{"id":3899,"date":"2017-01-29T11:52:48","date_gmt":"2017-01-29T11:52:48","guid":{"rendered":"http:\/\/ethikblogs.de\/?p=3899"},"modified":"2017-01-29T11:52:48","modified_gmt":"2017-01-29T11:52:48","slug":"anregung-zum-philosophieren-im-netz-von-big-data","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=3899","title":{"rendered":"Anregung zum Philosophieren: im Netz von Big Data"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>&#8222;Vielmehr\u00a0bezeichnet Big Data ein B\u00fcndel neu entwickelter Methoden und Technologien, die die Erfassung, Speicherung und Analyse eines gro\u00dfen und beliebig erweiterbaren Volumens unterschiedlich strukturierter Daten erm\u00f6glicht.&#8220; (Quelle: <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/blob\/194790\/c44371b1c740987a7f6fa74c06f518c8\/big_data-data.pdf\">Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages<\/a>, 2013.)<\/p><\/blockquote>\n<p>Gro\u00dfe Mengen an Daten zu verarbeiten ist ein wichtiges Innovationsthema in verschiedenen Bereichen der Wirtschaft, Wissenschaft und der \u00f6ffentlichen Verwaltung geworden. Ein paar Beispiele:<\/p>\n<ul>\n<li>vor einigen Wochen gab es einen Artikel, der ganz stark im Netz gestreut wurde: &#8222;<a href=\"https:\/\/www.dasmagazin.ch\/2016\/12\/03\/ich-habe-nur-gezeigt-dass-es-die-bombe-gibt\/\">Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt<\/a>&#8222;, dabei geht es um die M\u00f6glichkeiten der Datenanalyse und Datenkombination bis hin zu bewussten Streuung und Steuerung von Meinungen an zwei Beispielen: dem Brexit und der US-Wahl. Kurze Zeit sp\u00e4ter gab es bereits gegenteilige Artikel, u.a. &#8222;<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/digital\/internet\/2016-12\/us-wahl-donald-trump-facebook-big-data-cambridge-analytica\">Big Data allein entscheidet keine Wahl<\/a>&#8222;, die die Macht der Datenanalysten etwas abmilderten.<\/li>\n<li>Fitnessarmb\u00e4nder messen jederzeit die Schrittanzahl, Herzfrequenz, Schlafzeiten, Bewegungsmuster etc. Alles kann bei der Herstellerfirma hochgeladen werden und der pers\u00f6nliche Fitnessstand gemessen werden, dazu gibt es Tipps f\u00fcr die pers\u00f6nliche Optimierung. Bekommen nun Krankenkassen oder Pharmaunternehmen die riesigen Datenmengen, k\u00f6nnen sie damit einerseits gezielter ihre Produkte entwerfen und dem Kunden anbieten, andererseits k\u00f6nnen sie auch viel personalisierter (und damit finanziell) auf gute und schlechte Lebensweisen reagieren. (<a href=\"http:\/\/www.br.de\/br-fernsehen\/sendungen\/gesundheit\/fitness-armbaender-daten-krankenkassen100.html\">mehr Infos<\/a>)<\/li>\n<li>In den USA werden schon seit vielen Jahren Algorithmen verwendet um das R\u00fcckfallrisiko von Straft\u00e4tern zu ermitteln. Bei jenen mit hohem R\u00fcckfallrisiko wird der Antrag auf Bew\u00e4hrung eher seltener gew\u00e4hrt, die Kautionsh\u00f6he ist gr\u00f6\u00dfer, etc.. Da die Algorithmen intransparent sind (&#8222;Gesch\u00e4ftsgeheimnis&#8220;), k\u00f6nnen nur die Ergebnisse ausgewertet werden. Und diese zeigen eindeutig, dass Afroamerikaner systematisch schlechter bewertet wurden. Dies hat gavierende Auswirkungen f\u00fcr jeden einzelnen H\u00e4ftling. (<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/US-Justiz-Algorithmen-benachteiligen-systematisch-Schwarze-3216770.html\">mehr Infos<\/a>)<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Die Fragen, die sich dabei aufdr\u00e4ngen, sind unter anderem: wie sehr vertrauen wir als Gesellschaft uns den Algorithmen, letztlich Maschinen, an?\u00a0Welche moralischen Grenzen gibt es, die nicht \u00fcberschritten werden d\u00fcrfen? Ist unsere Handlungs- und Willensfreiheit in Gefahr?<\/strong><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es auch positive Beispiele: \u00a0Open Data &#8211; also viele Daten, die frei verf\u00fcgbar sind, erm\u00f6glichen ganz neue wissenschaftliche Erkenntnisse, auch mit Hilfe ganz &#8222;normaler&#8220; B\u00fcrger, so genannter Citizen Science (&#8222;B\u00fcrgerwissenschaft&#8220;).<\/p>\n<ul>\n<li>So gibt es z.B. einen <a href=\"http:\/\/luftdaten.info\/\">Bastelbausatz zur Messung von Luft-(verschmutzungs)-daten<\/a>, alle Daten werden in die Datenbank gespeist und ausgewertet. Die Luftdaten sind beispielsweise f\u00fcr Stuttgart <a href=\"http:\/\/opendata-stuttgart.github.io\/feinstaub-map\/\">viel detailierter<\/a>\u00a0als <a href=\"http:\/\/www.mnz.lubw.baden-wuerttemberg.de\/messwerte\/s-an\/s-an.htm\">die amtlichen Daten<\/a>.<\/li>\n<li>Auf <a href=\"http:\/\/www.naturgucker.de\/natur.dll\/$\/\">naturgucker.de<\/a> kann jeder Fotos seiner Naturbeobachtungen sowie zus\u00e4tzliche Daten hochladen. Au\u00dferdem gibt es zahlreiche Hilfen bei der Bestimmung von Arten. So kann man beispielsweise\u00a0Zugv\u00f6gel auf ihren Routen beobachten, da alle Daten sowohl art- als auch ortsbezogen ausgewertet und gefiltert werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Daraus ergeben sich weitere Fragen: wie transparent darf\/muss Wissenschaft sein? Welche M\u00f6glichkeiten gibt es f\u00fcr Sch\u00fcler sich an solchen Projekten (auch f\u00e4cher\u00fcbergreifend) zu beteiligen &#8211; welche Fragen k\u00f6nnten spannend und interessant sein? Sollten nicht alle Daten, die von der &#8222;Allgemeinheit&#8220;, also aus Steuermitteln, finanziert werden offen und frei zur Verf\u00fcgung stehen?<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Vielmehr\u00a0bezeichnet Big Data ein B\u00fcndel neu entwickelter Methoden und Technologien, die die Erfassung, Speicherung und Analyse eines gro\u00dfen und beliebig erweiterbaren Volumens unterschiedlich strukturierter Daten erm\u00f6glicht.&#8220; (Quelle: Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages, 2013.) Gro\u00dfe Mengen an Daten zu verarbeiten ist ein wichtiges Innovationsthema in verschiedenen Bereichen der Wirtschaft, Wissenschaft und der \u00f6ffentlichen Verwaltung geworden. 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