{"id":3482,"date":"2016-10-13T13:41:54","date_gmt":"2016-10-13T13:41:54","guid":{"rendered":"http:\/\/ethikblogs.de\/?p=3482"},"modified":"2016-10-13T13:41:54","modified_gmt":"2016-10-13T13:41:54","slug":"protokoll-10-oktober-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=3482","title":{"rendered":"Protokoll 10. Oktober 2016"},"content":{"rendered":"<p>Gymnasium Gerabronn, Ethikkurs 2015-2017<\/p>\n<p>Stundenzusammenfassung vom 10.10.2016,\u00a0 7:45 &#8211; 9:20 Uhr<\/p>\n<p>17 Anwesende<\/p>\n<p>Referentin: S\u00fc<\/p>\n<p>Thema: Gerechtigkeit\/ Gedankenexperiment nach John Rawls<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"text-decoration: underline\">Gliederung der Stunde:<\/span><\/p>\n<ol>\n<li>WG-Gr\u00fcndung \/ Gedankenexperiment nach John Rawls<\/li>\n<li>John Rawls<\/li>\n<\/ol>\n<hr \/>\n<p><span style=\"text-decoration: underline\"><strong>1. WG-Gr\u00fcndung \/ Gedankenexperiment nach John Rawls<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Zu Beginn der Stunde wurden wir in drei Gruppen aufgeteilt. Jede bekam eine individuelle, aber \u00e4hnliche <strong>Aufgabe:<\/strong><\/p>\n<p>Wir sollten uns vorstellen, gemeinsam in einer WG zu leben und nun Regeln f\u00fcr die Verteilung der Ausgaben und anfallenden Aufgaben aufstellen. Jeder Person wurde eine bestimmte Rolle zugeteilt. Die erste Gruppe (1) wusste zu Beginn keine Rollenverteilung, die zweite Gruppe (2) hingegen schon, bekam die Informationen jedoch erst kurz vor Schluss gesagt. Die letzte Gruppe (3) wusste von Anfang an, wer welche Rolle spielt. Somit kamen unterschiedliche <strong>Ergebnisse<\/strong> heraus:<\/p>\n<p><strong>Gruppe (1):<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>viele Regeln<\/li>\n<li>gerechte Aufteilung der Miete (800\u20ac) \u2192 jeder zahlt gleich viel<\/li>\n<li>Haushaltskasse, um &#8222;Grunddinge&#8220; zusammen einzukaufen<\/li>\n<li>Dienste, wie Putzen, M\u00fcll rausbringen, Bad und Einkaufen werden aufgeteilt<\/li>\n<li>das eigene Zimmer wird selbst geputzt<\/li>\n<li>am Wochenende wird gemeinsam ein Essensplan f\u00fcr die kommende Woche erstellt<\/li>\n<li>Besuch und Party m\u00fcssen vorher abgesprochen werden<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"padding-left: 30px\">\u21d2 allgemein gehaltene Regeln<\/p>\n<p><strong>Gruppe (2):<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Putzplan;\u00a0 wer sich nicht daran h\u00e4lt, muss einen ausgeben\u00a0 (Sanktion)<\/li>\n<li>Party ja; falls Pr\u00fcfungen am n\u00e4chsten Tag, Musik leise machen<\/li>\n<li>pers\u00f6nliche Gegenst\u00e4nde werden mit farbigen Tapes gekennzeichnet<\/li>\n<li>2 duschen Morgens, 2 Abends<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"padding-left: 30px\">\u21d2 wenige Regeln\/ es werden weniger Bereiche abgedeckt, aber leichter zum Einhalten<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\">\u21d2 nachdem Rollen bekannt waren: wir \u00e4ndern fast nichts. Jeder kann sich die Miete leisten und muss folglich auf Sonderw\u00fcnsche verzichten. Au\u00dferdem muss bei Partys auf Petra R\u00fccksicht genommen werden, da sie Migr\u00e4ne hat.<\/p>\n<p><strong>Gruppe (3):<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>jeder zahlt 160\u20ac Miete und 40\u20ac Haushaltsgeld \u2192 Essen, Trinken (kein Alkohol) und &#8222;Putzzeug&#8220;<\/li>\n<li>Udo (Musiker) probt, wenn Petra nicht da ist. \u2192 R\u00fccksicht<\/li>\n<li>jeder hat pro Tag 20 Minuten im Bad<\/li>\n<li>Koch-\/Putzplan f\u00fcr gemeinsame R\u00e4ume<\/li>\n<li>Veganer sind unerw\u00fcnscht<\/li>\n<li>eine Einkaufsliste, auf die jeder seine W\u00fcnsche schreibt<\/li>\n<li>geraucht wird nur auf dem Balkon<\/li>\n<li>keine Hausparties vor Donnerstag<\/li>\n<li>Nachtruhe von Montag bis Mittwoch ist 00 Uhr<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"padding-left: 30px\">\u21d2 R\u00fccksicht und faire Verteilung von Aufgaben<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline\"><strong>2. John Rawls<\/strong><\/span><\/p>\n<p>In der zweiten Stunde arbeiteten wir dann mit dem Buch auf den Seiten 218 und 219. Hier kl\u00e4rten wir die Frage der sozialen Gerechtigkeit nach Ansicht des amerikanischen Philosophen John Rawls.