Rassismus im Alltag

Vor einigen Wochen hatte ich ein Fußballspiel. Mein Team besteht aus vielen verschiedenen Spielern, die sich nicht nur in ihrem Aussehen unterscheiden,  sondern auch viele von ihnen eine unterschiedliche Nationalität haben u. a. Albaner, Russen, Afrikaner.  Allerdings spielt dies keine Rolle, wir funktionieren als Team trotz dieser Unterschiede und haben das Spiel gewonnen.  Nach dem Spiel kam es dann aber  zu einer unschönen Auseinandersetzung. Einer unserer dunkelhäutigen Spieler wurde von einem  des gegnerischen Teams auf Grund des Ärgers über die Niederlage als „Scheiß Nigger“ bezeichnet. Dies führte schließlich zu einer Rudelbildung und unsere Trainer mussten die zwei Mannschaften voneinander wegziehen.

Mich persönlich hat dieses Erlebnis sehr schockiert. Ich hab mich gefragt, wie sehr und warum Rassismus immer noch in den Menschen in Deutschland im 21. Jahrhundert verankert ist. Denn eigentlich steht Deutschland für eine pluralistische und offene Gesellschaft. Aber vielleicht liegt genau hier das Problem. Die Regierung versucht rassistische Dinge oder Wörter wie „Nigger“ zu verbieten und somit dem Rassismus entgegen zu wirken. Doch was bedeutet eigentlich Rassismus?                                                                                                              

Lehre, Theorie, nach der Menschen bzw. Bevölkerungsgruppen mit bestimmten biologischen Merkmalen hinsichtlich ihrer kulturellen Leistungsfähigkeit anderen von Natur aus über- bzw. unterlegen sein sollen dem Rassismus entsprechende Einstellung, Denk- und Handlungsweise gegenüber Menschen bzw. Bevölkerungsgruppen mit bestimmten biologischen Merkmalen.    

Diese Definition zeigt meiner Meinung nach, dass unsere Regierung mit ihren Versuchen gegen den Rassismus genau das Gegenteil bewirkt. Den Menschen wird so vermittelt, dass sich die Regierung um solche Dinge kümmert und das Problem liegt nicht bei einem selbst . Die meisten Menschen würden behaupten, dass sie nicht rassistisch sind oder diese Auseinandersetzungen wie rechtsradikale Übergriffe auf Farbige nichts mit einem zu tun haben. Aber das ist das Grundproblem. Menschen in Deutschland haben diese Probleme mit Rassismus nicht, da sie i. d. R. von Geburt aus und auf Grund der Geschichte, privilegiert sind – privilegiert, durch die weiße Hautfarbe und außerdem will man ja auf gar keinen Fall den Nationalsozialisten gleichgestellt werden .

Niemand würde nach einem Attentat in Deutschland vermuten, dass ein Deutscher dahinter steckt. Nein es würde vielmehr heißen „bestimmt ein Flüchtling oder Ausländer“. Erkennt ihr euch wieder? Aber nein wir sind nicht rassistisch.   Die heutige Definition zu Rassismus nach „Deutschland schwarz-weiß“ von Noah Sow beschreibt :den  Glaube, dass Menschen aufgrund ihrer genetisch bedingten Merkmale bestimmte Präpositionen (Veranlagungen) jeglicher Art haben, d. h. Rassismus ist nicht nur die negative Reaktion auf angebliche Unterschiede, sondern bereits die Behauptung des Unterschieds.   Den Menschen muss klar werden, dass wir alle gleich sind. Wir verbinden „anders“ mit schlecht. Und selbst wenn nicht, trennen wir Ausländer von uns. Wir  machen keine Witze über Ausländer, weil sie anders sind. Aber macht ihr nicht auch über jeden anderen Witze?  

Deutschland will eine Einheit und Zusammenhalt. Diese Themen werden einfach viel zu wenig kommuniziert, stattdessen versucht die Regierung mit Verboten des „N“-Wortes u. ä. Sprachgebrauch dem Rassismus entgegenzuwirken. Das ist natürlich ein wichtiger Schritt, den Sprach bedeutet auch Macht und Abgrenzung, aber dabei darf es nicht aufhören. Das Grunddenken der Menschen und das Bewusstsein muss verändert werden. Es muss bei jedem einzelnen ankommen, wie ich unbewusst durch meine Geschichte und Sozialisierung im rassistischen Denken verwurzelt bin. Jeder muss bei sich anfangen, sich ehrlich zu hinterfragen, wie weit der eigenen Rassismus geht …durch Sprache, Ignoranz etc.. Ansonsten werden sich diese Dinge nie ändern und das Ziel einer nationalen Einheit unerreichbar sein. Kindern und Jugendlichen werden wie mein Teamkamerad früh mit Rassismus und Ausgrenzung konfrontiert werden.

Quelle: „exit racism“/T. Ogette