Macht das Streben nach Glück glücklich?

Jeder kennt es, jeder hat es: Die Traumvorstellung wie sein Leben aussehen soll. Jeder hat diese Träume und während die einen von einer gesunden Familie und einen sicheren Job träumen, träumen die anderen von dem Lottogewinn und einem Strandhaus. Jeder von uns versucht seine Träume zu verwirklichen. Doch warum haben wir diese Träume und die Vorstellung von Glück? Brauchen wir das? Und macht das streben nach Glück alleine schon glücklich oder macht es sogar unglücklich?

Ich denke kaum jemand hätte etwas dagegen, im Lotto den Jackpot zu gewinnen und sich davon ein schönes Auto und eine Villa direkt am Strand zu kaufen. Während den einen solche materiellen Sachen wichtiger sind, sind den anderen gesundheitliche und familiäre Aspekte wichtiger um ein glückliches Leben zu führen. Doch eines haben wir alle gemeinsam: wir wollen unbedingt ein für uns glückliches Leben führen und wir streben danach.
Doch wenn man ständig auf seine Zukunft hinarbeitet und man versucht sein Glück zu erreichen, vergisst man schnell das hier und jetzt zu genießen. Es ist als würde das Leben erst dann beginnen wenn man sein Glück erreicht hat und davor bereitet man alles vor.
Doch das Leben beginnt von Anfang an. Warum sollte man erst sein Glück erreichen, wenn alle Träume in Erfüllung gehen?
Jeder hat die Chance glücklich zu sein, es kommt nur auf die Einstellungen und die Erwartungen an. Wenn man beispielsweise einen sehr schwer zu erreichenden Traum hat und alles dafür tut, ist man solange noch nicht vollständig glücklich bis man es erreicht hat, weil einem dieser Traum immer im Hinterkopf sitzt. Wenn man sich aber wünscht immer gesund zu bleiben, ist man solange glücklich, wie man gesund ist, da man nicht diesen Druck hat, dass man noch mehr tun müsste, um das eine zu erreichen um glücklich zu sein.
Das ganze ist reine Kopfsache: Wenn man sich selbst sagt, man müsse dieses eine Ziel unbedingt erreichen um glücklich zu sein, ist es auch so. Wenn man sich aber sagt, es sei zwar ganz schön, wenn man das erreicht, aber wenn nicht, bin ich trotzdem glücklich, weil ich es nicht als Grundvoraussetzung und Pflicht sehe, hat man auch nicht diesen Druck.
Es ist zwar wichtig Träume zu haben, aber man sollte sich auch an kleineren Dingen im Leben erfreuen können. Meistens macht das sogar glücklicher, weil es aus vielerlei Komponenten bestehen kann. So kann man sich an Erinnerungen erfreuen, oder an lustige Dinge und Erfahrungen im Alltag als auch durch Dankbarkeit, da man erkennt was für tolle Personen um einen herum sind und was die Personen für einen machen und wieviele schönen Erlebnisse man erlebt.
Man sollte aber niemals das Glück als einziges Gefühl zulassen. Es ist wichtig auch Gefühlen wie Trauer oder Angst seinen Platz zu lassen, den wenn man diese mit Glück überspielt, kann dies auf langer Zeit zu inneren Schäden führen oder dass einen diese Gefühle irgendwann soäter wieder einholen.
Zudem sollte man sich auch fragen, was wäre wenn man alle Träume die man haben kann erreicht hat. Hat man dann wirklich ein von vorn bis hinten glückliches Leben? Man sollte meinen man kann nur glücklich sein, wenn man morgens neben seinem Ehepartner in der Luxusvilla aufwacht und einem direkt der Kaffee ans Bett gebracht wird und man vom Bett aus schon das rauschen des Meeres und die Spielereien seiner Kinder hört. Doch ein Mensch braucht doch etwas, nachdem er streben kann, das er erreichen will. Und aus diesem Grund glaube ich nicht, dass es nicht möglich ist ein 100%iges glückliches Leben zu führen, auch wenn man alle Träume erreicht hat.
Deshalb ist es für den Mensch wichtig diese Träume und Wunschvorstellungen zu haben, jedoch sollte man sie nicht als Grundvoraussetzung für ein glückliches Leben sehen. Man sollte niemals nur auf seine zukünftigen Ziele achten, sondern auch dass hier und jetzt genießen, denn das bloße streben nach dem Glück macht unglücklich, doch keine Träume zu haben auch.

