Artificial Intelligence

Artificial Intelligence oder künstliche Intelligenz hat doch bestimmt jeder schon einmal in irgendeiner Form gehört und weiß so ungefähr was das ist. Aber was genau ist das, was unterscheidet eine AI von einem normalen Computerprogramm? Um das zu verdeutlichen muss man woanders einsteigen:  Das (menschliche) Gehirn. Unser Gehirn wird oft mit einem „Supercomputer“ verglichen – und das zurecht. Unvorstellbar viele Nervenzellen mit noch viel mehr Verbindungen untereinander bilden ein hochkomplexes Netz aus Informationsflüssen in unserem Kopf. Dies ist der Grund weshalb wir fähig sind zu denken, zu fühlen oder ganz einfach: ein Bild zu erkennen. Ein Bild oder eine Form zu erkennen und richtig zuzuordnen ist eine der wichtigsten Fähigkeiten unseres Gehirns. Ohne diese Fähigkeit wäre es uns kaum möglich, uns zurecht zu finden oder einfachste Aufgaben zu lösen, da wir einfach nicht wüssten, wo, was oder wie. Dies erkannte auch die Technologiebranche. Um beispielsweise Robotern die Navigation zu erleichtern sollten sie schließlich wissen, was um sie rum geschieht, abgesehen von Rohdaten aus Sensoren. Für solche Funktionen bedienten sich die Entwickler der Strukturen in unseren Köpfen. Man hat diese Neuronen praktisch am Computer simuliert und virtuell nachgebaut (neuronale Netzwerke). So war es dann einem Computer möglich, beispielweise Buchstaben oder Zahlen auf Bildern zu erkennen und den ihm bekannten Werten (0 und 1) zuzuordnen. Der Grund, weshalb Texterkennungssoftware funktioniert ist, dass man die Nervenstruktur am Computer virtuell nachgebaut hat. Diese „einfachen“ Aufgaben sind jedoch Nichts im Vergleich zu den aktuellen Entwicklungen in diesem Gebiet. Die AI-Technologie ist im Jahr 2018 schon sehr weit verbreitet. AI-Assistenten wie z.B. Siri oder Cortana sind weit verbreitet und sollen uns das Leben leichter machen. Diese Systeme werden auch von Tag zu Tag intelligenter, was natürlich auch dazu führt, dass die Server der Assistenten so langsam an ihre Grenzen kommen. Erste Smartphone Hersteller sind nun schon so weit, dass sie sogenannte NPUs (Neural Processing Unit) neben dem Hauptprozessor in Smartphones einbauen, um Server zu entlasten und Siri noch schlauer zu machen. Eine andere Entwicklung ist die Verwendung von AIs in der Forschung und Industrie: Neuronale Netzwerke werden heutzutage schon dafür eingesetzt um beispielsweise Teile für den Fahrzeugbau zu entwickeln, die dann den größtmöglichen Nutzen erzielen, wie z.B. möglichst wenig Material bei maximaler Stabilität. Forscher haben beispielsweise ein Auto mit tausenden Sensoren ausgestattet, die einfach alles während der Fahrt aufgezeichnet haben. Jede Feder und jede Welle wurde währen der Fahrt überwacht und die Daten dann gespeichert. Dann hat man eine Künstliche Intelligenz mit den Daten gefüttert mit dem Auftrag, das Beste, Effizienteste und Sicherste Chassis für ein Auto zu entwerfen. Das Ergebnis war ein Chassis, dass aus sehr vielen verzweigten Streben bestand. Es war um die Hälfte leichter als ein herkömmliches Chassis und auch viel sicherer. Die Künstliche Intelligenz hat den Ingenieuren die Design-, und Entwicklungsarbeit praktisch abgenommen.

Ich denke, dass sich diese Art von Technologie noch sehr viel weiter entwickeln wird und auch irgendwann nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken sein wird. Wir werden morgens aufstehen und uns dann von unserem persönlichen Assistenten beraten lassen, was wir anziehen sollten. Die fortschreitende Technologie wird es auch irgendwann ermöglichen, dass man einen Roboter nicht mehr von einem Menschen unterscheiden kann, da das simulierte Gehirn des Roboters genauso leistungsfähig sein wird wie das Unsere. Dann wird es höchste Zeit sich über die ethischen Rahmenbedingungen Gedanken zu machen. Wenn ein Computer aufgrund eines Verhaltens nicht mehr von einem Menschen unterschieden werden kann, ist der dann auch ein Mensch? Hat er womöglich auch dieselben Rechte? Werden Arbeitgeber Menschen den Robotern vorziehen und somit ein Aufstand der benachteiligten Robotergesellschaft hervorrufen? Diese Entwicklung wird auf jeden Fall sehr viele Ethische Diskussionen provozieren und es lohnt sich auf jeden Fall schon jetzt mal darüber nachzudenken.

