Was sind wir eigentlich? Grenzen zwischen Bewusstsein, Realität und Simulation

Es gibt verschiedene Wege, dem Alltag zu entfliehen. Meiner ist der Nachthimmel, in dessen Sterne ich mich jedes mal aufs Neue verliere. Er ermöglicht mir, für eine Zeit vom Alltag abzuschalten, und über Dinge zu reflektieren, die nicht in meinen alltäglich strukturierten Tagesablauf passen. Mit dem Blick in die Sterne, in das weite Unbekannte, das ich vergeblich versuche, mit meinen Augen zu ergreifen, schwirrt mir die Frage im Kopf, was wir eigentlich sind.

Fangen wir mal simpel an. Wir sind Körper und Geist. Biologisch gesehen besteht unser Körper aus vielen Billionen Zellen. Jede Zelle kann ohne Bewusstsein, ohne Willen und ohne Selbstbestimmung als lebendige Einheit existieren und unter bestimmten Bedingungen ohne dich weiter leben, doch du nicht ohne deine Zellen.

Eine Theorie wäre folglich dessen, dass wenn du deine Zellen wo anders als in deinem Körper am Leben hältst, du selbst woanders weiter lebst oder auch nur ein Teil von dir am Leben hältst. Mal angenommen, wir tauschen all unsere Organe nach und nach mit einem anderen Menschen. Dann wären wir prinzipiell wir selbst in einem anderen Körper, oder auch einer anderen Hülle. Wir wissen aus biologischer Sicht jedoch auch, dass unsere Zellen sich immer wieder erneuern. Das heißt unser Körper erneut sich im Laufe unseres Lebens immer wieder. Wir erneuern uns im Laufe unseres Lebens und pflanzen uns selbst beispielsweise durch Organspende in anderen Körpern ein.

Auch das Bewusstsein jedes Einzelnen von Uns macht uns zu dem, was wir sind, und dennoch lässt uns unser Bewusstsein viele Fragen offen. Das Bewusstsein ist das Hier, welches wir erleben. Das, worüber wir nachdenken. ,,Ich denke, also bin ich.‘‘, ist der Ausgangspunkt aller Gewissheit des gedanklichen Selbstbewusstseins laut Descartes. Wir sind uns unseren mentalen Zuständen bewusst, unsere Gedanken und Emotionen mit einbegriffen. Wir denken über unser eigenes Bewusstsein nach.

Doch wenn wir aus Körper und Geist bestehen, in wiefern hängt unser äußeres Erscheinungsbild mit unserem Geist zusammen? Ich persönlich habe die Vorstellung, unser Körper wäre ein funktionelles Gerät, welches viele Handlungen ausführen kann, jedoch nur mithilfe von unserem Geist, das wir nun anhand von Batterien veranschaulichen. Unser Geist steuert die Handlungen unseres Körpers mithilfe von Energie. Nun kommt unser Bewusstsein dazu. Unser Bewusstsein ist in unserem Geist verankert und wir bestehen aus Körper und Geist. Doch wo ist unser Geist verankert? Nehmen wir an, wir würden alle Organe in unserem Körper mit den Organen eines anderen Körpers tauschen. Letztendlich würden wir nichtmal am Herzen, sondern am Gehirn scheitern, weshalb ich denke, dass unser Geist und unsere Seele im Gehirn verankert sind. Während unsere Organe, also Teile unseres Körpers, ohne unseren eigenen Geist in einem anderen Körper weiter bestehen können, kann unser Geist nicht aus unserem Körper entfliehen, da unser Geist abhängig von dem eigenen Gehirn ist und unser Gehirn nicht in einen anderen Körper kann. Also ist unser Körper nicht abhängig von unserem Geist, sondern unser Geist von unserem Körper. Unser Körper ist im Prinzip unser physisches Auftreten auf der Erde. Ohne unseren Körper könnte unser Geist keine Energie in Form von Handlungen ausüben. Folglich dessen erklärt das auch, warum wir laut der anfänglichen Theorie zwar Teile unseres Körpers in anderen Körpern weiter leben lassen können, unser Geist jedoch im eigenen Körper bleibt. So würde ich mir auch die Nahtoderfahrungen von Sasha Eliasson erklären, der anscheinend bereits 2 mal klinisch dem Tod entgegengeblickt hat. Er berichtet davon, ,,frei von Bewusstsein‘‘ gewesen zu sein, und dass es sich angefühlt hätte, ,,als hätte jemand einfach den Aus-Schalter betätigt‘‘.

