{"id":6904,"date":"2023-01-02T13:38:40","date_gmt":"2023-01-02T12:38:40","guid":{"rendered":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=6904"},"modified":"2023-01-02T13:38:40","modified_gmt":"2023-01-02T12:38:40","slug":"sollte-jemand-mit-hohem-einkommen-mehr-steuern-zahlen-als-jemand-mit-niedrigen-einkommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=6904","title":{"rendered":"Sollte jemand mit hohem Einkommen mehr Steuern zahlen, als jemand mit niedrigen Einkommen?"},"content":{"rendered":"\n<p>Jeder kennt sie, und jeder muss sie monatlich Zahlen. Steuern, ein soziales Konstrukt, welches von jedem arbeitenden Menschen verlangt, f\u00fcr gewisse Leistungen , Aktionen oder generell in seinem Leben finanzielle Abgaben zu leisten. Wie oben bereits erw\u00e4hnt sind Steuern ein rein gesellschaftliches Konstrukt. Das hei\u00dft, das ebene jene von Menschen f\u00fcr Menschen gemacht sind und man sie sich selbst als Gesellschaft auferlegt. Dabei scheint es im Zuge der Gerechtigkeit sinnvoll zu sein, dass in erster Linie schonmal grunds\u00e4tzlich alle Steuern zahlen m\u00fcssen, da ja alle &#8222;Im selben Boot sitzen&#8220;. Doch Steuern zahlen, sich von einem Teil seines Verm\u00f6gens zu trennen und dadurch die eigene finanziellen M\u00f6glichkeiten zu limitieren gef\u00e4llt den wenigsten. Deshalb kommt es nicht allzu selten vor, dass B\u00fcrger eines Staates versuchen mit illegalen Mitteln den Betrag an zu zahlenden Steuern zu vermindern durch Falschangaben bez\u00fcglich der zur Verf\u00fcgung stehenden und somit zu versteuernden Geldmenge oder das Verlagern von Geldsummen ins Ausland um es dort vor Versteuerung im eignen Land zu sch\u00fctzen. Wird ein solches Vorhaben vom Staat dann aufgedeckt drohen hohe finanzielle Strafen, welche sogar in Haftstrafen enden k\u00f6nnen. Es scheint also so, als w\u00e4ren Steuern ein \u00e4u\u00dferst wichtiger Teil eines Staates bzw. einer Gesellschaft. Doch warum sollte man sie \u00fcberhaupt Zahlen, warum gibt es Steuern?<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich gibt es das Konzept der Steuern schon immer. Dabei wird einer Bev\u00f6lkerungsgruppe die Pflicht auferlegt ein Teil ihres Verm\u00f6gens an eine sie kontrollierende Autorit\u00e4t abzugeben. Meist ist es hier eine Regierung welche auf dieser weise Geld einnimmt. Steuern verlangte damals ebenso das Reich der R\u00f6mer, sowie K\u00f6nige im mittelalterlichen Europa sowie anderen Teilen der Welt. Damals nutzten ebenjene Reiche ihre Macht um die Bev\u00f6lkerung zu Abgaben zu zwingen. Dadurch wurden im besten Fall dann gemeinn\u00fctzige Projekte wie Stra\u00dfenbau finanziert. Im schlimmsten Fall benutzten die Herrschenden die Steuern nur mittels ihrer eigenen Bereicherung. Doch heutzutage werden Steuern durchaus haupts\u00e4chlich verwendet, um der Gesellschaft zu dienen. Hierdurch werden zum Beispiel Sicherheits- und Rettungskr\u00e4fte finanziert welche f\u00fcr Ordnung, Sicherheit und Schutz in der Gesellschaft f\u00fchren. Es wird Infrastruktur gebaut, was fl\u00e4chendeckenden Handel erm\u00f6glicht und somit den Wohlstand in der Gesellschaft heben kann. Es werden soziale Projekte gef\u00f6rdert und grundlegende soziale Systeme finanziert, welche es den B\u00fcrgern erm\u00f6glicht nicht mit der Angst vor einem Hungertod leben zu m\u00fcssen, falls ihnen das Geld ausgeht. Es scheint also so als w\u00e4hren Steuern in ihren Grundz\u00fcgen, und f\u00fcr