{"id":5913,"date":"2021-01-19T16:56:48","date_gmt":"2021-01-19T15:56:48","guid":{"rendered":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=5913"},"modified":"2021-01-19T16:57:21","modified_gmt":"2021-01-19T15:57:21","slug":"woran-liegt-die-hohe-scheidungsrate-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=5913","title":{"rendered":"Woran liegt die hohe Scheidungsrate in Deutschland?"},"content":{"rendered":"\n<p>Ich m\u00f6chte mich in diesem Beitrag damit besch\u00e4ftigen, warum immer mehr Ehen in Deutschland zerfallen und welchen Stellenwert die Ehe heute im Vergleich zu fr\u00fcher eingenommen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahre 2019 lag die Scheidungsrate in Deutschland bei <strong>35,79%<\/strong>, zwar ist die Tendenz seit 2005, als die Scheidungsrate bei <strong>51,9%<\/strong> lag, sinkend, jedoch find ich es trotzdem erschreckend, dass etwa jede dritte Ehe in Deutschland in die Br\u00fcche geht. Vor allem wenn man die Scheidungsrate in den letzten Jahrzehnten betrachtet, sieht man einen extrem starken Anstieg seit 1960, als die Quote bei <strong>10,66<\/strong>% lag, ist die hohe Rate Heutzutage doch erstaunlich hoch. Gerade nach diesem Jahr k\u00f6nnte der Wert weiter ansteigen, aufgrund des vielen Kontaktes durch Homeoffice oder Quarant\u00e4ne. Somit geht im Durchschnitt etwa jede dritte Ehe kaputt und ich frage mich was diese hohe Scheidungsrate bewirkt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Grund daf\u00fcr k\u00f6nnte der stark gestiegene Wohlstand in den letzten Jahrzehnten sein. Den kann man besonders an dem durchschnittlichen Bruttomonatsverdienst sehen, der eine steigende Tendenz vorweist: W\u00e4hrend 1992 das Durchschnittsbruttoeinkommen nur bei <strong>2000\u20ac<\/strong> lag, ist es im Jahre 2019 schon bei <strong>4000\u20ac<\/strong>. Somit hat sich im Durschnitt der Wohlstand bei den Deutschen in nicht einmal 30 Jahren verdoppelt. Sicherlich ist es Heutzutage sowohl f\u00fcr M\u00e4nner als auch f\u00fcr Frauen m\u00f6glich, eine berufliche Karriere einzuschlagen und finanziell von dem Partner unabh\u00e4ngig zu werden. Vor etwa 65 Jahren, als Frauen es noch schwierig hatten, einen Beruf zu finden, waren sie von dem Mann abh\u00e4ngig und der Gedanke einer Scheidung kam somit viel seltener auf als heutzutage. Das hat sich im Jahr 1958 ver\u00e4ndert, als Frauen selbst entscheiden durften, ob sie arbeiten gehen wollten. Ich will damit auf gar keinen Fall sagen, dass die positive Entwicklung der Chancengleichheit von Frauen und M\u00e4nnern etwas Schlechtes ist, sondern ich sehe diese Entwicklung teilweise als Faktor f\u00fcr die gestiegene Scheidungsrate von vor 100 Jahren zu heute. Diese lag damals diese nur bei etwa 4,2%. Das h\u00e4ngt auch damit zusammen, dass eine Familie damals deutlich mehr leisten mussten, da heute Einrichtungen wie Kinderg\u00e4rten oder Altenheime f\u00fcr die pflegebed\u00fcrftigen Gro\u00dfeltern die Familien stark unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Ehen gehen heutzutage aber tats\u00e4chlich nicht in den ersten Jahren zu Grunde, sondern erst nach etwa 20 Jahren des verheiratet Seins. In den ersten Jahren der Ehe sorgt man sich erstmal um eine Wohnung, oder man baut sich sogar ein Haus, danach ist man mit der Kindererziehung besch\u00e4ftigt und nachdem der ganze Stress vor\u00fcber ist und die Kinder ausgezogen sind, ist man logischerweise so gut wie gar nicht auf den Ehepartner angewiesen. Jetzt ist n\u00e4mlich das eigene Leben im Vordergrund und so k\u00f6nnen Ehen auch zu Grunde gehen, indem mit den ver\u00e4nderten Lebensumst\u00e4nden die Abh\u00e4ngigkeit voneinander sinkt. Das bedeutet aber nat\u00fcrlich nicht direkt, dass diese pl\u00f6tzliche Unabh\u00e4ngigkeit zu einer Scheidung f\u00fchrt, weil es nat\u00fcrlich auch viele gl\u00fcckliche Ehen gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Was auch ein Faktor f\u00fcr die hohe Scheidungsquote sein k\u00f6nnte, ist der Wertewandel der letzten Jahrzehnte. W\u00e4hrend vor 100 Jahren noch Werte wie am Sonntag in die Kirche zu gehen, oder die Rollenverteilung, dass der Mann arbeiten geht, w\u00e4hrend die Frau zu Hause die Kinder versorgt und den Haushalt macht, wichtig waren, sind heute Werte wie Selbstverwirklichung oder der erh\u00f6hte Stellenwert des Individuums im Trend. Man liest so oft, dass das eigene Wohl immer als erstes im Vordergrund stehen soll und dass alles andere zweitrangig ist. Aber ist das auch mit einer gl\u00fccklichen Ehe kompatibel? &nbsp;Aus diesem Wertewandel resultiert, dass die Gesellschaft immer egoistischer wird und das Selbstwertgef\u00fchl