{"id":6909,"date":"2023-01-02T15:50:51","date_gmt":"2023-01-02T14:50:51","guid":{"rendered":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=6909"},"modified":"2023-01-02T15:50:51","modified_gmt":"2023-01-02T14:50:51","slug":"was-ist-die-groesste-ironie-am-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=6909","title":{"rendered":"Was ist die gr\u00f6\u00dfte Ironie am Leben?"},"content":{"rendered":"\n<p>Ich muss gestehen solche Themen haben immer einen gewissen Reiz da man zu solchen Themen wie Leben, Tod und Sinn immer zeilenweise philosophieren kann ohne ein Ende zu finden, man aber am Ende kaum schlauer ist sondern nur nachdenklich die eigene Unwissenheit bedauert. Deshalb ist es bei der hier zugrundeliegenden Frage auch einmal eine willkommene Abwechslung, dass der n\u00e4heren Betrachtung schon zuvor eine Ironie vorrausgedeutet wird, was auf einen traurigerweise ironischen Wiederspruch hindeutet, der in seiner Offenbarung, als Resultat einer bitteren \u00dcberraschung nur noch als Witz zu interpretieren ist. Denn danach wird hier schlie\u00dflich gefragt. Was denn die gr\u00f6\u00dfte Ironie am Leben selbst sei, worin der gr\u00f6\u00dfte Witz liegt. Damit man hier aber \u00fcberhaupt erst eine Entscheidung treffen kann, braucht man zu Beginn zumindest eine Auswahl an Ironien. Da hier nach der gr\u00f6\u00dften Ironie gefragt wird, muss es kleinere, weniger bedeutende geben. Deshalb muss es auch m\u00f6glich sein eine Auswahl an Ironien aufzuschreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>An aller erster Stelle kann man hier die Tatsache nennen, dass Scheinbar niemand genau nennen kann was das Leben genau ist. Wenn man \u00fcber das Leben spricht, wenn es hei\u00dft &#8222;das Leben&#8220; dann wei\u00df irgendwie jeder, was gemeint ist. Jeder hat ein gewisses Bild, ein gewisses Gef\u00fchl im Kopf. Es ist auch scheinbar jeder in der Lage banalen Dingen Leben zuzuschreiben. Legt man einer Person einen Stein und eine tote Maus hin, wird jeder wohl in der Lage sein zu sagen, dass der Stein nicht lebt, die Maus hingegen schon. Legt man dem Menschen jetzt einen Stein und eine Tote Maus hin oder noch besser eine sterbende Maus hin, und der Mensch solle nun sagen, was die beiden Objekte sind wird es bereits schwieriger. Der Stein hat sich nicht ver\u00e4ndert er wird sich auch ohne \u00e4u\u00dfere Einwirkung nicht ver\u00e4ndern. Er hat feste Bestandteile. Er besteht aus einem Material oder aus mehreren Materialien. Eventuell interagiert ein Metall in dem Gestein mit der Luft und oxidiert oder wird korrodiert wodurch sich die Bestandteile des Steines \u00fcber die Zeit durch die Einfl\u00fcsse physikalischer und chemischer Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit \u00e4ndern und er seine Form, sein Erscheinungsbild wandelt. Es scheint klar, der Stein ist Tod. Doch bei der Maus kann sich dies nun bei n\u00e4herer Betrachtung wesentlich schwerer gestalten, denn ab welchem Zeitpunkt ist die Maus tot? Zu Beginn scheint man sich ziemlich sicher zu sein, die Maus bewegt sich, ihr Herz schl\u00e4gt, sie atmet. Nun sagen wir die Maus schl\u00e4ft nach einem langen Leben als Folge ihres hohen alters ohne Schmerzen ein. Sie lebt scheinbar noch. Doch jetzt h\u00f6rt ihr Herz auf zu schlagen, die Maus verf\u00e4llt in einen ewigen Schlaf. Doch war eben dieses Ereignis der Kipppunkt? Ist die Maus