{"id":5464,"date":"2020-07-08T20:45:31","date_gmt":"2020-07-08T19:45:31","guid":{"rendered":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=5464"},"modified":"2020-08-06T17:33:27","modified_gmt":"2020-08-06T16:33:27","slug":"disney-ideal-unglueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=5464","title":{"rendered":"Disney-Ideale: Ungl\u00fcck?"},"content":{"rendered":"\n<p>Vielleicht seid auch ihr mit den Disney-Filmen und Geschichten aufgewachsen, und vielleicht schaut ihr euch heute noch die Disney-Filme regelm\u00e4\u00dfig an. Und auch wenn ihr euch hier nicht anschlie\u00dfen k\u00f6nnt, habt ihr euch zumindest einen Disney-Film jemals angesehen oder kennt eine der Geschichten von den bekannten Filmemachern. Von actionreichen Autorennen mit Lightning McQueen, herzzerrei\u00dfenden Abendteuern mit Simba bis hin zu den m\u00e4rchenhaften Prinzessinnen-Geschichten wurden wir als Kinder in verschiedene Welten mitgenommen. Dabei stellt sich mir nun die Frage, in wiefern uns die idealisierten Handlungen, Charaktere und Beziehungen schon fr\u00fchzeitig beeinflusst haben k\u00f6nnten, und ob uns das Disney-Ideal  ins Ungl\u00fcck f\u00fchrt. <\/p>\n\n\n\n<p>Disney-Filme zeigen uns das Bild einer gef\u00fchlvollen Welt, in der das Gute siegt und die Prinzessin am Ende ihren Prinzen findet. Alles sch\u00f6n und gut, doch neben den moralischen Werten und Normen, die dem Kind helfen, richtig von falsch zu unterscheiden und den Unterschied zwischen gut und b\u00f6se zu verstehen, neben den Botschaften von Freundschaft und Zusammenhalt, bringen die Filme auch eine konservative Rollenverteilung mit sich und stellen Sch\u00f6nheitsideale verzerrt dar.  <\/p>\n\n\n\n<p>Auffallend sind vor allem die Rollenbilder, die den Kindern schon im fr\u00fchen Alter vermittelt werden. M\u00e4dchen leben wie Prinzessinnen in einer rosa f\u00e4rbenden Welt, welche von ihrem Prinzen gerettet werden. Doch das Bild der hilfsbed\u00fcrftigen M\u00e4dchen und des mit St\u00e4rke protzenden, mutigen Mannes pr\u00e4gen die Vorstellungen der kleinen Zuschauer. Gerade in der Zeit, in der sich Kleinkinder entwickeln und man anf\u00e4ngt, die Welt zu entdecken und zu verstehen, besteht die Gefahr, diese Vorstellungen als seine Eigenen aufzunehmen. Es entsteht ein idealisiertes Bild der Gesellschaft, in welcher das M\u00e4dchen rosa angezogen, klein und zierlich sein muss, w\u00e4hrend der Junge St\u00e4rke und Mut beweisen sollte. Im Gegensatz dazu steht der Disney-Film &#8220;Merida&#8220;, in welchem die Hauptcharakterin Merida ihrer Rolle als ideale Prinzessin nicht gerecht werden will, und dagegen ank\u00e4mpft, bis das nicht traditionelle Frauenbild schlussendlich akzeptiert wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Abgesehen von der idealisierten Rollenverteilung, ist ebenso ein Sch\u00f6nheitsideal in den Filmen verpackt, welche Auswirkungen auf unsere Selbstwahrnehmung haben. Die K\u00f6rper der  Prinzessinnen vermitteln eine unrealistische Vorstellung. Vergleichbar w\u00e4re hiermit das bekannte Ph\u00e4nomen, wenn man auf Instagram einen Beitrag sieht und daraufhin den Wunsch versp\u00fcrt, etwas an sich \u00e4ndern zu wollen, da man sich nicht sch\u00f6n genug f\u00fchlt. Genau diese Gefahr ist auch in den Bildern der Disney-Filme versteckt, mit dem Unterschied, dass auch kleine Kinder damit konfrontiert werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man jetzt die Rollenverteilung und das Sch\u00f6nheitsideal kombiniert, k\u00f6nnte man sich andererseits selbst den Gedanken zusammenf\u00fcgen, man m\u00fcsse genau dem Bild der Prinzessinnen entsprechen, um seinen Prinzen zu finden. Wer den Film &#8220;Cinderella&#8220; gesehen hat, merkt bereits, dass an der Erkenntnis was dran sein k\u00f6nnte: Die beiden