<\/p>\n<p><em>Gerechtigkeit ist &#8211; Fairness<\/em><\/p>\n<p>M2:\u00a0 Theorie der Gerechtigkeit als Fairness<\/p>\n<p><strong>I. <\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>die \u00dcbereinkunft auf die Gerechtigkeitsstrukturen bezieht sich auf die gesellschaftliche Grundstruktur<\/li>\n<li>es sind Grunds\u00e4tze, die vern\u00fcnftige und freie Menschen im Zustand der Gleichheit in ihrem eigenen Interesse annehmen w\u00fcrden<\/li>\n<li>an diese muss man sich anpassen<\/li>\n<li>die Grunds\u00e4tze bestimmen die Art der gesellschaftlichen Zusammenarbeit<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><em>Seine Theorie ist ein Gesellschaftsvertrag<\/em><\/p>\n<p><strong>II.<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>urspr\u00fcngliche Situation der Gleichheit ist genauso viel wert, wie der Naturzustand\/Urzustand (herk\u00f6mmliche Theorie des Gesellschaftsvertrages)<\/li>\n<li>Urzustand ist eine theoretische Situation. Keiner kennt seine gesellschaftliche Stellung\/ Klasse\/ seinen Status, oder seine Gaben, wie Intelligenz<\/li>\n<li>keine Vorstellung \u00fcber Gut und B\u00f6se<\/li>\n<li>&#8222;Die Grunds\u00e4tze der Gerechtigkeit werden hinter einem Schleier des Nichtwissens festgelegt.&#8220; (S. 219, Z. 40ff.)<\/li>\n<li>Keiner wird bevorzugt oder benachteiligt \u2192 Grunds\u00e4tze der Gerechtigkeit sind Ergebnis einer fairen Verhandlung<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>III.<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Urzustand = angemessener Ausgangszustand\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u2192 sichert Fairness<\/li>\n<li>Grunds\u00e4tze der Gerechtigkeit werden in einer fairen Ausgangssituation festgelegt<\/li>\n<li>Gerechtigkeit \u2260 Fairness<\/li>\n<li>Nach festgelegter Gerechtigkeitsvorstellung w\u00e4hlen wir eine Verfassung\/Gesetzgebungsverfahren<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"padding-left: 30px\">\u21d2 Funktion der Grunds\u00e4tze<\/p>\n<p><strong>IV.<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><em>Gerechtigkeitsgrunds\u00e4tze:<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<ol>\n<li>&#8222;Jedermann soll gleiches Recht auf das umfangreichste System gleicher Grundfreiheiten haben, das mit dem gleichen System f\u00fcr alle anderen vertr\u00e4glich ist. (=Gleichheitsprinzip)&#8220;<\/li>\n<li>&#8222;Soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten sind so zu gestalten, dass (a) vern\u00fcnftigerweise zu erwarten ist, dass sie zu jedermanns Vorteile dienen, und (b) sie mit Positionen und \u00c4mtern verbunden sind, die jedem offenstehen. (=Differenzprinzip)&#8220;\u00a0\u00a0\u00a0 (S. 219, Z. 72ff.)<\/li>\n<\/ol>\n<ul>\n<li>dem ersten Grundsatz geht der Zweite voraus<\/li>\n<li>bei Verletzung des ersten Grundsatzes darf ich dies nicht durch gr\u00f6\u00dfere gesellschaftliche oder wirtschaftliche Vorteile begr\u00fcnden<\/li>\n<\/ul>\n<p>Abschlie\u00dfend haben wir nochmals \u00fcber unsere WG Regeln gesprochen und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Gruppe eins und zwei ebenfalls wie Rawls erst unabh\u00e4ngig zum Einkommen und Zustand die Regeln aufgestellt haben. Gruppe eins hat zudem mehr nach dem Gleichheitsprinzip entschieden, w\u00e4hrend Gruppe drei mehr nach dem Differenzprinzip entschied.<\/p>\n<p>Ein <strong>Kritikpunkt <\/strong>zu den Grunds\u00e4tzen war, dass die Einbeziehung von Gut und B\u00f6se fehlt, sodass man nicht wei\u00df, dass es z.B. nett w\u00e4re, eine Party ausfallen zu lassen, wenn einer auf eine Pr\u00fcfung lernen muss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gymnasium Gerabronn, Ethikkurs 2015-2017 Stundenzusammenfassung vom 10.10.2016,\u00a0 7:45 &#8211; 9:20 Uhr 17 Anwesende Referentin: S\u00fc Thema: Gerechtigkeit\/ Gedankenexperiment nach John Rawls Gliederung der Stunde: WG-Gr\u00fcndung \/ Gedankenexperiment nach John Rawls John Rawls 1. WG-Gr\u00fcndung \/ Gedankenexperiment nach John Rawls Zu Beginn der Stunde wurden wir in drei Gruppen aufgeteilt. 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