegendes“, das diese Bewegungskette in Bewegung versetzte.

Ein gutes Beispiel dazu, das diese Theorie veranschaulicht sind Dominosteine: Diese kann man senkrecht hintereinander aufstellen. Sobald der erste Dominostein umgekippt wird, fallen auch die anderen Steine nacheinander um (sofern man die Steine gut aufgebaut hat 🙂 ), wobei jeder Stein durch die Bewegung des vorherigen Steins um fällt, der wiederum durch die Bewegung des Stein davor umgefallen ist. Auch diese Kette lässt sich nur bis ins Endliche zurück führen, denn irgendwann gelangt man zum ersten Grundstein zurück, der als erster umgekippt wurde. Dieses „ erste unbewegte Bewegende“ versetzt sich somit von selbst in Bewegung, was jedoch zugleich ein Widerspruch ist. Denn zuvor wurde die These bekräftigt, dass jede Wirkung eine Ursache besitzt, da nichts von selbst eine Bewegung auslösen kann. Die These: ALLES besitzt eine Ursache, stimmt somit nicht ganz.

Der Blickwinkel, dass Gott die erste Ursache von allem war, würde bedeuten, dass Gott überweltlich, einfach allmächtig ist, da er sich den Thesen auf der Welt widersetzt und sich eben selbst in Bewegung bringt ohne etwas anderem Bewegendem. Somit bringt auch Gott den ersten Stein zum Fallen. Er bringt die Welt durch seine erste Bewegung in Bewegtes und Bewegendes, ist somit zugleich Ausnahme von allem und sehr mächtig. Ein anderer Gedanke, der mir noch dazu kommt ist, was es mit dem Menschen nach dieser Theorie auf sich hat. Denn laut der Theorie, ist nur Gott dazu befugt, alles in Bewegung zu bringen. Der Mensch jedoch handelt auch von selbst, bzw. entwickelt Gedanken und Reflexe, die ihn zu einer Handlung bringen oder zwingen. Kann der Gedanke somit von Gott laut dieser Theorie stammen? Denn sonst würde sich der Mensch ebenso von selbst in Bewegung setzten. Das wäre zum einen damit erklärbar, dass Gott über uns herrscht und allmächtig ist oder zum anderen, dass wir Ebenbilder Gottes sind und somit auch stark abgeschwächte Eigenschaften von ihm besitzen.

Abschießend jedoch und meiner eigenen Meinung nach, lässt sich Gott nicht beweisen, sondern man kann nur auf eine göttliche Macht oder eine obere Hand schließen, auf jemanden vertrauen, der immer und überall ist. Man kann nichts beweisen, was keine nachweisbaren Beweise und Belege hinterlässt! Und außerdem genügt es schon, wenn man an einen Gott, eine göttliche Macht glaubt.

Frohes Neues!!! Brauchen wir immer mal wieder einen Neuanfang? Wozu?

 

Als ich mich fragte, ob wir denn immer wieder mal einen Neuanfang brauchen, fiel mir sofort ein sehr passender Spruch dazu ein:

Aus dem Buch Deines Lebens kannst du keine Seiten heraustrennen, aber immer wieder ein neues Kapitel beginnen. (unbekannt)

Meiner Meinung nach, benötigt jeder Mensch mehrere Neuanfänge, um sein Leben nach einer Neugliederung und Neuordnung, einer Veränderung wieder genießen zu können. Aber womit beginnt dieser Neuanfang, bzw. das neue Kapitel im Lebensbuch? Ich denke, dass ein neues Kapitel erst mit dem Ändern seines eigenen Verhaltens oder seiner eigenen Denkweise geschrieben werden kann. Denn man kann nur sich selbst, aber nicht die anderen ändern! Wichtig finde ich auch, dass man lernt, seine Vergangenheit abzuschließen, da man an ihr nichts mehr ändern kann.

