{"id":378,"date":"2012-03-07T16:08:53","date_gmt":"2012-03-07T14:08:53","guid":{"rendered":"http:\/\/ethik13.wordpress.com\/?p=378"},"modified":"2012-03-07T16:08:53","modified_gmt":"2012-03-07T14:08:53","slug":"protokoll-vom-1-3-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=378","title":{"rendered":"Protokoll vom 1.3.12"},"content":{"rendered":"<div><strong>Kurs:<\/strong> Ethikgrundkurs, K1 (1.3.2012, 11.15 Uhr- 13.00 Uhr)<\/div>\n<p><strong>Kursthema:<\/strong> Pflicht und Neigung<\/p>\n<p><strong>Anwesende:<\/strong> 9 Sch\u00fcler\/Sch\u00fclerinnen und 1 Lehrerin<\/p>\n<p><strong>Protokollant:<\/strong> J.A.<\/p>\n<p><strong>Gliederung:\u00a0<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Dialog zu Gl\u00fcckseligkeit, Neigung und Pflicht<\/li>\n<li>Immanuel Kant<\/li>\n<li>Gruppenarbeit: Beurteilung von Handlungen<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>1.Gl\u00fcckseligkeit, Neigung, Pflicht<\/strong><\/p>\n<p>Zu Beginn der Stunde bekamen wir ein Arbeitsblatt ausgeteilt auf dem ein Dialog zwischen einem Sch\u00fcler und einem Lehrer abgebildet ist (Quelle: Ethik-Klassiker von Platon bis John-Stuart Mill. Ein Lehr und Studienbuch, von Max Klopfer). Der Ausgangspunkt des Gespr\u00e4chs bildet die Frage, was das gr\u00f6\u00dfte Verlangen im Leben des Sch\u00fclers sei, und der Lehrer beantwortet es selbst als &#8218;die Gl\u00fcckseligkeit&#8216;. Im Folgenden fragt er den Sch\u00fcler ob er, wenn er alle Gl\u00fcckseligkeit der Welt h\u00e4tte, diese mit anderen teilen w\u00fcrde. Gleich anschlie\u00dfend wird aber die Frage offenbar, ob denn jeder w\u00fcrdig daf\u00fcr sei, und auch ob man es selbst ist. Der Lehrer definiert nun den Begriff der Neigung ( =inneres Streben nach Gl\u00fcckseligkeit) und meint, dass sie allein durch die Vernunft eingeschr\u00e4nkt werde. So entsteht ein &#8222;Zwang&#8220;, vern\u00fcnftig zu handeln. Zuletzt wird auch der Begriff der Pflicht definiert ( =Handeln nach selbst auferlegten, vern\u00fcnftigen Gesetzen).<\/p>\n<p>Nach dem Bearbeiten des Dialogs stellte Frau Sch\u00fctze uns die Frage, wieso der Mensch in der Lage dazu ist, sich selbst zu etwas zu verpflichten. Ideen der Sch\u00fcler waren u.a., dass der Mensch einen eigenen Willen hat und sich zu dem verpflichten kann, was er f\u00fcr richtig h\u00e4lt, oder dass der Mensch seinen egoistischen Trieben folgt und sich zu dem verpflichtet, wodurch er seine Ziele erreichen kann. Kant meinte hierzu, dass <strong>der Mensch ein B\u00fcrger zweier Welten<\/strong> sei; der Sinnenwelt (Neigung, Begierden, Gef\u00fchle, Prinzip der Gl\u00fcckseligkeit) und der intelligiblen Welt (Vernunft, Freiheit, Prinzip der Sittlichkeit). Die Sinnenwelt zwar schr\u00e4nke den Willen ein, jedoch ist der Mensch durch die intelligible Welt dazu verpflichtet, nach selbst auferlegten Gesetzten zu handeln.<\/p>\n<p><strong>2. Kant<\/strong><\/p>\n<p>Im Folgenden besch\u00e4ftigten wir uns kurz mit<strong>\u00a0<\/strong>Kants Leben. Hierzu bekamen wir einen kleinen Lebenslauf, eine \u00dcbersicht \u00fcber die europ\u00e4ische Philosophie und ein Blatt zu den &#8218;drei Regeln des Philosophierens&#8216; ausgeteilt. Die drei Regeln waren<\/p>\n<ol>\n<li>selbst denken (zwangsfreie Denkungsart),<\/li>\n<li>sich in die Stelle jedes anderen denken (liberale Denkunsart, tolerant und empathisch sein),<\/li>\n<li>jederzeit mit sich einstimmig denken (konsequente Denkungsart, seine Meinung vertreten und sich treu sein).