{"id":5615,"date":"2020-11-23T21:52:11","date_gmt":"2020-11-23T20:52:11","guid":{"rendered":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=5615"},"modified":"2020-12-13T20:27:32","modified_gmt":"2020-12-13T19:27:32","slug":"zusammenfassung-des-ethikunterrichts-13-11-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=5615","title":{"rendered":"Zusammenfassung des Ethikunterrichts 13.11.2020"},"content":{"rendered":"\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Klassenstufe:<\/strong> K1<\/li><li><strong>Referenten:<\/strong> Frau Straub, L.H.<\/li><li><strong>Themen:<\/strong> Biologie (Hirnforschung, Libet-Experimente)                                Philosophie (Deterministen\/Indeterministen, Peter Bieri, Gerhard Roth)<\/li><li><strong>Schule\/Ort: <\/strong>Gymnasium Gerabronn, Raum 2204 am 13.11.2020 von 11:25 bis 13:00 Uhr<\/li><li><strong>Teilnehmer:<\/strong> 15 von 16 Sch\u00fcler\/innen<\/li><li><strong>Link zum Bildungsplan:<\/strong> http:\/\/www.schule-bw.de\/faecher-und-schularten\/gesellschaftswissenschaftliche-und-philosophische-faecher\/ethik\/unterricht-materialien-und-medien\/ethik_11_12<\/li><li><strong>Ablauf der Doppelstunde:<\/strong><\/li><li>Vorstellung Portfolio \u201eFast Fashion\u201c<\/li><li>Die Libet-Experimente<\/li><li>Gruppe 1 (Willensfreiheit ist eine Illusion)<\/li><li>Gruppe 2 (Hirnforscher k\u00f6nnen nicht \u00fcber Freiheit reden bzw. unser Wille ist doch frei?)<\/li><li>Streitgespr\u00e4ch zum Thema \u201eVerantwortung f\u00fcr Straftaten\u201c Grundsatzdiskussion zu unserem Justizwesen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Anregung f\u00fcr Blog: Altruismus vs Egoismus<\/p>\n\n\n\n<p>Laurin erkl\u00e4rte uns, ob es zu verantworten ist \u201eFast Fashion2 zu kaufen und zu tragen, weil wir meistens nicht wissen, wo und unter welchen Bedingungen die Kleidung hergestellt wurde. Der Begriff kommt daher, dass gro\u00dfe Ketten wie H&amp;M, Zarah oder Primark ihre Kleidung immer schneller herstellen. Die Fast-Fashion-Unternehmen verkaufen ihre Kleidung sehr billig, damit die ihre Kleidung so billig verkaufen k\u00f6nnen, lassen sie sie zum Beispiel in China oder in Bangladesch produzieren. Die L\u00f6hne in anderen L\u00e4ndern sind viel niedriger als in Deutschland.&nbsp; Kinderarbeit geh\u00f6rt auch dazu. Leider sind die Arbeitsbedingungen oft sehr schlecht. Auch die Gesundheit spielt dabei eine sehr gro\u00dfe Rolle. Durch das Einatmen von giftigen Stoffen, die beim F\u00e4rben und der Bearbeitung der Kleidung entstehen, k\u00f6nnen die Kinder oder die Mitarbeiter irgendwelche Krankheiten bekommen. Die giftigen Stoffe schaden nicht nur die Menschen, sondern auch der Umwelt. Das Abwasser der Fabriken wird direkt in Fl\u00fcsse geleitet, die dadurch vergiftet werden. Man soll aufpassen, bevor man was kauft. Es soll geachtet werden aus was zum Beispiel: eine Hose oder ein T-Shirt besteht. Das Problem dabei ist, dass die L\u00e4den nicht die ganze Wahrheit \u00fcber das Kleidungsst\u00fcck sagen. Durch diese falsche oder zu wenige Informationen wird das Problem nicht so oft thematisiert. Um die Umwelt und Menschenleben zu retten, muss man seine Kleidungst\u00fccke so oft wie m\u00f6glich tragen.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Die Libet-Experimente<\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Der Forscher Bejamin Libet in den 1980er Jahren f\u00fchrte ein Experiment, um nachzuweisen, ob und inwieweit unsere Willensfreiheit durch neuronale Aktivit\u00e4ten des Gehirns determiniert ist. Sein Ziel war es die Willensfreiheit empirisch zu beweisen. Die Versuchspersonen hatten die Aufgaben, ihre Hand bzw. einen Finger zu einem beliebigen Zeitpunkt zu bewegen und sich dabei gleichzeitig mit Hilfe einer schnelllaufenden Uhr den Moment zu merken.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"274\" height=\"158\" src=\"\"><\/p>\n\n\n\n<p>(Bild entfernt wg. Urheberrecht. S\u00fc)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nodualidad.info\/imagen\/curso\/libet-experimento.gif\">https:\/\/www.nodualidad.info\/imagen\/curso\/libet-experimento.gif<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Das Ergebnis, bei einfachen Handlungen etwa 550 Millisekunde vor der Ausf\u00fchrung der Handlung einsetzt. Dagegen trat die bewusste Entscheidung sich zu bewegen, erst ca. 200 Millisekunden vor der Handlung auf.