Dazu ein (sehr hartes) Beispiel: Ein zwölfjähriges Mädchen wird von ihrem alten Nachbarn sexuell belästigt. Mehrere Jahre war der Nachbar immer nett gewesen und es hatte Vertrauen zu ihm. Dann, an einem Tag, wird das Mädchen von dem Nachbarn befingert und geküsst. Als kleines Mädchen hat sie keinen Mut etwas zu sagen und lässt es über sich ergehen. Geschockt von dem Vorfall und total zerknirscht kommt sie weinend zu ihren Eltern und erzählt erst nach sehr langem Zögern von dem Vorfall. Die Kriminalpolizei wird verständigt und der Fall kommt sogar vor das Gericht. Das Mädchen muss ständig Aussagen machen und jedes Mal kommen ihr dabei die Tränen. Sie hat Angst vor Fremden und Misstrauen vor älteren Männern bekommen, die das gleiche noch einmal mit ihr machen könnten. Der Täter wird nur auf Bewährung bestraft und muss dem Mädchen eine Geldstrafe zahlen. Doch obwohl er bestraft wurde, provoziert er weiter und läuft dem Mädchen hinterher, fährt mit dem Auto vorbei, wenn sie auf dem Hof spielt, … Für das Mädchen ist es eine Qual und sie will nicht mehr nach draußen vor lauter Angst. Das Mädchen kann einem sehr Leid tun und man fühlt mit ihr. Aber sie muss lernen, damit umgehen zu können, da die Gedanken daran sie nur krank machen würden und sie auch total verängstigen würden. Sie muss lernen, dass sie das Geschehene nicht mehr ändern kann, um ihr Leben wieder genießen zu können, indem sie einen Neuanfang wagt. Mit einer Psychologin redet sie erst mehrere Jahre nach dem Vorfall darüber, die ihr dann hilft, das Geschehene noch einmal aus anderer Sicht zu betrachten und diesen auf psychologische Art zu verarbeiten.

Es ist wichtig für das Mädchen, dass sie sagen kann, dass die sexuelle Belästigung zwar zu ihrem Leben gehört, sie aber ganz normal darüber reden kann, es aber in ihrem Buch des Lebens als eigenes, abgeschlossenes Kapitel steht, das eben vollendet ist. Nur durch das Ändern von dem Mädchen selbst, begann sie einen Neuanfang: Sie hatte keine Angst mehr, wenn der Nachbar vorbei fuhr und dachte nicht mehr, wie sehr er ihr weh getan hatte, sondern vielmehr: „blöder Idiot und dummes A…..!“. Außerdem zeigt sie ihm die ursprüngliche Angst auch nicht mehr und versteckt sich nicht mehr, sondern zeigt sich und tut so, als ob er gar nicht hier wäre. Durch das Verarbeiten von dem Vorfall mit der Psychologin und den veränderten Denk- und Handlungsweisen, ist es dem Mädchen gelungen, ein neues Kapitel in ihrem Buch zu beginnen. Denn den Nachbarn hätte man nie dazu gebracht umzuziehen. Nur durch das eigene Verändern des Mädchens konnte sie diese Geschichte abschließen.

So ist es auch mit vielen anderen Dingen im Leben: Eine Scheidung der Eltern oder ein Todesfall in der Familie, die einen sehr lange nachtrauern lassen können, sollten verarbeitet werden. Denn man kann sein Leben nicht genießen, wenn man unerfüllbare Wünsche hat, dass die Eltern zum Beispiel wieder zusammenziehen werden oder wenn man in der Vergangenheit lebt und der verstorbenen Person jahrelang hinterher trauert. Man darf traurig sein, aber so schwer es auch ist, sollte man damit klar kommen, dass die Eltern getrennt leben und dass es auch für die Person besser war, dass sie gestorben ist, weil sie sonst vielleicht Schmerzen hätte oder gelähmt wäre. Vielmehr sollte man sich dann sagen, dass es so besser ist, denn dann streiten sich die Eltern nicht mehr und man selbst weiß, dass einen beide lieb haben. Auch ist es mit der verstorbenen Person so, dass man nicht vergessen sollte, dass diese auch unglücklich wäre, wenn man es selbst ist und es dieser viel lieber wäre, wenn man glücklich wäre und sein Leben wieder mit anderen „beginnt“. Wichtig ist, dass man nicht in der Vergangenheit lebt, sondern Geschehenes durchlebt, verarbeitet und dann irgendwann ablegt.

