{"id":6234,"date":"2021-12-29T22:31:49","date_gmt":"2021-12-29T21:31:49","guid":{"rendered":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=6234"},"modified":"2021-12-30T17:21:55","modified_gmt":"2021-12-30T16:21:55","slug":"welchen-einfluss-haben-soziale-medien-auf-uns","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=6234","title":{"rendered":"Welchen Einfluss haben soziale Medien auf uns?"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Nutzerzahlen von Plattformen wie Facebook, Snapchat, Instagram, etc. sind in dem letzten Jahrzehnt nahezu explodiert. Die Anzahl der Instagram-User hat sich von 2013 bis 2018 um mehr als verzehntfacht (1). Mittlerweile gibt es \u00fcber eine Milliarde aktive Nutzer auf der sozialen Plattform, was etwa ein Siebtel der gesamten Erdbev\u00f6lkerung entspricht. Gerade bei Jugendlichen spielen soziale Netzwerke eine gro\u00dfe Rolle. Im Jahre 2018 waren es knapp 3 Millionen User in der Altersgruppe 13-19 Jahren (2), Tendenz steigend. Daraus k\u00f6nnen wir, schlie\u00dfen, dass soziale Netzwerke eigentlich jeden betreffen, da jeder mehr oder weniger auf sozialen Medien unterwegs ist, sei es Instagram, Snapchat oder Youtube. Doch welche Rolle spielen sie f\u00fcr uns?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Plattform Facebook wurde urspr\u00fcnglich daf\u00fcr entwickelt, alte Freundschaften wieder ins Leben zu rufen oder um beispielsweise alte Schuldfreunde wiederzufinden. Doch mittlerweile hat sich daraus weit mehr entwickelt. Soziale Medien bieten uns die M\u00f6glichkeit uns einerseits auszutauschen, uns zu inspirieren, oder uns zu unterhalten mit lustigen Videos oder Bildern aber andererseits hat man auch die M\u00f6glichkeit sich selbst zu verwirklichen. Auf der Bed\u00fcrfnispyramide steht die Selbstverwirklichung ganz oben an der Spitze, es ist also unser erstes Grundbed\u00fcrfnis, das mit den sozialen Medien extrem einfach befriedigt werden kann. Mit wenigen Klicks kann ein Bild oder Video in die \u00d6ffentlichkeit gesetzt werden, das unter Umst\u00e4nden von jedem einzelnen Nutzer dieser Welt aufgerufen und bewertet werden kann. Diese M\u00f6glichkeiten gab es fr\u00fcher ohne soziale Medien nicht. Demnach ist es nicht verwunderlich, dass das Konzept so gut aufgeht und die Nutzerzahlen so stark ansteigen. Soziale Medien bieten auch die M\u00f6glichkeit eine ganz neue Identit\u00e4t von sich preiszugeben, die man selbst beeinflussen und gestalten kann. Wenn man sich ein typisches Profil eines Users ansieht, bekommt man sofort den Eindruck eines perfekten Menschen, der keine Schw\u00e4chen hat und der ein super gl\u00fcckliches Leben lebt. Es ist eben m\u00f6glich sich auf seinem Profil nur von seiner Schokoladenseite zu zeigen, die keine Macken und Schw\u00e4chen hat. Das triggert nat\u00fcrlich das Bed\u00fcrfnis der Selbstverwirklichung auf einer ganz neuen Ebene, da man die eigenen Schw\u00e4chen und die schlechten Eigenschaften aus seinem Profil komplett verschwinden lassen kann. Doch welche Auswirkungen hat das nun f\u00fcr uns?<\/p>\n\n\n\n<p>Auf neuronaler Ebene ist das Empfangen eines Likes gleichzusetzen mit einer Dosis Drogen. Es wird das Gl\u00fcckshormon Dopamin ausgesch\u00fcttet, das auch zum Beispiel beim Essen von Schokolade wirksam wird. Somit liegt es nahe, dass viele Menschen im Bezug zu sozialen Medien von einer Sucht sprechen, da man den \u201eRauschzustand\u201c, den man bei einem Like oder einem positiven Kommentar erh\u00e4lt, wieder und wieder erreichen will. Dass das zur Sucht werden kann ist durchaus problematisch. Soziale F\u00e4higkeiten, mit jemandem pers\u00f6nlich zu interagieren, werden nicht weiter entwickelt, da man beim Chatten auf sozialen Plattformen seine Emotionen und schlechte Verhaltensweisen viel besser verstecken und ein viel besseres Bild von sich preisgeben kann. Die Vermeidung von sozialen Kontakten w\u00e4hrend der Corona-pandemie unterst\u00fctzen dies sehr dramatisch. Gerade Kindern, die die Basics von sozialen Kompetenzen erlernen m\u00fcssten, schadet der Einfluss sozialer Medien extrem, vor allem auch durch