{"id":5668,"date":"2020-12-29T13:21:46","date_gmt":"2020-12-29T12:21:46","guid":{"rendered":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=5668"},"modified":"2020-12-29T13:21:46","modified_gmt":"2020-12-29T12:21:46","slug":"die-toetung-anderer-tiere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=5668","title":{"rendered":"Die T\u00f6tung anderer Tiere"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Manche Tiere k\u00f6nnen Personen sein und das T\u00f6ten von Personen kann utilitaristisch gerechtfertigt werden, jedoch wie verh\u00e4lt sich das bei Tieren, bei denen es sich weder um Personen noch potentielle Personen handelt? <br>Laut Michael Tooley haben nur Wesen, die sich selbst als abgeschlossene Entit\u00e4ten, die in der Zeit existieren, verstehen, ein Recht auf Leben. Dies bezieht sich zwar auf Neugeborene, kann aber auch auf Tiere ausgeweitet werden. Weitere utilitaristische Philosophen wie Singer oder Hoerster sprechen Lebewesen erst das Recht auf Leben zu, wenn die unbedingte Voraussetzung vorliegt. Diese Voraussetzung ist das Interesse am Leben, so m\u00fcssen Tiere oder neugeborene erst ein Interesse an ihrem Leben haben um ein zugestandenes Lebensrecht zu bekommen. Demnach ist es utilitaristisch gesehen gerechtfertigt Lebewesen ohne das Interesse am Leben zu T\u00f6ten. Doch kann das T\u00f6ten von Wesen ohne Interesse am Leben abgewendet werden und so auch deren Leben bewahrt werden? Singer ist wiederum der Meinung, dass Faktoren wie Leid, welches durch das T\u00f6ten verursacht wird, Utilitaristen dazu veranlassen w\u00fcrden das T\u00f6ten von Tieren teilweise abzulehnen, jedoch sind die Faktoren nicht Grund genug, um vom Standpunkt des Utilitarismus aus, das T\u00f6ten allgemein abzulehnen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jedoch gilt es erst zu kl\u00e4ren, wie das utilitaristische Verbot gegen das schmerzlose T\u00f6ten, welches keinen Verlust f\u00fcr andere bedeutet, aussieht. Das utilitaristisch gerechtfertigte T\u00f6ten l\u00e4sst sich in zwei Argumente gliedern, einerseits in das Ersetzbarkeitsargument und andererseits in die Vorherige-Existenz-Ansicht. Das Ersetzbarkeitsargument besagt, dass wenn wir ein Tier t\u00f6ten, k\u00f6nnen wir es durch ein anderes ersetzen, welches ein ebenso angenehmes Leben f\u00fchren wird wie das get\u00f6tete Tier, wenn es h\u00e4tte weiterleben d\u00fcrfen. Demnach ist die Schaffung des N\u00e4chstfolgenden wichtiger als der Verlust des Lebens. Die Vorherige-Existenz-Ansicht besagt, dass es falsch ist ein Wesen zu t\u00f6ten, dessen Leben voraussichtlich mehr Lust als Schmerz enthalten wird oder dessen Leben man zu einem solchen machen kann. So ist die M\u00f6glichkeit der Tiere auf ein paar angenehme Monate\/Jahre wichtiger als das Vergn\u00fcgen des Fleischkonsums. So besagt die Vorherige-Existenz-Absicht, wir seien verpflichtet, das zu tun, was das Beste f\u00fcr die Lebenden und diejenigen, die auf jeden Fall leben werden ist. Daraus geht wiederum hervor, dass die Existenz deren Wesen, die eine h\u00f6here Lebensqualit\u00e4t haben werden, denen vorzuziehen sind, die eine niedrige Lebensqualit\u00e4t haben werden, auch wenn das bedeutet, dass ihnen ihre \u201egarantierte\u201c Existenz verwehrt bleibt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dennoch ist das utilitaristisch gerechtfertigte T\u00f6ten keine Rechtfertigung f\u00fcr Fleisch aus der modernen Massentierhaltung. Des Weiteren bedeutet das \u00fcberspitzt, dass das Erzeugen gl\u00fccklichen Lebens und das Erzeugen so vieler gl\u00fccklicher Wesen wie m\u00f6glich bedeutet, dass man so alle menschlichen Wesen vernichten m\u00fcsste, um den Weg f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl kleinerer gl\u00fccklicher Tiere freizumachen. Hinzu kommt, dass laut Singer die Ersetzbarkeit f\u00fcr Tiere dann auch f\u00fcr Menschen auf einer vergleichbaren Stufe des Bewusstseins zutrifft. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlussfolgernd l\u00e4sst sich sagen, dass es kein utilitaristisches Prinzip gibt, welches auf alle Wesen anwendbar ist, da beispielsweise der Begriff \u201eTier\u201c zu weit gefasst ist. Des Weiteren gibt es auch Tiere, die sich mit Vergangenheit und Zukunft besch\u00e4ftigen. Wie bereits auch schon im vorangegangenen Text geschrieben wurde, kann Massentierhaltung nie gerechtfertigt werden. Auf der anderen Seite ist es unter gewissen Umst\u00e4nden kein Unrecht, wenn Tiere ein angenehmes Leben hatten und ein schmerzloser, schneller Tod sowie die Ersetzung durch ein Anderes m\u00f6glich ist. Ebenso kann das utilitaristisch gerechtfertigte T\u00f6ten als kein Unrecht gewertet werden, wenn Menschen Tiere zum \u00dcberleben t\u00f6ten m\u00fcssen, wie zum Beispiel die Inuit, sie k\u00f6nnen aufgrund ihrer geographischen Lage keine Nahrung, wie Obst, Gem\u00fcse oder Getreide anbauen. So bleibt den Inuit nur die T\u00f6tung von Tieren als \u00dcberlebenschance, was wiederum laut Singer gerechtfertigt ist. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meiner Meinung nach ist das T\u00f6ten von anderen Tieren jedem selbst \u00fcberlassen, doch man sollte nicht verschwenderisch damit umgehen. So w\u00fcrde ich zu einem bewussten Konsum raten und da wir ja genug andere Sachen zum Essen haben, w\u00e4re es f\u00fcr uns nicht wirklich eine Einschr\u00e4nkung sondern Verzicht und eher eine Haltung welche zu einem guten Miteinander f\u00fchrt. Wie oben schon genannt gibt es ja kein utilitaristisches Prinzip hierf\u00fcr und somit muss jeder selbst Verantwortung daf\u00fcr tragen! <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quellen:  Singer, Peter: Praktische Ethik. 1979 <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.krause-schoenberg.de\/gent_beginn_menschliches_leben.html\">https:\/\/www.krause-schoenberg.de\/gent_beginn_menschliches_leben.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"http:\/\/www.myway.de\/Ohne-Gott-gehts-besser\/Singer-Praktische-Ethik.pdf\">http:\/\/www.myway.de\/Ohne-Gott-gehts-besser\/Singer-Praktische-Ethik.pdf<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manche Tiere k\u00f6nnen Personen sein und das T\u00f6ten von Personen kann utilitaristisch gerechtfertigt werden, jedoch wie verh\u00e4lt sich das bei Tieren, bei denen es sich weder um Personen noch potentielle Personen handelt? 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