Heute schon getwittert?

Social Media ist im Alltagsleben ständig präsent: Sitzt man in der Bahn, so sieht man viele Menschen, die Bilder auf Instagram, Facebook und Co. anschauen oder Nachrichten schreiben. Bei Konzerten sieht man immer in fast jeder hochgestreckten Hand ein Smartphone, um ein Video des Konzerts auf Instagram hochzuladen, und so manche Menschen sieht man sogar beim Fahrrad oder Auto fahren Nachrichten tippen.

Social Media hat auf den ersten Blick nur Vorteile, man kann so mit seinen Freunden in Kontakt bleiben, egal, wo sie sich im Moment befinden, kann deren Bilder anschauen oder witzige Memes mit ihnen teilen.

Neben dem Austausch mit Freunden dienen aber Instagram, Facebook etc. auch der Selbstdarstellung, man zeigt der Welt, was man macht, man zeigt sich selbst von der Seite, wie man von anderen gesehen werden will. Für viele Menschen sind die Likes, die ihre Bilder bekommen, sehr wichtig und dienen als Selbstbestätigung. So hat eine Studie der Freien Universität Berlin belegen können, dass bei Likes das Belohnungssystem im Gehirn aktiviert wird – auch ein Grund dafür, dass rund 100.000 der Kinder und Jugendlichen in Deutschland abhängig von Social Media sind.
Man bemüht sich ständig, sich selbst möglichst gut darzustellen und es findet auch ein Vergleich mit anderen statt. Jedes spannende Event des Lebens muss sofort mit der Kamera festgehalten werden, um es dann mit anderen zu teilen. Dabei spielt natürlich unterbewusst immer dieser bereits erwähnte Wunsch nach Bestätigung und Anerkennung eine große Rolle und bringt uns dazu, schöne Momente mit der Kamera festzuhalten und zu später zu posten.

Doch dadurch vergisst man auch, den Moment zu genießen! Man betrachtet die Welt nicht mehr als Akteur, sondern als Zuschauer, wenn man z.B. ein Video von einem Konzert macht. Man ist so konzentriert darauf, dass das Video möglichst gut wird, dass man vergisst, das Konzert zu genießen. Am Ende hat man dann ein paar Likes oder „Gefällt mir- Angaben“, aber nichts von dem Abend mitgenommen. Denn wer ein Video aufnimmt, kann nicht gleichzeitig ekstatisch tanzen und /oder applaudieren.

Bei dieser Aufnahme sieht man allein in einem Umkreis von wenigen Metern drei Smartphones.

Wir erleben weniger , sind in gewisser Weise wie der Protagonist von Max Frischs Roman Walter Faber, der ständig filmt, bloß um nichts erleben zu müssen, man reduziert die Wirklichkeit zu einem zweidimensionalen Film . Anstatt zu erleben, was die Sinneseindrücke mit uns machen, was ein bestimmter Geruch, eine bestimmte Wahrnehmung in uns auslösen, sind wir zu beschäftigt, den „Teilen“-Button zu drücken.

Zudem ist es erschreckend, wie viel Zeit die Nutzung von Social Media in Anspruch nimmt. Laut der Studie der DAK-Gesundheit und des Deutschen Zentrums für Suchtfragen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) verbringen Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren durchschnittlich rund zweieinhalb Stunden täglich mit sozialen Medien. Wenn man das auf das gesamte Leben hochrechnet, ist das sehr viel Lebenszeit, die man damit verbringt, Bilder von Menschen anzuschauen, die man eventuell nicht einmal kennt oder nicht mag.

Kritisch zu sehen ist auch, dass Social Media niemals wirklichen Kontakt zwischen Menschen ersetzen kann. Im Gegenteil, es führt oft eher zu Konflikten, da Missverständnisse auftreten. Anstatt Differenzen persönlich zu regeln, lädt man seine Wut oder seine Enttäuschung über WhatsApp ab- weil’s einfacher ist. Natürlich ist es vollkommen legitim, über Social Media mit seinen Freunden in Kontakt zu bleiben oder allgemein zur Kommunikation zu nutzen, aber man muss sich dabei der oben genannten Aspekte bewusst sein. Und letztendlich geht auch nichts über das persönliche Gespräch, da man so viel mehr Dimensionen wahrnimmt, als wenn man chattet.

Und wie auch schon Epikur gesagt hat: „Von allem, was die Weisheit für die Glückseligkeit des ganzen Lebens bereitstellt, ist der Gewinn der Freundschaft das bei weitem Wichtigste.“

 

Ich persönlich nutze natürlich WhatsApp, Instagram und Co., aber gerade in letzter Zeit ist mir bewusst geworden, wie viel Zeit die Nutzung von Social Media in Anspruch nimmt. Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich eher gezeichnete Bilder von anderen anschaue, anstatt selbst kreativ zu sein und etwas zu zeichnen. Einen Großteil der Zeit, die man für Social Media verwendet, könnte man darin investieren, sich selbst zu entfalten und Dinge zu tun, die einem Spaß machen und die einen erfüllen. Zudem ist es oft so, dass man sich mit den Künstlern im Internet vergleicht und dann deprimiert ist, weil man denkt, man könne sowieso nie so gut werden wie die anderen. Dementsprechend ist man dann eher geneigt, erst gar nichts auszuprobieren. Deshalb habe ich auch jetzt in den Ferien Social Media Detox gemacht, dh. (mit einer Unterbrechung von einem Tag) fast zwei Wochen ohne Internet verbracht, was ich als echt befreiend empfunden habe, vor allem, da ich auch mehr Zeit hatte, um zu zeichnen 😉 Dennoch finde ich nicht, dass man gleich ganz ohne Social Media leben muss, man muss sich nur bewusst sein, wie stark und oft man es nutzt und ob man nicht vielleicht lieber den Moment genießen sollte.