nun wirklich tot? Sie unterligt n\u00e4mlich wie zuvor den selben physikalischen und darus sich ergebenden chemischen Gesetzen. Nur ist die Maus jetzt nichtmehr in der Lage ihre fr\u00fcheren K\u00f6rperfunktionen zu erhalten. Doch selbst nach dem Aussetzen des Herzschlags gibt es noch Zellen im K\u00f6rper der Maus welche munter weiter ihre Arbeit verrichten. Aber jene Arbeit verrichten sie auch nur wegen physikalischen Prinzipien wie Osmose und Diffusion. Wenn ihnen ben\u00f6tigte Stoffe f\u00fcr ihre aktuellen Arbeiten nicht mehr zur Verf\u00fcgung stehen, verlaufen die nachfolgenden Geschehnisse ebenso denselben Prinzipien folgend wie zuvor. Eine Zelle an sich Denkt nicht sie f\u00fchlt nicht, sie nicht anders wie ein Computer, wenn ein Computer keinen Strom hat geht er aus, wenn eine Zelle keine N\u00e4hrstoffe hat funktioniert sie ebenso wenig. Ein Computer folgt sein Programmierung. Eine Zelle unterliegt der Programmierung ihres Genetischen Codes und f\u00fchrt nur ihren Code, ihre Gensequenzen aus. Bei hinreichender Forschung wird es auch bald gelingen, Zellen zu kreieren. Sind jene Zellen dann Lebewesen? Man hat sie zuvor programmiert, man hat ihnen eine Aufgabe zugewiesen und sie erschaffen. Sie denken nicht. Sie vollziehen nur ihre Aufgabe. Sie sind nichts anderes als biochemische Maschinen. Gr\u00f6\u00dfere Lebewesen stellen auch nichts anderes als einen Zusammenschluss mehrerer biochemischer Maschinen, den Zellen dar, und dieses \u00dcbergeordnete Konstrukt, wo sich einzelne Zellen gegenseitig versorgen Bilden nichts anderes als eine noch gr\u00f6\u00dfere Maschine. In seinem Aufbau enth\u00e4lt ein Lebewesen also nichts besonderes, es gibt keine besondere Zutat, welche dem Leben seinen geheimnisvollen Glanz verleiht. Also scheint der Unterschied zwischen dem Stein und der Maus nunmehr noch geringer. Doch umso fragw\u00fcrdiger wird die ganze Angelegenheit, desto mehr die Maus verwest ist, ihr biologischen Bestandteil werden alle im Laufe der Zeit zerfallen. Doch ab welchem Zeitpunkt kann man noch sagen, dass es sich bei den ehemaligen Bestandteilen um etwas besonderes handelt, desto mehr die Verwesung voran schreitet, desto mehr zerf\u00e4llt die Maus in elementare Atome und Molek\u00fcle wie ebenjene, welche der Stein bereits enth\u00e4lt. Nach einiger Zeit kann man schon nichtmehr ausmachen, ob der Haufen an Mineralien und organischen Molek\u00fclen die ebenso der Stein enth\u00e4lt einmal ein Lebewesen gewesen ist. Somit wird auch offensichtlich, dass nicht einmal die Bestandteile eines Lebewesens eine besondere Eigenschaft aufweisen. Sie sind genauso normal, genauso h\u00e4ufig und vielf\u00e4ltig wie alles andere. Noch verwirrender wird es, wenn man bedenkt, dass es von Grund auf beim Urknall einheitlich ein und die selben Teilchen gab. Unterschiedliche Atome bildeten sich erst druch Kernfusionen in Sonnen und deren Explosionen, sodass alle Bestandteile die selben sind. N\u00e4hme man nun also alle Atome des Steines und alle Atome der \u00dcberreste der Maus und w\u00fcrde sie mittels der atomaren Spaltung entsprechend lange trennen, sodass man nur noch Heliumkerne vorliegen h\u00e4tte, so k\u00f6nnte man nachfolgend in keiner Weise eine Unterscheidung zwischen den Atomen der Maus und denen des Steins vornehmen , da sie schlicht die selben Bausteine haben. Hier offenbart sich neben der zuvor erl\u00e4uterten