Eine andere Theorie wäre, dass wir in einer Simulation leben. Unser Leben, unser Handeln und unser Denken ist Simulation, und somit im Grunde genommen auch unser Geist, unser Körper, und unser Bewusstsein. Wir Menschen neigen dazu, die Realität zu verstehen. Wir streben nach deutlichen und erklärenden Antworten. Mit dem Fortschritt werden wir auf neue Möglichkeiten für unerklärbare Dinge achtsam. Mit der Idee, ein Universum zu simulieren, kann man sich die Frage stellen, ob das nicht bereits passiert ist, und wir Schöpfungen sind, welche in einer Simulation leben. Vielleicht sind wir nicht real, und wir sind uns unserer Schöpfung nicht einmal bewusst, da unser Bewusstsein simuliert ist. Wir streben nach Antworten, und wenn wir skeptisch mit dem Thema Simulation umgehen, weil wir keine Beweise haben, sind wir nicht überzeugt davon, in einer Simulation zu leben. Wir können uns unser Bewusstsein selbst nicht einmal erklären, weshalb es plausibel klingt, dass unser Bewusstsein, und somit unser Gehirn simuliert ist. Ebenso wird zwar davon ausgegangen, es gibt andere Lebewesen im Universum, jedoch haben wir keine Erkenntnisse darüber, wie sie aussehen und ob sie tatsächlich existieren. Wir haben keine Anzeichen von außerirdischen Zivilisationen entdeckt, weil sie für unsere Simulation nicht vorgesehen sind. In der Isaac-Asimov-Memorial-Debatte diskutieren Wissenschaftler darüber, dass wir bedenken sollten, dass wir auf einem noch niedrigen Level der Technologie leben und unser Universum mindestens 18 Milliarden Jahre alt ist. Dabei nutzen wir erst seit knapp über einem Jahrhundert Strom, sind erst seit wenigen Jahrzehnten weltweit vernetzt und haben so gut wie keine Raumfahrt. Es müssten eigentlich Zivilisationen geben, die sehr viel älter und dementsprechend fortgeschrittener sind als wir. Während wir in Videospielen beginnen, Leben zu simulieren, könnten es andere bereits geschafft haben, eine virtuelle Welt zu simulieren, in welcher wir uns gerade befinden.

Ich denke, wir sind uns alle einig, wie umfangreich das Thema ist. Bei dem Gedanken, wer wir eigentlich sind, gibt es natürlich viele weitere Theorien, worüber ich mich in den Kommentaren freuen würde, zu lesen. Für mich ist die Frage, wer wir sind, weiterhin unklar und es steht immer noch die Frage nach dem Unbekannten in den Sternen. Sind wir ein Geist, mit dem Bewusstsein in dem Körper eines Menschen, oder sind wir tatsächlich eine Simulation mit einem manipulierten Bewusstsein? Wer sagt, dass unser Bewusstsein und unser Geist keine Simulation ist, wenn wir uns selbst nicht mit voller Überzeugung unser Bewusstsein erklären können?

Quelle Zellen: https://www.youtube.com/watch?v=r0Af_AT31tc

Quelle zum Bewusstsein: https://de.wikipedia.org/wiki/Bewusstsein#Selbstbewusstsein

Wie entstand unser Bewusstsein? (interessantes Video): https://www.youtube.com/watch?v=Vl4FotUbbBA&t=75s

Quelle Nahtoderfahrung (Sasha Eliasson): https://www.focus.de/wissen/mensch/nahtoderfahrungen-phaenomen-nahtod-fuenf-unglaubliche-berichte-aus-dem-jenseits_id_4639129.html

Gründe, warum wir in einer Simulation leben: https://www.plejadium.de/real-life/dont-panic/leben-wir-in-einer-simulation/

Isaac Asimov Memorial Debate: https://www.amnh.org/explore/news-blogs/podcasts/2016-isaac-asimov-memorial-debate-is-the-universe-a-simulation

Prostitution: Schadet ein Verbot?

,,Nichts ist trauriger als eine Frau, die sich aus anderen Gründen auszieht als für die Liebe.‘‘, so laut Juliette Gréco. Sie spricht mit diesem Zitat explizit das umstrittene Thema Prostitution an. Doch wäre es besser, die sogenannte ,,Sexarbeit‘‘, welche gegen Entgelt sexuelle Handlungen vornimmt, zu verbieten oder legal bestehen zu lassen?

Viele Menschen fordern ein Verbot der Prostitution, mit der Begründung, sie sei ein fundamentaler Verstoß gegen die Würde des Menschen, wobei hier sowohl weibliche, als auch männliche Prostitution mit einbezogen ist. Doch warum sollte ein einvernehmliches Sexualverhalten gegen Bezahlung diskriminiert und verboten werden?

Ja, zum einen kann die Prostitution als Verstoß gegen unseren obersten Verfassungswert, die Menschenwürde, gesehen werden. Hierbei sollte man jedoch zwischen freiwilliger Prostitution und Zwangsprostitution differenzieren. Einerseits soll ein Mensch frei entscheiden können, wem und was man seinen eigenen Körper widmet. Viele behaupten, Prostituierte hätten keinen eigenen Willen, doch haben sie wirklich keinen eigenen Willen, wenn sie selbst über ihren eigenen Körper entscheiden? Wenn man eine Gruppe von Betätigten für ihre Entscheidung mit ihrem eigenen Körper diskriminiert, missachtet man anders betrachtet ebenso die Würde des Menschen.

In unserer Gesellschaft wird Prostitution auf der einen Seite mit Menschenhandel, Gewalt, Ausbeutung und Diskriminierung verknüpft. Auf der anderen Seite wird Prostitution als legale Arbeit anerkannt und positiver betrachtet. Doch man kann dieses umstrittene Thema nicht in zwei Seiten einteilen und pauschalisieren. Jede einzelne, in dem Bereich beschäftigte Person hat andere Gründe, der Tätigkeit nachzugehen. Eine Person kann selbstständig entscheiden, sich der Prostitution zu widmen, oder man hat diese Möglichkeit des selbstständigen Entscheidens eben nicht und es wird einem durch äußeren Einflüssen aufgezwungen. Einzelne, verschiedene Fälle zu generalisieren, indem man ihre Tätigkeit als normal und harmlos abstempelt, oder eben auch nicht anerkennt und diskriminiert, führt zur Banalität.

