Protokoll Ethik 8.2.19

Referentin der Doppelstunde : Frau Schütze

Thema der Doppelstunde : Utilitarismus –
Das Nützlichkeitsprinzip nach Jeremy Bentham

Es waren alle anwesend.

Die Stunde wurde durch ein Fallbeispiel einer Schwangerschaft zum Thema Abtreibung angefangen in dem es darum ging zu urteilen, wie man in der Situation (siehe AB) handeln würde.

Alle waren gegen die Abtreibung und befürworteten die Spende der Organe damit man noch mindestens 1-3 Leben retten könnte.

Dieses Ergebnis überraschte Frau Schütze. „Ihr seid der erste Kurs, welcher komplett gegen die Abtreibung ist.“

Jedoch ist klar, dass diese Entscheidung in der Theorie sehr einfach ist aber wenn man nie in so einer Situation gesteckt hat, dann versteht man nicht wie schwer die Praxis ist.

Dazu kann ich aus eigener Erfahrung erzählen:

Vor ca. 3 Jahren wurde meine Mutter schwanger mit einem Kind bei welchem man im 5. Monat einen Chromosomen Fehler entdeckte und sagte, dass sie noch bei der Geburt sterben würde.

Bei uns stand die Option der Abtreibung gar nicht erst zur Frage. Unser Wunsch war es das Kind so natürlich es geht sterben zu lassen.

Auf wundersame Weise überlebte sie die Geburt und es gab sogar eine OP mit einer Wahrscheinlichkeit von 30% auf ein Leben, doch auch hier entschieden wir uns dafür, dass sie natürlich sterben soll und nicht bei einer OP. ( Insgesamt lebte sie nur 2 Monate)

Bei diesem Dilemma stellten einige aus dem Kurs ein paar schwierige Grundfragen wie z.B. : Wen nehme ich mit auf die Entscheidung? Die ganze Familie? Nur den Ehemann? (…)

Das Grundproblem ist ja das man etwas tun bzw. sich entscheiden MUSS, denn egal ob man etwas macht oder nicht , es wird etwas passieren.

Frau Schütze berichtete, dass sie sich nie vor der Geburt auf solche Merkmale untersuchen lies , damit sie gar nicht erst in so ein Dilemma kommen würde , sondern alles kommen lassen würde wie es käme.

Nach der Pause wurde nun das Fallbeispiel mit dem neuem Thema verbunden :

Dem Prinzip der Nützlichkeit – Der Utilitarismus

Hier geht es um den Philosoph Jeremy Bentham der sich immer nach der Nützlichkeit einer Entscheidung richtet, welche er an der negativen oder positiven Auswirkungen auf das Umfeld und die Gemeinschaft schließt. „Gut ist was nützlich ist“ ( Interesse der Gemeinschaft)

Daraufhin sollte man das Prinzip an unserem Fallbeispiel anwenden um so schauen was die für ihn richtige Lösung wäre.

Kann man so entscheiden ?

Ja, aber nur wenn es für alle das beste ist ?

Irgendwo ist dieses Prinzip trotz allem sehr egoistisch, denn im Nachhinein beschäftigt man sich sehr mit einer subjektiven Sicht und man bindet zwar die anderen mit ein, jedoch nur aus dem eigenem Sichthorizont.

Was heißt überhaupt „es muss für alle das beste sein“ und ist es überhaupt möglich?

Ist dieses Prinzip hilfreich für die Entscheidung(en) ?

Nein, weil man solche wichtigen Entscheidungen nicht berechnen kann oder sollte. Zudem spielen viele Emotionen und andere Faktoren mit rein und die ganz praktische Frage ist ob man überhaupt genug Zeit hat, die ganzen Punkte erst mal durchzugehen.

Eine gute Hilfslinie kann es schon sein, jedoch sind wir der Meinung dass es kein Allheilmittel ist.

Zumal man sich oft damit auch aus der Verantwortung ziehen kann und nicht wirklich selbstständig die Entscheidung trifft.

Zu allem Unglück wurde die Stunde pünktlich auf das klingeln beendet.

Liebe Grüße , Albinos !

P.S.: Dies kann gerne eine Diskussionsrunde über Abtreibung werden 😉

Körperwelten – Dürfen Tote im Rampenlicht stehen und Kunst sein? Aufklärung oder Verletzung der Menschenwürde?

Am 8.11.2018 besuchten die Biokurse die Ausstellung der „Körperwelten“ in Heidelberg.