den Fall, dass sie sinnvoll genutzt werden, ein wichtiger Bestandteil einer Gesellschaft um den allgemeinen Lebensstandard anzuheben. Allerdings zeigt sich hier bereits ein Grundlegendes Problem. Ab welchem Steuersatz, also dem Anteil, den eine Person von ihrem Verm\u00f6gen bezahlen muss \u00fcberwiegt die finanzielle Last der einzelnen Person jene Vorteile, welche die Person durch die Steuern erh\u00e4lt? Wieviel sollte also eine Einzelperson zahlen, sodass sie nicht zu viel Geld und damit Lebensqualit\u00e4t verliert?<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Problem ergibt sich allerdings erst aus der ben\u00f6tigten Gesamtsumme am Steuern. Staaten haben aber nicht allzu selten das Problem, dass sie enorme ausgaben haben und normalerweise auch Schulden. Um die Schulden abbezahlen zu k\u00f6nnen und bei laufenden Ausgaben dann nicht noch mehr Schulden zu machen, m\u00fcssen Staaten von ihren Bev\u00f6lkerungsgruppen teilweise m\u00f6glichst viel Geld versteuern. Dabei zeigt sich aber auch, dass es innerhalb der Gesellschaft verschieden wohlhabende Personen gibt, welche unterschiedlich viel Geld abgeben k\u00f6nnen, da sie schlicht unterschiedlich weit von der Armutsgrenze entfernt sind. Teilweise gibt es Menschen die k\u00f6nnen das zehnfache des Gesamteinkommens einer andern Person als Steuern zahlen, obwohl dieser Betrag dann nicht einmal die h\u00e4lfte des Gesamtverm\u00f6gens dieser Reichen Person ausmacht. Die finanziellen Unterschiede sind also offensichtlich enorm. Hinzu kommt ein starker finanzieller Druck auf den Staat m\u00f6glichst viel Geld von der Bev\u00f6lkerung zu bekommen ohne ihre Lebensqualit\u00e4t drastisch zu vermindern. Dabei bieten sich dem Staat unterschiedlich wohlhabende Bev\u00f6lkerungsschichten an. Sollte der Staat also von reichen Menschen mehr Geld nehmen als von armen? hierzu gibt es wie so ziemlich immer wieder zwei Seiten, welche jeweils f\u00fcr sich argumentieren:<\/p>\n\n\n\n<p>Die eine Seite ist der Meinung, dass man aus Geleichheitsgr\u00fcnden allen den gleichen Geldbetrag abzuehen sollte. Reichen Menschen mehr Geld zu nehmen wiederspr\u00e4che einer allgemeinen Gerechtigkeit, da jene Menschen ja schlicht wesentlich mehr gelernt und gearbeitet h\u00e4tten und sich dadurch ihern Wohlstand erwirtschaftet h\u00e4tten. Ihnen dann mehr Geld von ihrem Verm\u00f6gen zu nehmen w\u00fcrde zus\u00e4tzlich den Atrieb f\u00fcr andere Menschen vermindern sich anzustrengen. Warum sollte man sich dann noch anstrengen, wenn einem das zus\u00e4tzliche Kapital wieder genommen wird. Deshalb sei eine gleiche Steuerverteilung nur gerecht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die andere Seite sieht die reichen Menschen in der Pflicht h\u00f6here Beitr\u00e4ge zu zahlen, da schlicht m\u00f6glichst viel Geld ben\u00f6tigt wird und jene Menschen einfach mehr Zehlen k\u00f6nnen. Solch reiche Menschen leben gar nicht erst mit der Gefahr, dass ihnen das Geld ausgeht um ihre Grundbed\u00fcrfnisse nach Nahrung und Standartg\u00fctern zu stillen. Bei solche Personen drehe sich das Leben nur noch um Bed\u00fcrfnisse welche aus reinen Luxusinteressen bestehen. Eine gr\u00f6\u00dfere K\u00fcrzung des Kapitals der reichen Menschen hie\u00dfe f\u00fcr sie nur ein Verzicht auf sinnlose Luxusg\u00fcter, welche andere Menschen teilweise in ihrem Leben nie erhalten w\u00fcrden. F\u00fcr arme Menschen bedeuten h\u00f6here Steuern mindere