Beispielsweise berichtet eine Frau ihre Erfahrungen als Prostituierte, sie sehe keinen Grund dafür, sich anderweitig zu beschäftigen, weil ihre Tätigkeit ihr leicht fällt und ihr nie langweilig wird. Auch Ausbeutung, Drogen und Armut treffen auf ihr Edelbordell, welches Sie selbst führt, angeblich nicht zu. Die Frauen arbeiten selbstbestimmt und aus freiem Willen. Die Besitzerin nimmt hierbei nichts von dem Verdienst der Frauen ab, da es sonst Zuhälterei wäre. Auch müssen die Frauen nicht jeden Kunden bedienen, denn ein Rückzieher ist auch kurzfristig möglich.

Ein Gegenbeispiel ist eine andere Frau, welche bis heute gezeichnet ist, und ihre Prostitution mit Sklaverei vergleicht. Ihr Zuhälter tätowierte Sie mit einem sogenannten ,,Eigentumsstempel‘‘ am Rücken. Andere bekommen auch üblicherweise einen Barcode oder den Namen des Zuhälters tätowiert. Allein das beschreibt bereits die Nötigung vieler Prostituierten: Sie sind das Eigentum ihrer Zuhälter, für immer. Durch diese Zwangsprostitution werden viele Beschäftige traumatisiert und müssen schwere psychische Schäden erleiden und handhaben. Folgen der Prostitution sind beispielsweise über Monate und Jahre anhaltendes Kranksein, Essstörungen, Angstzustände und Depressivität. Des Weiteren gehören dazu dissoziative Zustände (Zustände, in denen die Betroffenen nichts empfinden konnten), Suizidversuche, fragliches Suchtverhalten, diverse Narben auf der Haut und Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) wie Schreckhaftigkeit, sich aufdrängende Gedanken und Bilder an das Trauma (Intrusionen) und eine sexualisierte Art von Affektisolation.

Auch die Psychotherapeutin Ingeborg Kraus wird mit dem Thema Prostitution konfrontiert. Sie behandelt Prostituierte, welche aufgrund ihrer Arbeit stark leiden. Frauen, die anfänglich meinen, sie würden den Job liebend gerne tun, verleugnen sich meist selbst, denn sie blenden aus, was genau mit ihnen passiert, und meinen, sie prostituieren sich freiwillig, wobei sie durch ihre schweren Erfahrungen nur gelernt haben, abzuschalten und sich selbst zu verleugnen. Viele Frauen sind sich am Anfang der Therapie nicht bewusst, was sie ausgesetzt waren. Während die Arbeit zuerst als problemlos erscheint, tauchen im Laufe der Therapie tiefe Verletzungen in den Biografien auf.

Wir können bis jetzt festhalten, dass im ersten Beispiel der Frau, welcher das Bordell gehört, eine positive Stellung zu ihrem Geschäft herrscht. Nachdem ich die anderen Erfahrungen der Psychotherapeutin gelesen und kurz zusammengefasst habe, gehe ich davon aus, dass wir uns nun alle die Frage stellen, ob sich die erste Frau bereits sehr stark im Akt der Verleugnung und des ,,Schön-Redens‘‘ befindet. Zwar kann in unserer Gesellschaft keine Gleichberechtigung herrschen, wenn wir einen Beruf verbieten, der eigentlich normal wie jeder andere sein sollte, doch innerhalb dieses Berufes können wir genauso wenig von Gleichberechtigung sprechen. Es wird gut geredet, den Körper einer Frau zu kaufen und zu nutzen, weshalb bei dem Käufer keine Schuldgefühle auftreten, sondern genau das Gegenteil der Fall ist. Da der Käufer für die Dienste bezahlt, sieht er sich schlussendlich im Recht, die gewünschte Gegenleistung zu fordern.

Durch die Beispiele wird deutlich bemerkbar, wie heikel es ist, über ein Verbot der Prostitution zu urteilen. Ein Gesetz wie etwa in Schweden, welches nicht die Prostituierten, sondern die Freier bestraft, macht nur den Akt des Kaufens von Sex illegal. Somit werden nicht die Prostituierten verantwortlich gemacht, sondern die Freier, die die Hauptursache für das Bestehen von Prostitution sind. Wenn weniger Personen die Dienste Prostituierter in Anspruch nehmen würden, würde die Zahl der Prostituierten zurückgehen.

Nichtsdestoweniger läuft man, wenn man nicht nur den Käufer bestraft, sondern ein allgemeines Verbot der Prostitution festlegt, eventuell der Gefahr aus, dieses Geschäft in den Untergrund zu drängen und folglich dessen nicht die Kritikpunkte, welche die Prostitution mit sich bringt, zu beseitigen, sondern die Situation der Prostituierten zu verschlimmern und zu erschweren. Mit dem Prostitutionsgesetz in Deutschland haben Prostituierte demgegenüber die Möglichkeit, sich nun regulär in den gesetzlichen Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherungen zu versichern. Außerdem wirkt sich das Gesetz auf das Strafrecht aus, und somit auch auf das Zivilrecht.