Dort kriegt man tiefste Einblicke in den menschlichen Körper was für die Wissenschaft eine große Hilfe ist.

Das Besondere ? Alle ausgestellten Plastinate sind konservierte, tote Menschen, die vor ihrem Tod dazu eingewilligt haben sich ausstellen zu lassen. (Plastination :Die Methode, Wasser aus den Zellen im Vakuum durch Kunststoff zu ersetzen )

Die Motive sind meistens die, dass man der Familie mit Kosten usw. nicht zur Last fallen oder der Nachwelt und der Wissenschaft dienen will.

Es war unglaublich spannend so genaue und tiefe Einblicke in das Arbeiten des menschlichen Körpers zu kriegen, doch durch die ganze Ausstellung zog sich ein mulmiges Gefühl durch.

Nicht nur, weil man wusste, dass man umgeben von Leichen ist , sondern , weil der Erfinden , Dr. Gunther von Hagen – Arzt und Anatom, einen künstlerisch, inszenierten Aspekt reinbringt.

Die Plastinate sind in verschieden sowohl lebensnahen als auch sehr besondere Posen dargestellt und da stellt sich die Frage, ob die Plastinate gegen die Menschenwürde gehen und wenn ja , darf die Wissenschaft die Berechtigung dafür sein?

Zu erst muss man sagen, dass solche Einblick in den Menschlichen Körper kein Schema in einem Lehrbuch und irgendwelche Puppen jemals geben könnten.

So detailliert und natürlich kann nur die Genauigkeit des menschlichen Körpers darstellen.

Somit dient der Einblick der Wissenschaft, besonders Medizinern und Studenten bzw. Auszubildenden in diesem Bereich.

So anschaulich konnte man vorher nicht der Anatomie auf die Spur gehen.

Dazu muss man erwähnen, dass von Hagen selbst betont, dass es ihm wichtig sei durch die Plastinate das menschliche Wunderwerk auch an den Leihen zu bringen, der sich damit nicht auskennt. Dafür benötige er diesen inszenierenden Weg und den Reiz.

Viele Menschen können vor ihrem Tod dazu entscheiden, wie sie inszeniert werden und sich somit einen eignen würdigen Abgang aus dem Leben aussuchen, denn der Gedanke daran eine von Würmern zerfressene Leiche unter der Erde zu werden erscheint vielen als noch unwürdiger.

Als Plastinat können die Menschen der Nachwelt dienen und z.B. durch besondere Krankheiten auch mehr Verständnis der Medizin und der Allgemeinheit geben.

Medizinerin Angelina Whalley , Ehefrau von Gunther von Hagen, argumentiert in einem Interview damit , dass jeder Mensch jede Sekunde seines Lebens die freie Entscheidung über sein Leben hat, warum sollte er nicht auch das Recht die Entscheidung über seine „Bestattung“ zu entscheiden haben ?

Es wird auch keiner gezwungen zur Ausstellung zu kommen somit muss die Sensationslust des Menschen nicht die Intention dafür sein.

Zu Letzt kann man anhängen, dass acht darauf gegeben wird , dass der Plastinationsvorgang würdevoll passiert.

Soweit scheint es doch als sei die Erfindung der Plastination eine Bereicherung für unsere Welt, jedoch gibt es in der Kontroverse natürlich auch eine ethische Gegenseite.

Im folgendem stelle ich einige ethische Fragen die jeder für sich selber oder in einer Diskussion unten gerne beantworten darf. Meine Meinung kommt am Ende.

Anfangs kann man einwerfen, dass nicht alle Plastinate komplett verwendet werden.

Dadurch, dass die Anfrage groß ist kann man nicht alle Plastinate ausstellen und so werden manchmal nur Einzelteile, wie ein Arm, an Universitäten für eine Einzelntersuchtung geschickt.

Hier stellt sich die Frage:“ Wie sehr wird hier die Würde des Menschen geehrt, wenn sein Körper als nur teils notwendig angesehen wird und der Rest „weggeschmissen wird?“ Wäre es für dich eine ehrenvolle Bestattung?

Ein anderer Punkt ist offensichtlich die schaulustige Darstellung der Plastinate.

Man kriegt durchaus intime Einblicke eben auch über den Intimbereich eines verstorbenen Menschen, welcher diesen wahrscheinlich sein Leben lang intim gehalten hat und nun wird dieser offen für alle Welt.

Zudem gibt es durchaus fragwürdige Plastinate wie zum Beispiel die Embryonenausstellung.

Zugegeben ist diese ein spannender Einblick,jedoch verletzt sie nicht nur anhand der christlichen Weltansicht sondern auch der weltlichen die Menschenwürde.