Zusammenfassend bin ich der Meinung, dass Neuanfänge sehr wichtig für uns sind. Sie erleichtern einem das Leben, sodass man Altes hinter sich lässt und das Leben in einem neuen Kapitel wieder genießen und leben kann. Und wie schon tachribri geschrieben hat, erreicht man diesen Neuanfang nur durch das Verarbeiten der Probleme und dem Eingestehen seiner eigenen Fehler, sodass das „Wollknäuel“ wieder gelöst ist und man ein neues Kapitel in dem Buch seines Lebens schreiben kann.

Was bedeuten Neuanfänge für dich?

 

 

Protokoll (Gerechtigkeitstheorien) vom 26.9.2012

Kurs: Gymnasium Gerabronn, Ethikgrundkurs

Sitzung: 26.09.2012, 7.45 Uhr – 9.20 Uhr

Anwesende: 9 Schüler/innen, 1 Lehrerin, 1 Referendar

Thema: Recht und Gerechtigkeit

Protokollant: S.V. (28.09.2012)

Ablauf der Doppelstunde:

Die Doppelstunde begannen wir mit dem Ultimatum-Spiel. Nach unserer Deutung der verschiedenen Ergebnisse dieses Spiels, hörten wir uns eine Radiosendung zum Thema „Gerechtigkeit im Wandel der Zeit“ an und hielten die Gerechtigkeitsvorstellungen einiger Philosophen auf einem Arbeitsblatt die Gerechtigkeitstheorien anhand einer Tabelle fest. Zum Schluss suchten wir zu dem Film Balance andere Handlungsmöglichkeiten, die gerecht sind und spielten sie uns gegenseitig vor.

Zum Ultimatum-Spiel:

Spielregeln: Ziel ist es, 1000€ gerecht untereinander aufzuteilen. Person A darf entscheiden, wie viel Person B bekommt. Person B darf dem Vorschlag zustimmen oder ablehnen. Wenn B ablehnt, bekommen beide nichts. Wenn B zustimmt, bekommen beide den vereinbarten Betrag. Person C beobachtet und protokolliert. In jeder Spielrunde werden die Rollen gewechselt.

ERGEBNIS   nach 10 Spielrunden Person A (Summe) Person B (Summe)
Gruppe 1 4.160 € 2.840 €
Gruppe 2 2.405 € 2.595 €
Gruppe 3 2.950 € 4.050 €

→ Die Unterschiede entstanden durch

  • Unzufriedenheiten
  • eigene Vorteile
  • Ausprobieren verschiedener Varianten.

Radiosendung „Gerechtigkeit im Wandel der Zeit“ (15 Minuten):

( → http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowissen/gerechtigkeit-wandel-philosophie100.html )

→       Spieltheorie: Forschung des Entscheidungsverhaltens von Menschen besagt, dass die meisten Menschen Angebote bei mehr als 30% Verlust ablehnen, beim Ultiamtum-Spiel also auf bis zu 300€ verzichten  würden.

Während dieser Sendung füllten wir u.a. das Arbeitsblatt zu Rousseau aus:

→  http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowissen/ethik-und-philosophie/gerechtigkeit-wandel-philosophie-einsatz-im-unterricht100.html

Gerechtigkeitstheorien:

Freiheit = Liberalismus (hier: Antike) Gleichheit = Egalismus (hier: Neuzeit)
Aristoteles:„Eine Gerechtigkeit so wunderbar schön (…).“

  • Verteilung der Privilegien im Staat

(Zoon politikon)

  • Gerechtigkeit als gesellschaftliche Funktion, höchste und vorzüglichste Tugend
  • zentrales Element der Gerechtigkeit ist die Gleichheit
    • vor Gericht sind alle gleich
    • im Staat nach Leistung
Rousseau:„Durch die gänzliche Selbsthingabe jedes Gesellschaftsgliedes mit allen seinen Rechten an die Gesamtheit ist das Verhältnis für alle gleich.“

  • Gesetze, Gewaltmonopol des Staates

         (volonté generale)

  • Idee des Gemeinwillens bildet demokrat. Grundlage des Staates
  • alle Bürger unterstellen ihren Willen dem Gemeinwillen

→ keine Einzelgewalt mehr

→ Bindung aller an Gesetze

→ jeder unterwirft sich der Gemeinschaft

alle sind gleich = wahre Freiheit

Platon:„Jedem das Seine.“

  • Ursprung der Gerechtigkeit liegt in der Seele des Menschen
  • insgesamt gibt es 3 Seelenteile (s. Link)
Hobbes:„Der Mensch ist des Menschen Wolf.“