Cyber-Mobbing, da man anonym jemanden beleidigen kann, ohne sich vor Folgen f\u00fcr sich selbst Gedanken machen zu m\u00fcssen. Es ist auch viel leichter einen beleidigenden Kommentar an jemanden zu schreiben, als ihn der Person ins Gesicht zu sagen. Damit sinkt die Hemmschwelle f\u00fcr die Angemessenheit mancher W\u00f6rter, was man auch im Alltag bei J\u00fcngeren erkennen kann, da diese h\u00e4ufig W\u00f6rter benutzen, von denen man im selben Alter gar nicht wusste, was diese bedeuten. Dass man im Internet die M\u00f6glichkeit hat, ein ganz neues Bild von sich preiszugeben, kann vielleicht ganz praktisch sein, es kann aber auch problematisch f\u00fcr das Psyche sein. Wenn man sich das Profil eines Influencers anschaut, erweckt es den Eindruck, dass diese Person perfekt ist und dass jeder der nicht so aussieht, nicht normal bzw. etwas Schlechteres ist. Dass diese Person selbst Schw\u00e4chen und Probleme hat kann man dabei ganz leicht vergessen. Wenn man sich selbst jetzt mit dieser perfekten Person vergleicht, kann es zu einer Verminderung des Selbstwertgef\u00fchls kommen, weil man die eigenen Schw\u00e4chen als nicht normal ansieht. Der Umgang mit Menschen im realen Leben zeigt einem immer wieder auf, dass nicht jeder Mensch perfekt ist und damit f\u00e4llt es einem leichter die eigenen schlechten Eigenschaften zu akzeptieren. Das gelingt mit dem Konsum von sozialen Medien weniger gut, da man fast nur \u201eperfekte\u201c Menschen sieht. Dass Jugendliche mit psychischen Problemen zu k\u00e4mpfen haben, zeigt der Anstieg von psychotherapeutischen Behandlungen von 2009 bis 2019 (3). Die Corona-pandemie hat diese Entwicklung sicher nicht verbessert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit:<\/strong> Zu den Auswirkungen sozialer Medien k\u00f6nnte man noch viel mehr schreiben, da der Konsum von Instagram, Facebook, Snapchat, etc. nicht so harmlos ist, wie er vielleicht scheint. Dass Kinder im jungen Alter bereits damit in Kontakt kommen, halte ich f\u00fcr ziemlich verantwortungslos von den Eltern, weil die sozialen F\u00e4higkeiten durch das interagieren \u00fcber soziale Medien verschlechtert werden. Auch der Zugriff zu sch\u00e4dlichen Inhalten wird den Kindern ganz leicht gemacht, was aber nicht nur f\u00fcr Kinder sondern auch f\u00fcr Jugendliche problematisch sein kann. Generell kann man sagen, dass man soziale Medien mit gro\u00dfer Vorsicht und mit begrenztem Zeitlimit konsumieren sollte, weil sonst die Gefahr einer Sucht zu gro\u00df wird. Doch das umzusetzen ist vor allem durch den Lockdown sehr erschwert, weil die unterhaltsamen Videos und Bilder durchaus eine Versuchung darstellen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Quellen<\/strong> (Bilder entfernt. Urheberrecht beachten&#8230;. S\u00fc)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(1) <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/th.bing.com\/th\/id\/R.e1450f7af0abe03b5f92743f1e58067d?rik=0b3msOGdcKv%2bmQ&amp;riu=http%3a%2f%2fwww.netzproduzenten.de%2fwp-content%2fuploads%2f2015%2f06%2fstatista-instagram-nutzerwachstum.png&amp;ehk=g5BbOJTi8KwR2tocwi5IqF89AdMuZDKg8gahHpTBpk4%3d&amp;risl=&amp;pid=ImgRaw&amp;r=0\">https:\/\/th.bing.com\/th\/id\/R.e1450f7af0abe03b5f92743f1e58067d?rik=0b3msOGdcKv%2bmQ&amp;riu=http%3a%2f%2fwww.netzproduzenten.de%2fwp-content%2fuploads%2f2015%2f06%2fstatista-instagram-nutzerwachstum.png&amp;ehk=g5BbOJTi8KwR2tocwi5IqF89AdMuZDKg8gahHpTBpk4%3d&amp;risl=&amp;pid=ImgRaw&amp;r=0<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(2) <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.crowdmedia.de\/wp-content\/uploads\/instagram-nutzerzahlen-geschlecht-alter-600x388.jpg\">https:\/\/www.crowdmedia.de\/wp-content\/uploads\/instagram-nutzerzahlen-geschlecht-alter-600&#215;388.jpg<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>(3)  Quelle: BARMER Arztreport 2021<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nutzerzahlen von Plattformen wie Facebook, Snapchat, Instagram, etc. sind in dem letzten Jahrzehnt nahezu explodiert. 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