Protokoll vom 21.11.2016

Stundenprotokoll Ethik K1/1  21.11.16  9:40-11:15

Referentin: Sü

Kurs vollständig anwesend (14 Schüler)

Verfasserin: Freiheit

Gliederung der Doppelstunde:

  1. Lebensziele
  2. Glückseligkeit
  3. Mesotes
  4. Organisatorisches
  1. Lebensziele:

Wir bekamen ein Arbeitsblatt, auf dem wir die Lebensziele markieren sollten, die uns wichtig sind. Danach haben wir Gummibärchen bekommen, um damit für diese Ziele zu bieten. Man hatte insgesamt nur 12 Gummibärchen und wenn man auf ein Ziel geboten hat und es „ersteigert“ hat, durfte man die Gummibärchen essen und sie nicht weiter einsetzen.

AB:

  1. erfolgreiches Bestehen des Abiturs
  2. sinnvolle Berufswahl
  3. Gesundheit
  4. Reichtum
  5. sportliche Fitness
  6. soziales Ansehen
  7. aufregende Erlebnisse und Abenteuer
  8. intellektuelle Leistungsfähigkeit
  9. praktisches Geschick
  10. beständige Freundschaften
  11. körperliche Schönheit
  12. harmonische Partnerschaft
  13. soziales Engagement
  14. anregende Berufstätigkeit

Wir haben darüber geredet, warum manche kein Ziel „ersteigert“ haben und manche dafür zwei und kamen zu dem Entschluss, dass es darauf ankommt, wie viel Einsatz man zeigt und für was. Man soll einen Ausgleich finden, eine innere Mitte.

2.Glückseligkeit

Wir lesen ein Arbeitsblatt zu Aristoteles und seiner Definition von Glück.

Aufschrieb zu Aristoteles:

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Laut Aristoteles ist das höchste Ziel die Glückseligkeit. Wir können sie jedoch nicht direkt erreichen, sondern schaffen es nur, uns ihr anzunähern.

  1. Mesotes

Laut Aristoteles ist Mesotes die Mitte zwischen zu viel und zu wenig „Einsatz“. Der „mittlere Weg“, ist laut ihm, der richtige Weg zum Glück. Wir überlegten, welche Tugenden noch heute gelten und uns fallen Folgende ein:

 

Übermaß Mitte Mangel
Tollkühnheit                                               Tapferkeit Feigheit
Zügellosigkeit Besonnenheit Stumpfheit
Verschwendung Freigebigkeit Geiz
Gleichgültigkeit Toleranz Intoleranz

 

Aufdringlichkeit Höflichkeit Unhöflichkeit
Überpünktlichkeit Pünktlichkeit Unpünktlichkeit
Wahrheitsaffinität Ehrlichkeit Lüge
„Workaholic“ Tüchtigkeit Faulheit
 ? Fairness Unfairness
 ? Gerechtigkeit Ungerechtigkeit

 

 

3 Mitschüler vervollständigen diesen Aufschrieb und ergänzen unsere weiteren Vorschläge.

Wir lesen S.101 im Kolleg Ethik Buch und bearbeiten die Aufgabe 10. Wir erfahren etwas über den Exzess (als Übermaß) nach Montainge.

Der Exzess widerspricht Aristoteles Mesotes-Theorie insoweit, da er das Übermaß darstellt und gesagt wird, dass man ihn erfahren und nicht scheuen soll, da er Genuss und Intensität bringt, und nicht, wie bei Aristoteles, der sagt, man solle ihm aus dem Weg gehen und eher eine Mitte finden. Er dient auch dazu, Gewohnheiten wieder loszuwerden. Wir kommen zu dem Entschluss, dass der Exzess nicht unbedingt schlecht ist und dass man ihn erst kennen muss, um auch die Mitte (Mesotes) zu kennen.

4.Organisatorisches

Wir stimmen darüber ab, ob wir die anstehende Klassenarbeit mit oder ohne Hefter schreiben. 12 Leute stimmen für „mit Hefter“, zwei Personen ist es egal.