Ich persönlich finde es schwer, darüber zu urteilen, ob ein Verbot der Prostitution sowohl von Frauen als auch von Männern schadet. Für viele freiwillige Prostituierte wird ihr Geschäft als Chance angesehen, für unfreiwillige Zwangsprostituierte nimmt es schwere Folgen mit sich, sowohl psychisch als auch körperlich. Es ist hierbei unerlässlich, über die psychischen Hintergründe und die Auswirkungen von Situationen nachzudenken. Wenn eine in der Prostitution beschäftigte Person tatsächlich ohne Verleugnung der Ansicht ist, dieses Geschäft wäre gut, leiden demgegenüber Andere daran. Mit einem Verbot würden die Zahlen zwar sinken, aber es lässt sich keinesfalls ausschließen, dass sowohl freiwillige Prostitution, als auch Zwangsprostitution illegal ausgeübt werden. Ich vermute, dass Betroffene aufgrund eines Verbotes viel stärker in eine Sackgasse und Aussichtslosigkeit gedrängt werden, weshalb man das Problem an der Wurzel greifen sollte: Die Verleugnung und den Zwang von äußeren Einflüssen und persönlichen Hintergründen nachgehen, anstatt Prostitution gesetzlich zu verbieten.

Das anfängliche Zitat von Juliette Gréco versucht diese moralische Zwangslage zusammenzufassen. Letztendlich steckt etwas Wahrheit in dem Aspekt der Traurigkeit, dass Menschen auch anderen Gründen als der Liebe ausgesetzt sind und teils keine andere Möglichkeit sehen, ihr Leben zu handhaben.

Ich denke, wir alle sind uns der Tatsache bewusst, wie vielseitig das Thema Prostitution ist, weshalb es mich interessiert, was ihr von einem Verbot der Prostitution haltet und auf welche Aspekte ihr weiter eingehen wollt. Wenn ihr die Berichte und Erfahrungen der drei oben beschriebenen Frauen ausführlicher nachlesen wollt, findet ihr sie hier unter diesen Links:

Beispiel positive Erfahrungen:

https://www.cosmopolitan.de/amp/erfahrungen-als-prostituierte-ich-war-gerne-eine-hure-eine-studentin-berichtet-81661.html

Beispiel negative Erfahrungen:

https://www.trauma-and-prostitution.eu/category/wissenschaftliche-texte/erfahrungsberichte/

https://bvvp.de/2020/09/07/prostitution-macht-krank/

Psychotherapeutin Ingeborg Kraus:

https://www.spiegel.de/gesundheit/sex/prostitution-was-sexarbeit-anrichten-kann-a-00000000-0003-0001-0000-000002034187-amp

Quelle Zitat/weitere Quellen:

http://zitate.net/prostitution-zitate

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Prostitution

Disney-Ideale: Unglück?

Vielleicht seid auch ihr mit den Disney-Filmen und Geschichten aufgewachsen, und vielleicht schaut ihr euch heute noch die Disney-Filme regelmäßig an. Und auch wenn ihr euch hier nicht anschließen könnt, habt ihr euch zumindest einen Disney-Film jemals angesehen oder kennt eine der Geschichten von den bekannten Filmemachern. Von actionreichen Autorennen mit Lightning McQueen, herzzerreißenden Abendteuern mit Simba bis hin zu den märchenhaften Prinzessinnen-Geschichten wurden wir als Kinder in verschiedene Welten mitgenommen. Dabei stellt sich mir nun die Frage, in wiefern uns die idealisierten Handlungen, Charaktere und Beziehungen schon frühzeitig beeinflusst haben könnten, und ob uns das Disney-Ideal ins Unglück führt.

Disney-Filme zeigen uns das Bild einer gefühlvollen Welt, in der das Gute siegt und die Prinzessin am Ende ihren Prinzen findet. Alles schön und gut, doch neben den moralischen Werten und Normen, die dem Kind helfen, richtig von falsch zu unterscheiden und den Unterschied zwischen gut und böse zu verstehen, neben den Botschaften von Freundschaft und Zusammenhalt, bringen die Filme auch eine konservative Rollenverteilung mit sich und stellen Schönheitsideale verzerrt dar.

Auffallend sind vor allem die Rollenbilder, die den Kindern schon im frühen Alter vermittelt werden. Mädchen leben wie Prinzessinnen in einer rosa färbenden Welt, welche von ihrem Prinzen gerettet werden. Doch das Bild der hilfsbedürftigen Mädchen und des mit Stärke protzenden, mutigen Mannes prägen die Vorstellungen der kleinen Zuschauer. Gerade in der Zeit, in der sich Kleinkinder entwickeln und man anfängt, die Welt zu entdecken und zu verstehen, besteht die Gefahr, diese Vorstellungen als seine Eigenen aufzunehmen. Es entsteht ein idealisiertes Bild der Gesellschaft, in welcher das Mädchen rosa angezogen, klein und zierlich sein muss, während der Junge Stärke und Mut beweisen sollte. Im Gegensatz dazu steht der Disney-Film “Merida“, in welchem die Hauptcharakterin Merida ihrer Rolle als ideale Prinzessin nicht gerecht werden will, und dagegen ankämpft, bis das nicht traditionelle Frauenbild schlussendlich akzeptiert wird.

