{"id":62,"date":"2011-10-13T15:12:15","date_gmt":"2011-10-13T13:12:15","guid":{"rendered":"http:\/\/ethik13.wordpress.com\/?p=62"},"modified":"2011-10-13T15:12:15","modified_gmt":"2011-10-13T13:12:15","slug":"was-ist-freiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=62","title":{"rendered":"Was ist Freiheit"},"content":{"rendered":"<p>(Inspiriert durch den Film \u201eDrei Farben: Blau\u201c und <a href=\"http:\/\/www.epos.uni-osnabrueck.de\/music\/templates\/buch.php?id=25\">http:\/\/www.epos.uni-osnabrueck.de\/music\/templates\/buch.php?id=25<\/a>)<\/p>\n<p>Bedeutet Freiheit, frei zu sein von allem, was bindet?<\/p>\n<p>Diese Frage wirft sich durch den oben genannten Film auf. Wenn man etwas so Schreckliches erlebt wie die Hauptperson des Filmes, will man, wie sie, erst einmal Abstand gewinnen bzw. alle Erinnerungen an die Person, die man verloren hat, vernichten, um nicht l\u00e4nger gequ\u00e4lt zu werden. Dazu m\u00fcssen auch alle Beziehungen abgebrochen werden, letztlich muss man sein ganzes Leben \u00e4ndern, sich eine neue Umgebung suchen, um zumindest nicht mehr bei jedem Schritt und Tritt daran denken zu m\u00fcssen. Vielleicht beschlie\u00dft man auch, nie wieder Bindungen zu anderen Menschen aufzubauen \u2013 auch sie k\u00f6nnte man doch eines Tages wieder verlieren, und dieses Risiko will man nicht mehr eingehen. Die Frau aus dem Film dr\u00fcckt sich so aus: \u00bbAber jetzt habe ich verstanden, dass ich nur noch eins tun werde: nichts; dass ich keinen Besitz mehr will, keine Erinnerungen, keine Liebe, keine Bindungen, keine Freunde.\u00ab<\/p>\n<p>Im Laufe des Films erlebt sie aber, dass Erinnerungen wie das Seil bei einem Bungeesprung sind: Wenn man losspringt (wenn man sich befreien will), sp\u00fcrt man zun\u00e4chst nichts mehr von dem Seil und erlebt kurzfristig das Gef\u00fchl \u201eabsoluter Freiheit\u201c \u2013 aber bevor man den Boden erreicht, spannt es sich und man wird von ihm zur\u00fcckgehalten (die Erinnerungen holen einen irgendwann wieder ein).<\/p>\n<p>Diese Rolle der Erinnerung \u00fcbernimmt in dem Film die Musik ihres Mannes, die ihr st\u00e4ndig in den Kopf kommt \u2013 genauso, wie man sich von einem Ohrwurm nur schwer wieder trennt, sind auch Erinnerungen nur schwer loszubekommen.<\/p>\n<p>Letztlich muss sie einsehen, dass sie nicht ewig davonrennen kann, und sie beginnt, sich wieder neu f\u00fcr ihre Umwelt und menschliche Bindungen zu \u00f6ffnen, schlie\u00dflich komponiert sie sogar das St\u00fcck zu Ende.<\/p>\n<p>Ich denke, dass das eine sehr gute Metapher ist: Freiheit bedeutet meiner Meinung nach nicht, frei zu sein von jeglicher Bindung und sich von allem loszusagen. Man mag eine Weile lang vermeintlich frei sein, aber irgendwann kommt, wie in dem Film mit der Musik, alles wieder zur\u00fcck, und man sp\u00fcrt, dass man doch noch immer an dem \u201eBungeeseil\u201c der Erinnerungen h\u00e4ngt.<\/p>\n<p>\u201eDie Flucht nach vorn\u201c ist es also nicht, was frei macht. Ich denke, dass nur der frei ist, der vor nichts mehr davonlaufen muss, der seinen Frieden mit der Vergangenheit und mit seiner Lebenssituation geschlossen hat.<\/p>\n<p>Was denkst du dar\u00fcber? Was ist Freiheit?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Inspiriert durch den Film \u201eDrei Farben: Blau\u201c und http:\/\/www.epos.uni-osnabrueck.de\/music\/templates\/buch.php?id=25) Bedeutet Freiheit, frei zu sein von allem, was bindet? Diese Frage wirft sich durch den oben genannten Film auf. 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