Ironie, dass offensichtlich niemand genau sagen kann wo die Grenze zwischen Tod und Leben liegt und was das Leben selbst ist noch eine weitere, n\u00e4mlich dass offensichtlich alles in der Welt aus den absolut selben Elementaren Bausteinen besteht, das Leben an sich besteht nicht einmal aus besonderen Dingen, es hat die selben Bausteine wie tote Dinge. Hierbei handelt es sich allerdings um sehr allgemeine Ironien. Bei alleiniger Betrachtung des menschlichen Lebens selbst Fallen hingegen ganz andere Ironien auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben anderen wie zum Beispiel der Tatsache, dass Menschen in der Lage sind zu erkennen, dass sie ihre Lebensgrundlage, ihren Planeten unbewohnbar machen und somit sich ihr eigenes Grab schaufeln, ihren Tod herbeif\u00fchren aber nichts dagegen tun, weil sie ein m\u00f6glichst entspanntes Leben haben wollen, gibt es noch sehr zu bedauernde Ironien. Hierzu kann man erw\u00e4hnen, dass Menschen dank ihres neuronalen und extrem Leistungsf\u00e4higen Gehirns in der Lage sind hypothetische Gedanken zu fassen, man ist in der Lage sich Dinge borzustellen, sich zu erinnern, Dinge vorauszudeuten. Alles in allem verf\u00fcgt man \u00fcber solch eine immense Vorstellungskraft, welche Kombinatorische Meisterleistungen der Logik erm\u00f6glicht und einem das Verstehen komplexester Sachzusammenh\u00e4nge erm\u00f6glicht. Simpel ausgedr\u00fcckt man hat als Mensch ein solch hohes Potential, dessen Ursache man zwar in Grundz\u00fcgen erkl\u00e4ren kann, aber dennoch kann man nicht die Vollst\u00e4ndige Funktionsweise des Denkens in all seinen Facetten erkl\u00e4ren. Und doch, trotz dieser immensen Leistung, unterliegt der Mensch immer noch seinen zutiefst, zugrundeliegenden Zw\u00e4ngen, n\u00e4mlich des Lebens selbst. Der Mensch ist geformt, und entstanden als Resultat des Lebens selbst. Denn es scheint so als w\u00fcrd dem Leben ein elementares Gesetz zugrunde liegen, und das scheint schlicht, Nachkommen zu kreieren. Sei es als Baum Spr\u00f6sslinge auszusenden, sei es als Bakterium sich zu klonen oder sei es als Tier sich fortzupflanzen. Im Bestreben m\u00f6glichst zu \u00fcberleben, als Resultat \u00e4u\u00dferer Umwelteinfl\u00fcsse einwickeln sich Lebewesen, sie bilden Abwehrmechanismen, Fortbewegungsmechanismen, Reperatumechanismen. Und in Mitten der Zeit nach langer vorheriger Entwicklung entstehen wir Menschen, f\u00e4hig zu Denken, einer F\u00e4higkeit das Leben zu verl\u00e4ngern, es zu verbessern, F\u00e4hig zu rennen, zu klettern, zu sprechen , zu interagieren, zu lieben, all das nur um zu Leben und dies stellt meiner Meinung nach die gr\u00f6\u00dfte Ironie des menschlichen Lebens dar. N\u00e4mlichh die Tatsache, das s\u00e4mtliche Eigenschaften, welche menschliches Leben ausmachen nur ein Resultat einer Entwicklung sind um das Leben zu erm\u00f6glichen. <\/p>\n\n\n\n<p>Somit ist menschliches Leben ein reiner Selbstzweck was meiner Meinung nach ziemlich ironisch und irgendwie auch sch\u00f6n ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich muss gestehen solche Themen haben immer einen gewissen Reiz da man zu solchen Themen wie Leben, Tod und Sinn immer zeilenweise philosophieren kann ohne ein Ende zu finden, man aber am Ende kaum schlauer ist sondern nur nachdenklich die eigene Unwissenheit bedauert. 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