  • Leviathan
  • Krieg aller gegen alle
  • institutionelle Gerechtigkeit
  • Ziel: Schutz der Menschen voreinander und Umsetzung der Aufklärungsgedanken

→ Zusammenfassung der antiken Philosophie als 3 Grundsätze:

  1. Lebe ehrenhaft. (honeste vive)
  2. Tue niemandem Unrecht. (neminem laede)
  3. Gib jedem das Seine. (suum cuique tribul)
Kant:„Recht ist der Inbegriff der Bedingungen, unter denen man die Willkür der einen mit der Willkür des anderen nach einem allgemeinem Gesetz der Freiheit zusammen vereinigt werden kann.“

  • kategorischer Rechtsimperativ: „Handle äußerlich so, dass der freie Gebrauch deiner Willkür mit der Freiheit von jedermann nach einem allgemeinen Gesetze zusammen bestehen könne.“

Unsere Handlungsmöglichkeiten zum Film BALANCE:

( → http://www.youtube.com/watch?v=3vpmuMHor6Q )

Gruppe 1:  nach Rousseau → Mensch ist gut und friedlich

Die Kiste wird geangelt und daraufhin balancieren alle das Gleichgewicht aus. Derjenige, der die Kiste geangelt hat, schiebt diese in die Mitte und wieder halten alle anderen das Gleichgewicht. Dann gehen alle gemeinsam und Schritt für Schritt zu der Kiste, sodass sie alle begutachten können.

Gruppe 2:  nach Hobbes → Mensch ist böse und egoistisch

Nach dem Angeln der Kiste möchte jeder diese für sich haben und sie streiten alle miteinander. Ein „Bestimmer“ wirft dann die Kiste weg, sodass alle leer ausgehen.

Möglichkeit 3:  nach Rousseau

Gerechtigkeit bedeutet Gleichheit und deshalb bekommt jeder der 5 Figuren eine Kiste für sich durch den Staat.

→ In diesem Fall ist es jedoch sehr schwierig aus einer Musikbox fünf zu machen!

Das Leben ist bunt.

Das Leben…
… ist bunt. Jeder Tag/ jede Woche/ jeder Monat/ jedes Jahr könnte eine eigene Farbe bekommen. Wie schnell sie doch verblassen. Und wie unterschiedlich sie je nach Blickwinkel, Licht und Perspektive wirken. Vielleicht gibt es doch mehrere Wirklichkeiten und das Gehirn entscheidet sich nahezu automatisch für die – für uns – geeignetste?