<\/li>\n<\/ol>\n<p>In einem R\u00fcckblick wiederholten wir auch Kants vier Grundfragen und ordneten ihnen die jeweiligen Wissensbereiche zu:<\/p>\n<ol>\n<li>Grundfrage: Was darf ich hoffen? (-&gt; Metaphysik, Religion)<\/li>\n<li>Grundfrage: Was kann ich wissen? (-&gt; Erkenntnislehre)<\/li>\n<li>Grundfrage: Was soll ich tun? (-&gt; Moral)<\/li>\n<li>Grundfrage: Was ist der Mensch? (-&gt; Anthropologie)<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>3. Beurteilungen von Handlungen<\/strong><\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes stellten wir uns eine Situation vor, in der ein Blinder eine vielbefahrene Stra\u00dfe \u00fcberqueren will. Ein Sehender kommt hinzu. Wir sollten nun 17\u00a0Varianten zur Weiterf\u00fchrung der Ausganssituation\u00a0untersuchen und als entweder b\u00f6swillig und pflichtwidrig (rot gekennzeichnet), ethisch neutral und pflichtgem\u00e4\u00df (blau gekennzeichnet) oder aus gutem Willen (gr\u00fcn gekennzeichnet) bezeichnen. Bei der Besprechung der Gruppenarbeit einigten wir uns auf das folgende Ergebnis.<\/p>\n<ol>\n<li>blau: S f\u00fchrt B \u00fcber die Stra\u00dfe, weil er sowieso hin\u00fcber muss.<\/li>\n<li>blau: S f\u00fchrt B, weil er als Pfadfinder heute noch keine gute Tat vollbracht hat.<\/li>\n<li>gr\u00fcn: S f\u00fchrt B, obwohl B abgerissen aussieht und unangenehm riecht.<\/li>\n<li>gr\u00fcn: S f\u00fchrt B, weil S es als seine menschliche Pflicht empfindet.<\/li>\n<li>blau: S f\u00fchrt B, weil S jemanden, der gerade des Weges kommt, damit imponieren m\u00f6chte.<\/li>\n<li>rot: S erkennt, dass B offenbar auf Hilfe wartet, weil er allein nicht \u00fcber die Stra\u00dfe kann, k\u00fcmmert sich aber nicht um ihn.<\/li>\n<li>gr\u00fcn: S f\u00fchrt B \u00fcber die Stra\u00dfe und \u00fcbersieht ein heranrasendes Auto. S kann beiseite springen aber B wird angefahren.<\/li>\n<li>rot: S f\u00fchrt B vor ein Auto, weil er einmal einen Unfall sehen m\u00f6chte.<\/li>\n<li>rot: S schubst B, den er beerben will, vor ein Auto.<\/li>\n<li>rot: S schubst B, der ihn zuvor etliche Male erpresst hat, vor ein Auto.<\/li>\n<li>blau:S f\u00fchrt B \u00fcber die Stra\u00dfe, weil er B als &#8222;netten Opa aus der Nachbarschaft&#8220; kennt.<\/li>\n<li>gr\u00fcn: S f\u00fchrt B, obwohl B sich vorher an der Kasse des Supermarktes r\u00fccksichtslos vor ihn gedr\u00e4ngelt hat.<\/li>\n<li>rot: S f\u00fchrt B, weil er sich ein Trinkgeld erhofft.<\/li>\n<li>blau: S f\u00fchrt B. S ist Polizist und im Dienst.<\/li>\n<li>blau: S f\u00fchrt B, weil B sein Freund ist.<\/li>\n<li>blau: S f\u00fchrt B, weil er sich als Christ dazu verpflichtet f\u00fchlt.<\/li>\n<li>blau: S f\u00fchrt B, weil er annimmt, er k\u00f6nnte sonst wegen unterlassener Hilfeleistung bestraft werden.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Bei der Besprechung fiel auf, dass es Kant bei der Beurteilung der Handlungen vielmehr darauf ankam, was das Motiv ist. Die Folgen (wie zB. bei 7.) werden von ihm nicht betrachtet. Demnach k\u00f6nnen Handlungen wie folgt unterteilt werden:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<div style=\"text-align:left;\">plichtgem\u00e4\u00df (aus Pflicht bzw. gutem Willen, aus Eigenliebe, aus Neigung)<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div style=\"text-align:left;\">b\u00f6swillig<\/div>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kurs: Ethikgrundkurs, K1 (1.3.2012, 11.15 Uhr- 13.00 Uhr) Kursthema: Pflicht und Neigung Anwesende: 9 Sch\u00fcler\/Sch\u00fclerinnen und 1 Lehrerin Protokollant: J.A. 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