Ein anderes Beispiel ist zwei Plastinate beim Geschlechtsackt, wo wir erneut bei der Intimsphäre landen.

Noch makaberer wird es aber bei den künstlich angehauchten Plastinaten , die einen eigenen Titel tragen und äußerst poetisch und künstlerisch dargestellt werden.

Konnte man nicht die selben Aussagen und Details in einem Plastinat zeigen ohne ein „Kunstwerk“ daraus zu machen ?

Hier sagen viele, dass der menschliche Körper schon für sich ein Kunstwerk ist und hier eine Plattform gegeben wird, dieses genauer zu betrachten.

Wie weit darf Kunst gehen bzw. ist es schon Kunst?

In dem Fall könnte man sogar sagen, dass Kunst versucht das Ableben des Menschen in Würde darzustellen aber ist nicht die selbe Begründung ein Gegenargument?

Verliert der tote Mensch durch eine Inszenierung gerade dadurch seine Würde. Währen kann er sich ja nicht mehr.

Propst für Rheinhessen , Klaus-Volker Schütz äußert in einer Diskussion im evangelischem Dekanat in Mainz, dass wir heutzutage technisch so weit wären, dass ein 3D Druck das selbe darstellen könne und man keine toten Menschen dort posieren müssten.

Irgendwo bricht man durch das Plastinieren auch den Tod.

Dadurch, dass man der Körper durch das Plastinieren ewig halten kann, könnte man auch sagen,dass man ein elementaren Punkt des Lebens, den Tod, umgangen hat und einen Menschen ewig gemacht hat oder zumindest sein Fleisch.

Anhängend muss man sagen, dass die Angehörigen nicht unbedingt wissen und nicht entscheiden was mit dem verstorbenen passiert und es möglich ist den toten Opa plötzlich in Scheiben auf einer Ausstellung zu sehen ist. Hier erneut die Frage : Wäre eine klassische Bestattung nicht würdevoller und könnte dem verstorbenen den Respekt erweisen ?

Sollte ein Toter im Rampenlicht stehen ? Nur für die Wissenschaft ? Oder darf man dies auch künstlerisch umsetzten ?

Auch darf man sich fragen, ob wirklich alle Ausgestellten vorher gefragt wurden. Was ist mit denen die keine Angehörigen haben ? Es gab schon oft kuriose Momente bei von Hagens.

Meiner Meinung nach ist die Aufstellung auch für mich sehr Eindrucksvoll gewesen.

Danach geht man irgendwie verändert raus, denn die Ausstellung regt definitiv zum denken an.

Selten ist die Grenze zwischen Leben und Tod zu greifbar und man fragt sich irgendwo auch , ob man so enden will .

Desto länger man sich dort aufhält desto weniger sieht man das Leben und seinen Körper als selbstverständlich an. Soviel passiert was man nicht bemerkt und so schnell kann alles vorbei sein.

Irgendwo schätzt man seine Körper danach mehr wert.

Somit hat der wissenschaftliche Aspekt auf alle Fälle zugeschlagen.

Jedoch hatte auch ich durchgehend ein komisches Gefühl bei dem Gedanken auf einer „Kunstausstellung toter Menschen“ zu sein. Immer hielt ich mir vor Augen, dass das vor mir mal was Lebendiges war und dann fängt man an mehr drüber nachzudenken.

Desto mehr echte Details, wie zum Beispiel die Haare, dran waren desto makaberer wurde es.

In meinen Augen wäre es keine würdevolle Bestattung .

Natürlich kann ich dadurch der Wissenschaft dienen, doch ich will nicht nur meine Seele sondern auch meinen Körper von dieser Welt trennen und mich nicht verewigen

Zugmahl will ich nicht das intimste Innere von mir jedem zur Show stellen, weil ich dadurch das Gefühl habe meine Würde verloren zu haben .

Ich würde zu einem Objekt werden und für die Schau- und Sensationslust der anderen dienen.

Vieles spricht auch gegen meinen Glauben und ethische Grundsätze; somit würde ich persönlich mich nicht plastinieren lassen. Zwar falle ich meinen Angehörigen bei meinem Tod zur Last aber der Wunsch des Menschen auch nach dem Tod mit Würde behandelt zu werden strebt in jedem, nur muss es jeder für sich definieren.

Letztendlich muss jeder für sich Entscheiden ob es eine Option für einen selber wäre.

