{"id":3121,"date":"2016-03-23T08:46:36","date_gmt":"2016-03-23T07:46:36","guid":{"rendered":"https:\/\/ethik13.wordpress.com\/?p=3121"},"modified":"2016-03-23T08:46:36","modified_gmt":"2016-03-23T07:46:36","slug":"protokoll-17-maerz-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=3121","title":{"rendered":"Protokoll 17. M\u00e4rz 2016"},"content":{"rendered":"<p>Stundenprotokoll 17.03.2016, 7:45-9:20 Uhr\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 14 Anwesende, Referentin: S\u00fc<\/p>\n<hr \/>\n<p>Gliederung:<\/p>\n<ol>\n<li>Wiederholung<\/li>\n<li>Verallgemeinerungstest<\/li>\n<li>Vergleich goldene Regel mit dem kategorischen Imperativ<\/li>\n<li>Herleitung des kategorischen Imperativs aus der Freiheit<\/li>\n<\/ol>\n<p>Als erstes wurden in dieser\u00a0Stunde die verschiedenen Imperative unter der Fragestellung &#8220; Welche Rolle die praktische Vernunft bei der allt\u00e4glichen Handlungsorientierung spielt&#8220; wiederholt.<\/p>\n<p>Hierf\u00fcr\u00a0m\u00fcssen <strong>drei Vernunfts\u00e4tze<\/strong> ber\u00fccksichtigt werden. Ihre Verbindlichkeit h\u00e4ngt von dem Vorliegen<strong> faktischer Interessen<\/strong> ab, also zum Beispiel\u00a0von dem jeweiligen Wollen der Menschen und dr\u00fccken damit nur eine <strong>bedingte Verpflichtung<\/strong> aus. Die drei Vernunfts\u00e4tze setzen sich aus dem <strong>hypothetischen Imperativ<\/strong>, der\u00a0sich aus dem\u00a0<strong>technischen<\/strong> (Wenn ich X will, muss ich Y tun) und dem\u00a0<strong>pragmatischen\u00a0Imperativ\u00a0<\/strong> (Wenn ich will, dass mir etwas gutes X widerf\u00e4hrt, muss ich Y tun) zusammensetzt und den <strong>Maximen<\/strong> (Subjektives Prinzip des Wollens) zusammen.<\/p>\n<p>Daraus folgt die Frage, ob die <strong>praktische Vernunft<\/strong> die Grundlage einer <strong>unbedingten<\/strong> (=kategorischen) und <strong>universalen<\/strong> (=f\u00fcr alle Menschen, als Menschen g\u00fcltigen)\u00a0<strong>moralischen Verpflichtung<\/strong> sein kann.<\/p>\n<p>Um dies zu beantworten, muss man sich die Frage stellen, ob es ein <strong>moralisches Gesetz<\/strong> (=Moralprinzip) gibt, das alleine aus\u00a0der <strong>praktischen<\/strong> <strong>Vernunft<\/strong> hervorgeht und das f\u00fcr jeden Menschen einen <strong>unbedingten, kategorischen Imperativ<\/strong> darstellt. Wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass dieses Moralprinzip theoretisch und mit Anstrengung immer angewandt werden kann.<\/p>\n<p>Der zweite Teil der Stunde setzte sich aus dem Verallgemeinerungstest zusammen. Daf\u00fcr haben wir zuerst einen Ausschnitt des Films &#8222;Sophie und Kant&#8220; angeschaut. <a href=\"http:\/\/www.br.de\/fernsehen\/ard-alpha\/sendungen\/kant-fuer-anfaenger\/der-kategorische-imperativ\/kategorischer-imperativ100.html\">http:\/\/www.br.de\/fernsehen\/ard-alpha\/sendungen\/kant-fuer-anfaenger\/der-kategorische-imperativ\/kategorischer-imperativ100.html<\/a><\/p>\n<p>Danach wiederholten wie die drei, im Film erw\u00e4hnten Formeln des<strong> kategorischen Imperativs<\/strong>:<\/p>\n<ul>\n<li>Allgemeine Gesetzformel: &#8220; Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein <strong>allgemeines Gesetz<\/strong> werde.