<\/p>\n\n\n\n<p>(Bild entfernt wg. Urheberrecht. S\u00fc)<\/p>\n\n\n\n<p>Sein Experiment k\u00f6nnte so nachweisen, dass der bewusste Wille scheint erst zu einem Zeitpunkt ins Spiel zu kommen, zu dem die relevanten Schritte zur Einleitung der Bewegung bereits durch das Gehirn vollzogen worden sind. Das hei\u00dft,&nbsp; die W\u00fcnsche, \u00dcberzeugungen, Bed\u00fcrfnisse keinen wirklichen Einfluss auf unser \u201eeigenes\u201c Handeln haben. Aber die Klasse und ich selbst waren andere Meinung. Die Klasse stellte sich heraus, dass das Experiment nicht 100% sicher ist, weil&nbsp;das Heben einer Hand unter den Versuchsbedingungen keine echte Willensentscheidung ist. Umwelt und die Erfahrungen spielen eine sehr gro\u00dfe Rolle. Unsere Entscheidungen oder unser Handeln beruhen auf unseren Erfahrungen, unserer Umwelt und in welcher Gesellschaft wir leben. Alle diese Eindr\u00fccke sind in unserem limbischen System gespeichert. Dieses wiederum beeinflusst oder steuert unsere Entscheidungen, unseren Willen.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Gruppe 1 (Gerhard Roth: Willensfreiheit ist eine Illusion)<\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Nur die H\u00e4lfte der&nbsp; Klasse sollte den Text lesen und die andere H\u00e4lfte der Klasse hat den Text von der Gruppe 2 bekommen und sollte das lesen und in Stichpunkten aufschreiben, um ein Duell am Ende zu spielen und die Informationen der Gruppe vorzustellen. Leider reichte die Zeit nicht, um alle Ergebnisse zu h\u00f6ren.&nbsp; Im Text von Gruppe 1 wird, welche Konsequenzen sich aus der Gehirnforschung f\u00fcr die Idee von Willensfreiheit und Selbstbestimmung ergeben. Diese starke Form der Willensfreiheit ist nur eine Illusion. Unsere bewussten W\u00fcnsche und Absichten und unser Wille stehen unter Kontrolle des Unbewussten, gespeichert im limbischen Erfahrungsged\u00e4chtnis. Menschen k\u00f6nnen als bewusste Individuen nichts f\u00fcr das, was sie tun, denn ihr bewusstes Handeln wird durch das emotionale Erfahrungsged\u00e4chtnis geleitet, das nicht dem bewussten Willen unterliegt. Alle Menschen, die im Gef\u00e4ngnis sitzen w\u00e4ren unschuldig (tragen keine Verantwortung f\u00fcr ihre Taten), wenn wir die Aussage von Gerhard Roth nehmen sollten. Alle Leute haben unbewusst die Straftaten begangen.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Gruppe 2 (Peter Bieri: Hirnforscher k\u00f6nnen nicht \u00fcber Freiheit reden)<\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>In dem Text werden die Hirnforscher kritisiert, weil wir unser Tun und Wollen als frei erfahren. Nat\u00fcrlich sind wir f\u00fcr unser Handeln verantwortlich. Es w\u00fcrde alles kein Sinn machen, wenn wir alles unbewusst handeln w\u00fcrden.&nbsp; Als erstes kommt der Wille dann die \u00dcberlegungen und dann zuletzt die Entscheidung. Nur handelnde Wesen mit einem geistigen Profil sind m\u00f6gliche Kandidaten f\u00fcr Freiheit und Unfreiheit, im selben Sinne sucht man in der neurobiologischen Mechanik des Gehirns vergebens nach Freiheit oder Unfreiheit. Das Gehirn ist der falsche logische Ort. Neurobiologische Entdeckungen entlarven nur metaphysische Missverst\u00e4ndnisse von der Freiheit. Es gibt keinen Sinn, wenn wir alles unbewusst machen w\u00fcrden, m\u00fcsste keiner ins Gef\u00e4ngnis, um seine Strafe zu sitzen, weil alle unbewusst gehandelt haben, obwohl das nicht stimmt. Jedem ist klar, was derjenige tut, nur manchmal l\u00e4sst man sich zu stark von Emotionen leiten, anstatt das richtige zu tun oder richtiges zu handeln.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Streitgespr\u00e4ch zum Thema \u201eVerantwortung f\u00fcr Straftaten\u201c Grundsatzdiskussion zu unserem Justizwesen<\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Am Ende der Stunde f\u00fchrten zwei Sch\u00fcler aus den beiden Gruppen (Gruppe 1 mit der Meinung: Alles was wir machen, machen wir unbewusst, alles ist schon geplant bevor wir planen k\u00f6nnen, Gruppe 2 mit der Meinung: Alles was wir machen, machen wir bewusst) ein Streitgespr\u00e4ch \u00fcber die Verantwortung f\u00fcr Straftaten sprechen. Und so war die Gruppe 1, der Meinung, niemand soll bestraft werden, weil die alles unbewusst machen. Gruppe 1 dagegen meinte, das unbewusstes sind auch wir, weil am Ende entscheiden wir ja auch selbst, was gleich passieren wird. Die Zeit reichte nicht aus, um mehrere Streitgespr\u00e4che zu f\u00fchren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klassenstufe: K1 Referenten: Frau Straub, L.H. 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