Wenn man mit der Waage zwischen Kunst und Wissenschaft gut klar kommt, dann ist ein Besuch zu den Körperwelten definitiv wert.

Quellen :

https://www.stern.de/panorama/wissen/debatte-um–koerperwelten–ausstellung-die-plastinate-gehoeren-in-unsere-mitte–3833316.html

Ich freue mich auf eine Diskussion ! – Albinos

Protokoll Ethik-Doppelstunde K1 5.10.18

Referentin der Doppelstunde : Frau Schütze

Thema der Doppelstunde : Was ist Glück?

Es waren alle anwesend.
Die Stunde wurde durch die Fragestellung „Was bedeutet Glück für dich?“ angefangen. Dazu sollte man sich für eine der 7 vorbereiteten Aussagen dazustellen und seine Entscheidung begründen.
Das Fragezeichen bedeutet, dass man eine andere oder eigene Definition hat.
Jeder sollte erklären, warum er sich dazugestellt hat, doch keiner war mit einer der Definitionen ganz zufrieden. Die Tendenz ging Richtung:“ Es hängt nicht von materiellen Dingen ab.“

Daraufhin kam die Diskussion auf, dass es einen Unterschied zwischen „Glück haben“ und „glücklich sein“ gibt. Dies wurde anschließend genauer untersucht und differenziert.
Wir sind zum Schluss gekommen, dass das Glück haben eher die äußeren Umstände sind, wohingegen beim glücklich sein es eher auf die innere Einstellung ankommt.
Beide sind durch äußere und innere Faktoren beeinflussbar, wobei das Glück haben eher nur zum Teil. Meistens kann man da eben nur seine Wahrscheinlichkeit erhöhen oder senken aber die Garantie des Glück Habens ist nie 100% beeinflussbar. Wie z.B. bei einer Meisterschaft.

Das glücklich Sein kann man jedoch nochmal in „Momentglück“ und „Langfristiges Glück“ unterteilen. Wobei man es generell in noch mehr Faktoren unterscheiden kann unter anderem in : Einflüsse von anderen oder Einflüsse durch mich selbst (…).
Darauffolgend musste man anhand Zitate oder Aussagen noch mal an klaren Beispielen herausarbeiten, was denn nun wirklich der Unterschied sei.
Anschließend an diese Aufgabe wurde eine Tabelle analysiert. Diese trägt die Überschrift :“ Der Glücksatlas der Deutschen Post – die Messung von Glück“ und zeigt ein Tabelle mit allen Bundesländern in einer Rangliste und die Punktzahl des empfundenen glücklich sein. Die Messung fand von 2012-2016 statt.
Auffällig war hier,dass die östlichen Bundesländer weit unten waren und niedriger abgeschnitten haben.
Generell haben wir uns dann gefragt, was die Fragestellung hätte sein können, an der man das Glück hätte Messen können.
Hier einige Gedanken:
  • Wie zufrieden sind sie mit der Regierung?
  • Wie sicher fühlen sie sich finanziell/im Bundesland/ Im Land/ als Minderheitsgruppe (…)?
  • Wie zufrieden sind die mit Ihrem Materiellem Besitz?
  • Wie zufrieden sind sie mit Ihrem Nachbarn (unter anderem auch Menschen aus anderen Ländern)/ Familie (…)?
Die wahre Fragestellung ist nicht angegeben worden.
Erneut wurde der West-Ost Unterschied aufgegriffen und diskutiert. Was seien die Rahmenbedingungen?
Unser Endfazit war, dass man Glück nie eindeutig messen kann, denn dieses hängt von verschiedenen Faktoren ab und bedeutet für jeden etwas anderes und hängt auch zum Beispiel vom Geschlecht oder Alter ab.
Diese Vorgedanken waren eine Überleitung zu dem Philosoph Aristoteles und seinem Werk:“ Das Wesen des Glücks.“ Zunächst wurde aus Verständnisgründen der Text gemeinsam gelesen und zum Schluss zusammen die Kernaussage des Textes analysiert, welche im folgendem Bilde zu sehen ist.

Danke fürs Lesen, euer Albinos!

Was bedeuetet Glück für mich ?

Glück bedeutet für mich, dass ich mich geborgen fühle durch andere Menschen und meine Umgebung . Dazu gehört für mich auch der Frieden , sowohl in mir als auch in meiner Umgebung. Mir ist es wichtig zu wissen, dass es einen Ort gibt , an dem ich ankommen kann, wie ich bin und mich sicher, angenommen und wohl fühlen kann.

 

(Quelle)                                                                  (Quelle)