Wie steht ihr dazu? Könntet ihr es euch vorstellen, eine Woche ohne Internet zu verbringen? Oder seid ihr der Meinung, dass die Vorteile von Social Media bei Weitem überwiegen?

LG Entschlossenheit 😊

 

Zum Weiterlesen: Woran erkennt man eine Abhängigkeit von Social Media?
https://ccam-ascor.nl/research-measures/166-engels/research-measures/484-social-media-disorder-scale
Selbsttest https://www.jumpradio.de/thema/selbsttest-internetsucht-100_showImage-frage-test-internetsucht-106_zc-e6ab0709.html

 

 

Quellen:

 

Obdachlosen helfen

Soll man Obdachlosen helfen- ja oder nein?

Betrachtet man diese Frage, so wird wohl jeder Mensch intuitiv sagen, ja, natürlich soll man Obdachlosen helfen. Dennoch ist es in der Realität oft so, dass viele Menschen ohne einen zweiten Blick an einem Bettler vorbeilaufen. Woran liegt das? Und was sind Gründe dafür, Obdachlosen zu helfen?

Das Zitat von Jean de La Bruvére, „Es ist schön, den Augen dessen zu begegnen, den man soeben beschenkt hat“, deutet an, dass es einem selbst Freude machen kann, andere durch ein Geschenk zu erfreuen.
Das hat wohl auch jeder schon selbst erlebt, wenn man erwartungsvoller in Bezug auf die Freude der Freunde/Familienmitglieder ist, wenn diese das sorgsam ausgewählte Geschenk auspacken, als gegenüber den Geschenken, die man von ihnen erhält.

Nach Kant hat aber diese Handlung mit der Absicht, anderen Menschen Freude zu bereiten, keinen sittlichen Wert, es ist eine Handlung aus Neigung. Man sollte aber solche Handlungen nicht aus Neigung, sondern aus Pflicht tun, also sich durch Vernunft zu dieser Handlung zu entscheiden, erst dann hat eine Handlung einen wahren sittlichen Wert. Wie gelangt man also durch Vernunft zu dem Willen, Obdachlosen zu helfen?

Dazu muss man den kategorischen Imperativ anwenden: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde“. Man stellt fest, dass es erstrebenswert ist, wenn die Maxime, „Helfe Obdachlosen“ allgemeines Gesetz werde, da es dadurch längerfristig vielen Menschen besser geht. So kann man die Frage, ob man Obdachlosen helfen sollte, also auch aus Sicht von Kant bejahen, nicht nur durch den allgemeinen Menschenverstand oder die Freude, die man selbst beim Geben empfindet.

Auch aus der christlichen Sicht ist es erstrebenswert, seinen Nächsten etwas Gutes zu tun wie das Gebot „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ besagt. Aber dennoch ist es so, dass viele Menschen die Augen verschließen und an den Bettlern vorbeieilen. Doch was sind die Gründe hierfür?

Zum Einen kann man sagen, dass viele Menschen Angst haben, dass die Bettler das Geld, das sie von ihnen erhalten, für Dinge wie Alkohol oder Zigaretten ausgeben. Zum anderen herrscht bei vielen auch die Befürchtung vor, die Bettler müssten das „erwirtschaftete“ Geld wieder an eine Art Bettlermafia abgeben.

Doch vielen dienen diese Gründe nur als Vorwand, sich nicht mit der Situation von armen Menschen vor ihrer Nase zu befassen, sie schieben diese Gründe vor, um ihr Gewissen zu beruhigen. Denn wenn man wirklich helfen will, dann findet man eben einen Weg, um diese Befürchtungen zu umgehen. So könnte man zum Beispiel den Obdachlosen fragen, ob er etwas essen möchte oder einen Kaffee trinken will. Auch so kann man den Menschen helfen, denn Hilfe impliziert ja nicht nur finanzielle Hilfe.

Dennoch ist es schwierig, denn man kann schließlich nicht allen helfen, denn es gibt ja nicht nur einen Bettler, sondern sehr viele. Wo soll man anfangen und wo soll man aufhören?
Trotz dessen bin ich eindeutig der Meinung, dass man Obdachlosen helfen sollte, egal in welcher Form, Geld oder Essen, wobei ich auch eher zu Essen tendiere. Und wenn man niemals anfängt zu helfen, dann ändert sich ja nie etwas und für diese Menschen bedeutet eine kleine Geste oft schon sehr viel…  Also, nach Mahatma Gandhi:

Be the change that you wish to see in the world.”

Was ist eure Meinung dazu? Gebt ihr Obdachlosen oder Bettlern Geld, wenn ihr einen seht oder nicht? Wenn ja/nein, warum?

 

PS: Wer sich noch mehr für das Thema interessiert, auf YouTube gibt es viele Videos dazu, wie z.B. das hier: https://www.youtube.com/watch?v=PYRBpo0eFpU

 

Quellen: Heftaufschriebe, Gehirn 😀

Das Glück der größten Zahl vs. Menschenwürde

Überall schreiende Menschen, Eltern, die ihre Kinder suchen, das Wehklagen der Verletzten und der Überlebenden. Es herrscht Chaos, in Amerika wird der Ausnahmezustand ausgerufen. Es ist der 11. September 2001; nach den Terroranschlägen der Organisation al Kaida herrscht blankes Entsetzen und Panik. Auch heute noch ist es der Albtraum der Menschen in Amerika, so etwas ähnliches nochmals zu erleben.