Abgesehen von der idealisierten Rollenverteilung, ist ebenso ein Schönheitsideal in den Filmen verpackt, welche Auswirkungen auf unsere Selbstwahrnehmung haben. Die Körper der Prinzessinnen vermitteln eine unrealistische Vorstellung. Vergleichbar wäre hiermit das bekannte Phänomen, wenn man auf Instagram einen Beitrag sieht und daraufhin den Wunsch verspürt, etwas an sich ändern zu wollen, da man sich nicht schön genug fühlt. Genau diese Gefahr ist auch in den Bildern der Disney-Filme versteckt, mit dem Unterschied, dass auch kleine Kinder damit konfrontiert werden.

Wenn man jetzt die Rollenverteilung und das Schönheitsideal kombiniert, könnte man sich andererseits selbst den Gedanken zusammenfügen, man müsse genau dem Bild der Prinzessinnen entsprechen, um seinen Prinzen zu finden. Wer den Film “Cinderella“ gesehen hat, merkt bereits, dass an der Erkenntnis was dran sein könnte: Die beiden Schwestern, die als nicht so schön wie die Hauptdarstellerin gelten, werden am Ende nicht so glücklich wie Cinderella selbst. Genauso im Film “Küss den Frosch“ wird ein Bild des durchtrainierten, sportlichen Prinzen vermittelt, während der fest gebaute Diener mit seinem Unglück zu kämpfen hat.

Auffallend ist noch der Ablauf der Disney-Filme. Denn egal wie schlecht die Anfangssituation der Hauptcharaktere war, gibt es im Endeffekt immer ein Happy End ohne jeglichen Funken Negativität. Nachdem Dornröschen durch den Kuss ihres Retters aufwacht und der Schuh von Cinderella passt, leben alle glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Aber auch das entspricht nicht der Realität. Arielle hat ihren Prinzen ebenso nur für sich gewonnen, als sie sich selbst vom äußerlichen Erscheinungsbild änderte, und ihre Flosse gegen Menschenbeine eintauschte. Noch dazu musste sie ihre Stimme abgeben, um von ihrer großen Liebe zurückgeliebt zu werden. Daraus lässt sich interpretieren, dass man von einem Mann geliebt wird, wenn man keine eigene Stimme und folglich dessen keine eigene Meinung hat.

Andererseits haben die Disney-Filme auch Botschaften mit positiven Einfluss. Während Tiara aus “Küss den Frosch“ durch ihre harte Arbeit von einer Kellnerin zu einer Restaurantinhaberin wird, und ihren langersehnten Wunsch durch harte Arbeit selbst realisiert, da sie an sich glaubt, wird vermittelt, dass man durch den eigenen Willen, dem eigenen Einsatz und der eigenen Arbeit viel erreichen kann. Auch wenn das im echten Leben nicht immer realistisch erscheint, kann diese Botschaft als Stütze jedes Individuums dienen. Auch Arielle musste viele Opfer bringen und durfte nicht aufgeben, um ihren Wunsch zur Realität zu machen, wobei es sich hier streiten lässt, ob es ihre Opfer tatsächlich wert waren. In “Die Schöne und das Biest“ wird auf die inneren Werte aufmerksam gemacht. Und der Film “Aladdin“ zeigt, dass nicht von Bedeutung ist, woher man kommt, sondern was man aus sich macht. Der letzte wichtige Punkt, auf den ich aufmerksam machen will, ist, dass die Disney-Filme auf die Unterstützung anderer Charaktere bauen. Es ist wichtig, Kindern schon im frühen Alter beizubringen, dass sie nicht alles alleine bewältigen müssen, sondern auch auf die Hilfe anderer bauen können, gerade in schwierigen Zeiten. Das ist ebenso eine wichtige Erkenntnis für das Erwachsen werden, die uns im Leben weiter helfen kann.

Zusammenfassend finde ich es wichtig, den Kindern selbst zu verinnerlichen, worauf es wirklich im Leben ankommt und was von nicht so großer Bedeutung ist. Zwar war es erschreckend, als mir die negativen Auswirkungen der Disney-Filme bewusst wurden, dennoch kann ich für mich selbst nur schwer abwägen, ob ich davon beeinflusst wurde oder nicht.

Was ist eure Meinung zu diesen Erkenntnissen? Findet ihr, sie sind zu weit hergeholt und übertrieben, oder glaubt ihr, Kleinkinder können diese Vorstellungen unbewusst verinnerlichen?

Legalisierung aller Drogen?