Protokoll vom 14.11.2016

Stundenprotokoll Ethik K1/1  14.11.16  9:40-11.15

Referentin Sü

Kurs vollständig anwesend (14 Schüler)

Verfasserin: Glueck

Gliederung der Doppelstunde:

  1. Organisatorisches
  2. Empathiespiel „Glück“
  3. Glück haben – glücklich sein
  4. Das Wesen des Glücks

 

Empathiespiel „Glück“:

Das Empathiespiel funktioniert so, dass jeder Schüler nacheinander eine Karte mit einer Frage oder Aussage zieht. Diese wird laut vorgelesen. Man muss sich nun überlegen, ob man „ja“, „nein“ oder seinen Joker legt. Den Joker darf man nur einmal im Spiel benutzen. Gleichzeitig muss man einen Tipp abgeben wie sich die anderen entscheiden werden. Ist der Tipp richtig „gewinnt“ man die Runde.

Unser Spiel lief so ab:

(Bei Vermutung sind hier natürlich nur meine eigenen Vermutungen)

 

Frage/ Aussage Vermutung:

 ja

 

 nein

Tatsächlich:

 ja

 

 nein

Es ist die erste Pflicht sich selbst glücklich zu machen. Ist man selbst glücklich, macht man auch andere glücklich. 10 5 9 6
Glück gleicht durch Höhe aus was ihm an Länge fehlt. 7 8 4 8
Jeder Mensch kann sich selbst glücklich machen, indem er seine Einstellung ändert. 9 4 1 14
Freundschaft ist das Wichtigste im Leben. 9 5 6 7
Der gesunde Mensch erlebt Glück wenn er anderen gibt. 9 6 11 4
Glück ist immer da, man muss es nur ergreifen. 5 10 6 8
Um Menschen glücklich zu machen soll man ihrem Reichtum nichts hinzufügen, sondern ihnen einige Wünsche wegnehmen. 9 5 8 4
Glück kann nur im Rückblick erkannt werden. 4 11 4 11
Können böse Menschen glücklich sein? 8 7 14 1
Ist es besser schön als intelligent zu sein? 2 12 2 13
Was immer geschieht, es liegt an uns Glück oder Unglück darin zu sehen. 10 5 11 3
Ist der Mensch fähig ein glückliches Leben zu führen? 15 0 12 1
Nicht Unglück sondern Langeweile ist das Gegenteil von Glück. 4 10 2 13
Das Wichtigste im Leben ist Glück in der Liebe. 10 5 2 12
Glück ist gut für den Körper, aber Kummer stärkt den Geist. 6 9 8 6

 

Glück haben-glücklich sein:

Nach dem Spiel beschäftigten wir uns mit dem Unterschied zwischen Glück haben und glücklich sein.

„Mitgefühl“ hat dazu unsere Beiträge an der Tafel gesammelt:

Glück haben

-zufällig

-zeitlich begrenzt

-nicht beeinflussbar

(-Gesundheit, Unfall gut überstehen)

-relativ

-situationsabhängig

 

glücklich sein

-Einstellung

-längerer Zeitraum

-beeinflussbar

-eigene Einstellung und Umfeld

Glück als Lebensziel

Über den Punkt ob Gesundheit wirklich zum unbeeinflussbaren „Glück haben“ gehört  gab es eine kleine Diskussion. Wir kamen überein, dass man durch eine gesunde Lebensweise und Vermeidung bestimmter Risiken durchaus ein gesünderes Leben führen kann, aber bestimmte Krankheiten wie Krebs nicht zu beeinflussen sind.

Das Wesen des Glücks:

Wir beschäftigten uns danach mit Aristoteles Theorie über das Wesen des Glücks. Dazu bekamen wir die Kolleg Ethik Bücher und lasen auf den Seiten 94-95 die Quellen M1, 2, 3 und 4 und beantworteten die ersten drei Aufgaben.

Insgesamt sind wir zu diesem Ergebnis gekommen:

Aristoteles unterscheidet zwischen der Sinn stiftenden Funktion der reinen Tätig-seins und dem Ergebnis des Tätig-seins.

Zudem hat das Tätig-sein oft nicht nur ein Ergebnis/Ziel sondern noch notwendige Zwischenziele.

Beispiele:

Sattlerhandwerk- Reitkunst- Kriegsführung

gute Noten- erfolgreicher Abschluss- Ausbildung/ Studium- guter Beruf

Metallgewinnung- Weiterverarbeitung- Herstellung eines Autos

 

Das Tätig-sein lässt sich in zwei verschiedene Bereiche unterteilen:

Herstellen (poesis) Handeln (praxis)
-um eines anderen Willen -um seiner selbst Willen
-Ziel: Produkt -Ziel: Prozess
-wie werden Dinge gemacht? -wie wird gehandelt?
= Technik (Künste) = Politik, Ethik

 

 

Egoismus und Altruismus

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Ego·ịs·mus
die Haltung, das eigene Ich, die eigenen Wünsche in den Mittelpunkt zu stellen.

