{"id":469,"date":"2012-06-28T16:46:31","date_gmt":"2012-06-28T14:46:31","guid":{"rendered":"http:\/\/ethik13.wordpress.com\/?p=469"},"modified":"2012-06-28T16:46:31","modified_gmt":"2012-06-28T14:46:31","slug":"protokoll-vom-14-06-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=469","title":{"rendered":"Protokoll vom 14.06.12"},"content":{"rendered":"<p><strong>Protokoll vom Donnerstag, dem 14. Juni 2012<\/strong><\/p>\n<p><strong>Anwesende: <\/strong>9 Sch\u00fcler, 1 Lehrerin<br \/>\n<strong>Protokollant: <\/strong>T.S.<br \/>\n<strong>Klasse:<\/strong> K1, Raum 84<br \/>\n<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gliederung:<\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Besprechung der Thesen von Peter Singer<br \/>\n<\/strong><strong>2. Inhalt der Fernsehsendung<br \/>\n3. Meine Antworten auf die Fragen zu der Sendung<\/strong><\/p>\n<p><strong><\/strong>\u00a0<\/p>\n<p><strong>1.\u00a0Besprechung der Thesen von\u00a0Peter Singer<\/strong><\/p>\n<p>Unsere Lehrerin begann den Unterricht damit, dass sie die\u00a0Thesen von Peter Singer, mit denen wir uns in der letzten Stunde auseinandergesetzt hatten, wiederholte. Sie stellte uns die Frage:<br \/>\nWelche Konsequenzen hat Peter Singers Ansatz f\u00fcr das Handeln?<br \/>\nAntwort der Sch\u00fcler: Im Gegensatz zu Kant z\u00e4hle f\u00fcr Singer nur das Ergebnis einer Handlung. Damit geh\u00f6re er zu den Utilitaristen. Nach Singer solle man sich beim Handeln nur auf das Ziel konzentrieren, die Maximen und Grunds\u00e4tze, die f\u00fcr die Handlung zugrundeliegen, w\u00fcrden nicht bewertet werden. Somit k\u00f6nne man auch aus eigensinnigen Motiven handeln, solange das Ergebnis der Mehrheit der Gruppe n\u00fctzlich sei.<br \/>\nDie Lehrerin entgegnete daraufhin, dass nach Peter Singer zuerst die Interessen und W\u00fcnsche aller Beteiligten gepr\u00fcft und die Perspektiven der anderen ber\u00fccksichtigt werden sollten. Man solle diese abw\u00e4gen und dann erst handeln. So seien allerdings, wie es bei ethischen Grunds\u00e4tzen\u00a0oft der Fall sei, keine spontanen Handlungen m\u00f6glich. Zudem k\u00f6nne man Singer kritisieren, weil es nicht m\u00f6glich sei, objektiv abzusch\u00e4tzen, was die anderen wollen.<\/p>\n<p><strong><\/strong>\u00a0<\/p>\n<p><strong>2. Inhalt der Fernsehsendung<\/strong><\/p>\n<p>Wir sahen uns die Aufnahme einer Gespr\u00e4chsrunde an. Diese hie\u00df &#8222;Menschen bei Maischberger&#8220; und wurde vom WDR 2008 ausgestrahlt.<br \/>\nZu Gast waren: Peter Singer (Philosoph), Claudio K\u00fcrten (Querschnittsgel\u00e4hmter), Simone Guido (Mutter von Tim, der eine Abtreibung \u00fcberlebte), Christa Nickels (Gr\u00fcnen-Politikerin und ehemalige Krankenschwester) sowie Michael de Ridder (Arzt).<br \/>\nDie Diskussion drehte sich um die Frage des Lebensrechts und des Lebenswertes im Falle von abgetriebenen Kindern, Behinderten, Komapatienten usw.<\/p>\n<p><strong><\/strong>\u00a0<\/p>\n<p><strong>3. Meine Antworten auf die Fragen zu der Sendung<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><em>a) Notiere die Kriterien Peter Singers\u00a0f\u00fcr den &#8222;Wert des Lebens&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Das macht nach ihm ein lebenswertes Leben aus:<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0Sich wahrnehmen zu k\u00f6nnen\u00a0und autonom zu sein<br \/>\n&#8211; In der Zeit befindlich zu sein (sich seiner selbst bewusst sein)<br \/>\n&#8211; Nicht leiden zu m\u00fcssen<br \/>\n&#8211; Einen Lebenswillen zu haben<\/p>\n<p>Der Lebenswert h\u00e4nge zudem von den F\u00e4higkeiten ab. Die Eltern sollten entscheiden, ob das Kind abgetrieben werden solle, oder nicht. Peter Singer unterscheidet unter Lebenswert und Lebensrecht &#8211; z.B. Tim, der behindert ist und seine eigene Abtreibung \u00fcberlebte, hat f\u00fcr ihn kein Lebenrecht, aber sein Leben sei lebenswert, weil er die Kriterien erf\u00fclle.<\/p>\n<p><em>b) Welche Argumente (+) und Gegenargumente (-)\u00a0zu Singers Thesen gibt es?<\/em><\/p>\n<p>&#8211;\u00a0Nach den Menschenrechten hat jeder das Recht auf Leben<br \/>\n&#8211;\u00a0Zu bestimmen, wer ein Recht auf Leben hat und wessen Leben lebenswert ist, f\u00fchrt zur Selektion und ist eine Anma\u00dfung<br \/>\n&#8211; Singers Thesen erinnern teilweise an dunkle Kapitel der Menschheitsgeschichte (z.B. das Dritte Reich), in denen die Menschenrechte au\u00dfer Kraft gesetzt wurden und grausame Verbrechen das Resultat waren<\/p>\n<p>+ Irgendwo m\u00fcssen Grenzen geschaffen werden. Wenn Abtreibung unter gewissen Bedingungen straffrei ist und Menschen ab dem Herztod f\u00fcr tot erkl\u00e4rt werden, muss man definieren, was die Bedingungen daf\u00fcr sind, ab wann\u00a0 man einem Menschen das Lebensrecht oder den Lebenswert absprechen kann. Peter Singer hat mit seinen Kriterien daf\u00fcr eine L\u00f6sung gefunden.<br \/>\n+ Man k\u00f6nnte (laut Singer) die Frage stellen, warum ein geistig behinderter Mensch grunds\u00e4tzlich mehr Recht zu leben haben soll als ein Schimpanse. Er bezeichnet dies als Rassismus.<\/p>\n<p><em>c) Wie wirken die Personen?<\/em><\/p>\n<p>Peter Singer (Philosoph): konsequent in seiner Theorie, abgekl\u00e4rt, \u00fcberraschend sympathisch (obwohl er eine so strittige Position vertritt)<br \/>\nClaudio K\u00fcrten (Querschnittsgel\u00e4hmter): sehr \u00fcberlegt, ruhig, klug, interessante Beitr\u00e4ge, tolerant<br \/>\nSimone Guido (Mutter von Tim, der eine Abtreibung \u00fcberlebte): sympathisch<br \/>\nChrista Nickels (Gr\u00fcnen-Politikerin und ehemalige Krankenschwester): schwer einzuordnen, aber gute Argumente<br \/>\nMichael de Ridder (Arzt): wirkt nicht \u00fcberzeugend<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Protokoll vom Donnerstag, dem 14. Juni 2012 Anwesende: 9 Sch\u00fcler, 1 Lehrerin Protokollant: T.S. Klasse: K1, Raum 84 Gliederung: 1. Besprechung der Thesen von Peter Singer 2. Inhalt der Fernsehsendung 3. 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