bei den Menschen steigt. Das f\u00fchrt dazu, dass man als Ehepartner eigene Pl\u00e4ne f\u00fcr seine Karriere oder generell f\u00fcr sein Leben macht und eher sein eigenes Leben f\u00fchrt, anstatt eines mit dem Ehepartner. Gr\u00fcnde daf\u00fcr k\u00f6nnen beispielsweise mehr Verantwortung aufgrund eines Aufstiegs im Beruf sein, da man seine Gedanken und Energie mehr der eigenen Karriere widmet anstatt der Familie. Es kann aber auch das neue Hobby dazu f\u00fchren, dass man seine Aufmerksamkeit eher von der Familie bzw. dem Ehepartner entzieht und sie dem neuen Hobby schenkt. Dadurch leben sich Ehepaare oft auseinander, da jeder sich selbst im Vordergrund sieht und nicht den Ehepartner. Aber ich denke nicht nur der Wertewandel, der dem Individuum einen hohen Stellenwert verliehen hat, ist verantwortlich f\u00fcr die hohe Scheidungsrate. Sondern auch die gesunkene Stellung der Religion bzw. des christlichen Glaubens in Deutschland kann auch ein Faktor dieses Trends sein. Denn die Werte, die die Bibel vorschreibt, n\u00e4mlich dass ein Mann und eine Frau heiraten sollen und dass der Ehebruch eine S\u00fcnde war, werden heutzutage kaum beachtet. In dieser Hinsicht sehe ich den mit der Modernisierung einhergehenden Wertewandel teilweise f\u00fcr die hohe Scheidungsrate verantwortlich, da er die Prinzipien der Ehe nicht unterst\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem ist eine Scheidungsschlie\u00dfung heute auch viel unkomplizierter als zum Beispiel vor 100 Jahren. Dadurch dass die Scheidungsrate so hoch ist und etwa jede dritte Ehe kaputt geht, ist es etwas ganz normales wenn sich ein Ehepaar scheidet. Vor 100 Jahren, als die Scheidungsrate nur bei 4,2% lag, ist eine Scheidung relativ ungew\u00f6hnlich gewesen und durch den h\u00f6heren Wert der Moral der Bibel, wurde eine Scheidung logischerweise viel negativer angesehen als im 21. Jahrhundert. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich sind die mit der Modernisierung verbundenen Entwicklungen wie die gestiegene Chancengleichheit f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen und die h\u00f6here Stellung des Individuums extrem wichtig und ich m\u00f6chte keinesfalls deren Wert bestreiten. Wenn man sich aber die Ursachen f\u00fcr die Scheidungen ansieht und die stark gestiegene Scheidungsrate seit etwa 1920, dann sieht man, dass mit der Modernisierung der Gesellschaft die Scheidungsrate in Deutschland angestiegen ist. Es w\u00e4re aber logischerweise falsch deswegen die Modernisierung als schlechte Entwicklung zu bewerten, aber gerade f\u00fcr Kinder von geschiedenen Ehen ist diese Entwicklung problematisch, da sie am meisten davon betroffen sind. Manchmal h\u00f6rt man von Kindern, dass sie nach der Scheidung ihrer Eltern sich total von der Au\u00dfenwelt zur\u00fcckziehen m\u00fcssen und den ganzen Tag in ihrem Zimmer verbringen, da sie sich von der Scheidung ihrer Eltern irgendwie ablenken m\u00fcssen.&nbsp; Somit sind Scheidungen gerade f\u00fcr die Psyche der Kinder ein gro\u00dfes Problem.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Beitrag habe ich herausgefunden, dass der steigende Wohlstand und der Wertewandel Faktoren f\u00fcr die Scheidungsquote in Deutschland sind. Was sind aber die Folgen davon und welche Problematik bringt eine steigende Scheidungsrate f\u00fcr die Moral der Gesellschaft mit sich?<\/p>\n\n\n\n<p>Quellen:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.theologische-links.de\/downloads\/tabellen\/scheidungen_eheschliessungen.html#:~:text=%20%20%20%20Scheidungen%20%20%20,%204%2C2%20%25%20%2040%20more%20rows%20\">Tabelle \/ Statistik Scheidungen, Eheschlie\u00dfungen in Deutschland seit 1890 (theologische-links.de)<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/76211\/umfrage\/scheidungsquote-von-1960-bis-2008\/\">Scheidungsrate in Deutschland bis 2019 | Statista<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/237674\/umfrage\/durchschnittlicher-bruttomonatsverdienst-eines-arbeitnehmers-in-deutschland\/\">Durchschnittlicher Bruttomonatsverdienst von Arbeitnehmern in Deutschland bis 2019 | Statista<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.humanresourcesmanager.de\/news\/frauenrechte-arbeit-letzte-100-jahre.html\">Diese Rechte haben Frauen in den letzten 100 Jahren errungen (humanresourcesmanager.de)<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich m\u00f6chte mich in diesem Beitrag damit besch\u00e4ftigen, warum immer mehr Ehen in Deutschland zerfallen und welchen Stellenwert die Ehe heute im Vergleich zu fr\u00fcher eingenommen hat. 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