{"id":5056,"date":"2020-01-05T19:09:49","date_gmt":"2020-01-05T18:09:49","guid":{"rendered":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=5056"},"modified":"2020-01-05T19:09:49","modified_gmt":"2020-01-05T18:09:49","slug":"sind-wir-mit-der-rettung-der-welt-ueberfordert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=5056","title":{"rendered":"Sind wir mit der Rettung der Welt  \u00fcberfordert?"},"content":{"rendered":"\n<p>Die westliche Gesellschaft in der wir leben ist sehr wohlhabend. Wider allen Erwartungen kommt mit Luxus auch das Bestreben weitere Probleme zu l\u00f6sen, f\u00fcr die man in einem Kampf um die Existenz, wie er in anderen Regionen der Welt Alltag ist, nicht m\u00f6glich w\u00e4re. Viele heutige Probleme sind seit Jahrzehnten, wenn nicht sogar Jahrhunderten, ungel\u00f6st, jedoch sind wir heute wesentlich besser aufgekl\u00e4rt als damals. An jedes Mitglied dieser unseren Gesellschaft werden Anspr\u00fcche gestellt und so viele Probleme er\u00f6ffnet, die gel\u00f6st werden sollen oder m\u00fcssen. Dies wirft die Frage auf, ob ein Individuum unserer Gesellschaft nicht mit den Problemen unserer Zeit \u00fcberfordert ist. Sollte dies zutreffen ist fraglich wer dann \u00fcberhaupt noch &#8222;die Welt retten&#8220; oder schlicht verbessern kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Das allererste Problem, das h\u00f6chstwahrscheinlich einem jeden in den Kopf kommt ist der Klimawandel. Von jedem von uns wird ein klarer Standpunkt zu dem Klimawandel erwartet und ein dementsprechendes Handeln. Es gibt stets M\u00f6glichkeiten das eigene Leben und dessen Auswirkungen auf die Umwelt zu ver\u00e4ndern und zu verbessern. Dies l\u00e4sst einen nie g\u00e4nzlich zufrieden mit dem eigenen Leben und Verhalten sein. Reicht es mehr \u00f6ffentliche Verkehrsmittel zu nutzen oder muss ich jetzt mit dem Fahrrad fahren? Ist regional und saisonal einzukaufen ausreichend oder muss ich fortan vegan leben?  St\u00e4ndig geschehen neue Umweltkatastrophen, wie die \u00dcberschwemmungen in Venedig und die Br\u00e4nde in Australien und im Amazonas. Uns ist klar, dass wir Mitschuld an diesen Ereignissen tragen, was zumindest bei mir oft Trauer und Frustration ausl\u00f6st. <\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Probleme sind z.B. die soziale Ungerechtigkeit, die alleine schon Deutschland herrscht. Die Schere zwischen Armut und Reichtum wird global, aber auch national immer gr\u00f6\u00dfer. Dies und andere politische Probleme, wie der aktuelle Rechtsdrang der Bev\u00f6lkerung machen einem stets deutlich, dass eine Ver\u00e4nderung stattfinden muss. Jedoch f\u00fchlt sich der einzelne B\u00fcrger in unserer Gesellschaft nicht angesprochen diesen Wandel auszul\u00f6sen. Man ist schlicht \u00fcberfordert und schnell stellt sich das Gef\u00fchl ein, als Individuum eh nichts \u00e4ndern zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das rasante Bev\u00f6lkerungswachstum und die Lebensumst\u00e4nde in anderen L\u00e4ndern sollten uns auch besch\u00e4ftigen. Das Fehlen von Licht, Trinkwasser, Nahrung, Medizin und vor allem Bildung ist in vielen Teilen der Welt immer noch ein gewaltiges Problem. F\u00fcr die meisten von uns w\u00fcrde es kein allzu gro\u00dfes Problem darstellen eine Spende von mehreren hundert Euro zu t\u00e4tigen.Wird dies allerdings von den meisten getan? Nein. Der Grund daf\u00fcr liegt ebenfalls bei der \u00dcberforderung. Allein die Auswahl des Betrags, der Organisation und des Zwecks f\u00fcr viele schon schwer, da es stets einen Ort gibt an dem das Geld mehr ben\u00f6tigt wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Arbeits- und Schulwelt macht es vor allem den jungen Generationen nicht gerade einfach. Studien zeigen, dass sich alleine in den letzten zehn Jahren die Anzahl an Studenten, die ein Burn Out erleiden mehr als verdoppelt hat und damit auch geh\u00e4uft psychische Erkrankungen einhergehen (https:\/\/www.sciencedaily.com\/releases\/2018\/11\/181105081716.htm). Dies ist nicht verwunderlich, wir leben in einer Welt