Al·t·ru·ịsmus
die Einstellung, dass man die Belange und das Wohlergehen anderer Menschen für wichtig erachtet.

Wenn man jemandem die Frage stellt, was eher auf ihn selbst zutrifft, Egoismus oder Altruismus, würden die meisten Menschen rein aus Reflex Altruismus sagen, da niemand als egoistisch angesehen werden möchte.

Aber ist Egoismus wirklich so schlimm und sollte er vollständig vermieden werden?

Mittlerweile hat das Gleichgewicht von Geben und Nehmen wieder einen hohen Stellenwert erreicht, da die meisten Menschen verstehen, dass Egoismus und Erfolg nur kurzfristig glücklich macht, während Altruismus, also Selbstlosigkeit, Wohlgefühle auslösen und anscheinend sogar zu einem verlängertem Leben führen soll.

Trotzdem ist jeder Mensch bis zu einem gewissen Grad egoistisch, da es überhaupt nicht anders geht. Wäre man nur selbstlos, würde einen das vor allem auch nicht glücklich machen, da man auf Dauer nicht immer nur an andere denken kann.

Ein Beispiel, bei dem ein ausgewogenes Verhältnis wichtig ist, sind Freundschaften. Hier kann zu viel Altruismus Konflikte auslösen, wenn dieser nur einseitig oder ungleich verteilt ist. In richtigen Freundschaften ist man normalerweise automatisch selbstlos und gibt lieber als zu nehmen, trotzdem erwartet man im Gegenzug natürlich auch etwas. Wichtig in Freundschaften ist zum Beispiel Hilfsbereitschaft, Fürsorge und Wertschätzung.

Sobald diese Dinge nicht von selbst kommen, fängt man an, darüber nachzudenken, dass man selbst viel mehr leistet für diese Freundschaft und fängt an, egoistischer zu handeln.

Die meisten Menschen versuchen wohl, altruistisch zu handeln, großzügig zu sein und nicht nur an sich selbst zu denken und das ist auch gut so. Wenn man selbstlos handelt, macht das einen selbst auch viel glücklicher, woraus die Frage entsteht, ob nicht sogar selbstloses Handeln bis zu einem gewissen Grad egoistisch ist.

„Geben ist seliger denn Nehmen“. – Neues Testament

Wenn man gibt, ist man glücklicher. Manche Menschen brauchen das eigene selbstlose Handeln, brauchen es, andere Menschen glücklich zu machen, was in dem Sinne ja nicht schlecht ist, sondern zu allgemeinem Glück führt.

Wenn man weiter darüber nachdenkt, entsteht ein Kreislauf, bei dem man immer wieder darauf zurückkommt, dass eigentlich alles aus dem Grund heraus geschieht, weil man selbst glücklich und mit sich zufrieden sein möchte.

Eigentlich kann man nur für andere dasein, wenn man sich selbst auch liebt und wertschätzt, was mich zu dem Fazit bringt, dass ein gesundes Zusammenspiel aus Egoismus und Altruismus nötig ist, um glücklich leben zu können. In dem Sinne bin ich der Meinung, dass Egoismus an sich nichts schlechtes ist -solange es in geregeltem Maße gehalten wird-, und dass er notwendig ist, um ein gesundes und glückliches Leben zu führen.

Man muss nur die richtige Balance zwischen Egoismus und Altruismus finden.

 

 

Kann Geld glücklich machen?

Menschen, die im materiellen Notstand stehen, sind oft der Meinung ohne diese Probleme glücklich zu sein. Es gibt jedoch, egal in welcher Einkommensklasse man ist, sowohl glückliche als auch traurige Personen. Rational betrachtet hat man bei mehr Besitz auch mehr Dinge, die einen glücklich machen können und mehr Möglichkeiten das Gefühl des Glücks zu erleben. So leicht lässt es sich aber nicht vereinfachen, denn Glück ist ein Empfinden und nichts festes, dass man sich so einfach kaufen kann.

