{"id":2977,"date":"2014-12-26T21:15:16","date_gmt":"2014-12-26T20:15:16","guid":{"rendered":"https:\/\/ethik13.wordpress.com\/?p=2977"},"modified":"2014-12-26T21:15:16","modified_gmt":"2014-12-26T20:15:16","slug":"lugen-wirklich-etwas-schlechtes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=2977","title":{"rendered":"L\u00fcgen: wirklich etwas Schlechtes?"},"content":{"rendered":"<p>L\u00fcgen- jeder kennt sie, jeder gebraucht sie, doch niemand will mit ihnen in Verbindung gebracht werden. L\u00fcgen gelten allgemein als etwas schlechten, denn niemand m\u00f6chte angelogen werden. Dabei l\u00fcgt jeder t\u00e4glich mehrere male. Trotzdem verlangt man von seinen Mitmenschen Ehrlichkeit. Doch sind wir mal ehrlich, w\u00e4ren wir gl\u00fccklich damit, wenn jeder immer nur die Wahrheit sagen w\u00fcrde? K\u00f6nnte dann unsere Gesellschaft \u00fcberhaupt noch existieren oder w\u00fcrden wir dann wieder in den Naturzustand zur\u00fcckfallen, in dem Krieg aller gegen alle herrscht?<\/p>\n<p>Dazu muss man zun\u00e4chst einmal definieren, was \u201eL\u00fcgen\u201c \u00fcberhaupt sind. Beispielsweise kann man L\u00fcgen als Ausdruck einer Unwahrheit bezeichnen, welcher das Ziel hat, einem anderen Menschen einen falschen Eindruck zu vermitteln. Denn es ist doch so, jemand, der etwas erz\u00e4hlt, von dem er glaubt es sei die Wahrheit, was jedoch nicht stimmt, erz\u00e4hlt zwar nicht die Wahrheit, l\u00fcgt aber auch nicht, da er dabei selbst an das Wahre in seiner Erz\u00e4hlung glaubt und nicht zum Ziel hat den anderen zu t\u00e4uschen. Somit ist nur der ein L\u00fcgner, der beabsichtigt die Unwahrheit spricht. Dabei stellt sich die Frage: Wo f\u00e4ngt l\u00fcgen an? L\u00fcgt man erst, wenn man jemanden bewusst manipulieren und hinters Licht f\u00fchren will? L\u00fcgt man, wenn man beispielsweise der Freundin erz\u00e4hlt sie sei zu nicht zu dick, um sie nicht zu verletzten? L\u00fcgt man schon wenn man jemandem einen guten Tag w\u00fcnscht obwohl man ihn nicht leiden kann? Oder kann man soweit gehen zu sagen, man l\u00fcgt schon, wenn man nur l\u00e4chelt auch wenn es einem schlecht gehen?<\/p>\n<p>Letzteses w\u00fcrde ich nicht als klassisches L\u00fcgen bezeichnen, da man genau genommen nichts sagt. Nichtsdestotrotz hat es den Zweck seine Mitmenschen etwas, denken zu lassen, was nicht stimmt. Zudem sind auch Mimik und Gestik Formen der Kommunikation und damit streng genommen der genannte Fall eine L\u00fcge. Wenn man das ganze so betrachtet, dann l\u00fcgt jeder Mensch jeden Tag doch unendliche Male, immer wieder, aus verschiedenen Motiven: zum Selbstschutz, aus H\u00f6flichkeit, aus Rache oder Neid und noch vielen anderen Gr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Nun da L\u00fcgen ja allgemein als etwas Schlechtes gilt, stellen wir uns die Welt doch einmal ohne jegliche L\u00fcgen vor. Hier anhand einer kleinen Geschichte, ganz passend zum aktuellen Thema Weihnachten, was ja eigentlich ein Fest der Liebe ist\u2026<\/p>\n<p>Wir sitzen gerade alle um den Tannenbaum, nicht gerade gl\u00fccklich. Die Stimmung ist so ziemlich im Eimer, Papa hatte soeben Mama mitgeteilt, dass