{"id":5711,"date":"2021-01-02T11:22:32","date_gmt":"2021-01-02T10:22:32","guid":{"rendered":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=5711"},"modified":"2021-01-02T11:56:00","modified_gmt":"2021-01-02T10:56:00","slug":"nietzsches-herren-und-sklavenmoral-und-die-us-aussenpolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=5711","title":{"rendered":"Nietzsches &#8222;Herren- und Sklavenmoral&#8220; und die US-Au\u00dfenpolitik"},"content":{"rendered":"\n<p>  <\/p>\n\n\n\n<p>Gut. Handel. B\u00f6se. Krieg. Die amerikanische Au\u00dfenpolitik ist gepr\u00e4gt von milit\u00e4rischer Aggression sobald sich jemand gegen sie stellt oder dem Freihandel mit Staaten, die sich den Richtlinien Amerikas unterwerfen. Dabei sind schon am Ansatz der stark vereinfacht dargestellten au\u00dfenpolitischen Strategien der USA- so wirkt es zumindest- Parallelen zu Nietzsches \u201eHerren- und Sklavenmoral\u201c zu erkennen, welche vor allem an der Vormachtstellung der USA und ihren au\u00dfenpolitischen Handlungen auf der Welt zu sehen sind. Doch was genau k\u00f6nnte eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung daf\u00fcr sein, weshalb die USA ihre Au\u00dfenpolitik so radikal, und beinahe gef\u00e4hrlich minimalistisch gestalten? Nietzsches Ethik der Selbstbestimmung l\u00e4sst m\u00f6gliche R\u00fcckschl\u00fcsse auf diese Frage zu, warum sich nun die die Vereinigten Staaten h\u00e4ufig in Konflikten mit anderen Staaten befinden. Besonders Auff\u00e4llig ist dabei auch die Rolle der EU, welche sich durch Donald J. Trump langsam politisch zu emanzipieren scheinen und einen Konflikt, wahrscheinlich auf diplomatischer Ebene, evozieren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst stellt sich die Frage, was die sogenannten \u201eHerren- und Sklavenmoral\u201c ist.&nbsp;Die \u201eHerren- und Sklavenmoral\u201c beschreibt das Werteverh\u00e4ltnis zwischen zwei vergangenen gesellschaftlichen Machtverh\u00e4ltnissen. \u201eGut\u201c und \u201eB\u00f6se\u201c sind den oberen und den unteren Schichten zuzuteilen. Aus dem ehemals \u201eGuten\u201c wurde aufgrund des Umwerten der alten aristokratischen Werte durch die Unteren, das \u201eSchlechte\u201c. So entstand eine Moral aus dem Nicht-Moralischen, welche die Abneigung derer Ausdr\u00fcckt, die vorher diejenigen waren, welche die Abneigung zu sp\u00fcren bekommen haben und nun aus dem vorherigen \u201eSchlechten\u201c f\u00fcr sich als \u201eGut\u201c bezeichnen, wie eine aus ihrer Sicht begr\u00fcndbaren Rachsucht oder dem Hass gegen die Vorherrschenden. Somit ist die Herrenmoral in der heutigen Zeit als moralisch schlecht zu betrachten, hingegen die Sklavenmoral der Unteren, der Unterdr\u00fcckten, als moralisch gut betrachtet wird.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Gehen wir \u00fcber zu den USA. Die USA indes, sehen sich selbst als die gr\u00f6\u00dfte politische und \u00f6konomische Macht der Welt, welche ihre Interessen, seien es wirtschaftliche oder politische Interessen, um jeden Preis durchsetzen wollen. Nun mehr beschreibt Nietzsches Herrenmoral die Moral der USA, beziehungsweise die Strategie, nach der die USA au\u00dfen- und handelspolitische Fragen zu verfolgen scheinen. Lenkt man den Blick nun auf den v\u00f6llig absurden Irakkrieg (2002), der durch George W. Bush aus rein \u00f6konomischen Absichten, bewusst initiiert wurde, so erkennt man das \u201emoralische\u201c Vorgehen. Die USA gaben an, sich durch Giftgas, das sich f\u00e4lschlicherweise im Besitz Saddam Husseins, dem damaligen Pr\u00e4sident des Iraks, befinden haben sollte, bedroht f\u00fchlen, und somit eine milit\u00e4rische Konfrontation als unausweichliche Reaktion angesehen hatten.