Kurze Glücksmomente können definitiv mit Geld erlangt werden, wenn man sich zum Beispiel einen Traum erfüllt, wie zu reisen, anderen eine Freude zu machen indem man ihnen etwas schenkt oder generell Grundbedürfnisse sorgenfrei befriedigt werden können, wenn man das Geld dafür hat. Viel zu besitzen hat jedoch nicht nur Vorteile, denn oftmals sammeln sich falsche Freunde um einflussreiche beziehungsweise reiche Personen und das Zufriedenstellen der materiellen Gelüste bringt keinen lang anhaltenden Zustand der Freude. Dabei ist es Einstellungssache mit einer Situation zufrieden und damit glücklich zu sein, denn es kommt nur darauf an, wie man es selber wahrnimmt. Daher könnte man sagen, dass die innere Einstellung der Gemütsruhe und des glücklich seins theoretisch gekauft werden kann, wenn man einen Psychologen dafür bezahlt, einem beizubringen wie man von der Denkweise her glücklich ist.

Um aber diese innere Einstellung zu haben, muss man auch Dinge empfinden wie Freundschaft und Liebe, denn ohne diese Geborgenheit fehlt es einem etwas zum glücklich sein. Mit viel Geld hat man zwar mehr Möglichkeiten Leute kennen zu lernen, die einem Freundschaft und Liebe entgegenbringen, doch genauso gibt es wie schon erwähnt auch mehr Leute, die diese nur vorgaukeln um vom Kapital oder vom Ansehen etwas ab zu bekommen.

Reichtum ist wie ein Fass ohne Boden.

So heißt es in dem Lied der Band „I-Fire“ namens „Zwei Dinge“, was sich darauf bezieht, dass Leute mit viel Geld auch häufig nach mehr streben, da sie sich so erst ihren Reichtum erarbeitet haben. Es geht mehr darum mit seiner Situation zufrieden zu sein, als nach mehr Macht und Geld zu gieren. Die Gier an sich steht dem glücklich sein gegenüber, da man nie genug hat und so nie zufrieden und positiv über seinen Standpunkt nachdenkt. Ebenso bringt die Gier nach mehr Kapital einen gewissen Egoismus mit sich, da man sein eigenes Vermögen über das von anderen stellt, was die Möglichkeit glücklich zu sein beeinschränkt.

Da wahre Freundschaft und wahre Liebe nicht käuflich sind, sondern sich auf den Charakter einer Person beziehen, ist es egal wie viel Geld man hat um glücklich zu sein, denn lang anhaltende innere Zufriedenheit und ein lang andauerndes Gefühl des glücklich seins ist viel mehr von der Persönlichkeit abhängig. Deswegen gibt es auch in allen Schichten sowohl glückliche als auch traurige Personen.  Man kann also sagen, dass der Besitz von viel Geld allgemein positive und negative Auswirkungen auf die Möglichkeit des Glückempfindens hat, aber die Art der Person, die es besitzt, Hauptaugenmerk dabei ist, ob sie glücklich ist.

Habt ihr noch weitere Ideen zu dem Thema oder eine andere Meinung als ich?

Anregung zum Philosophieren: Menschenrecht auf Glück?

Sollte es ein Menschenrecht auf persönliches Glück geben? Wie könnte es charakterisiert werden? Wie könnte man es umsetzen? Brauchen wir ein Ministerium für Glück und Wohlbefinden?

Sollte es vielleicht sogar ein Schulfach „Glück“ geben? Was könnten Lerninhalte sein?

blumen

(Blumenstrauß, selbst fotografiert)

(Anmerkung: es gibt an einer Heidelberger Schule das Schulfach Glück. Das muss uns aber nicht abhalten, selbst darüber nachzudenken, was darin gelernt werden soll.)

Protokoll 13/12/2013 Aristoteles

Gymnasium Gerabronn; Ethikkurs K1; Protokoll vom 13. Dezember 2013 von 9:40-11:15 Uhr;
Thema: Aristoteles
Protokollantin: uschilii am 23.12.2013
Anwesenheit: 12 von 12 Schülern und Schülerinnen + Frau Schütze

Überblick:
1) Organisatorisches
2) „Was ist das?“
3) Aristoteles – Leben und Werk
4) Tugenden

1) Organisatorisches
Frau Schütze gab die Klausur zurück. Der Schnitt betrug 10.9 NP. Der Erwartungshorizont ist im Webblog zu finden.
Frau Schütze wies erneut auf die bis zum 04.01.2014 (spätestens!) zu veröffentlichenden Blogkommentaren bzw. dem eigenen Blogbeitrag hin.