&#8220;<\/li>\n<li>Formel analog zum Naturgesetz: &#8222;Handle so, als ob die Maxime deiner Handlung durch deinen Willen zum <strong>allgemeinen Naturgesetz<\/strong> werden sollte.&#8220;<\/li>\n<li>Selbstzweckformel: &#8222;Handle so, dass\u00a0du die <strong>Menschheit<\/strong>, sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen, jederzeit zugleich als <strong>Zweck, niemals blo\u00df als Mittel<\/strong> brauchst.&#8220;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Um den Verallgemeinerungstest nach der allgemeinen Gesetzformel durchzuf\u00fchren muss mal drei Schritte befolgen:<\/p>\n<ol>\n<li>sich \u00fcber die <strong>Maxime<\/strong> bewusst werden und sie formulieren<\/li>\n<li>die Maxime <strong>verallgemeinern<\/strong><\/li>\n<li>\u00fcberlegen, ob man diese Maxime <strong>widerspruchsfrei\u00a0<\/strong>Denken und\u00a0Wollen kann<\/li>\n<\/ol>\n<p>Als Beispiel kann man\u00a0die Behauptung nehmen, dass man sich umbringen darf, wenn man ungl\u00fccklich ist:<\/p>\n<ol>\n<li>Maxime: Wenn man ungl\u00fccklich ist sollte man das Recht haben sich umzubringen<\/li>\n<li>Verallgemeinerung: Wenn man ungl\u00fccklich ist darf man sich umbringen<\/li>\n<li>Diese Maxime kann man weder widerspruchsfrei denken, noch Wollen, da es die Gesellschaft zerst\u00f6ren w\u00fcrde,\u00a0wenn sich alle,\u00a0die ungl\u00fccklich sind umbringen w\u00fcrden und man nicht oder nur schwer\u00a0definieren kann, was erf\u00fcllt sein muss, um ungl\u00fccklich zu sein<\/li>\n<\/ol>\n<p>In der zweiten Stunde wurde\u00a0die <strong>goldene<\/strong> <strong>Regel<\/strong> (= Was du nicht willst, was man dir tu, dass f\u00fcg auch keinem anderen zu) mit dem <strong>kategorischen<\/strong> <strong>Imperativ<\/strong> (=Handle so, dass deine Maxime allgemeines Gesetz werden k\u00f6nnte) verglichen.<\/p>\n<p><strong>Gemeinsamkeiten<\/strong>:<\/p>\n<ul>\n<li>Pr\u00fcfung auf\u00a0moral Tauglichkeit<\/li>\n<li>moralische Handlungsanleitung\/ Ma\u00dfstab<\/li>\n<li>formales Prinzip (man muss trotz Anleitung \u00fcberlegen, wie man handelt)<\/li>\n<li>Perspektivwechsel (man muss sich in andere hineinversetzen: bei der goldenen Regel nur in das direkte Umfeld und beim kategorischen Imperativ in alle)<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Unterschiede:<\/strong><\/p>\n<table style=\"height:344px;\" width=\"690\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<colgroup>\n<col width=\"128\" \/>\n<col width=\"128\" \/><\/colgroup>\n<tbody>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">Goldene Regel<\/td>\n<td width=\"50%\">Kategorischer Imperativ<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">Pr\u00fcfung der Handlung<\/p>\n<p>Zusatz m\u00f6glich: Wenn das alle t\u00e4ten, dann\u2026 (Verallgemeinerung)<\/td>\n<td width=\"50%\">Pr\u00fcfung der Maximen (Einstellung)<\/p>\n<p>Allgemeing\u00fcltig<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">Subjektive Pr\u00fcfung<\/td>\n<td width=\"50%\">Objektive Pr\u00fcfung<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">An Bedingungen gekn\u00fcpft<\/td>\n<td width=\"50%\">Unbedingt<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"50%\">\u2192 hypothetischer Imperativ (eher schw\u00e4cher)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u2192<strong> moralischer Ratschlag<\/strong><\/td>\n<td width=\"50%\">\u2192 kategorischer Imperativ (st\u00e4rker, da es allg.