{"id":5558,"date":"2020-11-04T22:24:51","date_gmt":"2020-11-04T21:24:51","guid":{"rendered":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=5558"},"modified":"2020-11-04T22:24:51","modified_gmt":"2020-11-04T21:24:51","slug":"zusammenfassung-des-ethikunterrichts-am-23-10-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=5558","title":{"rendered":"Zusammenfassung des Ethikunterrichts am 23.10.2020"},"content":{"rendered":"\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Thema: Freiheit -&gt; Psychologie<\/li><li>Gymnasium Gerabronn, Raum 2204 von 11:25 bis 13:00 Uhr<\/li><li>Referentin: Frau Straub<\/li><li>Anwesende: 15 von 16 Sch\u00fcler*innen<\/li><li>Gliederung der Stunde:<\/li><li>Vorstellung Portfolio \u201eUnser Boden \u2013 welchen Einfluss hat unsere Konsumgesellschaft auf ihn?<\/li><li>Trailer \u201eDie Welle\u201c<\/li><li>Trailer \u201eDas Milgram-Experiment\u201c<\/li><li>Arbeitsauftrag<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Am Anfang der Stunde wurde mit der Vorstellung eines Portfolios begonnen. Darin wurde das Problem der Ausbeutung des Bodens thematisiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mensch braucht den Boden zum Nahrungsanbau. Mittlerweile hat sich die Landwirtschaft an den hohen Konsum angepasst, jedoch ist der Boden schon so ausgelaugt, dass es kaum noch Ertr\u00e4ge ohne Zusatzmittel gibt. Das liegt daran, dass der Boden \u00fcberbeansprucht wurde, besonders die Monokultur, f\u00fcgt ihm gro\u00dfen Schaden zu. Der Botaniker George Washington Carver wusste schon Ende des 19 Jhd. was der Boden braucht: Ruhe. Dadurch sollte der Boden wieder ertragsf\u00e4higer werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die derzeitige einseitige Bebauung des Bodens ist ein Teufelskreis: Um gen\u00fcgend Ertrag zu erwirtschaften, benutzen die Bauern D\u00fcnger. Dadurch wird zwar der Ertrag f\u00fcr dieses Jahr erh\u00f6ht, jedoch nicht f\u00fcr das n\u00e4chste. Da wird es dann so aussehen, dass der Boden noch weniger N\u00e4hrstoffe zu Verf\u00fcgung hat, dadurch m\u00fcssen die Bauern mehr D\u00fcnger benutzen. Und so geht das immer weiter. Aus diesem Teufelskreis kommen wir nur raus, wenn wir unseren Konsum deutlich verringern und die Bauern dem Boden Zeit geben, damit er sich erholen kann. Dazu kann man w\u00e4hrend der Ruhezeit gewisse Gr\u00fcnd\u00fcngungspflanzen, die den Boden nachhaltig wieder mit N\u00e4hrstoffen versorgen. Jedoch ist das f\u00fcr die herk\u00f6mmlichen Bauern schwer umzusetzen, da mit den Lebensmitteln gehandelt wird. Das bedeutet, dass es keinen vorgeschriebenen Preis f\u00fcr die einzelnen Produkte gibt und wenn z.B. ein Gro\u00dfbauer seine Produkte billig verkauft, hat der Kleinbauer so gut wie keine Chance mehr, seine Waren zu einem \u201enormalen\u201c Preis zu verkaufen. Das f\u00fchrt wiederum dazu, dass er den Boden durchgehend bewirtschaften muss, um schlussendlich ausreichend Geld zu verdienen.&nbsp; Das hei\u00dft f\u00fcr ihn ist es gar nicht m\u00f6glich, dem Boden die n\u00f6tige Ruhe zu geben.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr uns bedeutet das, dass wenn wir weiterhin gen\u00fcgend zu essen haben m\u00f6chten, m\u00fcssen wir dringend unseren Konsum \u00fcberdenken und am besten die Lebensmittel nicht nur im Supermarkt kaufen, sondern auch mal direkt beim Bauern einzukaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Leitfrage hatten wir: \u201eWie ist meine Psyche vorprogrammiert, dass ich nicht frei handel?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu haben wir uns den Trailer \u201eDie Welle\u201c angeschaut. In dem Film geht es darum, dass um das Jahr 1967 in den USA die Sch\u00fcler davon \u00fcberzeugt sind, dass das, was in Deutschland mit der Diktatur passiert ist, ihnen nicht passieren kann. Der Lehrer nimmt es sich als Aufgabe, sie von dem Gegenteil zu \u00fcberzeugen, indem er eine Gruppe \u201eDie Welle\u201c gr\u00fcndet, mit ihm als Anf\u00fchrer. Die meisten sind zwar am Anfang etwas skeptisch, aber nach und nach schlie\u00dfen sich immer mehr Sch\u00fcler an. Sie sind \u00fcberzeugt von ihrem Handeln und meinen, dass sie Privilegien haben. Die, die nicht zu der Gruppe geh\u00f6ren wollen, schlie\u00dfen sie aus. Letztendlich artet es aber so aus, dass die Jugendlichen gewaltt\u00e4tig werden. W\u00e4hrend eines Streits schl\u00e4gt z.B. auf einmal einer der Mitglieder von \u201eder Welle\u201c seine Freundin.