2) Was ist das?
Es wurde ein Gegenstand reihum gegeben und jeder sollte ihn mit einem Wort beschreiben. Es fielen Eigenschaften wie bspw. die Farbe (grün) oder subjektive Eigenschaften wie hässlich. Anschließend bekamen wir eine Tabelle mit zehn allgemeinen Eigenschaften (siehe Anhang), mithilfe welcher wir beliebige Gegenstände aus dem Klassenzimmer beschreiben sollten, die anschließend unsere Klassenkameraden versuchten zu erraten (1 Bsp. befindet sich im Anhang). Zwar wurden die meisten Gegenstände erraten, allerdings kamen wir zu dem Ergebnis, dass das Beschriebene bereits bekannt und definiert sein müsse. Außerdem können nur Gegenstände im Allgemeinen auf diese Weise nach Aristoteles beschrieben werden, da kleine Unterschiede nicht beachtet werden.

3) Aristoteles – Leben und Werk
Nun schauten wir uns Aristoteles genauer an. Er war Begründer der Theorie, mithilfe zehn Eigenschaften, Dinge beschreiben zu können. Wir hörten einen Podcast über sein Leben und sein Werk, dessen genaueren Inhalt auf dem Arbeitsblatt im Anhang zu finden ist.

4) Tugenden
Als letztes befassten wir uns mit Tugenden. Nach Aristoteles‘ Tugendlehre ist die die Ausübung von Tugenden Glück. Gebraucht der Mensch seine Vernunft, so wird er moralisch richtig und Gemäß der Natur handeln.
Der Mensch ist aber abgesehen vom Vernunftwesen auch ein Sinneswesen. Dies ist in der Unterscheidung zwischen Dianoetischen Tugenden und Ethischen bzw. Charaktertugenden gut erkennbar.
Im Anhang befindet sich eine ausführliche Tabelle und der komplette Tafelanschrieb zum Thema Tugenden.
Für das Streben nach Glück sind folglich zwei Dinge vor allem nötig: Weisheit und Klugheit. Wobei Klugheit das handlungsleitende Wissen für die Ausübung ethischer Tugenden als richtige Einstellung und Ziele bietet.
Um besser mit Tugenden umgehen zu können suchten wir uns Begriffe die wir als die „Mitte“ einordnen können. Die Mitte muss abhängig von der Situation und der Person angepasst werden. Wir unterschieden zwischen Tugenden die früher und heute eine wichtige Rolle spielten bzw. spielen und suchten dazu passende Begriffe, die jeweils das Übermaß und den Mangel beschrieben. Im Anhang befindet sich eine Tabelle mit einigen ausgewählten Beispielen dazu.

Anhang:

Tugenden

aristoteles

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#yolo

Liebe Freunde der Binsenweisheit, eigentlich hatte ich vor einen richtig schönen, ausgefeilten Blogeintrag zu schreiben. Aber jetzt bin ich 2 Wochen über der Deadline und hab noch rein gar nichts. Aber scheiß drauf! #yolo

Moment. Was war das? Eigentlich hätte dieser Beitrag hier zu Ende sein können, ich hätte schlafen gehen und ihr statt dies hier zu lesen schön das tun können, was auch immer ihr gerade getan habt. Aber am Schluss meiner Einleitung steht ein kleines Wort, das niemand so ganz ernst gebraucht, welches aber doch für das Lebensgefühl einer ganzen Generation steht. Jeden Spießer -und auch Nicht-Spießer- der -sagen wir- über 30jährigen zwängt sich die Frage nach der Bedeutung dieses Wortes auf. Abgesehen von einigen einfallsreichen Parodien wie ‚yolbe‘ oder ‚yobo‘ steht ‚yolo‘ eigentlich für You Only Live Once. Der gute alte Caesar würde sich denken
‚Moment, gabs das nicht schon mal? Diesen ‚CarpeDiem-Schund‘? Geht man tatsächlich nur nach der Bedeutung dieses Akronyms kann man hier durchaus Parallelen feststellen. So einfach ist es aber nicht, yolo steht für mehr.