<\/p>\n<p>Gesetz werden soll)<\/p>\n<p>\u2192 <strong>moralische Gesetz<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size:large;\">Im zweiten Teil der zweiten Stunde\u00a0wurde der <strong>kategorischen Imperativ aus der Freiheit\u00a0<\/strong>mithilfe des Films (siehe Link) hergeleitet. Daf\u00fcr gibt es einige <strong>Argumentationsschritte<\/strong>, die\u00a0Kant zur Begr\u00fcndung des kategorischen Imperativs nutzt:<\/span><\/p>\n<ol>\n<li><strong>Freiheit<\/strong> ist die Voraussetzung f\u00fcr die M\u00f6glichkeit ethischen\u00a0Handelns \u00fcberhaupt: &#8222;Nur wer nicht muss, kann wollen&#8220;<\/li>\n<li>Bedingung der\u00a0Freiheit: <strong>Zwangslosigkeit<\/strong> in Bezug auf Handeln<\/li>\n<li><strong>Hindernis<\/strong> f\u00fcr Zwangslosigkeit\/ Willensfreiheit: <strong>Gl\u00fccksstreben<\/strong> des Menschen<\/li>\n<li>Gl\u00fcck ist ein <strong>vorgegebener Zweck<\/strong>; alles Handeln wird somit zum Mittel, ist also nie Selbstzweck<\/li>\n<li>Alle Inhalte des Wollens k\u00f6nnen damit <strong>nie<\/strong> <strong>frei<\/strong> sein; z.B. kann Nicht-t\u00f6ten-Wollen aus Angst vor Strafe (Streben nach Wohlbefinden) herr\u00fchren<\/li>\n<li>Nur die eine Form des Willens, der Wille an sich, das Wollen &#8222;um den Wollens Willen&#8220;, der<strong> gute Wille<\/strong>, kann demnach wirklich <strong>frei<\/strong> sein<\/li>\n<li>-&gt; die M\u00f6glichkeit des Menschen, sich selbst ein <strong>moralisches Gesetz<\/strong> zu geben und mithilfe der <strong>Vernunft<\/strong> einsichtig zu sein<\/li>\n<li>Dieser freie Wille manifestiert sich im kategorischen Imperativ, denn nur <strong>dessen Selbstverpflichtung gilt ohne<\/strong> <strong>jede Bedingung<\/strong> (&#8222;Ich will, weil es vern\u00fcnftig ist!&#8220;, d.h. weil es f\u00fcr alle Menschen<strong> jederzeit widerspruchsfrei<\/strong> gelten kann)<\/li>\n<li>Das<strong> sittliche Selbstverpflichtende Handeln<\/strong> ist somit der einzig wahre Ausdruck der Freiheit<\/li>\n<li>Daraus folgt: <strong>Freiheit= Moralit\u00e4t<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stundenprotokoll 17.03.2016, 7:45-9:20 Uhr\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 14 Anwesende, Referentin: S\u00fc Gliederung: Wiederholung Verallgemeinerungstest Vergleich goldene Regel mit dem kategorischen Imperativ Herleitung des kategorischen Imperativs aus der Freiheit Als erstes wurden in dieser\u00a0Stunde die verschiedenen Imperative unter der Fragestellung &#8220; Welche Rolle die praktische Vernunft bei der allt\u00e4glichen Handlungsorientierung spielt&#8220; wiederholt. 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