“Gewalt ist männlich und betrunken“

“Betrunken: 22-Jähriger fährt gegen Stromkasten“

“16-Jähriger baut betrunken Autounfall“

“Betrunken und aggressiv“

“Jung, männlich und vielfach betrunken“

Unsere alltäglichen Nachrichten sind gefüllt mit solchen Schlagzeilen. Allein im Internet findet man täglich News zu Autounfällen und Krawallen, verursacht durch den Konsum von Alkohol. Vielleicht hat der ein oder andere Leser von den Krawallen in Stuttgart gehört. Auslöser des Randales in Stuttgart war der Konflikt zwischen einer männlichen Gruppe und Polizisten, die eine Drogenkontrolle am Eckensee durchführen wollten. Viele der eskalierenden Beteiligten waren betrunken. Doch warum wird der Konsum von Alkohol und Tabak trotz schadenzufügender Fälle gesellschaftlich akzeptiert, während beispielsweise Heroin, Cannabis und LSD verboten sind? Dabei hört man doch diesbezüglich nichtmal ansatzweise von so vielen Vorfällen, verursacht unter Drogenrausch im Vergleich von Vorfällen unter Alkoholrausch.

Jetzt mag der ein oder andere vielleicht mit der persönlichen Freiheit gegen den Verbot von Drogen argumentieren. Jeder von uns hat ein Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Geist bzw. Körper. Wir sind Individuen, welche das Recht haben sollten, selbst über den Konsum von Drogen zu entscheiden, ohne dass der Staat uns etwas vorschreibt, was den Reiz gegebenenfalls sogar erhöht, das “Verbotene“ dennoch zu machen. Dennoch ist die Fürsorgepflicht des Staates gegenüber der Bürger zu beachten, welche über die Freiheitsrechte der Bürger stehen, da Drogen gesundheitsschädigend sind. Zum einen stellt sich noch dazu die Frage, ob man als Drogenabhängiger in der Lage ist, selbstbestimmend zu handeln.

Des Weiteren ist zu bedenken, dass durch den Verbot nicht automatisch der Konsum von Drogen verhindert wird. Es besteht weiterhin eine Nachfrage, und die Versorgung der Kunden mit Drogen findet illegal statt. Wenn man die illegalen Drogen legalisieren würde, bestände außerdem der Vorteil, staatliche Kontrollen besser durchzuführen. Man könnte den Verkauf an Konsumenten bezüglich des Jugendschutzes besser überschauen als wenn man heimlich damit verhandelt.

Darüber hinaus gilt zwar beispielsweise Cannabis als illegal, jedoch stellt der Konsum von Alkohol und Tabak ebenso ein großes Gesundheitsrisiko dar. Tabakrauchen erhöht nicht nur das Risiko für Krebserkrankungen, sondern ist auch verantwortlich für Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und weitere chronische Gesundheitsprobleme. Auch der übermäßige Alkoholkonsum ist Ursache vieler Erkrankungen und Unfälle. Die Zahlen der Toten aufgrund illegaler Drogen ist deutlich geringer als die aufgrund von Alkohol und Tabak. Man muss trotzdem erwähnen, dass der regelmäßige Konsum einiger illegaler Drogen ebenso zu Gehirnschädigungen führen können wie Alkohol. Härtere Drogen wie Kokain und Heroin können ebenso für erheblichen Schaden sorgen, vor allem weil sie schneller zur Abhängigkeit führen als wenn man einmalig Alkohol oder Tabak konsumiert.

Einerseits wäre die Legalisierung mancher Drogen sogar vorteilhaft, da man trotz Verbot an bestimmte Drogen kommt, wenn der Wille besteht, diese zu sich zu nehmen. Mit einer einheitlichen Regelung könnte man die Legalisierung besser kontrollieren, als wenn man beispielsweise weiterhin illegal ohne Kontrolle mit schädlichen Drogen verhandelt. Natürlich sollten Drogen nicht verharmlost werden, nichts desto trotz kann Alkohol dieselben Folgen wie haben wie manche Drogen. Ich persönlich bin der Meinung, dass illegale Drogen trotz der theoretischen Argumente nicht beschönigt und verharmlost werden dürfen. Sie sind nicht ohne Grund verboten, und ich hoffe, jeder von uns Lesern ist sich im Klaren, was Drogen wie Ecstacy, Crystal Meth, Crack und was es sonst noch alles gibt, für Auswirkungen zur Folge haben. Halluzinationen, Kreislaufkollapse, Herzstillstände, Gehirnschäden, Aggressivität, Verfolgungswahn, Schizophrenie und AIDS sind das Eine. Eine Abhängigkeit kann zum anderen den sozialen Abstieg verursachen: Während Schule und Ausbildung nebensächlich und nichtig werden, kann es auf dem Weg, begleitet von Depressionen, Angstzuständen usw. bis zum elendigen Tod führen.

Schlussendlich ist es jedem selbst überlassen, was man sich seinem Körper aussetzt. Man sollte sich im Klaren sein, worauf man sich einlässt und sowohl illegale, als auch legale Drogen keinesfalls unterschätzen. Ich hoffe, ihr passt alle auf euch auf und informiert euch rechtzeitig ausreichend, bevor ihr ohne großes Überlegen etwas Neues ausprobiert. Wie positioniert ihr euch zu dem Thema Drogen und deren Legalisierung? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.

https://www.maedchen.de/life/drogen-wirkung-gefahren-folgen-ecstasy-risiken

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Legalisierung_von_Drogen

https://www.google.de/amp/s/www.sueddeutsche.de/panorama/stuttgart-randale-gewalt-1.4943574!amp

#IStandWithMaya – Unterstützung einer transfeindlichen Welt?