Lebensqualit\u00e4t, w\u00e4hrend reiche Menschen nerviger Weise dann nur mit ihren zwei Jachten anstatt einer sch\u00f6nen gr\u00f6\u00dferen dritten auskommen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich pers\u00f6nlich sehe hier ganz klar die reichen in der Pflicht h\u00f6here Steuerbeitrage zu leisten, da es ihnen im Gegensatz zu den armen schlicht nicht schadet. Man k\u00f6nnte zwar wie oben damit argumentieren, dass h\u00f6here Steuern f\u00fcr reiche Menschen den Anreiz zum harten arbeiten minimiert und man dann Menschen ihres hart erarbeiteten Reichtum beraubt. Dieses Argument ist aber in der aktuellen Welt absoluter Schwachsinn. Zum einen haben reiche Menschen nur in seltenen F\u00e4llen ihr Geld durch ihre eigene harte Arbeit erwirtschaftetet. Hinzu kommt, dass eine solche Aussage eine \u00e4u\u00dferst dreiste und beleidigende \u00c4u\u00dferung darstellt. Man verweist hier darauf, dass ja jeder reich sein k\u00f6nne, wenn er nur hart genug arbeite. Tatsache ist aber, dass man nur reich wird, wenn man andere Menschen f\u00fcr sich arbeiten l\u00e4sst und dabei den Lohn nicht gleichm\u00e4\u00dfig aufteilt, sodass man selbst mehr erh\u00e4lt, obwohl man die gleiche Arbeit leistet, nur weil man der Meinung ist, dass man es mehr verdient, weil man das Unternehmen gegr\u00fcndet habe. Somit offenbart sich der erste Fehler, man wird nicht reich durch harte Arbeit, sondern durch die Arbeit anderer Menschen. Hinzu kommt, dass es schlicht Tatsache ist, dass heutzutage nicht alle Menschen gleichberechtigt sind. Zum Beispiel haben Kinder reicher Menschen von Grund auf bessere Bildungschancen und somit auf einen besser bezahlten Beruf. Jene Kinder werden somit wahrscheinlicher Reich. Es ist heutzutage meist der Fall, dass man Reichtum mit Hilfe zahlreicher Vorteile erlangt. Und dann wird auch noch argumentiert man solle allen gleich viel Geld abnehmen, da reiche Menschen ja nur mehr und h\u00e4rter gearbeitet h\u00e4tten, dabei ist allein schon die Ausgangssituation nicht mit gleichen Chancen gezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Alles in allem kann man meiner Meinung nach somit durchaus h\u00f6here Steuern auf das Verm\u00f6gen reicher Menschen erheben, da man sonst schlicht nicht die ben\u00f6tigten Geldsummen bew\u00e4ltigen kann. Stattdessen f\u00fcr alle Menschen einen gleichen Prozentsatz zu versteuern w\u00fcrde f\u00fcr die \u00e4rmeren Bev\u00f6lkerungsschichten eine solch hohe Steuerlast bedeuten, dass deren Lebensqualit\u00e4t betr\u00e4chtlich vermindert werden w\u00fcrde. Und da \u00e4rmere Bev\u00f6lkerungsschichten nun mahl immer die Mehrheit darstellen, ist es sinnvoll im Sinn der Allgemeinheit, die Steuerlast bei wenigen reichen Menschen zu erh\u00f6hen, da somit zum einen die armen geschont werden, und zum anderen eben jene reiche Bev\u00f6lkerungsschichten h\u00f6here Steuerbeitr\u00e4ge nur als Einschr\u00e4nkungen ihres Luxuslebens wahrnehmen, und nicht wie stattdessen arme Menschen mit Einschr\u00e4nkungen ihrer Grundbed\u00fcrfnisse.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jeder kennt sie, und jeder muss sie monatlich Zahlen. Steuern, ein soziales Konstrukt, welches von jedem arbeitenden Menschen verlangt, f\u00fcr gewisse Leistungen , Aktionen oder generell in seinem Leben finanzielle Abgaben zu leisten. Wie oben bereits erw\u00e4hnt sind Steuern ein rein gesellschaftliches Konstrukt. 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