{"id":4763,"date":"2019-01-28T17:39:23","date_gmt":"2019-01-28T16:39:23","guid":{"rendered":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=4763"},"modified":"2019-01-28T21:10:13","modified_gmt":"2019-01-28T20:10:13","slug":"eine-generation-fuer-den-klimaschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=4763","title":{"rendered":"Eine Generation f\u00fcr den Klimaschutz"},"content":{"rendered":"\n<p>Vor einigen Tagen habe ich an einem Schulstreik f\u00fcr den Klima- und Umweltschutz teilgenommen. Initiiert und Organisiert wurde dieser Streik nat\u00fcrlich von Sch\u00fclern, nach dem Vorbild des schwedischen M\u00e4dchens Greta Thunberg, die seit Monaten jeden Freitag in Stockholm anstatt vor der Tafel, vor dem Parlament sitzt. Die Demo in Hall war ein voller Erfolg. Rund 400 Sch\u00fcler streikten, stimmten Sprechch\u00f6re an, tauschten sich aus, marschierten durch die Stra\u00dfen und machten deutlich: Wir wissen, dass es um unseren Planeten geht, wir wissen wer daran Schuld ist, und wir wollen geh\u00f6rt und beachtet werden. Uns steht ein gesunder Planet zu. <\/p>\n\n\n\n<p>Lautstark, etwas jugendlich-naiv, aber mit sehr viel Wut wurden konkrete Forderungen an Politik und Wirtschaft gestellt. Kohleausstieg bis 2030. Einhalten des 1,5 Grad Ziels. Abschalten aller AKW&#8217;S, dazu mehr Tierschutz. Ich glaube, wer sich intensiv mit der globalen Erderw\u00e4rmung, sowie mit der industriellen Vernichtung der Natur besch\u00e4ftigt und noch 70 Jahre auf der Erde verbringen wird, denkt nicht mehr in den bisherigen altruistischen Kategorien wie unsere Eltern. Klimaschutz ist f\u00fcr uns nicht mehr etwas, was man aus G\u00fcte der n\u00e4chsten Generation betreibt, sondern weil man seinen eigenen Hintern retten m\u00f6chte. Vielleicht ist es den Teilnehmern des Streikes auf Papier klar, dass unsere Zukunft auf dem Spiel steht, aber wenn in einigen Jahren, die D\u00fcrren h\u00e4ufiger werden, die Fluten heftiger, die Bienen staatlich gef\u00f6rdert und Venedig unter Wasser ist, dann werden sie wirklich realisieren, warum Klimaschutz wichtig ist, warum die globale Erderw\u00e4rmung keine Bedrohung f\u00fcr die Natur, sondern f\u00fcr den Menschen ist. Und dann sind es diese Sch\u00fcler, Wir, die das R\u00fcckgrat der Wirtschaft, der Politik und der Welt sind. Eine Generation, die mit Klimaschutz gro\u00df geworden ist. Ich kann mich an keine Zeit erinnern, an dem Klimaschutz noch kein gro\u00dfes politisches und mediales Thema war. Wir sind mit ihm gro\u00df geworden. Was das bedeutet ist Zukunftspr\u00e4gend. Es bedeutet Menschen, die ihr Leben dieser Aufgabe widmen werden. Das bedeutet kleine \u00c4nderungen im Alltag wie effektive Recyclingsysteme und Klima neutrale Fortbewegung, das bedeutet aber auch multinationale Unternehmen, die es irgendwie geschafft haben, mit Klimaschutz Geld zu verdienen. Das bedeutet eine ganze Generation, die die Fehler der Vergangenen ausb\u00fcgelt, und zwar nicht weil sie Tiere so unglaublich niedlich findet, sondern weil sie sonst von im russischen Permafrost auftauenden Krankheiten dezimiert wird. Dabei ist meine Generation nicht besser als die meiner Eltern, auch wenn diese uns eindeutig in diese Situation geritten hat. Aber Menschen sind Menschen, und Menschen handeln meistens dann, wenn Not wirklich sp\u00fcrbar ist, und wir werden sie sp\u00fcren. Neun der Zehn hei\u00dfesten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnung -ein Zeitraum von 140 Jahren- waren in den letzten 19 Jahren. Doch entscheidender als das, was wir sp\u00fcren werden, ist wie wir handeln werden, und da m\u00fcssen wir unseren Eltern danken, denn das gr\u00fcne Gedankengut ist in uns stark verankert und ist Schicht-unabh\u00e4ngig, was zum Beispiel die Gr\u00fcnen zur Volkspartei bef\u00f6rdert. Klimaschutz wird von einem Thema auf der Stra\u00dfe zu einem Thema der Tagesordnung \u00fcbergehen, Klimaschutz wird ein fester Bestandteil unseres Lebens sein. In zwanzig Jahren werde Ich nicht auf die Stra\u00dfe gegen Kohlestrom gehen, sondern in der Institutionalisierung und Industrialisierung des Klimaschutzes mein t\u00e4gliches Brot verdienen. John F. Kenndy sagte: &#8222;Nur eines ist auf Dauer teurer als Bildung: Keine Bildung&#8220;. Heute ist Bildung in fast allen Staaten eine Institution und f\u00fcr Jeden, f\u00fcr Bildung wird auf internationaler Ebene gek\u00e4mpft. Heute k\u00f6nnen wir sagen &#8222;Nur eines ist auf Dauer teurer als Klimaschutz: kein Klimaschutz&#8220;, und morgen k\u00f6nnen wir eine Welt haben, in der wir leben k\u00f6nnen. Dieses Ziel ist die Aufgabe unserer Generation, und unweigerlich werden wir dieses Ziel erreichen m\u00fcssen. Aber wenn ich an die hunderten jungen Leute denke, die mit ihren beschr\u00e4nkten Mitteln und gegen den Willen vieler Schulen am Freitag da waren, sehe ich weniger Grund zum Pessimismus.<\/p>\n\n\n\n<p>  Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen, Karthasis<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einigen Tagen habe ich an einem Schulstreik f\u00fcr den Klima- und Umweltschutz teilgenommen. Initiiert und Organisiert wurde dieser Streik nat\u00fcrlich von Sch\u00fclern, nach dem Vorbild des schwedischen M\u00e4dchens Greta Thunberg, die seit Monaten jeden Freitag in Stockholm anstatt vor der Tafel, vor dem Parlament sitzt. Die Demo in Hall war ein voller Erfolg. 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