<\/p>\n\n\n\n<p>Danach haben wir den Trailer von dem Film \u201eDas Milgram-Experiment\u201c angeschaut. Dieses psychologische Experiment wurde erstmals 1961 durchgef\u00fchrt. Hierbei wurde eine zuf\u00e4llige Person aus der Bev\u00f6lkerung ausgew\u00e4hlt. Sie bekam von Versuchsleitern Anweisungen. Und zwar sollte sie einem angeblichen \u201eSch\u00fcler\u201c f\u00fcr jeden Fehler, den er machte, Stromschl\u00e4ge verpassen, die mit jedem Fehler verst\u00e4rkt wurden. Zwar war der Sch\u00fcler ein Schauspieler, der nur so tat, als w\u00fcrde er die Stromschl\u00e4ge bekommen, doch das wusste die ausgew\u00e4hlte Person nicht. W\u00e4hrend des Experiments hat der Sch\u00fcler teilweise sogar die Person angefleht aufzuh\u00f6ren. Da aber der Versuchsleiter gesagt hat, dass die Person weiter machen soll, hat sie das auch gemacht. Sogar bis zu 450V, obwohl der Sch\u00fcler ab dieser Spannung gestorben w\u00e4re, wenn die Stromschl\u00e4ge echt gewesen w\u00e4ren. Fast alle Personen haben sozusagen riskiert, dass der Sch\u00fcler unter den Stromschl\u00e4gen stirbt und das nur, weil ihnen jemand die Anweisung gegeben hat, weiter zu machen. Waren sich die Anf\u00fchrer uneinig, haben die Testpersonen eher den Versuch abgebrochen, als wenn sich die Anf\u00fchrer einig waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gemeinsamkeiten der beiden Filme liegen darin, dass es einen Anf\u00fchrer, also eine sogenannte Autorit\u00e4t gibt und alle Befehle, die sie erteilt, befolgt werden, ohne, dass dar\u00fcber nachgedacht wird. Die Menschen lassen sich also sehr leicht beeinflussen und passen sich den Forderungen an. Sobald der Anf\u00fchrer Befehle gibt, schaltet der Verstand bei vielen Menschen aus und sie gehorchen blind. Das hei\u00dft, ihre Moral wird so beeinflusst, dass sie gar nicht mehr wirklich wissen, was sie gerade tun und welche Konsequenzen daraus entstehen k\u00f6nnen. Besonders bei dem Film \u201eDie Welle\u201c ist der Gruppenzwang einer der Hauptgr\u00fcnde, weshalb das \u00fcberhaupt funktioniert hat. Je mehr Anh\u00e4nger eine Gruppe besitzt, desto mehr wird das Verhalten des Einzelnen von dieser beeinflusst. Man ist also nicht mehr f\u00e4hig alleine zu entscheiden, geschweige denn, die Entscheidungen zu treffen, die man als Individuum f\u00fcr richtig gehalten h\u00e4tte. Somit ist Gruppenzwang auch eine Art Unfreiheit, da das eigene Denken und Handeln sehr stark eingeschr\u00e4nkt wird. Ein Funfact: ca. 2\/3 der Bev\u00f6lkerung haben unbedingten Gehorsam. Das bedeutet, wenn man ihnen eine Aufgabe erteilt, dies auch entsprechend ausgef\u00fchrt wird, ohne dar\u00fcber nachzudenken. Dieser Personenkreis denkt, dass die Autorit\u00e4tsperson (immer) Recht hat und schon die richtigen Entscheidungen treffen wird. Sie denken nicht selbst dar\u00fcber nach, ob das \u00fcberhaupt Sinn macht, sondern lassen sich einfach von dem leiten, was der Anf\u00fchrer sagt. Jeder Einzelne ist in diesem Moment davon \u00fcberzeugt, dass er\/ sie das Richtige tut. Oftmals kann man sich nicht einmal selbst erkl\u00e4ren, warum genau man das jetzt macht, aber man macht es einfach.<\/p>\n\n\n\n<p>Gruppendynamik muss nicht immer so ausgepr\u00e4gt sein, wie in dem Film, es reicht schon, wenn man z.B. die gleiche Verkleidung oder Uniform tr\u00e4gt. Allein das l\u00f6st schon etwas im Menschen aus. Beispielsweise tr\u00e4gt im Kampfsport jeder die selbe Kleidung , wodurch eine Gemeinsamkeit, wie auch eine zu \u201espielende\u201c Rolle suggeriert wird. Aus diesem Grunde nimmt man oftmals schon unbewusst eine aufrechtere Haltung ein oder auch einen anderen Gesichtsausdruck an. Im Grunde kann jeder selbst f\u00fcr sich entscheiden, ob er dieser Gruppe zugeh\u00f6rig sein m\u00f6chte. Die Alternative w\u00e4re dann, dass man alleine ist, aber die wenigsten Menschen diesen Zustand m\u00f6gen.