Das Leben ist ganz schön bunt. Es wäre doch langweilig, wenn alles grau und trüb aussähe.
Diese bunte Farben, die jeden Tag, jede Woche, jeden Monat und jedes Jahr kennzeichnen, stelle ich mir als die von uns Menschen erlebten Ereignisse vor. So erlebt man in seinem Leben so viel, dass man jedem Ereignis eine Farbe zuschreiben könnte, wenn nicht sogar mehrere Farben. Doch welches Ereignis würde welche Farbe tragen? So denke ich, dass die Farbe rot für die Liebe stehen kann, aber auch für Feuer, für ein Warnsignal, einer Bedrohung. Blau könnte das Wasser darstellen und die Leichtigkeit wie die des Himmels, aber auch ein Kennzeichen der Freundschaft sein. Grün könnte ein Träger der Hoffnung sein, oder etwas Unendliches darstellen wie das weite grüne Land und gelb das Licht und die Sonnenstrahlen oder auch Neid. Aber unsere Ereignisse bestehen nicht nur aus diesen vier Farben, es gibt noch weitaus mehrere Farben, die in vielen Mischungen zusammen undenklich viele Farben darstellen, denn auch unsere Ereignisse lassen sich nicht unter einem Gefühl oder einem Merkmal zusammenfassen. Bei einem Erlebnis spielen viele Dinge eine Rolle, die diese eine gemischte Farbe in unserem Leben bilden. Unsere Erinnerung jedoch, lässt uns diese Ereignisse mit der Zeit vergessen, sodass die Farben verblassen.
Aber jede Farbe und somit jedes Ereignis hat oftmals eine andere Bedeutung, sobald man seinen Blickwinkel und seine Perspektive, aber auch das Licht ändert. So leuchten sie Farben stärker auf, wenn sie beleuchtet sind, wenn die Erinnerungen also immer wieder ins Gedächtnis gerufen und somit verfestigt werden. Aber auch einen anderen Blickwinkel lassen Ereignisse und deren Farben anders aufleuchten, dazu ein Beispiel:
Ein kleines Kind hat ungeheuerliche Angst vor Katzen. Wenn es schon eine Katze weit in der Ferne entdeckt, bekommt es wahnsinnige Panik und Angstzustände, es fängt an zu schreien und zu weinen. Mit dem Alter wurde die Angst milder, aber verschwunden ist sie nicht, bis sich der junge Erwachsene fragt, warum er eigentlich diese Angst hat. Und so erfährt er von seinen Eltern, dass er als kleines Baby einmal in seiner Wiege lag, und einst eine Katze auf seine Decke gesprungen ist. Diese hatte ihn geweckt und einen großen Schrecken eingejagt. Mit dem schon erwachsenen Denken bemerkte er, dass seine Angst unnötig war. Somit färbte sich eine einst rötliche-aggressive Farbe, die für die Bedrohung für Katzen stand in eine rote-harmonische Farbe, die nun für die Achtung und Zuneigung zu Katzen stand.
Das heißt, dass sich auch viele Farben in unserem Leben durch andere Blickwinkel, Perspektiven oder Lichtverhältnisse verändern lassen, wenn man sie nur mal anders betrachtet.
Somit gibt es auch mehrere Wirklichkeiten, mehrere Wahrheiten, die je nach Betrachtungen unterschiedlich sind. Nicht immer entscheidet sich dabei unser Gehirn für die geeignetste, aber in den meisten Fällen denke ich schon, dass unser Gehirn schlechte und miserable Ereignisse verdrängt, denn mit grauen und matten Farben würde das Leben lange nicht so viel Lebensfreude beim Menschen erreichen. Zudem muss man auch alte, oftmals schlechte Ereignisse einfach abschließen, um etwas Neues zu beginnen. Man sollte nicht vergessen, dass das was geschehen ist niemand mehr ändern kann, dass es zwar zu seiner Vergangenheit gehört, aber nun vielmehr als abgeschlossenes Kapitel in dem Buch seines Lebens geschrieben ist und dann auch wieder ein neues Kapitel beginnt. „Denn aus dem Buch seines Lebens kann man keine Seiten heraus trennen, aber immer wieder ein neues Kapitel beginnen.“ (Werner Bethmann)

Protokoll 16.02.2012

Kurs: Gymnasium Gerabronn, Ethikgrundkurs, K1

Kurssitzung: Pflichten, 16.02.2012, 11.15 Uhr- 13.00 Uhr

Anwesende: 9 Schüler/Schülerinnen und 1 Lehrerin

Protokollant: S.V. (17.02.2012)

Gliederung:

  1. Pflichtenbaum
  2. Hundeleben– Pflichten

    – Handlungsmöglichkeiten

  3. Pflichten ausbalancieren / abwägen

1. Pflichtenbaum:

Nach der Begrüßung und einigen organisatorischen Fragen zum Webblog, bekamen wir einen Text (William David Ross: Ein Pflichtenkatalog), den wir lesen und anschließend die Pflichten jedes Menschen in der Gesellschaft heraus arbeiten sollten. Diese hielten wir durch ein gemeinsames Tafelbild fest, aber auch mit der Frage, welche Pflichten man gegenüber sich selbst oder anderen hat, welche streng einzuhalten sind und welche eher einen Spielraum angeben, beschäftigten wir uns:

Es gibt einen Pflichtenbaum:

  • Dankbarkeitspflicht
  • Gerechtigkeitspflicht
  • Pflichten der Selbstvervollkommnung
  • Treuepflicht
  • Wiedergutmachungspflicht
  • Wohltätigkeitspflicht
Pflichten … Strenge Pflichten Pflichten mit Spielraum
gegenüber mir selbst * „Sapere aude!“ (= Wage es, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!)* Selbsttötungsversuch