Schwestern, die als nicht so sch\u00f6n wie die Hauptdarstellerin gelten, werden am Ende nicht so gl\u00fccklich wie Cinderella selbst. Genauso im Film &#8220;K\u00fcss den Frosch&#8220; wird ein Bild des durchtrainierten, sportlichen Prinzen vermittelt, w\u00e4hrend der fest gebaute Diener mit seinem Ungl\u00fcck zu k\u00e4mpfen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Auffallend ist noch der Ablauf der Disney-Filme. Denn egal wie schlecht die Anfangssituation der Hauptcharaktere war, gibt es im Endeffekt immer ein Happy End  ohne jeglichen Funken Negativit\u00e4t. Nachdem Dornr\u00f6schen durch den Kuss ihres Retters aufwacht und der Schuh von Cinderella passt, leben alle gl\u00fccklich bis ans Ende ihrer Tage. Aber auch das entspricht nicht der Realit\u00e4t. Arielle hat ihren Prinzen ebenso nur f\u00fcr sich gewonnen, als sie sich selbst vom \u00e4u\u00dferlichen Erscheinungsbild \u00e4nderte, und ihre Flosse gegen Menschenbeine eintauschte. Noch dazu musste sie ihre Stimme abgeben, um von ihrer gro\u00dfen Liebe zur\u00fcckgeliebt zu werden. Daraus l\u00e4sst sich interpretieren, dass man von einem Mann geliebt wird, wenn man keine eigene Stimme und folglich dessen keine eigene Meinung hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Andererseits haben die Disney-Filme auch Botschaften mit positiven Einfluss. W\u00e4hrend Tiara aus &#8220;K\u00fcss den Frosch&#8220; durch ihre harte Arbeit von einer Kellnerin zu einer Restaurantinhaberin wird, und ihren langersehnten Wunsch durch harte Arbeit selbst realisiert, da sie an sich glaubt, wird vermittelt, dass man durch den eigenen Willen, dem eigenen Einsatz und der eigenen Arbeit viel erreichen kann. Auch wenn das im echten Leben nicht immer realistisch erscheint, kann diese Botschaft als St\u00fctze jedes Individuums dienen. Auch Arielle musste viele Opfer bringen und durfte nicht aufgeben, um ihren Wunsch zur Realit\u00e4t zu machen, wobei es sich hier streiten l\u00e4sst, ob es ihre Opfer tats\u00e4chlich wert waren. In &#8220;Die Sch\u00f6ne und das Biest&#8220; wird auf die inneren Werte aufmerksam gemacht. Und der Film &#8220;Aladdin&#8220; zeigt, dass nicht von Bedeutung ist, woher man kommt, sondern was man aus sich macht. Der letzte wichtige Punkt, auf den ich aufmerksam machen will, ist, dass die Disney-Filme auf die Unterst\u00fctzung anderer Charaktere bauen. Es ist wichtig, Kindern schon im fr\u00fchen Alter beizubringen, dass sie nicht alles alleine bew\u00e4ltigen m\u00fcssen, sondern auch auf die Hilfe anderer bauen k\u00f6nnen, gerade in schwierigen Zeiten. Das ist ebenso eine wichtige Erkenntnis f\u00fcr das Erwachsen werden, die uns im Leben weiter helfen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Zusammenfassend finde ich es wichtig, den Kindern selbst zu verinnerlichen, worauf es wirklich im Leben ankommt und was von nicht so gro\u00dfer Bedeutung ist. Zwar war es erschreckend, als mir die negativen Auswirkungen der Disney-Filme bewusst wurden, dennoch kann ich f\u00fcr mich selbst nur schwer abw\u00e4gen, ob ich davon beeinflusst wurde oder nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Was ist eure Meinung zu diesen Erkenntnissen? Findet ihr, sie sind zu weit hergeholt und \u00fcbertrieben, oder glaubt ihr, Kleinkinder k\u00f6nnen diese Vorstellungen unbewusst verinnerlichen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vielleicht seid auch ihr mit den Disney-Filmen und Geschichten aufgewachsen, und vielleicht schaut ihr euch heute noch die Disney-Filme regelm\u00e4\u00dfig an. Und auch wenn ihr euch hier nicht anschlie\u00dfen k\u00f6nnt, habt ihr euch zumindest einen Disney-Film jemals angesehen oder kennt eine der Geschichten von den bekannten Filmemachern. 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