Stellt euch nun vor, ihr seid ein Agent bei der CIA und habt von einem bevorstehenden Terroranschlag erfahren. Dabei  liegt eine ähnliche Situation wie am 11.September 2001 vor. Terroristen haben ein Flugzeug mit 200 Passagieren entführt und wollen in ein Hochhaus fliegen, in dem 1700 Menschen wohnen.

Ihr habt die Möglichkeit, das entsprechende Flugzeug abzuschießen oder nicht. Wie würdet ihr handeln?

Einerseits wird, wenn man nach dem Prinzip „Das Glück der größten Zahl“ geht, so entschieden, dass das Flugzeug abgeschossen wird. Man erstrebt demnach eine Minimierung des Leides. Im Falle des Abschusses müssen nämlich „nur“ 200 Menschen sterben/ leiden, während, wenn man nichts tun würde, 1900 Menschen sterben bzw. leiden würden. Man minimiert also die Anzahl derer, die leiden bzw. sterben müssen, wenn man das Flugzeug abschießt.

Andererseits ist ungewiss, wie danach diejenigen, die das entführte Flugzeug abschießen, weiterleben, da sie für den Tod von 200 Menschen verantwortlich sind. Es ist fraglich, ob sie dieses überwinden können. Gleichzeitig sind sie aber für den Tod von noch mehr Menschen verantwortlich, nur weil sie nichts unternommen haben.

Ein weiterer Aspekt, der gegen den Abschuss des Flugzeuges spricht, ist, dass man die Menschenwürde der Passagiere missachtet, indem man sie in einer Weise behandelt, der zumindest die meisten nicht zustimmen würden. Die Passagiere sind staatlicher Gewalt (im Falle eines Abschusses, initiiert von der CIA) unterworfen, ohne dass sie darauf Einfluss nehmen können, weshalb eine Würdeverletzung vorliegt. Dabei ist es egal, ob die Würde der Fluggäste schon von den Terroristen verletzt wurde, es ist nämlich ein Unterschied, ob diese Würdeverletzung vom Staat oder von Kriminellen ausgeht. Der Staat würde sich somit auf das Niveau der Verbrecher „begeben“ und eventuell würden bei ähnlichen Fällen ebenfalls Würdeverletzungen toleriert, bis diese Hemmschwelle ein Stück weit „abgetragen“ ist.

Auf der anderen Seite könnte man es als Abschreckung für Terroristen ansehen, da sie erkennen, dass ihre „Mission“ gescheitert ist. Auch könnte es als Abschreckung für andere Kriminelle fungieren, da sie sehen, dass der Staat hart durchgreift und möglicherweise würden sie aus der Angst vor Konsequenzen zögern.

 

Letztendich ist diese Frage sehr schwer zu beantworten. Es ist eine Situation, in der man nur „falsch“ handeln kann.
Ich persönlich würde das Flugzeug nicht abschießen, da für mich die Menschenwürde und deren Schutz von größter Relevanz ist. Auch in unserem Grundgesetz nimmt die Menschenwürde und deren Schutz einen wichtigen Platz ein, was man auch bemerkt, da es an erster Stelle vermerkt ist:

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ (Art. 1 GG)

Meiner Meinung nach aber würde es einen Unterschied machen, ob man als Vertreter des Staates handelt (wie in diesem Fall, als CIA-Agent) oder als Privatperson. Die Verletzung der Würde der Passagiere wäre nicht so schlimm, als wenn es vom Staat ausgeht, da insbesondere er die Aufgabe hat, die Menschenwürde zu schützen. Gleichzeitig wüsste ich aber in beiden Fällen nicht, wie ich damit weiterleben soll, da ich so oder so, direkt oder indirekt, für den Tod vieler Menschen verantwortlich bin.

Schlussendlich bin ich also der Meinung, dass man als Vertreter des Staates das Flugzeug nicht abschießen sollte, während als Privatperson es durchaus so betrachtbar ist, dass die Anzahl der geretteten Leben die Verletzung der Menschenwürde überwiegt.

Was würdet ihr sagen? Würdet ihr das Flugzeug abschießen? Wenn ja, warum?

 

 

Zero Waste

Jeder bemerkt es beim Einkaufen oder auch beim Kochen: Extra in Plastik eingeschweißte Gurken, in Plastik verpackte Fertigprodukte, „Plastiktrennscheiben“ zwischen einzelnen Käsescheiben, eine Haribo-Gummibärchen-Tüte, in der einzelne Verpackungen mit Gummibärchen enthalten sind.

Klein, aber fein- Studentenfutter in 40g-Packungen.
Plastiktrennscheiben im Käse und eine unnötig eingeschweißte Gurke.

Jeder hat vermutlich ein schlechtes Gefühl dabei, denkt, „Ach, das extra einzupacken, wäre doch nicht notwendig gewesen!„. Dennoch ist vielen trotzdem nicht bewusst, wie viel Müll wir im Alltag produzieren und es ist für die meisten auch vollkommen normal, ein Produkt zu kaufen, es auszupacken und die Verpackung dann wegzuschmeißen. Wir haben dank der regelmäßigen Müllabfuhr das Gefühl dafür verloren, wie viel Müll wir tatsächlich produzieren und wundern uns dann über einen Müllkontinent im Pazifik, der größer als Indien ist.