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt stellt sich nat\u00fcrlich die Frage: Wie weit gehe ich, um mich der Gesellschaft oder Gruppe anzupassen und ab wann denke ich selber? Ich finde diese Frage sollte sich jeder individuell beantworten. Doch sobald man in einer Gruppe ist, die Dinge macht, die man alleine nicht machen w\u00fcrde, f\u00e4nde ich es sinnvoller dar\u00fcber nachzudenken, ob man wirklich in der Gruppe bleiben will.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>Freiheit<\/td><td>Moral<\/td><td>Lat. \u201emoralis\u201c = \u201edie Sitte betreffend\u201c; Eine Sitte ist eine menschliche Umgangs- bzw. Verhaltensform<\/td><\/tr><tr><td>&nbsp;<\/td><td>Gruppenzwang<\/td><td>Beeinflusst die Verhaltensweisen innerhalb einer Gruppe und bewirkt eine Anpassung des Verhaltens an die Gruppennormen<\/td><\/tr><tr><td>&nbsp;<\/td><td>Gruppendynamik<\/td><td>Ein Ph\u00e4nomen, das bei wiederholter sozialer Interaktion im pers\u00f6nlichen Kontakt in Gruppen von Menschen auftritt<\/td><\/tr><tr><td>&nbsp;<\/td><td>Unbedingter Gehorsam<\/td><td>Menschen handeln genauso, wie ihnen gesagt wird und denken nicht dar\u00fcber nach, warum und was sie tun<\/td><\/tr><tr><td>&nbsp;<\/td><td>Autorit\u00e4t<\/td><td>Ansehen, das einer Person zugeschrieben wird und bewirken kann, dass sich andere Menschen in ihrem Denken und Handeln nach ihr richten<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Diese Tabelle sollte vom n\u00e4chsten Protokollanten weiter gef\u00fchrt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>In der zweiten Stunde haben wir einen Arbeitsauftrag bekommen: In einer (Experten-)Gruppe von drei Sch\u00fcler*innen wurden drei Themen zur Auswahl gestellt. Jeder aus der Gruppe sollte ein anderes Thema \u00fcbernehmen. Zur Auswahl standen psychologische Experiment von verschiedenen Personen: Sigmund Freud, Alfred Adler und Pawlow und Skinner. Nun sollte man sich in der Gruppe von Menschen zusammenfinden, die dasselbe Thema haben, um die Aufgaben zu bearbeiten. Die Ergebnisse werden n\u00e4chste Stunde und somit vom n\u00e4chsten Protokollant zusammengefasst.<\/p>\n\n\n\n<p>Gute Quellen f\u00fcr die Zusammenfassung und Trailer der Filme und der Definitionen aus der Tabelle:<\/p>\n\n\n\n<p>Die Welle:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"DIE WELLE (2008) - Trailer  HQ\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/qkztDM5ukbw?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.moviemaster.de\/filme\/film_die-welle-2008.htm\">https:\/\/www.moviemaster.de\/filme\/film_die-welle-2008.htm<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Das Milgram-Experiment:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Das Milgram Experiment\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/0MzkVP2N9rw?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.philoclopedia.de\/2016\/03\/03\/milgram-experiment\/\">https:\/\/www.philoclopedia.de\/2016\/03\/03\/milgram-experiment\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Definitionen:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.wasistwas.de\/archiv-geschichte-details\/die-frage-der-woche-was-ist-moral.html\">https:\/\/www.wasistwas.de\/archiv-geschichte-details\/die-frage-der-woche-was-ist-moral.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gruppenzwang\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gruppenzwang<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gruppendynamik\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gruppendynamik<\/a> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Autorit%C3%A4t\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Autorit%C3%A4t<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Thema: Freiheit -&gt; Psychologie Gymnasium Gerabronn, Raum 2204 von 11:25 bis 13:00 Uhr Referentin: Frau Straub Anwesende: 15 von 16 Sch\u00fcler*innen Gliederung der Stunde: Vorstellung Portfolio \u201eUnser Boden \u2013 welchen Einfluss hat unsere Konsumgesellschaft auf ihn? 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