&nbsp;Sie tauschten durch die selbst erfundene Gefahr ihre Position, und wurden aus \u201eHerren\u201c selbsternannte \u201eSklaven\u201c, die es f\u00fcr n\u00f6tig hielten aufgrund einer nicht real existierenden Bedrohung, aus dem bewussten Nicht-Moralischen heraus, da sie ja die Werte des Iraks verneinten und sich dieser vereinnahmt f\u00fchlten, weshalb sie unter diesem Vorwand den Irak angriffen und bis heute, nahhaltig gesch\u00e4digt haben, ein Land, dass niemals zuvor die USA angegriffen hat, geschweige, sich jemals wegen eines Mordes an einem US-Amerikaner schuldig gemacht hat. Der Wert, der hinter diesem Handeln steht ist kein ehrenwerter, gar humaner Wert. Es galt blo\u00df die \u00d6lvorkommen sicherzustellen, dass die USA nicht Gefahr liefen, dass Erd\u00f6l m\u00f6glicherweise an Russland abgeben zu m\u00fcssen. Mehr oder weniger werden wirtschaftliche Interessen einen deutlichen h\u00f6heren Wert zugesprochen als menschlichen Werten. Heuchlerisch! Die USA haben n\u00e4mlichen die UN Menschenrechtscharta unterschrieben, in der der erste Artikel folgenderma\u00dfen lautet   \u201e<em>Alle Menschen sind frei und gleich an W\u00fcrde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Br\u00fcderlichkeit begegnen<\/em>.\u201c Die USA handelten nicht immer nach dem Prinzip der Positionsumkehr. Hierbei ist der Vietnamkrieg (1955-1975) ein signifikanten und zugleich perfides Beispiel, f\u00fcr US-amerikanische Au\u00dfen- und Kriegspolitik. Es fand kein Tausch zwischen den beiden Positionen, \u201eHerren\u201c und \u201eSklaven\u201c, statt. Vielmehr blieben die beiden in ihren Positionen, wobei mit \u201ebeiden\u201c die USA und der Nordvietnam gemeint ist, da dieser sich dem Erzfeind, den Kommunisten der UdSSR, anschloss. Die USA mit ihrer \u201eHerrenmoral\u201c sahen sich dem jedoch \u201e\u00fcberlegen\u201c, und meinten sich ihrer eigenen St\u00e4rke bewusst zu sein, womit sie sich folgenschwer versch\u00e4tzten, da der Nordvietnam, sich in seiner \u201eSklavenmoral\u201c bewusst war, dass dieser nun der Schw\u00e4chere sei.&nbsp;Auf beiden Seiten nahm man die Eigene als moralisch \u201egut\u201c wahr, jedoch scheinen die USA von Anfang an die moralischen \u201eschlechten\u201c zu sein, da diese, aus ihrer Position heraus, den Nordvietnam, und somit auch den Kommunismus und dessen Werte als minderwertig, gar gef\u00e4hrlich ansahen. Die USA machten sich wieder der nicht-moralischen Werte (allgemein nicht-moralische Werte) eigen, die eigentlich den \u201eSklaven\u201c und nicht den Herren vorbehalten waren, weshalb der Nordvietnam sich diese h\u00e4tte zu Eigen machen m\u00fcssen, was er auch bei Zeiten tat, da dieser mit Rache, Hass und Krieg antwortete. So \u00fcbernimmt der Nordvietnam das, was die USA mit ihm gemacht haben, und greift sie milit\u00e4risch und kriegerisch an, in dem Glauben, dass man der \u201eGute\u201c und die USA die \u201eSchlechten\u201c sein, was im weitesten Sinne auch als moralisch verst\u00e4ndlich erscheint, denn es gab bei Zeiten keine Gefahr, dass der Nordvietnam, beziehungsweise der Vietnam die USA angreifen und somit in Gefahr bringen wollten. Jedoch sollte klar sein, dass Krieg nach vern\u00fcnftiger Auffassung weder moralisch vertretbar noch als dauerhaft sinnvolle L\u00f6sung zu betrachten ist, da das Finanzielle und Milit\u00e4rische, dem Menschlichen \u00fcbergeordnet wird, wodurch Abermillionen von unschuldigen Zivilisten im Vietnam, und junge unerfahrene us-amerikanische Soldaten ums leben kamen, welche