Die Gesellschaft, in der wir leben, ist nicht immer die Gesellschaft, in der man leben will. Nicht jeder kann sich mit den aktuellen gesellschaftlichen Vorstellungen einigen. Deshalb kommt es im Internet und in der Öffentlichkeit immer mehr zu Diskussionen, Meinungsäußerungen und Auseinandersetzungen. Während sich viele als Individuum in unserer Gesellschaft nicht zurechtfinden, setzen sich andere für ihre bestimmten und individuellen Vorstellungen und Werte ein. So löst auch Harry Potter-Autorin J.K.Rowling eine große Internet-Debatte aus und muss um einiges an Kritik und Empörung einstecken. Über Twitter hat sich die Autorin zu der Kündigung von Maya Forstater geäußert, was viele Fans schockiert. In einem Tweet, veröffentlicht am 19. Dezember 2019, verteidigt J.K. Rowling die genderkritische Wissenschaftlerin Maya Forstater, die aufgrund transfeindlicher Aussagen auf Twitter ihren Job verloren hat. Zum einen hat die Steuerfrau dazu aufgerufen, den Sender Recognition Act zu reformieren, der Trans Menschen erlaubt, ihr Geschlecht auszugleichen. Maya Forstater sagte in einer respektlosen Schreibweise aus, dass Männer nicht zu Frauen werden könnten. Sie glaubt nicht, dass ‚Frausein‘ eine Frage der Identität oder weiblicher Gefühle ist. Für Maya Forstater zählt die Biologie und dass beide Geschlechter nicht beschränkt oder diskriminiert werden sollten, weil sie den traditionellen, geschlechtsspezifischen Erwartungen nicht entsprechen.

Durch das Anklicken des Links https://twitter.com/mforstater?lang=de könnt ihr euch einen eigenen Zugang zu den Äußerungen von Maya Forstater verschaffen.

J.K. Rowling unterstützt die Frau über Twitter, bestätigend mit dem Hashtag #IStandWithMaya. Sie schreibt:

Die Empörung vieler Fans von dieser Autorin ist groß. Eine selbst betroffene Frau schreibt davon, als Kind Zuflucht in den Büchern gesucht zu haben und dass ihre Vorstellung von Hogwarts durch die Ansichten der Autorin geplatzt sind. Ein schwuler Fan schreibt: “Knowing that Trans people wouldn’t be able to have that safety, breaks my heart.“ Auch einem Buchhändler namens Linus Giese geht es zu weit. Er schreibt, es gäbe keine Entschuldigung mehr dafür, nicht zu wissen, dass J.K. Rowling transfeindlich sei.

Ich selbst bin ein begeisterter Fan von den Harry Potter Büchern und Filmen, und bin entsetzt davon, dass sich J.K. Rowling mit dem Hashtag öffentlich auf die Seite gegen transsexuelle Menschen stellt. Die Enttäuschung der Fans lässt sich eindeutig nachvollziehen, jedoch sagt die Autorin mit ihrem Tweet ebenso die Freiheit des Menschen aus, wie dass man sich beispielsweise anziehen soll wie man will. Zwar beschreibt J.K. Rowling, dass man sein bestes Leben in Frieden und Sicherheit leben soll, jedoch erscheint es für mich widersprüchlich, wenn man die Message mit den Reaktionen der Fans vergleicht, die sich nicht mehr in Hogwarts sicher fühlen können. Zum anderen lässt sich die Frage stellen, ob man die erfundene, fesselnde Welt der Autorin mit der Realität gleich stellen sollte, um sich persönlich zurückziehen zu können. Meinem Verständnis zufolge sagt J.K. Rowling aus, dass man zu sich stehen sollte und das machen sollte, was man selbst für richtig hält. Dennoch sollte man den eigenen Körper akzeptieren und dazu stehen, was man aus biologischer Sicht ist. Sie differenziert zwischen “wer man ist“ und “was man ist“. Ich verknüpfe das mit der Frage der Existenz des jeweiligen Individuums, dass der Mensch erst existiert und sich danach erst selbst definiert, wodurch die Identität nicht das Geschlecht miteinbezieht.

Der Mensch hat das Privileg, sich selbst zu gestalten, seine eigenen Normen zu erdenken und seine Individualität zu erkennen. Doch was haltet ihr von den Äußerungen von Maya Forstater und J.K. Rowling? Findet ihr sie berechtigt, missverstanden oder tatsächlich angreifend gegenüber der verschiedenen Identitäten?

Quelle:

https://www.google.de/amp/s/ze.tt/transfeindlichkeit-j-k-rowling-veraergert-mit-einem-tweet-tausende-fans/amp/

Zusammenfassung der Ethikstunden vom 25.10.2019


Gymnasium Gerabronn, Ethikunterricht K1

25.10.2019, 09:40-11:15 Uhr, alle anwesend

Die Doppelstunde vom 25. Oktober 2019 handelte von den Grundzügen der Psychoanalyse von Freud, der psychologischen Theorie von Alfred Adler sowie von den Grundlangen der Lernpsychologie. Aus diesen Theorien heraus, sollten wir in Gruppen die Einschränkungen der Freiheit sowie Möglichkeiten zur Überwindung dieser Einschränkungen herausarbeiten und uns die Frage stellen, welche Relevanz diese Theorien für uns in unserer heutigen Zeit haben.