ihr Essen versalzen sei und sie sowieso nicht kochen k\u00f6nne. Woraufhin Mama nur erwidert hatte, dass er \u00fcberhaupt nichts zu sagen habe bis er endlich wieder einen Arbeitsplatz findet. Und so ging das dann weiter\u2026 Nat\u00fcrlich konnte da keiner von uns die schlechte Laune verbergen. Aber Weihnachten finde ich sowieso nicht so toll. Den Weihnachtsmann gibt\u2019s ja nun mal nicht. Noch schlimmer wird das Ganze dann, als wir mit der Bescherung loslegen. Ich hatte mit zwar mit meiner Zeichnung f\u00fcr meine Oma total viel M\u00fche gegeben, aber es gefiel ihr trotzdem nicht und so sagte sie geradeheraus, dass ich das mit dem Malen lieber lassen solle.<\/p>\n<p>W\u00e4ren wir in einer solchen Welt gl\u00fccklich? Es ist wohl ziemlich offensichtlich, dass hier keiner \u00fcbergl\u00fccklich ist. Jeder w\u00fcrde genau das sagen. Das w\u00fcrde sicherlich auch ein paar Vorteile mit sich bringen. So w\u00fcrde niemand mehr im falschen Glauben leben und jeder w\u00fcsste woran er beim anderen ist. Man k\u00f6nnte sich auch noch mehr verbessen, da man von jedem seine Fehler offen erfahren w\u00fcrde. Aber reicht das, damit ein solches Leben erstrebenswert ist?<\/p>\n<p>Nein, ich denke nicht, denn was w\u00fcrde einem das alles denn schon bringen? Man w\u00fcrde ein einsames Leben f\u00fchren, voller Streit und Hass. Man bek\u00e4me st\u00e4ndig Schlechtes zu h\u00f6ren bekommen und w\u00fcsste genau, wer wie \u00fcber einen denkt. So etwas man nicht gl\u00fccklich, wohl eher depressiv.<\/p>\n<p>Damit komme ich zu dem Schluss, eine Welt ohne L\u00fcgen eine schreckliche w\u00e4re und somit nicht erstrebenswert ist. Die kleinen Alltags- und H\u00f6flichkeitsl\u00fcgen sind also wichtig f\u00fcr ein harmonisches Zusammenleben. Doch die schwerwiegenden L\u00fcgen, der Zweck es ist zu manipulieren und hinters Licht zu f\u00fchren, diese sind wirklich nicht n\u00f6tig. Ohne sie w\u00e4re unser Zusammenleben vielleicht noch etwas sch\u00f6ner, denn sie sind nicht dazu da, um h\u00f6flich zu sein, um jemanden zu sch\u00fctzen oder ihn nicht zu verletzten, sie bewirken eher das Gegenteil, sind meist nur zum eigenen Vorteil. Ob es berechtigt ist, von anderen zu erwarten, dass sie diese Art von L\u00fcgen unterlassen ist eine andere Frage. Denn man nutzt doch selbst solche L\u00fcgen immer wieder, wie kann man da verlangen, dass andere es nicht tun? Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, wollen wir alle doch auch nicht auf diese L\u00fcgen verzichten. Vielleicht geh\u00f6ren sie ganz einfach zu uns, den Menschen, zu unserer Gesellschaft. Ob uns das als schlecht ausweist, sei mal dahingestellt.<\/p>\n<p>Ich bin der Meinung, dass es auf jeden Fall schlecht ist zu l\u00fcgen, wenn man damit bewusst in Kauf nimmt anderen zu schaden. Doch allgemein sollte L\u00fcgen nicht immer als etwas Negatives gesehen werden, gerade dann, wenn es verhinder, dass wir uns gegenseitig verletzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>L\u00fcgen- jeder kennt sie, jeder gebraucht sie, doch niemand will mit ihnen in Verbindung gebracht werden. 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