Dieser enorme Müllanfall ist jedoch zurückzuführen auf die Entwicklung unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsstruktur zu einer von Bequemlichkeit geprägten Konsumgesellschaft. Immer heißt es nur „kaufen, kaufen, kaufen“, es gibt kaum noch ein Produkt, was für die Ewigkeit gemacht wird – denn schließen verdienen die Hersteller an diesem nichts mehr! Handys, Elektronik, Möbel, sie alle sind recht kostengünstig zu erwerben, weshalb auch unsere Wertschätzung für diese Produkte abnimmt. Da alles immer preiswert und ein umfangreiches Warenangebot verfügbar ist, ist es ganz einfach, das nach einem knappen Jahr nicht mehr funktionierende Handy gegen ein neues auszutauschen. Und auch wenn es nicht kaputt sein sollte, unser Drang, mit einem supertollen neuen Handy in der Schule prahlen zu können, überwiegt bei Weitem die Möglichkeit, das alte Handy noch solange zu benutzen, bis es nicht mehr funktioniert.
Genauso verhält es sich auch mit anderen Alltagsgegenständen, wie Fernseher, Möbelstücke, etc. Sie sind schnell ersetzbar.

Doch auch unsere Bequemlichkeit trägt zu dem wachsenden Müllberg bei. Statt beispielsweise den Kaffee in einen Filter zu füllen und dann aufzubrühen (Achtung aufwendig!), wird eine Aluminiumkapsel in die Kaffeemaschine geschoben und der Rest wird automatisch erledigt. Zwei Milliarden geöffnete Kaffeekapseln führen so zu 4000 Tonnen Müll (https://www.welt.de/wirtschaft/article123656432/Wir-produzieren-4000-Tonnen-Kaffeekapsel-Muell.html).

Auch zeigt die große Beliebtheit von Fertiggerichten, dass es uns heutzutage vor allem darum geht, alles möglichst schnell und ohne großen Aufwand erledigen zu können – egal, ob es auf Kosten der Umwelt oder sogar der eigenen Gesundheit geht.

Die Bewegung „Zero Waste“, die in den letzten Jahren immer mehr Zulauf bekommen hat, setzt zur Minimierung des Mülls auf eine Veränderung des Lebenstils. „Zero Waste“-Menschen leben somit im Kontrast zu unserer wachstumsorientierten Konsumgesellschaft und versuchen, ihren Müll und Ressourcenverbrauch zu dezimieren. Bea Johnson, eine amerikanische Bloggerin, hat es sogar geschafft, den Müll ihrer Familie auf ein Einmachglas zu reduzieren (siehe auch hier: https://zerowastehome.com/about/bea/).

Das zu erreichen, fordert aber eine sehr große Umstellung des Lebensstils und erscheint für viele fast unmöglich, deshalb werde ich euch hier noch kurz einige Möglichkeiten vorstellen, wie ihr zumindest ein bisschen weniger Müll produzieren könnt:

  • Einwegprodukte vermeiden und ersetzen (Servietten z.B. durch Stoffservietten, Abschminktücher, …)
  • Glasflaschen statt Plastikflaschen
  • Verpackungen beim Einkaufen vermeiden, (Unverpackt-Läden, Bioläden, wo man Gemüse noch unverpackt einkaufen kann)

Meine Meinung dazu ist, dass ich als eine sehr gute Idee ansehe, gleichzeitig denke ich aber, dass viele Menschen sich nicht dazu überwinden können, da es -zumindest wenn man  Müll wirklich ganz vermeiden will und nicht nur „ein bisschen“- immer auch mit Verzicht verbunden ist. So kann man z.B. viele Süßigkeiten nicht mehr kaufen und essen, es sei denn, man stellt selbst welche her.

Viele tun sich im Bezug auf den Verzicht außerdem schon beim Vegetarismus schwer, bzw. sagen, sie könnten nicht auf Fleisch verzichten. Daher denke ich, dass „Zero Waste“ nicht massentauglich ist, es sei denn, es findet ein radikales Umdenken in unserer Gesellschaft statt und das Erkennen, dass man doch kann, wenn man es wirklich will. Aber auch die praktische Umsetzung ist zum Teil echt schwer, da man manche Dinge nur in Plastikverpackungen erhält. Man muss deshalb sehr viel selbst herstellen- z.B. an Kosmetik – und das nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, die viele in unserer von Schnelligkeit geprägten Zeit nicht investieren wollen .
Ich persönlich würde es sehr gerne mal ausprobieren, wenn ich studiere/ alleine lebe, da ich finde, dass es einen großen Beitrag dazu leistet, dass die Umwelt weniger verschmutzt wird. Aber ich finde auch, dass „kleine“ Reduzierungen des Mülls auch schon viel bringen und man sollte, wenn man das Ziel hat, sich ganz umzustellen, auch immer klein anfangen.

Könntet ihr euch vorstellen, „Zero Waste“ zu leben? Oder wäre es eine zu große Umstellung für euch? Was würde die größte Hürde darstellen für die Umstellung eures Lebensstils?

Was wäre, wenn auf einmal alle Menschen in Deutschland so leben würden?
Denkt ihr, euch fallen auch Möglichkeiten ein, weniger Müll zu produzieren?

 

 

 Literatur: „Ein Leben ohne Müll: Mein Weg mit Zero Waste“ von Olga Witt, Tectum Wissenschaftsverlag; Auflage: 1 (13. Februar 2017)

 

 

Muss nur noch kurz die Welt retten‘

Ist es sinnlos, als einzelner Mensch versuchen zu wollen, etwas an der jetzigen Situation der Welt zu verbessern?