Quellen

https://www.lokalkompass.de/c-ratgeber/das-streben-nach-glueck_a767398

https://www.alltagsforschung.de/vergebliche-suche-das-streben-nach-gluck-macht-unglücklich/

5 Antworten auf „Macht das Streben nach Glück glücklich?“

  1. Hallo roastbeefschwabe,
    Ich stimme dir zu. Man darf das bereits Erreichte nicht aus den Augen verlieren. Ich denke es liegt in der Natur des Menschen immer mehr zu wollen und nicht vollständig mit der aktuellen Lage zufrieden zu sein. Allerdings birgt dies nicht nur Nachteile. Wo wären wir heute, wenn die Neandertaler mit ihrer damaligen Situation total zufrieden gewesen wären und keinen Grund gehabt hätten etwas zu ändern?
    Man kann niemals alle seine Träume erreichen, bzw. werden sich viele davon in Wahrheit anders herausstellen, als anfangs gedacht, vielleicht ist man seekrank, obwohl der größte Traum war, ein eigenes Segelboot zu besitzen.
    Hirnforscher haben bewiesen, dass bei dem Hinarbeiten auf ein Ziel das Gehirn Dopamin ausschüttet, was wir dann als Glück oder Befriedigung empfinden. Wir sind sozusagen Junkies, die ihre nächste Dosis Dopamin kaum erwarten können. Die Natur hat das so eingerichtet, um uns Fortschritt zu ermöglichen. Die Menge an Dopamin, die bei dem Erreichen des Ziels allerdings freigesetzt wird, ist bei Weitem geringer, als die beim Hinarbeiten. Das bedeutet, dass das Streben nach Glück eigentlich glücklicher macht als das „Glück“ selbst. (https://www.youtube.com/watch?v=_vcGF3HqZXg&list=PLoxRG0tZiah9dfTgJmqFFW9HXBoAwSkB-)
    Wie Du gesagt hast, sollte man sich an den kleinen Dingen im Leben erfreuen. Wir leben in einer sehr wohlhabenden Gesellschaft und stehen selten vor Überlebenskrisen. Für einen Großteil der Bevölkerung dieser Erde leben wir das absolute Traumleben. Die meisten von uns sind wohlhabend, gesund und leben in einer unterstützenden und liebevollen Umgebung. Jedoch strebt der Durchschnittsdeutsche trotzdem nach einem Sportwagen, einer Weltreise, einem attraktiven Partner oder einem schönen Haus.
    Ich persönlich bin unfassbar dankbar, dass ich leben darf, jedoch will ich das Potential und die Möglichkeiten, die mir gegeben werden ausschöpfen. Sollte mir das Erreichen meiner Ziele nicht gelingen, dann ist das aber auch nicht schlimm und ich hab mich wohl einfach übernommen.

  2. Hallo roastbeefschwabe,
    Dein Thema ist mir direkt ins Auge gestochen und weil ich gerne über Dinge wie Glück, Hoffnung und Selbstverwirklichung nachdenke, möchte ich hier unbedingt „meinen Senf dazu geben“.
    Zu aller erst würde ich hier zwischen Zufriedenheit und Glück differenzieren. Wie du schon erklärt hast, finde auch ich, dass das Erreichen eines Ziels nicht unbedingt zu Glück führt. Stattdessen würde ich es eher als Zufriedenheit oder Genugtuung beschreiben. Vor allem die Wahrnehmung kleiner Dinge ist in meinen Augen und wie du ebenfalls beschrieben hast, Glücksfaktor.
    Glück ist etwas, dass nicht durch viel Mühe sondern durch eine Entscheidung erreicht werden kann. Wenn ich mich für ein positives Leben entscheide, wenn ich das Glas immer als voll wahrnehme, dann kann ich wirklich glücklich sein.
    Hat jemand eine pessimistische Weltsicht, kann er natürlich auch Glück haben, trotzdem würde ich hier eine Unterscheidung machen. „Glück haben“ und „glücklich sein“ ist für mich etwas unterschiedliches.
    Wenn ich ein grundsätzlich glücklicher und positiver Mensch bin dann werde ich mehr Glück haben als ein Unglücklicher. Das liegt in meinen Augen nicht am Zufall oder Schicksal sondern in der Wahrnehmung an sich. Deshalb würde ich „Glück haben“ als eine Frage der Sichtweise bezeichnen.
    Glücklich sein ist für mich eine Entscheidung und das Streben nach Glück eigentlich gar nicht möglich sondern eher das Streben nach Zufriedenheit und Erfolg.
    Ich persönlich finde, dass das Bewusstsein hier, wie so oft, der Schlüssel ist.