  • Steht es für Freiheit oder für Werteverfall?
  • Baut es auf Mut zu haben oder gibt es eher einen pessimistischen Blick?

Ja, was soll dieses yolo-Gefühl eigentlich sein, wie wird es verwendet und vor allem

Wie ist es zu beurteilen?

Hier ein kleines Video für alle, die noch ein wenig Materie zum Thema suchen:

                                                                                               [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=XIQxFDixoQk&w=300&h=169]

Abgesehen von dieser -recht ironischen- Darstellung sollte man sich zunächst einmal die Frage stellen, was es wirklich heißt auf ‚yolo-Art‘ zu leben. Dies ist nicht einfach zu beantworten, hat doch dieses Wort für jeden eine andere Bedeutung. Es wird für alles mögliche herangezogen, ich möchte beinah sagen es ist kein Wort, es ist ein Lebensgefühl, eine Einstellung.
Das eigentliche Wort steht zwar nur für einen Fakt
– nämlich den, dass jeder Mensch nur eine Chance hat, kein Respawn, kein Strg+Z, einmal 70 oder 80 Jahre und dann – finito! Nun stellt sich doch die Frage: Was löst diese Erkenntnis bei uns aus?

Man kann daraus verschiedene Konsequenzen ziehen, die amüsanter Weise komplett gegensätzlich zu verstehen sind.

  •  a) Das Leben ist wertlos
  • b) Das Leben ist wertvoll


Wenn tatsächlich nach diesem viel zu schnell passierten Vorfall, den man Tod nennt alles vorbei ist, ist es doch eigentlich sinnlos, was man selbst, die anderen oder Barack Obama Zeit ihres Lebens tun. Das Leben wird wertlos dadurch -zum Wegwerfen, wie ein Sandwich, das nur solange schmeckt,bis es gegessen ist. Eigentlich traurig & es gibt viele Menschen, die hier aufgeben, weil sie keinen Sinn sehen – Selbstmörder, über die schon ein Beitrag geschrieben wurde.
Was an dieser ‚Das-Leben-ist-endlich-Philosophie‘ aber doch tatsächlich interessiert ist, wie ich das Sandwich wohl am besten genießen kann? Soll ich es gar nicht erst essen im Bewusstsein, dass mir sein Geschmack nicht ewig bleibt? Nein!

Viele von uns wünschen sich die Unendlichkeit, wissen aber nicht, was sie an einem verregneten Samstag mit sich anfangen sollen. __ XXX *

Da ist die Antwort! Man wünscht sich oft ein unendlich langes Sandwich, aber fängt nicht an das kurze, das man hat zu essen. Aber jetzt genug mit den Sandwiches, ich denke jedem ist klar, auf was diese Yolo-Sache hinausläuft. Eben weil man ein begrenztes Leben hat sollte man es genießen, eben deswegen ist es wertvoll. Eigentlich eine ganz einfach Sache – man muss das Leben, das man hat möglichst intensiv leben – nichts aufschieben, seine vier Buchstaben hochkriegen. Das ist der Schlüssel zum Glück, er liegt in #yolo. Oder etwa nicht?

Denn wie sieht die Realität aus? Die Abkürzung, um die es geht wird offensichtlich missbraucht. Sie wird meist als Akronym für ‚Scheiß drauf‘ verwendet, ähnlich avocadofürsts Beitrag zum Thema Gelassenheit. Und eigentlich ist das doch auch ganz logisch: Wenn ich das Leben intensiv leben will muss ich alles ausprobieren, es bringt nichts so zu leben wie andere es mir zeigen. Ich soll Gelegenheiten packen, nicht lange fackeln, keine Zeit mit Zögern und Regeln verschwenden. Ich tue das, was mir Spaß macht, so einfach ist es.
Wenn ich alles testen will darf ich mich doch nicht von Regeln, Autoritäten und alten Werte einengen lassen. Leben alle Menschen so gelöst, so frei á la yolo, muss sich zweifelsohne ein Wertewandel -eine Wertevermehrung- einstellen.
Am Ende dieses Wandels wird alles ‚Gut und Böse‘ abgeschafft, alles ist gleich gut und gleich schlecht – je nachdem was mir besser gefällt und was mein Leben (nennen wir es) ‚intensiver‘ macht.  Das passt sosehr in das neue Bild des Humanismus: Der Mensch mit seinem Belohnungszentrum als einziger Dreh- und Angelpunkt seiner Welt.
Alles wird mit Gleichgültigkeit hingenommen, alles ist gleichgut, solange es mich nicht einschränkt. Für nichts mehr muss ich mich radikal entscheiden -wenn etwas langweilig wird lasse ich es einfach sein – so stellen sich bei jeder Entscheidung Kompromisse ein, man möchte alles mitnehmen, hat keine Zeit mehr zu warten.
Die Menschen werden orientierungslos in der Hoffnung irgendetwas zu finden, was ihr Leben dauerhaft intensiv macht. In dieser komplexen Welt gibt es so vieles, warum sollte ich mir also noch von Eltern, Frau Schütze, dem Staatsanwalt oder dem alten Aristoteles sagen lassen, was ich zu tun und zu lassen habe? Zwar sieht der eine dies, der andere das als richtig an, aber niemand hat das Recht mehr zu urteilen!