Ich sehe dieser Entwicklung auf jeden Fall positiv entgegen und hoffe auch, dass wir Menschen schlau genug sein werden, das Beste aus dieser Technologie zu machen. Wie geht es euch damit? Findet ihr auch, dass das eine gute Entwicklung ist?

Zusammenfassung der Doppelstunde am 15.06.18 der K1

Referentin der Doppelstunde war natürlich Frau Schütze. Thema sollte diesmal Verantwortung und die damit verbundene Ethik des Philosophen Hans Jonas sein.

Zum Einstieg in das Thema wurde den Schülern eine Animation gezeigt, auf der man einen See erkennen konnte. Der See verlor zunehmend an Wasser, bis nur noch ein kleiner Teil der ursprünglichen Fläche vorhanden war. Bei näherer Betrachtung wurde deutlich, dass es sich hierbei um den Aralsee handelt, der seit ca. 70 Jahren kontinuierlich Wasser verliert und nun praktisch nur noch eine Pfütze ist. Die Schüler wurden dann danach gefragt, wer die Verantwortung für dieses Desaster trüge. Die Schüler waren sich nicht ganz einig in welchen Umfang, aber dass wir selbst etwas damit zu tun haben war klar. Seit der Stalinära  (1929–1953) wurden aus den Hauptzuflüssen des Sees kontinuierlich große Mengen Wasser entnommen, um riesige Baumwollplantagen künstlich zu bewässern, die dann wiederum Baumwolle für Textilien auch ich Westeuropa liefern. Folglich sank der Wasserspiegel des Aralsees immer weiter und weiter…

Den Schülern wurde dann ein Arbeitsblatt ausgeteilt, mit dessen Hilfe Verantwortungsrelationen von Handlungen überprüft werden können, indem man nach nacheinander verschiedene Aspekte einer Handlung und der daraus folgenden Verantwortung abfragt, wie zum Beispiel den Akteur, der sich verantworten muss und die Fragen Wovor und Weswegen.  Grundgedanke davon ist, dass es immer eine Person (Träger) gibt, die die Verantwortung für etwas (Bezugspunkt) trägt und sich dann vor jemand oder etwas anderem (Legitimation) verantworten und seine Entscheidungen oder Handlungen legitimieren muss.

Danach sollten die Schüler aus Quellen von Hans Jonas Merkmale der bisherigen Ethik, den Gründen, weshalb die bisherige Ethik nicht mehr aktuell ist und Anforderungen an eine moderne Ethik herausarbeiten.

Nach Hans Jonas war die bisherige Ethik sehr anthropozentrisch ausgerichtet. Es wurde fast nur menschliche und zwischenmenschliche Aspekte behandelt. Der Mensch wurde außerdem stehts als unveränderliche Konstante „Mensch“ angesehen, ohne zu berücksichtigen, dass er sich selbst verändern könnte oder von etwas anderem verändert werden könnte. Ein weiterer und entscheidender Kritikpunkt waren die Reichweite der behandelten Handlungen. Die Folgen und Ursachen waren immer nur sehr kurzfristig berücksichtigt worden. Die Reichweite der Überlegungen, ob eine Handlung zum Beispiel moralisch oder nicht sei war sehr klein und längerfristige Ziele und Folgen unbekannt und nicht berücksichtigt. Die Merkmale einer Modernen Ethik sollten auf jeden Fall die Berücksichtigung der langfristigen Folgen und Ziele einer Handlung oder Entscheidung sein. Hans Jonas gibt dazu sogar einen selbsterklärenden Imperativ, angelehnt an den Kant’schen kategorischen Imoerativ, an der besagt: “ Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlungen verträglich sind mit der Permanenz des echten menschlichen Lebens. “ Da der Erhalt der Menschheit das von Hans Jonas formulierte ethische Zeil ist, formuliert er als Strategie eine „Heuristik der Furcht“: Alle technischen Entwicklungen sind solange zu unterlassen, wie die längerfristigen Wirkungen unbekannt sind. Nur so kann man sicherstellen, dass wir jetzt für die zukünftige Menschheit heute und jetzt Verantwortung übernehmen können und somit den neuen Imperativ einlösen können.

Zum Abschluss sollten die Schüler anhand von eigenen Beispielen nun auch die Verantwortungsrelationen überprüfen. Dabei wird danach gefragt, wer sich verantworten muss, wann er das tun muss, wovor, für welche Handlung, welche Werte für ihn dabei eine Rolle spielen und wofür genau, also die Folgen der Handlung.

Vielen Dank fürs Lesen!

 

Gruß bingobongo