* Selbsterhaltung

* Pflicht des Berufs

* Pflichten der Selbstvervollkommnung* Dankbarkeitspflicht

* Begabungen, Talente nutzen

gegenüber anderen * „ anderen keinen Schaden zufügen“* Treuepflicht

* Verantwortung gegenüber anderen Lebewesen

* Pflicht gegenüber den Schwächeren in der Gesellschaft

* Wohltätigkeitspflicht* Treuepflicht

* Gnädigkeitspflicht

2. Hundeleben:

Danach schauten wir, nach kleinen technischen Schwierigkeiten den Film „Hundeleben“ an, mit folgendem Handlungsstrang:

Ein kleiner Junge in Männerkleidung lief durch einen Supermarkt. Dann kam er in eine Markthalle, in der es sehr viele Sachen zu kaufen gab. Der Junge blieb vor einem Wurststand stehen und zählte sein Geld. Er hatte zu wenig Geld, um sich etwas kaufen zu können. Ein Stück von diesen dreien jedoch, gab er einer alten, um Geld bettelnden Frau. Anschließend klaute dieser Junge Würstchen im Glas und eine Kerze. Beide Kaufleute der Stände, bemerkten den Diebstahl zu spät. Der Junge klaute auch noch zwei Teller. Dieses Mal jedoch, sah ihn der Kaufmann noch davon gehen. So ging der Junge zu seinem Wohnplatz, einer großen Hundehütte. Er legte auf eine Holzkiste Zeitung und deckte dann den Tisch für zwei Personen. Auch die gestohlene Kerze zündete er an. Er holte einen kleinen Hund aus der Hütte und zu zweit saßen sie dort, ohne Dach über dem Kopf und konnten durch ein Fenster, Fernseher schauen. Dann jedoch kamen die Kaufleute zu dem Jungen – …..

…und unsere Lehrerin stoppte den Film.

Sie fragte uns, welche Pflichten jetzt der Junge und die Kaufleute haben und wie der Film ausgehen könnte.

(Die Pflichten, die die Kaufleute gegenüber sich selbst und dem Jungen haben und die des Jungen, sind in der Tabelle farbig markiert.)

Mögliche Enden waren folgende:

  1. Die Kaufleute wollen den Jungen zur Rede stellen, sehen aber seine Lebensverhältnisse und schenken ihm die geklauten Sachen.
  2. Die Kaufleute nehmen dem Jungen die Sachen weg und sind böse, da sie sich so etwas nicht gefallen lassen.
  3. Da der Junge auch Fleisch gestohlen hatte, wollen sie den Hund mitnehmen und diesen schlachten.

Insgesamt bemerkten wir noch, dass es der Junge zuerst fair versucht hatte einzukaufen und er nur klaute, da er keine andere Möglichkeit sah. Zudem kämpfen die Kaufleute auch um ihre Existenz, da sie abgetragene und schmutzige Kleidung trugen.

Somit stellten wir eine Verallgemeinerung zusammen:

  1. Wenn ich in Not bin, darf ich stehlen.
  2. Wenn ich stehlen muss, dann lieber bei größeren Läden (Schaden verringern).

-….. Die Kaufleute beobachteten den Jungen nur und gingen dann unbemerkt wieder weg (–>1. mögliches Ende).

Somit übernahmen die Kaufleute Verantwortung gegenüber einem Kind und der Junge teilte sich das Essen.

3. Pflichten ausbalancieren / abwägen:

Jeder von uns hat eine Menge von Pflichten, aber auch viele Möglichkeiten, diese auszubalancieren oder abzuwägen, indem man zum Beispiel immer die Wahrheit sagt.

Dazu spielten wir das Spiel „Die Werwölfe von Düsterwald“ ( Anleitung: http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Werw%C3%B6lfe_von_D%C3%BCsterwald), um zu testen, wie wir mit der Wahrheitspflicht umgehen können. Als Fazit zogen wir, dass es schwierig ist, immer die Wahrheit zu sagen, und jeder bei einer Situation anders reagiert.

alltägliches genau betrachten

Die Treppe ist ein erfolgreiches Bauwerk in der Architektur. Durch sie kann man Höhenunterschiede mit Stufen ausgleichen. Doch was fühlt man beim Hinunterlaufen einer langen Treppe?