In Angesicht der heutigen Situation der Welt – die geprägt ist vom zunehmenden Egoismus, von Machtgier, von terroristischen Anschlägen, der Umweltverschmutzung, dem Klimawandel und der großen Armut in den Entwicklungsländern – stellen sich viele Menschen die Frage, ob sie etwas daran ändern und verbessern könnten.
Aber viele geben auf, sie denken: „Was kann ich als Einzelner in der großen Welt schon bewegen?“

Viele Menschen sehen es auch als eine bequeme Ausrede, um ihr Gewissen mit den Gedanken zu beruhigen, dass sie ohnehin nichts an der Situation hätten ändern können. Doch gerade diese Denkweise führt dazu, dass sich so wenig zum Besseren hin verändert.

Auch wenn man nur ein Einzelner ist, durch sein Handeln könnte man andere dazu motivieren, sich ebenfalls Gedanken darüber zu machen, wie sie etwas verändern können und dann ist man ja nicht mehr allein. Und viele Einzelne zusammen können sehr wohl etwas bewirken.

Zum Beispiel fängt jemand an, eine Glasflasche anstatt einer Plastikflasche mit in die Schule zu nehmen. Dadurch könnten die Mitschüler animiert werden, sich über ihren Plastikverbrauch Gedanken zu machen und manch einer beginnt dann möglicherweise, ebenfalls weniger Plastikflaschen zu verwenden.

Und wenn wirklich jeder so denken würde, dann würde sich gar nichts verbessern. Außerdem ist es besser, auch einen klitzekleinen Beitrag zur Verbesserung der Welt zu leisten als gar keinen. Wenn viele zu einem kleinen Teil dazu beitragen, die Welt zu verändern, wird daraus auch ein größerer Teil. Es ist also niemals sinnlos, sich zu bemühen, die Welt ein kleines Stückchen zu verbessern und jeder kann seinen Teil dazu beitragen, jeder einzelne zählt.

Das folgende Zitat von Mutter Theresa fasst das nochmals zusammen:

„We ourselves feel that what we are doing is just a drop in the ocean. But the ocean would be less because of that missing drop.“

Zudem kann man sein Gewissen beruhigen, wenn man weiß, dass man z.B. heute einen kleinen Teil zu einer Veränderung in der Welt beigetragen hat. Und wenn man am Ende seines Lebens angekommen ist, will man ja auch mit Stolz behaupten können, dass man die Welt ein bisschen besser zurücklässt als sie es war, bevor man geboren wurde.

Meiner Meinung nach sollte jeder sich zuerst der Probleme in der Welt bewusst werden und sich dann für sich überlegen, was man selbst zu deren Lösung beitragen kann. Und wenn es nur kleine Sachen sind, z.B. Stofftragetaschen zum Einkaufen mitzunehmen anstatt die Plastiktüten des entsprechenden Ladens zu nehmen, es zählt meiner Meinung nach jede Bemühung, auch wenn die Auswirkungen dieses Handelns nicht sofort sichtbar sein werden, es ist auf keinen Fall sinnlos. Und natürlich ist es logisch, dass man zum Beispiel gegen die Terror-Anschläge nicht viel unternehmen kann, aber es gibt viele andere Probleme, zu deren Lösung man beitragen kann.

„Be the change that you wish to see in the world.”

Mahatma Gandhi

 

Folter und Menschenwürde – Der Daschner- Fall

Das Thema, ob Folter erlaubt werden sollte, ist auch heutzutage aktuell, da zum Beispiel nach der Meinung Donald Trumps „Folter […]ein probates Mittel im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus [sei]“. (Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/usa-news-blog-donald-trump-will-plan-fuer-sicherheitszonen-in-syrien-a-1131762.html)

Doch zum Beispiel in Deutschland ist Folter verboten, wie es in Artikel 104 a) im GG festgehalten ist:

„Die Freiheit der Person kann nur auf Grund eines förmlichen Gesetzes und nur unter Beachtung der darin vorgeschriebenen Formen beschränkt werden. Festgehaltene Personen dürfen weder seelisch noch körperlich mißhandelt werden.“ (https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_104.html)

Zu dieser Thematik gibt es ein reales Fallbeispiel, ein Dilemma, das im Folgenden vorgestellt wird.

Der Polizeivizepräsident Daschner hat einem Verbrecher, der ein Kind entführt und misshandelt hat, Gewalt angedroht, damit dieser den Aufenthaltsort des Kindes verrät.
Nach dem Auffinden des (schon toten) Kindes stellt sich die Frage, ob Daschner schuldig gesprochen werden soll, weil er Gewalt angedroht hat, um das Leben des Kindes zu retten…. (weitere Infos hier: http://www.spiegel.de/panorama/der-fall-daschner-anklage-macht-der-folter-den-prozess-a-287371.html)

Was findet ihr? Soll Daschner schuldig gesprochen werden?

Es gibt viele Argumente für und gegen den Schuldspruch.

Gegen den Schuldspruch spricht z.B., dass es für Daschner als Polizist im Gefängnis gefährlich sein könnte. Außerdem war die Androhung von Gewalt notwendig, um den Verbrecher dazu zu bringen, den Aufenthaltsort des Kindes zu verraten.

Nach Spiegel online sprachen sich bei einer Umfrage 63 % der Menschen dafür aus, dass Daschner nicht bestraft werden sollte. (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/umfrage-deutsche-zeigen-verstaendnis-fuer-folterpolizisten-a-237826.html)
Da in einer Demokratie auch miteinbezogen werden sollte, was das Volk will, sollte dieser Umstand mitberücksichtigt werden.