Die erste Gruppe befasste sich mit der Theorie von Sigmund Freud. Er kategorisiert unser Wissen in bewusstes Wissen, vorbewusstes Wissen und unbewusstes Wissen. Das Wissen, das wir jede Zeit abrufen können, ist bewusst. Dieses bewusste Wissen kann nach einer Zeit zum vorbewussten Wissen werden. Es werden Erinnerungen als Hilfe benötigt, um wieder an dieses Wissen zu gelangen. Schlussendlich sind wir uns einer Sache unbewusst, wenn wir es uns nicht ohne Weiteres bewusst werden können.
Freud unterteilt die Entwicklung des Kindes anhand von Lusterfahrungen in fünf Phasen ein. Kinder empfinden in den ersten sechs Lebensjahren Lust am eigenen Körper. Die ersten Jahre werden von der oralen Phase geprägt, wobei das Baby Lust durch Nahrungsaufnahme empfindet. In der analen Phase, die ab dem dritten Lebensjahr beginnt, entwickelt das Kind ein Reinlichkeitsbedürfnis durch das Ausscheiden von Kot. In der darauffolgenden Ödipalphase bilden sich geschlechtsspezifische Verhaltensweisen. Mit ungefähr sechs Jahren trifft die Latenzphase ein, in der sexuelle Wünsche verdrängt werden und sich geistige Fähigkeiten entwickeln. Mit dem Beginn der Pubertät entwickelt das Kind Lust durch das andere Geschlecht. In der sogenannten Genitalphase vereinen sich alle bisherigen Teilbereiche zum Geschlechtstrieb und das Verlangen nach sexueller Vereinigung wird geprägt. Mit der Zeit prägen sich ebenso die psychischen Instanzen aus. Freud unterscheidet zwischen dem Wesen des Es, dem Wesen des Ich und dem Wesen des Über-Ich. Das Wesen des Es herrscht im Unterbewusstsein und verfügt über unbewusste Neigungen. Während es weder Gesetze der Logik oder Moral kennt, noch die tierischen Triebe kontrollieren kann, will das Wesen des Ich der Innen- und Außenwelt gerecht werden. Es passt sich an die Reize der Außenwelt an und bildet die Selbstbehauptung. Das Wesen des Ich versucht, den Ansprüchen des Es gerecht zu werden und entscheidet, ob und wann es den Trieben nachgehen will. Wenn das Ich dabei scheitert, kann Angst entstehen. Das Wesen des Über-Ich bildet die äußeren Einflüsse von der Gesellschaft, wie z.B. Wertvorstellung und Moral.

Es lässt sich im Zusammenhang mit der Psychoanalyse von Freud erschließen, dass man tendenziell die Möglichkeit hat, frei zu sein, wenn man ein stark geprägtes Ich besitzt, sich den anderen Einflüssen bewusst ist und eine eigene Moralvorstellung vorhanden ist. Die Schüler sind der Meinung, dass die Theorie immer noch relevant ist, da jeder diese verschiedenen Phasen durchlebt und psychische Instanzen besitzt. Man muss jedoch hinzufügen, dass es in unserer heutigen Gesellschaft Einschränkungen gibt, wenn es um das Ausleben der eigenen starken Ich geht.

Alfred Adler befasste sich damit, dass das Gefühl von Minderwertigkeit durch beispielsweise frühkindlichen Behinderungen und die dadurch entstehenden Benachteiligungen anscheinend ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln und dem Drang verleihen, immer weiter nach oben zu streben. Das verspürte Minderwertigkeitsgefühl wird durch eine Leitlinie und durch Ziele überspielt. Dabei stehen sich die beiden Aspekte Gemeinschaftsgefühl und Streben nach Macht gegenüber. Wenn man durch den eigenen Erfolg zu mehr zur Macht tendiert, verringert sich dementsprechend oft das Gemeinschaftsgefühl.

Da jeder Mensch laut Alfred Adler über neurotische Züge verfügt und das Minderwertigkeitsgefühl größtenteils von der Erziehung abhängt, ist diese Theorie für unsere heutige Zeit relevant. Wenn dem Kind nichts zugetraut wird, fühlt es sich hilflos. Auch die Unterdrückung der Person hat Auswirkungen auf das Minderwertigkeitsgefühl. Somit ist es wichtig, dass man Menschen mit Minderwertigkeitsgefühlen in die Gesellschaft mit einbezieht und unterstützt, anstatt dass die Person sozial isoliert wird und unter Zwängen leidet.

Die letzte Gruppe befasste sich mit den verschiedenen Lernstrategien von Psychologen. Durch deren Versuche ließ sich feststellen, dass man durch das Auslösen eines Reizes das Eintreten einer bestimmten Reaktion bewirken kann. Durch Strafen oder Belohnungen wurden Tiere dazu gebracht, gewisse Dinge zu tun/zu erlernen oder zu lassen. Wenn sie die Möglichkeit hatten, nahmen sie den leichtesten Weg.

Auch wir Menschen tendieren dazu, den leichteren Weg zu nehmen. Jedoch sind wir in der Lage, unser Lernverhalten selbstständig zu beeinflussen und besitzen in diesem Sinne über einen größeren Freiraum.