Ein Rentner, der schwer läuft und dem alle Knochen schmerzen, könnte folgendes fühlen: „O Schreck, ist diese Treppe lang, werde ich das schaffen? Komme ich heil hinunter? Ich werde es versuchen, letztes Mal gelang es mir auch und an dem Geländer kann ich mich gut fest halten. Zum Glück ist die Treppe nicht frisch geputzt, sodass ich ausrutschen könnte. Jeder Schritt ist so anstrengend und beschwerlich.Ein Glück, dass die Treppe nicht voll gestellt ist, sonder dass ich genügend Platz habe um zu laufen. Und jetzt kommt die Kurve in der Treppe. Jedes Mal bin ich mir unsicher, da es so dunkel ist und dann muss ich noch auf die Treppen achten. Jetzt sind es nur noch wenige Treppenstufen. Ich werde geschwinde verschnaufen, Jedes Mal ist es für mich so anstrengend. Wenn man doch nur noch einmal so junge Beine wie die Enkelkinder haben könnte… aber ich schaffe das auch. Nur noch 3, 2 und … geschafft. Gott sei Dank, wie glücklich ich bin, dass mir nichts passiert ist. Ich bin erleichtert.“ Während der ältere Rentner ängstlich und beschwerlich die Treppe hinunter läuft, erfährt ein kleines Kind die Treppenstufen ganz anders. So vielleicht: „Nein, heute möchte ich keine Hand, die mir hilft die Treppe runter zu laufen. Ich schaffe das auch ganz alleine. Ihr werdet es sehen. Ich muss nur aufpassen, dass ich mit meinen Socken nicht ausrutschen werde. Also hebe ich mich am allerbesten fest. Am Geländer, das blau ist, meine Lieblingsfarbe. Die ersten Stufen habe ich schon hin bekommen. Jetzt noch einmal so viele Treppen! Aber heute will ich es schaffen, auf jeden Fall. Oh, fast wäre ich ausgerutscht, zum Glück hat das niemand gesehen. Nur noch eine Stufe und geschafft. Ich habe es geschafft die Treppe ganz alleine hinunter zu laufen, zum ersten Mal! Ohne Hilfe und Mama hat es gesehen. Wie sie sich mit mir freut. Das ist einfach ein wunderschönes Gefühl.“ Seit dem Tag an, wird es für das Kind etwas Besonderes sein, die Treppe hinunter zu laufen und jedes Mal wird es wahrscheinlich stolz sein und sagen, dass es die Treppe ganz alleine hinunter gelaufen sei. So lange, bis es für das Kind etwas ganz alltägliches wird und es sich dabei vielleicht auch nicht mehr dabei denkt wie ich zum Beispiel. Wir haben in unserem Haus auch längere Treppen, mit 17,21 und 14 Stufen. Die Treppe mit den 14 Stufen laufe ich am Tag mehrfach hinunter: Gehe ich aus meinem Zimmer, laufe ich den langen Flur entlang. Nach ungefähr zehn Metern erreiche ich die Treppe. Automatisch setzte ich meist meinen rechten Fuß auf die erste Stufe. Wie immer, fasse ich auch mit der linken Hand das Geländer. Danach gehe ich Stufe um Stufe nach unten und meist bin ich mit meinen Gedanken gar nicht bei der Treppe, sondern denke über etwas anderes nach. Deshalb laufe ich auch ganz gewöhnlich um die Kurve. Somit gehört bei mir die Treppe zu meinem Alltag und ich schenke ihr nur geringe Aufmerksamkeit.

Wie ist es bei dir? Wie fühlst du dich, wenn du eine lange Treppe hinunter läufst?

 

Protokoll

Kurs: Gymnasium Gerabronn, Ethikgrundkurs, K1

Kurssitzung: Willensfreiheit, 24.11.2011, 11.25 Uhr- 13.00 Uhr

Anwesende: 3 Schüler, 5 Schülerinnen und 1 Lehrerin

Protokollant: S.V. (27.11.2011)

Organisatorisches:

Zu Beginn der Stunden besprachen wir, was wir für die Klausur am 01.12.2011 alles lernen sollten. „Unsere Lehrerin sagte uns, dass wir eine Textanalyse zum Thema Freiheit schreiben werden. Dazu gehöre, die Argumentationsstruktur zu verstehen, die Argumente im Text zu erkennen und seine eigene Meinung bilden zu können. Sie hatte beschlossen, dass wir unseren Ordner während der Klausur benutzen dürfen. Des Weiteren, wies unsere Lehrerin darauf hin, dass die sechs Schüler, die noch kein Protokoll geschrieben haben, dies in den wenig verbleibenden Wochen noch verfassen sollten.“