  3. Hallo roastbeefschwabe,
    meiner Meinung nach es erstens schwierig, das richtige Maß zwischen einer gesunden Portion Glück und einer unvorsichtigen Dosis Euphorie zu finden. Zweitens seien negative Gefühle wie Angst, Wut und Traurigkeit manchmal einfach besser, etwa weil sie uns vor Gefahren oder Risiken warnen. Drittens sei es schlecht, sich zu sehr auf die Glückssuche zu fokussieren – da wir umso trauriger werden, wenn wir ein wichtiges Ziel nicht erreichen. Zuletzt viertens sorgen negative Gefühle wie Scham und Schuldbewusstsein erst dafür, dass wir uns sozial verhalten und an unseren schlechten Seiten arbeiten.
    Wer Glück als persönlich definiert, ist womöglich mehr auf sich selbst fokussiert, sowie auf den eigenen Erfolg in Beruf und Privatleben. Man interessiert sich weniger über die Gefühle der anderen – und darunter leiden soziale Verbindungen. Dies könnte letztendlich einsam machen. Kurzgesagt ist Glück nicht nur vom Individuum abhängig, sondern auch mit anderen Faktoren verbunden.

    Liebe Grüße
    moonchild

    1. Hallo Moonchild,
      Ich muss dir in puncto „Egoismusgefahr“ widersprechen. Die Gefahr, dass man sich zu 100% auf sein eigenes Glück fokussiert ist relativ pessimistisch. Sicher, man kann das eigene Glück nicht potentiell auf das Kollektiv übertragen und dadurch eine allgemeine Gültigkeit erreichen, wodurch ein individueller Weg zum Erreichen des Glücks, bzw. des eigenen Glücks entsteht, diesen gleich als eine art egoistisch darzustellen erscheint mir ein bisschen absurd. Nebenbei, ist eine egoistische Art Glück zu erreichen keine Garantie Glück auch tatsächlich zu fühlen. Wenn man gegen das Kollektiv geht, muss man damit rechnen, dass man die Konsequenzen der eigenen Arroganz, bzw. des eigenen Egoismus zu spüren bekommt. Aus dem reinem Menschenverstand heraus ist es also eher unwahrscheinlich, dass jemand „hardcore“ nur an seine Ziele, bzw. sein Glück denkt, auch wenn es wichtig ist, die eigenen Ziele zu erreichen um Glück zu erfahren. Nur, da man seine eigenen Ziele, bzw. sein eigenes Glück verfolgt, heißt es noch lange nicht dass man einem notorischen Egoismus verfällt, denn im Zweifelsfall kann auch das kollektive Glück egozentrisch sein, wodurch man mehr Enttäuschung erfährt, als tatsächliches Glück.

  4. Lieber roastbeefschwabe
    Ich finde deinen Text super. Du hast alle wichtigen Fakten genannt und auch sehr realistische und gute Beispiele genannt.
    Ich bin deiner Meinung, es ist sehr wichtig Träume zu haben und sich am kleinen Glück zu freuen denn das macht das Leben aus. Es ist wichtig nicht nur zu suchen, denn wenn man sein gesamtes Leben lang nur sucht und nie findet wird es schwer sich überhaupt an etwas Glück zu erfreuen. Glück ist für jeden was anders und hat für jeden eine andere Bedeutung. Jeder strebt nach Glück und sollte mit seinem Glück klein anfangen, da wie du schon sagtest das ständige streben nach Glück macht unglücklich

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