Deutlich wird dies in den allseits bekannten und gehassten Satz:
‚Es gibt kein besser oder schlechter. Nur anders‘. In meinen Augen beschreibt er eine Folge von unserer freien ‚Yologesellschaft‘. Unweigerlich muss durch diese Umstände auch Moral verfallen – für was muss ich mich noch verantworten, wenn es nichts absolut Schlechtes mehr gibt? Verantwortung wird immer weniger wert!

Auch Werte wie Vertrauen und Loyalität verschwinden: Alles was ich tue ist okay! Die Menschen verlieren ihr Gewissen. Wenn Werte wie Ehre und Nächstenliebe aufgegeben werden zu Gunsten der intensiveren Nutzung meiner Lebenszeit, wie kann ich mich dann noch auf irgendjemanden verlassen? Diese Philosophie führt zu Egoismus, ein Schwarzmaler würde sagen zur Anarchie. . Das mag sehr drastisch klingen, doch wer seine Augen aufmacht kann den Wandel schon beobachten:

  • Zieht deine Scheidung dich nicht runter? ‚Passiert eben, Single sein ist geil‘
  • Du bist fremd gegangen? ‚Wieso nicht? Hab auch Bedürfnisse.‘

Diese -reichlich dämlich formulierten- Aussagen zeigen die Gleichgültigkeit mit der mit alten Werten auf der Beziehungsebene umgegangen wir. Durch gute und durch schlechte Zeiten? Nicht mehr.

Yolo. Man könnte also meinen es fordert eine intensive Nutzung des Lebens. Es fordert, dass ich alles ausprobiere, es fordert dass ich Regeln breche, es fordert alles gleich gut anzusehen, es fordert mich auf niemanden etwas von meinem Sandwich zu geben, es gehört mir ganz allein, ich entscheide! Bringt das uns irgendwie weiter? Nein.
Die Welt geht kaputt.


Das Problem ist nur, dass wir Menschen nun mal nicht auf diesen reinen Egoismus ausgelegt sind. Wir brauchen Bindung und das Gefühl etwas Wert zu sein, sind keine Roboter. Trotz der Scheidungsrate, der Gleichgültigkeit – Singlebörsen boomen.
Aber Hey. Vielleicht schaffen wir es auch noch unsere Gefühle auszumerzen, damit wir intensiver Leben können.
#you only live once. 

Was bringt das uns alles? Wie sind wir nur an diesen Punkt gekommen? Am Anfang war da doch nur eine Aussage, eine einfach Aussage. Das Problem, liebe Freunde, liegt eigentlich darin, was daraus gemacht wurde.
In der Hoffnung, dass meine Eltern diesen Blog nie lesen werden muss ich zugeben, dass sie viel öfter Recht hatten, als ich mir eingestehen möchte, ja, das diese Autorität wusste, was gut für mich ist. Was ich sagen will ist: Der Fehlschluss liegt darin, dass Regeln, Bindungen uns einschränken, dass sie uns hindern würden intensiv zu leben. Was uns viel mehr hindert ist dieser Druck alles zu tun, auf nichts zu verzichten, vom einen zum anderen zu springen, keine Zeit haben zu warten und nachzudenken.
Meiner Ansicht nach wird dieses kleine Wörtchen ‚yolo‘ viel zu oft als Ausrede verwendet. Als Ausrede um davonzulaufen, als Ausrede egoistisch zu sein, als Ausrede Regeln zu brechen. Wie im Video am Anfang gezeigt: Es entschuldigt jeden Verstoß, jede Dummheit! Aber diese Nummern haben rein gar nichts mit intensiv leben zu tun. Intensiv leben kann ich nur, wenn ich etwas habe, an dem ich mich orientieren kann, sonst bin ich -um es ktischig zu formulieren- ein Schaf ohne Hirte, kein Kind ohne Eltern.
Stattdessen bin ich für einen verantwortungsvollen Umgang mit #yolo – im Gegensatz dazu, wie das Wort heute gebraucht wird. Natürlich ist Gelassenheit wichtig, doch wir brauchen eine verantwortungsvolle Gelassenheit! Verantwortung beinhaltet aber etwas, gegenüber dem man sich verantworten muss und an dem man sich orientiert – Werte, Ideale, Autoritäten.
Diese Dinge stillen unser Bedürfnis nach Wertschätzung.