des Wandels in dem permanent alles ver\u00e4ndert und rationalisiert wird, und um f\u00fcr den Arbeitgeber attraktiv zu werden oder zu bleiben muss man immer mehr leisten und das m\u00f6gliche Stresslevel immer h\u00f6her schrauben. Allein die Berufswahl setzt viele, mich eingeschlossen, unter enormen Druck. Eben da es so viele ungel\u00f6ste Probleme und Missst\u00e4nde gibt, sollte man seine Energie und Wissen in eines stecken, jedoch ist dies oft kein lukratives Gesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt unz\u00e4hlige Probleme auf dieser Welt und ich bin nur auf eine handvoll davon eingegangen. Weitere Probleme w\u00e4ren die Energie- und nahende Wirtschaftskrisen, Kriege oder Fl\u00fcchtlinge, allerdings ist das Grundprinzip f\u00fcr den Normalb\u00fcrger dasselbe. Ein jeder von uns kennt viele Punkte in denen unsere ach so moderne Welt enormes Verbesserungspotential zeigt.Wir werden st\u00e4ndig mit Nachrichten von Katastrophen, Kriegen und Missst\u00e4nden bombardiert, sodass manche, vor allem mit schlechter Bildung dazu neigen, sich f\u00fcr gar nichts derartiges mehr zu interessieren. Dieses &#8222;Kopf in den Sand&#8220; stecken ist das Schlimmste was wir machen k\u00f6nnen. W\u00fcrde ein jeder von uns so reagieren, w\u00e4re jeder nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht und niemand k\u00f6nnte zur Weltrettung beitragen. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber was soll man nun tun? Um ein &#8222;guter&#8220; Mensch zu sein, m\u00fcsste man mehrere Leben und Versuche haben. Ich selbst versp\u00fcre oft ein Gef\u00fchl der \u00dcberforderung bei so vielen Dingen, oft auch nur Kleinigkeiten im Alltag. Wenn es allen so geht, wer kann dann \u00fcberhaupt noch irgendetwas ver\u00e4ndern? Solch pessimistische Gedanken kommen schnell auf und m\u00fcssen ebenso schnell wieder verdr\u00e4ngt werden. Es gibt ein einfaches Mittel: Anfangen! Nichts verbessert sich, wenn jeder von einem Problem Bescheid wei\u00df, aber niemand etwas dagegen unternimmt. Die Allgemeinheit kann enorm viel bewegen. W\u00fcrde beispielsweise ein jeder regionaler einkaufen, w\u00e4re dies eine kleine Umstellung f\u00fcr jeden B\u00fcrger, jedoch w\u00fcrde sich der Marktsituation, die Umweltbilanz und vieles mehr \u00e4ndern.  Nicht jeder kann einen Umweltschutzbund gr\u00fcnden oder \u00e4hnliches, aber wenn jeder so viel wie m\u00f6glich \u00e4ndert ist schon viel geholfen. Auch gro\u00dfe Pers\u00f6nlichkeiten wie Greta Thunberg mussten hart f\u00fcr ihren Erfolg arbeiten, aber vor allem erst einmal beginnen. Trotzdem h\u00e4tte auch Greta keinen Erfolg gehabt, wenn sie nicht von abertausenden  Menschen unterst\u00fctzt worden w\u00e4re, die oft nur Kleinigkeiten beigetragen haben.<\/p>\n\n\n\n<p> Au\u00dferdem bin ich davon \u00fcberzeugt, dass der Beitrag zu Probleml\u00f6sungen auch ein Beitrag zum pers\u00f6nlichen Gl\u00fcck ist. 5\u20ac die an eine Wohlt\u00e4tigkeitsorganisation gehen, machen einen sicherlich gl\u00fccklicher als ein Schein mit demselben Wert. <\/p>\n\n\n\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Problem, welches sich uns heutzutage stellt, ist die Abw\u00e4gung zwischen Verzicht und eigenem Nutzen. Unsere Gro\u00dfeltern hatten h\u00f6chstwahrscheinlich nicht die Entscheidungsm\u00f6glichkeiten und die Mittel, wie wir heute. Damals ging es bei vielen ums \u00dcberleben, somit ist das Auseinandersetzen von den Problemen, die es auf der Welt gibt, so wie wir es heute tun, ein Privileg, welches nicht zu untersch\u00e4tzen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Was sagt ihr zu diesem Thema? Wo und wann f\u00fchlt ihr euch \u00fcberfordert?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die westliche Gesellschaft in der wir leben ist sehr wohlhabend. Wider allen Erwartungen kommt mit Luxus auch das Bestreben weitere Probleme zu l\u00f6sen, f\u00fcr die man in einem Kampf um die Existenz, wie er in anderen Regionen der Welt Alltag ist, nicht m\u00f6glich w\u00e4re. 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