{"id":405,"date":"2012-05-05T16:03:07","date_gmt":"2012-05-05T14:03:07","guid":{"rendered":"http:\/\/ethik13.wordpress.com\/?p=405"},"modified":"2012-05-05T16:03:07","modified_gmt":"2012-05-05T14:03:07","slug":"wie-kommt-man-nur-dazu-philosophie-zu-studieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=405","title":{"rendered":"&quot;Wie kommt man nur dazu, Philosophie zu studieren?&quot;"},"content":{"rendered":"<p>Diese Frage bekam ich am vergangenen Donnerstag angesichts eines, zugegebenerma\u00dfen recht langen, Mill-Textes. Ich habe noch einmal \u00fcber diese Frage nachgedacht und bin f\u00fcr mich zu dem Schluss gekommen, dass sie -aus meiner Perspektive &#8211; falsch herum gestellt ist. F\u00fcr mich stellt sich nicht die Frage, wie man DAS studieren kann (mit genau der Entr\u00fcstung in der Stimme), sondern wie man es nicht kann. Ich meine damit nicht zwangsl\u00e4ufig das Studium, sondern eine Art &#8222;philosophischen Blick&#8220; auf die Dinge zu haben &#8211; wie kann man als Mensch Mensch sein ohne sich dar\u00fcber (planvoll) Gedanken zu machen, woher man kommt, wie Entscheidungen zustande kommen, seine eigenen Ziele und Handlungsoptionen zu reflektieren, die Entscheidungen sowie Antworten von anderen zu hinterfragen, etc.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich ergab sich daraus gegen Ende meiner Schulzeit die logische Schlussfolgerung, Philosophie zu studieren und mich damit zu besch\u00e4ftigen, was andere vorher gedacht haben, wie diese Gedanken zustande kamen, welche Folgen sie haben. Das Studium ist keine zwangsl\u00e4ufige Folge, die ein &#8222;philosophischer Blick&#8220; mit sich bringt, f\u00fcr mich hingegen, war es damals (und auch heute noch) die einzig richtige Entscheidung. Da ich mir das Berufsbild eines Philosophen nur schwer vorstellen konnte und ich zudem auch noch ganz gern unterrichtet h\u00e4tte, habe ich Philosophie und Ethik auf Lehramt studiert. Die Unterschiede im Studium von Lehramt und Philosophie\/Magister im Hauptfach (entspricht, glaube ich, dem heutigen Masterstudium) waren minimal, sodass ich genau das gefunden hatte, was ich wollte. Die langen, schwierigen Texte haben mich \u00fcbrigens nie abgeschreckt &#8211; im Gegenteil! Ich wollte ja gerade mich in Texte hineindenken, die Gedanken nachvollziehen, mit anderen dar\u00fcber diskutieren &#8211; und sei es nur \u00fcber einen Nebensatz oder eine Fu\u00dfnote und was der Autor damit gemeint hat bzw. welche Folgen das f\u00fcr die gesamte Theorie hat.<\/p>\n<p>Die Fragen, die ein &#8222;philosophische Blick&#8220; aufwirft, sind bei mir w\u00e4hrend des Studiums im Detailreichtum und der Vielfalt aller gelesenen Gedanken in den Hintergrund ger\u00fcckt. Erst seit ich unterrichte, begegnen sie mir verst\u00e4rkt wieder &#8211; in den Fragen meiner Sch\u00fcler (und den Fragen meiner eigenen Kinder). Dann merke ich, wie richtig die Entscheidung f\u00fcr mich war, Lehrerin zu werden (-: Nach und nach aber dr\u00e4ngten sich diese existentiellen Fragen auch bei mir wieder auf und ich beobachte, wie viel ich durch das Philosophiestudium dazu gewonnen habe. Nicht nur, dass die Fragen sich wiederholen &#8211; ich habe eine F\u00fclle von Antworten und weiterf\u00fchrenden Fragen im Kopf.<\/p>\n<p>Ich hoffe, ich kann euch so einen Blick ein St\u00fcck weit mitgeben &#8211; indem ich euch Anl\u00e4sse gebe, kurz Distanz zur aktuellen Situation einzunehmen und dar\u00fcber nachzudenken, Fragen zu formulieren, Antworten gemeinsam im Gespr\u00e4ch oder allein zu finden und diese zu reflektieren.<\/p>\n<p>(Ich hoffe, ich habe die Frage nun hinreichend beantwortet, auch wenn ich wei\u00df, dass sie nicht ganz so ernst gemeint war, wie ich sie nun beantwortet habe.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Frage bekam ich am vergangenen Donnerstag angesichts eines, zugegebenerma\u00dfen recht langen, Mill-Textes. Ich habe noch einmal \u00fcber diese Frage nachgedacht und bin f\u00fcr mich zu dem Schluss gekommen, dass sie -aus meiner Perspektive &#8211; falsch herum gestellt ist. 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