Zudem könnte man sagen, dass das Leid des Gefolterten durch die Rettung des Entführten aufgewogen wird (oder, wenn der Verbrecher mehrere Personen entführt hätte, dass durch die Folter das Glück der größten Zahl (sprich die Rettung der Entführten) herbeigeführt wurde.)

Dennoch darf man die Argumente für den Schuldspruch nicht vernachlässigen.

Zum Einen hat Daschner als Vertreter des Staates (Polizeivizepräsident) die Menschenwürde verletzt, die in Artikel 1 des Grundgesetzes festgehalten wurde:

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“

Die Menschenwürde ist ja etwas, was jedem Einzelnen, egal welche Nationalität oder Religionszugehörigkeit, zukommt. Sie ist, wie in Artikel 1 schon geschrieben, unantastbar, das heißt, die Menschenwürde kann nicht aberkannt werden und muss vom Staat respektiert und geschützt werden.

Daschner verkennt die Menschenwürde des Verbrechers, indem er ihm Gewalt androht.
Nach Kant bedeutet eine Person in ihrer Würde zu achten, sie in einer Weise zu behandeln, der sie vernünftigerweise zustimmen kann. Da in der Regel kein Mensch der Folter seiner selbst zustimmen würde, verletzt Daschner die Menschenwürde des Verbrechers.
Da in Artikel 1 auch steht, dass der Staat die Menschenwürde schützen muss, käme der Staat dieser Verpflichtung nicht nach, wenn Daschner nicht schuldig gesprochen werden würde. Der Staat würde sein Wesen verändern und kein Rechtsstaat mehr sein, wenn Folter (oder auch nur die Androhung von Folter, der aber reale Folter gefolgt wäre) geduldet werden würde. Zudem verschwimmen die Grenzen, wenn man einmal Folter erlaubt wird. Das Erlauben der Folter würde also die Entgrenzung der Moral und die Senkung der Hemmschwelle herbeiführen.

Zudem verletzt die Folter das Recht und die Fähigkeit, selbst zu bestimmen, was man sagt und was nicht. Es wird dementsprechend die innere Freiheit verletzt, da der Wille durch Schmerzen gebrochen werden soll.

Ein weiteres Argument für den Schuldspruch ist zudem, dass Daschner gegen das Grundgesetz verstoßen hat (Art. 104, Art. 5 Meinungsfreiheit).
Dagegen kann man natürlich einwenden, dass in dem entsprechenden Artikel 104 nicht explizit die Androhung von Folter verboten ist, sondern lediglich Folter an sich, aber Artikel 5 wurde trotzdem verletzt, da der Gefolterte gezwungen wird, etwas zu sagen, was er aber eigentlich für sich behalten will.

Außerdem gibt es keine Garantie, dass die Folter „erfolgreich“ ist, sprich, dass der Gefolterte nicht vielleicht auch falsche Informationen gibt.

 

Alles in allem ist es eine schwierige Angelegenheit, es gibt nicht wirklich „gut“ und „böse“ und auch kein „richtig“ und „falsch“.
Meiner Meinung nach sollte Daschner aber schuldig gesprochen werden, da für mich das Argument der Menschenwürde am gewichtigsten ist. Keiner kann einem anderen Menschen die Menschenwürde aberkennen, auch keinem Verbrecher, die Menschenwürde ist unantastbar. Und wenn man einmal auch nur die Androhung von Folter geduldet, so kann es sein, dass dadurch die Hemmschwelle verkleinert wird, und dass die Polizisten in Zukunft bei jedem ähnlichen Fall überlegen, ob sie zur Folter greifen sollen oder nicht.

 

Was meint ihr, wie steht ihr zu Folter? Und seid ihr der Meinung, dass Daschner schuldig gesprochen werden sollte? Soll man in Extremsituationen auch Terroristen foltern dürfen?

Wunschkind gesucht!

 

Wunschkind gesucht: Blond, blaue Augen, ausgewachsen ungefähr 1,80, intelligent.

Was wäre, wenn das tatsächlich möglich wäre? Wenn man  sich das perfekte Kind „zurechtschneidern“ könnte?

Genau diese Gefahr sehen manche in der Präimplantationsdiagnostik.

Dieses Verfahren, kurz PID, gewinnt auch heutzutage in den Medien immer mehr Aufmerksamkeit und wird zum Teil heiß diskutiert. Doch was ist PID genau und warum ist es so ein brisantes Thema?

Präimplantationsdiagnostik bezeichnet im Wesentlichen die Überprüfung bzw. Untersuchung eines künstlich befruchteten Embryos vor der Einpflanzung in die Gebärmutter auf Gendefekte.  Wenn schwerwiegende Chromosomenanomalien vorliegen sollten, kann man dies vorher erkennen und entscheiden, ob die Implantation stattfinden soll oder nicht. Hierbei kann auch im Voraus bestimmt werden, ob das Kind männlich oder weiblich ist.

 

Dadurch, dass man durch die Untersuchung schon vorher weiß, dass das Kind zum Beispiel nicht lebensfähig ist, kann den Eltern Schmerz erspart werden, was nicht der Fall wäre, wenn sie erst nach der Geburt von dem Gendefekt erfahren würden und das Kind wenige Wochen nach der Geburt schon versterben würde.