durch die amerikanische Propaganda, unter den Pr\u00e4sidenten Eisenhower, Kennedy, Lyndon B. Johnson, Kennedy und Nixen, geblendet wurden, was das amerikanische Handeln als- endg\u00fcltig- nichtmoralisch zu sehen ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Heutzutage sehen wir \u00e4hnliche Tendenzen, in puncto amerikanischer Handels- und Au\u00dfenpolitik, vor allem am Handelskrieg mit China. China f\u00fchlt sich von den USA angegriffen, und wendet nun die gleichen Mittel an, wie die USA und nehmen sich gleichzeitig derer an, die sie so \u201ehassen\u201c. Somit ist auch die eingangserw\u00e4hnte Beziehung von Europa und den USA klar: der \u201eSklave\u201c emanzipiert sich vom \u201eHerren\u201c, in dem er das anwendet, was er am \u201eHerren\u201c so gehasst hat, wobei Donald J. Trump eher eine Ausnahme ist, da sich die EU nicht seiner absurden, und inhumanen Ansichten bet\u00e4tigt, oder diese imitiert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend gilt es die, in der Einleitung erw\u00e4hnte Frage zu beantworten: Nein, darauf kann Nietzsches Moraltheorie keine R\u00fcckschl\u00fcsse geben. Sie erkl\u00e4rt viel mehr nur das \u201eWie\u201c, n\u00e4mlich wie sie handeln, was der Hintergedanke ist, wie zum Beispiel die Umkehrung von \u201eHerren- zu Sklavenposition\u201c. Was die wahren Gr\u00fcnde hinter dem Handeln der USA sind, das ist von Fall zu Fall anders. Jedoch ist eins klar, der moralische Wert des Geldes, der Wirtschaft und des Milit\u00e4rs ist ungebrochen hoch, weshalb diese immer mit den eigentlichen Konfliktgr\u00fcnden einhergehen, was in einem anderen Beitrag er\u00f6rtert werden muss.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Quellen<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"https:\/\/archive.nytimes.com\/www.nytimes.com\/ref\/timestopics\/topics_iraq.html\">https:\/\/archive.nytimes.com\/www.nytimes.com\/ref\/timestopics\/topics_iraq.html<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2017-05\/verhaeltnis-zu-usa-angela-merkel-donald-trump-analyse\/seite-2\">https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2017-05\/verhaeltnis-zu-usa-angela-merkel-donald-trump-analyse\/seite-2<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/wirtschaftsmaechte-kommen-sich-china-und-die-usa-wieder-naeher\/26699276.html?ticket=ST-21115521-mJYtABaJiJMshBcThaEk-ap3\">https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/wirtschaftsmaechte-kommen-sich-china-und-die-usa-wieder-naeher\/26699276.html?ticket=ST-21115521-mJYtABaJiJMshBcThaEk-ap3<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"https:\/\/www.google.com\/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=&amp;ved=2ahUKEwjfjsWjif3tAhURCWMBHbttB_MQFjAAegQIARAC&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.washingtonpost.com%2Fwp-srv%2Fworld%2Fspecials%2Firaq%2Firaq_phases.html&amp;usg=AOvVaw1yiFoYEdNMFFCrVuqORMOe\">https:\/\/www.google.com\/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=&amp;ved=2ahUKEwjfjsWjif3tAhURCWMBHbttB_MQFjAAegQIARAC&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.washingtonpost.com%2Fwp-srv%2Fworld%2Fspecials%2Firaq%2Firaq_phases.html&amp;usg=AOvVaw1yiFoYEdNMFFCrVuqORMOe<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>AB &#8222;Friedrich Nietzsche- Ethik der Selbstbestimmung&#8220; <\/li><\/ul>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Irak: Amerikas gescheiterte Mission (ZDF, 2015)\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/iraBeYMhPMs?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gut. 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