{"id":5088,"date":"2020-01-03T20:54:29","date_gmt":"2020-01-03T19:54:29","guid":{"rendered":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=5088"},"modified":"2020-01-03T23:03:56","modified_gmt":"2020-01-03T22:03:56","slug":"ist-kritik-an-israel-legitim-oder-antisemitisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=5088","title":{"rendered":"Kritik an Israel: Antisemitisch?"},"content":{"rendered":"\n<p>Es ist bereits schon allt\u00e4glich, in irgendeiner x-beliebigen Zeitung israelkritische Artikel lesen zu k\u00f6nnen, die sich v.a. mit dem Konflikt zwischen Israel und den Pal\u00e4stina, bzw. der israelischen Siedlungspolitik auseinandersetzen. Doch die meisten Menschen, die meinen diese kritisieren zu k\u00f6nnen, haben sich im Voraus nicht mit den Hintergr\u00fcnden dieser besch\u00e4ftigt und w\u00e4lzen ihre allgemein schon antiisraelische Haltung, ohne jegliche Vernunft, auf ganz Israel, und damit indirekt auf Juden ab, wodurch sie unbewusst, bzw. mittlerweile mehr und mehr beabsichtigt, Juden- und Israelfeindliches versuchen zu legitimieren. Jedoch ist Kritik am israelischem Staate nicht gleich Antisemitismus, denn kein Staat der Welt ist perfekt, und lebt daher vom demokratischen Austausch der verschiedenen Standpunkte. Doch ab wann ist &#8220;Israelkritik&#8220; antisemitisch, bzw. ist sie \u00fcberhaupt antisemitisch?<\/p>\n\n\n\n<p> Israelkritik beinhaltet meistens einen verkapselten Antisemitismus, der darin besteht, dass man dem Staat, und dessen Politik, auf alle dort lebenden Menschen- der Gro\u00dfteil ist j\u00fcdisch- bezieht. Sicherlich bedeutet das nicht gleich, dass man Antisemit ist, jedoch verleitet dies, tendenziell, zu einer gro\u00dfen Verallgemeinerung, die dazu f\u00fchren kann, dass manch dummer moderner &#8220;Halbnazi&#8220; sich best\u00e4tigt f\u00fchlt, dass aus ihrer Sicht, das Grauen, das die Deutschen an \u00fcber sechs Millionen Juden ver\u00fcbt haben, doch nicht so katastrophal war, da man &#8220;den Juden&#8220; nun das &#8220;Doch-So-Schlimm-Sein&#8220; vorwirft. Ein oft genanntes Beispiel ist die Siedlungspolitik des Ministerpr\u00e4sidenten B. Netanyahus und der dazugeh\u00f6rigen, grob durchdachten Reaktion Pal\u00e4stinas, die das Gebiet Israels bombardieren, wodurch bereits s\u00e4mtliche Israelis ums Leben kamen. Jedoch bewirkten die Vergeltungsanschl\u00e4ge Israels auf pal\u00e4stinensischem Boden das gleiche. Die relativ einseitige Berichterstattung der, vor allem deutschen Presse, unterstreicht den verfehlten Eindruck, da Israel meistens als das schwarze Schaf dargestellt wird. Au\u00dferdem spielt das \u00fcbertriebene mit dem Zeigefinger auf Israel Zeigen eine ebenso gro\u00dfe, wie auch wichtige Rolle. Das Ausblenden anderer, viel gr\u00f6\u00dferer Konflikte, wie z.B in Burkina Faso, oder in Mali, wirkt zudem kategorisch. Erschreckend dargestellt wird dies, durch die \u00fcberdurchschnittliche und meist negative Berichterstattung und Publikationen \u00fcber Israel, was, wie kein anderes Land, damit &#8220;beschossen&#8220; wird, was fast schon perverse Ausma\u00dfe angenommen hat, und schon kollektiv wirkt. Ebenso wirkt das Zusichern der Bundesregierung an das Existenzrecht Israels fast schon heuchlerisch, wenn man in 83 UNO-Abstimmungen gegen Israel votiert hat.\u00a0Sicherlich, Kritik an der Politik, der israelischen Regierung, ist v\u00f6llig angemessen, angesichts der Tatsache, dass man das pal\u00e4stinensische Siedlungsgebiet zu gro\u00dfen Teilen geradezu abgekapselt und isoliert hat. Jedoch ist dies nun \u00fcberhaupt nicht auf die Einwohner, und spezifisch auf Juden, zu zuschieben, denn es ist unm\u00f6glich, das Handeln einer kleinen Gruppe, kollektiv auf die Allgemeinheit zu \u00fcbertragen. Das gilt f\u00fcr ALLE und sollte eigentlich unverhandelbar sein, egal ob man Jude, Syrer, Deutscher, Ukrainer, Chinese oder sonst irgendwer ist.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>\u00a0Abschlie\u00dfend ist es wichtig zu sagen, dass Kritik an der Politik B. Netanjahus, und damit an der Regierung Israels legitim, sogar notwendig ist. Es geh\u00f6rt zu jedem demokratischen Staat dazu, dass man sich kritisch mit der Politik des Landes oder sonstigen Dingen auseinander setzt. Jedoch verleitet das Thema Israel schnell zu Antisemitismus, da sich viele Menschen entweder zu wenig mit dessen Problematik auseinander setzen und bereits schon leicht antisemitische Z\u00fcge aufweisen, oder eine kleine Personengruppe auf die ganze Gruppe \u00fcbertragen. Die Frage ist, ob dies bewusst, oder unbewusst ist. Denn durch die Banalit\u00e4t des B\u00f6sen, dies einfach durchzuwinken, was momentan in der Gesellschaft geschieht, wird Antisemitismus erschreckenderweise mehr und mehr salonf\u00e4hig. Es ist unsere Aufgabe differenziert und sachlich dem entgegen zu stehen und unseren j\u00fcdischen B\u00fcrgern beistand zu leisten. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist bereits schon allt\u00e4glich, in irgendeiner x-beliebigen Zeitung israelkritische Artikel lesen zu k\u00f6nnen, die sich v.a. mit dem Konflikt zwischen Israel und den Pal\u00e4stina, bzw. der israelischen Siedlungspolitik auseinandersetzen. 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