Zusammenfassung Willensfreiheit und Freiheit mit Übungsaufgabe:

Anschließend erhielten wir eine Zusammenfassung der Willensfreiheit, was es bedeutet frei zu sein, eine Kopie über die Freiheit des Menschen nach Satre und ein Blatt, auf welchem die wichtigsten Argumente über die Dimensionen der Freiheit knapp verfasst sind. Nachdem es dazu keine Fragen mehr gab, teilte unsere Lehrerin jedem einen anderen Text aus, „ den man lesen und die Argumentation nachvollziehen, bzw. das Wichtigste heraus schreiben sollte. Nach einer halben Stunde stellte jeder seinen Text vor:

  • René Descartes: Das Geistwesen (Verstand, freier Wille) des Menschen ist stark genug, um die Materie (körperliche Gefühle, Reize, Bedürfnisse) zu bekämpfen. Der freie Wille(=vollkommen) hilft, zur Erkenntnis zu gelangen und die Entscheidungen auf dem Verstand, der Vorstellungen entwickelt und Entscheidungsalternativen begrenzt, zu treffen → pro Willensfreiheit
  • Immanuel Kant: Der Mensch ist in die Sinnenwelt, die Entscheidungen und Handlungen vorherbestimmt und in den Verstand, der unsichtbar ist und sich mithilfe des freien Willens auf vernünftige Gründe bezieht, eingeteilt. Die Naturkausalität, die im Widerspruch zur Freiheitskausalität steht, bilden somit eine unendliche Kette durch eine Ursache, die eine bestimmte Handlung hervorruft. Aufgrund seines Verstandes ist der Mensch frei → pro Willensfreiheit
  • David Hume: Der Verstand spielt keine Rolle, da der Mensch durch die Gefühlswelt eingeschränkt wird und somit keine Urteile treffen kann. Diese Urteile und die Vernunft sind abhängig von den Erfahrungen. Somit sind die Entscheidungen schon durch die Erfahrungen im Voraus festgelegt → contra Willensfreiheit
  • Jean-Jacques Rosseau: Der Mensch ist von Natur aus gut und wird nur durch die Gesellschaft böse. Die Freiheit ist möglich, wenn sich der Einzelne aktiv dem Gemeinwohl unterordnet. Der Mensch trägt die Verantwortung für sein Handeln und da der Wille unabhängig von den Sinnen ist, ist er frei durch sein Gewissen pro Willensfreiheit
  • Anwendungsbeispiel Kunstfreiheit: Künstler sind bei der Herstellung ihrer Werke frei. Da sie aber einen Trieb nach dem noch die Dagewesene, dem noch nie Gesehenen oder Gehörten haben, schränken sich die Künstler selbst sehr ein. Bei der Moral der Architektur sind die Architekten frei in ihrer Fantasie, sind aber durch das Geld des Konsumenten eingeschränkt.
  • Es gibt verschiedene Varianten der Determination:
    * Voraussetzung für den Zusammenhang aller Vorgänge (Naturwissenschaften)
    * Bestimmung des Willens durch innere und äußere Ursachen (Ethik)
    * Lehre, dass das menschliche Wohl durch Gott bestimmt wurde (Theologie)
    * Arbeitshypothese: gesetzlich bestimmter Verlauf aller Ereignisse ( Wissenschaftstheorie)
  • Friedrich Nietzsche: Der Mensch ist nicht verantwortlich für sein Handeln, da er seinem Schicksal unterliegt. Die Vorstellung eines freien Willens macht den Menschen gefügig und leicht beherrschbar. Er ist nur frei, wenn er seine Vorstellungen der Moral ablegt. Es gibt folglich zwei Antriebe des Willens: die Macht und die Liebe.

Ein letzter Text wird zur Vollständigkeit nach der Klausur, in zwei Wochen vorgestellt.

→ „Wer nächste Woche ein koffeinhaltiges oder heißes Getränk haben möchte, solle seine Tasse nicht vergessen.“