Man hat somit die Möglichkeit, genetisch bedingte Krankheiten gezielt zu vermeiden und dadurch die Lebensqualität der Eltern und des Kindes zu verbessern. PID bietet also solchen Paaren eine Möglichkeit, Kinder zu bekommen, die durch Erbkrankheiten vorbelastet sind und daher Angst haben, dass sie diese Erbkrankheiten auch an ihr Kind vererben.

Außerdem kann man durch die PID das Leben eines schwerkranken Geschwisterkindes retten, das auf eine Knochenmarksspende bzw. Stammzellenspende angewiesen ist und das sonst sterben würde. Dazu erfolgt die Implantation eines Embryos, der die höchste genetische Übereinstimmung mit dem erkrankten Kind zeigt.

Auch wenn PID viele Vorteile hat, so kann man dennoch auch einige Nachteile feststellen.

Nehmen wir an, ein Paar erfährt, dass ihr Kind voraussichtlich nur 2 Wochen leben wird, dann werden sie es wahrscheinlich nicht implantieren lassen.

Wenn das Kind aber voraussichtlich 3 Jahre leben wird, so ist es schon schwerer abzugrenzen, ob man den Embryo implantieren lässt oder nicht. Es verschwimmen die Grenzen, man kann nicht genau sagen, ob man diesem Embryo ein Leben „zugestehen“ kann oder nicht.

 

Außerdem ist es ethisch fragwürdig, wenn man einen Embryo „züchtet“, der nur als Spender für das schwerkranke Geschwisterkind herhalten soll. Man verletzt hierbei die Menschenwürde des Spenderkindes, da man es bloß als Mittel benutzt, um das andere Kind am Leben zu erhalten, ohne anzuerkennen, dass das Spenderkind als Zweck an und für sich existiert.

 

Zudem kommt die Angst hoch, dass man dieses Verfahren als Mittel benutzen könnte, um „Wunschkinder“ zu kreieren, man sich also, wie in der Einleitung beschrieben, aussuchen kann, wie das Kind aussehen wird. In der Tat gab es wohl einen Versuch, so etwas in den USA möglich zu machen:

Eine im Jahr 2009 gestartete Initiative einiger Fertilitätskliniken, auch die Auswahl von Augenfarbe und Haarfarbe in ihr Angebot aufzunehmen, ist seinerzeit aufgrund öffentlicher Proteste wieder gestoppt worden.“ (http://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin-ernaehrung/praeimplantationsdiagnostik-als-hilfe-fuers-wunschkind-11823264.html )

Wenn man davon ausgeht, dass das menschliche Leben schon mit der Befruchtung einer Eizelle durch einen Samen beginnt, so kann man mit dem Lebensschutzrecht bzw. der Menschenwürde argumentieren. Die Menschenwürde ist universal, das heißt, sie gilt für alle Menschen, unabhängig von ihrer „Rasse“ oder Religion, weiterhin ist sie individuell, was so viel heißt, dass sie jedem einzelnen Menschen zukommt. Hier liegt auch schon der Punkt, an dem sich die Geister scheiden, manche sagen nämlich, dass der Embryo vor der Implantation kein Individuum ist, da bis zum 12 Tag noch eineiige Mehrlinge entstehen könnten. Die Menschenwürde bzw. Menschenrechte kommen aber erst Individuen zugute, also erst nach der Implantation.

Dennoch kommt es hierbei auf die genaue Differenzierung an, wann einem Wesen genau Menschenwürde zukommt.

 

Meiner Meinung nach ist das ein sehr schwieriges Thema, aber ich finde, dass PID nur erlaubt werden sollte, wenn auch wirklich klar ist, dass das Paar das nur will, weil es Angst davor hat, dass das Kind eine schwere Erbkrankheit bekommt. In anderen Fällen, zum Beispiel wenn die Eltern sich aussuchen wollen, wie ihr Kind aussieht und welches Geschlecht es hat, finde ich es nicht gerechtfertigt.

Auch dass ein Embryo nur „gezüchtet“ wird, um als Spender für sein Geschwisterkind zu fungieren, finde ich absolut nicht zulässig, da man die Menschenwürde des „Spenderkindes“ verletzt.

Außerdem ist es schwer zu sagen, wann und wo man damit aufhört, wenn die PID legalisiert werden würde, würde eine genetische Voruntersuchung jedes Embryos wahrscheinlich an der Tagesordnung liegen, was wiederum dazu führen könnte, dass eine Selektion nach dem perfekten Menschenbild stattfinden könnte.

Wie steht ihr dazu? Seid ihr für oder gegen PID?

Stundenprotokoll 12.12.16 K1/1

Stundenprotokoll Ethik K1/1  12.12.16  9:40-11:15

Referentin: Sü

12 Anwesende

Verfasserin: Entschlossenheit

 

Ablauf der Doppelstunde:

  1. „Interview“ von Epikureern und Stoikern
  2. AB: Zusammenfassung der wichtigen Philosophen bzw. Philosophenschulen und ihrer Grundgedanken

Zu 1.:

Es wurde ein „Interview“ durchgeführt, wobei die eine Hälfte des Kurses die Fragen zu Epikur und seinen Gedanken beantworten sollte, die andere Hälfte Fragen zu der Lehre der Stoiker.