Aber heutzutage gibt es nur so wenig, auf das man sich verlassen kann. Die Welt ist so komplex geworden und ich habe keine Ahnung, an was ich mich orientieren soll. So viele Werte enttäuschen, vor ca. 80 Jahren verließen sich sehr viele auf den Mann mit dem Scheitel und dem Bart, glaubten an Deutschland und die absolute Berechtigung Hitler’s Aussagen! Und jeder, der bedingungslos loyal war wurde wertgeschätzt, war in gewisser Weise glücklich. Aber wir wurden enttäuscht.
Wir wurden enttäuscht von der Kirche, die Kinder missbraucht.
Von Staatsmännern.
Von Eltern und Freunden.

Die Welt ist komplex, alles hat zwei Seiten und niemand ist perfekt. An was soll man da noch glauben?
An nichts mehr – #Selbstmörder.
An Gott – #Naivling.
An alles, was mir Spaß macht – #Egoist.

An was glaubt ihr, liebe Freunde?

#http://www.youtube.com/watch?v=XIQxFDixoQk  #DVD: Finding Nemo (Pixar Animation Studios)–> Bild entfernt, Urheberrechtsproblem, SÜ 
#Mein Gehirn (#*Zitatinspirationen: https://www.facebook.com/zitateaufdeutsch?fref=ts)

Aufgabe für 15.1. für den Gerabronner Kurs

Lieber Kurs,

leider ist mein kleineres Kind krank. Deshalb bekommt ihr hier eine Aufgabe, die ihr bis spätestens 22.1. erledigen müsst. Bitte beachtet: diese Aufgabe ersetzt meinen heutigen Unterricht – d.h. dessen Bearbeitung ist genauso  relevant für die nächste Klausur und eure mdl. Note wie „normaler“ Unterricht.

Soweit zur Vorrede, jetzt zur Aufgabe: Es gibt immer noch Philosophen, die sich auf Aristoteles beziehen, z.B. Martha Nussbaum und Amartya Sen. Mit ersterer wollen wir uns heute etwas mehr auseinandersetzen.

Aufgaben:

  1. Lies entweder den Artikel oder höre dir den Youtube-Beitrag an (oder beides), die unter „Materialien“ verlinkt sind.
  2. Formuliere 3 zentrale Thesen zur Philosophie Martha Nussbaums in eigenen Worten.
  3. Positioniere dich zu mindestens einer These.

Die Aufgaben können im eigenen Heft oder hier im Weblog (als Kommentar zu diesem Beitrag oder ein eigener Beitrag) bearbeitet werden. Wer heute Protokoll schreiben wollte, verfasst bitte einen eigenen Beitrag und bearbeitet die Aufgaben auf alle Fälle etwas ausführlicher hier im Weblog.

Materialien:

http://www.youtube.com/watch?v=1JUe14B67Po

Glücksbringer

http://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ALuck_is…_(explored).jpg von Umberto Salvagnin [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons
Viele Menschen besitzen einen Glücksbringer und glauben, ohne ihn kein Glück haben zu können. Egal ob Klassenarbeit, Wettkampf oder eine große Rede, er ist immer mit dabei. Ist dies nur Aberglaube, denn was kann schon ein vierblättriges Kleeblatt oder ein Hufeisen ausrichten? Oder dient ein Glücksbringer nur dafür den Menschen zu beruhigen und Mut zu geben?