Die Kernaussage der beiden Philosophenschulen wurde mithilfe eines Beispiels verdeutlicht:

„Wenn auf dem Tisch ein Schokoladenkuchen stünde, was würde ein Epikureer, was ein Stoiker tun?“

  • Epikureer: Abwägen, ob durch den Verzehr mehr Unlust als Lust auftritt, essen ihn letztendlich
  • Stoiker: Essen den Kuchen nicht, da man sich von äußeren Umständen bzw. Einflüssen unabhängig machen will und der Kuchen einen nur von wichtigeren Sachen ablenken würde (Kuchen steht für Genuss, Verführung)

Daraufhin folgte die Feststellung, dass es schwerfällt, nach der epikureischen Lehre langfristig abzuwägen, ob das einem eher guttut oder nicht. (Beispiel: Diabetes)

Zu 2.:

Anschließend konnte man sich über Infoblätter oder auch im Internet über die Grundgedanken der wichtigsten Philosophen der Antike informieren und diese schriftlich auf einem Arbeitsblatt festhalten.

Vorsokratiker (600- 400v.Chr.)

Philosophen/ Philosophenschulen Wichtige Gedanken
Thales von Milet ·         Urstoff= Wasser
Anaximander ·         Urprinzip = Apeiron (=das Unendliche, Unbestimmte)
Anaximenes ·         Urstoff= Luft
Pythagoras ·         Zahlen schaffen Ordnung im Universum, bestimmen und begrenzen das Unbestimmte,

·         Reinkarnation (Seelenwanderung), Seele = Wesen des Menschen, befreit sich nach dem Tod von der Verunreinigung durch das Körperliche

Empedokles ·         4 Elemente (Feuer, Erde, Wasser, Luft) werden von Liebe und Hass bewegt (Kreislauf aus Werden und Vergehen)
Anaxagoras ·         Urmischung der Stoffe wird durch die Vernunft durcheinandergewirbelt,

·         Alles besteht aus kleinen Teilchen, die sich trennen bzw. verbinden

Leukipp / Demokrit ·         Alles ist aus unteilbaren Teilchen (= Atomen) zusammengesetzt à Materialismus,

·         Seele besteht auch aus Atomen, Ziel menschlichen Strebens ist die rechte Seelenverfassung, dh. Ausgeglichenheit, Ruhe durch Vernunft

Parmenides ·         Sein = unveränderlich, unbewegt,

·         man muss sich auf das Urteil seiner Vernunft verlassen,

·         Veränderung= nur durch Sinneseindrücke bedingt

Heraklit

 

·         Welt ist in ständigem Wandel begriffen („Panta rei“- „Alles fließt“) und vom Kampf der Gegensätze geprägt,

·         Wahres Wissen entsteht erst durch Denken (im Einklang mit logos)

·         Welt ist aus Feuer geschaffen (da auch im stetigem Wandel begriffen),

·         Streit ist der Vater aller Dinge, aber alles wird vom logos regiert

Sophisten (z.B. Protagoras) ·         „Mensch ist das Maß aller Dinge“ à Mensch im Mittelpunkt

·         Keine objektiven Wahrheiten, nur begrenzte menschliche Glaubensvorstellungen, Relativismus

 

Klassische Periode der antiken Philosophie

Sokrates (470 – 399 v.Chr.) ·         Sokratischer Dialog (alles hinterfragen) à Mäeutik (Hebammenkunst, Sokrates ist nur Helfer bzw. Hebamme bei Einsicht & Erkenntnis)

·         „Ich weiß, dass ich nichts weiß“

·         Seele ist unsterblich

·         Seit Sokrates beschäftigt sich die Philosophie eher mit menschlicher Moral und Ethik als mit der Beschaffenheit der physischen Welt

·         Daimonion = innere Stimme, die das Handeln leitet und das Zeichen für die göttliche Bestimmung der Seele darstellt

Platon (427 – 347 v.Chr. ) ·         Seele ist dreigeteilt in Vernunft, Mut und Begierde

·         Die damit verbundenen Tugenden sind jeweils Weisheit, Tapferkeit und Mäßigkeit

·         Die übergeordnete Tugend ist die Gerechtigkeit

·         Allle 4 Tugenden zusammen (Weisheit…, Gerechtigkeit) sind Kardinaltugenden

·         Wenn jeder Seelenteil seine Aufgabe im richtigen Maß erfüllt à Harmonie

·         Höhlengleichnis: man glaubt, dass nur die Alltagserfahrung wirklich ist,  aber jenseits davon existiert eine bessere, wirklichere Welt der Formen

Aristoteles (384 – 324 v.Chr.) ·         Alle Wesen streben nach Glückseligkeit

·         Mesotes = Mitte, richtiges Maß

Siehe http://ethikblogs.de/?s=aristoteles

Hellenistische Philosophie

Stoiker ·         Vernunft und Unerschütterlichkeit gegenüber äußeren Einflüssen

·         Leben ist vorbestimmt & das Schicksal ist unumgänglich

·         Durch die Vernunft kann man mit der Lust umgehen

·         Vernunft als Heilmittel für die schädlichen Affekte

Epikureer ·         Maximieren der Lust

·         Minimieren des Schmerzes

·         Abwägen, ob etwas mehr Lust oder mehr Unlust bringt

·         Keine Angst vor den Göttern, denn sie greifen nicht in das menschliche Leben ein

·         Angst vor dem Tod ist unnötig, denn wenn wir leben, ist der Tod nicht und wenn der Tod ist, sind wir nicht

·         Lust ist Ursprung und Ziel des glückseligen Lebens

 

Weitere Schulen: Skepsis, Eklektizismus, Neuplatonismus ·         Eklektizismus: Mischung aus den Gedanken verschiedener Philosophen und Zeiten

·         Skepsis: alles wird bezweifelt

·         Neuplatonismus: Lehren Platons werden weitergedacht, „radikalisiert“