{"id":6924,"date":"2023-01-02T22:33:34","date_gmt":"2023-01-02T21:33:34","guid":{"rendered":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=6924"},"modified":"2023-01-02T22:33:34","modified_gmt":"2023-01-02T21:33:34","slug":"hochleistungssport-bei-kindern-moralisch-vertretbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=6924","title":{"rendered":"Hochleistungssport bei Kindern- moralisch vertretbar?"},"content":{"rendered":"\n<p>Ich begann mit 6 Jahren mit dem Leichtathletiktraining und so auch damit an Wettk\u00e4mpfen teilzunehmen. Zu Beginn bewegten sich diese nur auf Kreisebene, doch \u00fcber die Jahre wurde ich immer besser und mit ca. 13 hatte ich auch Wettk\u00e4mpfe auf Landesebene. Aber seit dem bin ich nur noch bei Wenigen angetreten. Durch Corona wurden die Pl\u00e4ne meines Trainers f\u00fcr mich durchkreuzt- und heute bin ich gl\u00fccklich dar\u00fcber, denn ich habe gemerkt, dass der Leistungssport nichts f\u00fcr mich ist, da so der Spa\u00df am Sport f\u00fcr mich weggefallen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch es gibt viele Kinder die den Sprung in den Leistungssport schon fr\u00fch machten und dies wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Ist es ok seine Kinder im jungen Alter dazu zu bringen Hochleistungssport zu betreiben oder sind die Folgen zu sch\u00e4dlich?<\/p>\n\n\n\n<p>Unter Leistungssport versteht man das Aus\u00fcben einer Sportart mit dem Ziel eine m\u00f6glichst hohe Leistung zu erzielen. Diese wird vor allem mit Wettk\u00e4mpfen bewertet und steht h\u00f6her als andere Faktoren wie der Gesundheitsfaktor und die Freude beim Aus\u00fcben des Sportes. Au\u00dferdem ist damit ein hoher Zeitaufwand verbunden. Hier werde ich vor allem von Hochleistungssport sprechen, der der Aufbau des Leistungssportes ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Man kann die Auswirkungen einmal grob in gesundheitliche und psychische Folgen aufteilen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass sportliche Aktivit\u00e4t im Kindesalter einen guten Einfluss auf die Entwicklung verschiedener Faktoren hat, ist heutzutage von vielen Studien best\u00e4tigt und allgemein bekannt. Es werden Verbesserungen in den Bereichen Ausdauer, Kraft, Koordination, Schnelligkeit und Flexibilit\u00e4t festgestellt, sowie Ver\u00e4nderung des K\u00f6rperbaus oder auch Verbesserung der Funktion der Organe. Doch es stellt sich die Frage, ob diese Vorteile im Hochleistungssport noch zu finden sind. Wo die Belastungsgrenze bei Kindern ist, ist dann oft unklar. So k\u00f6nnen bei Gelenken und Sehnen schwerwiegende Langzeitfolgen entstehen. Wissenschaftliche Studien untersuchen zudem, ob der Knorpel im Kindesalter den Belastungen standhalten kann und intensive k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t kann auch hemmenden oder oder auch wachstumssteigend wirken. Bei M\u00e4dchen und Jungen im Leistungssport hat sich gezeigt, dass der Wachstumsschub im Schnitt ein bis zwei Jahre sp\u00e4ter als bei Kindern, die keinen Sport auf Leistungsniveau treiben, eintritt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer wichtiger Faktor ist nat\u00fcrlich auch die Ern\u00e4hrung, da man in vielen Sportarten ein bestimmtes Gewicht halten muss, was nat\u00fcrlich mit gesundem Essen zusammenh\u00e4ngt und so auch gut f\u00fcr die Gesundheit des Kindes ist, doch schon in jungem Alter einer Di\u00e4t zu folgen, die von Erwachsenen \u00fcberwacht wird, kann schlechte Auswirkungen wie Verlust der Periode, Haarausfall oder aber sogar Herzrhythmusst\u00f6rungen. Dies h\u00e4ngt auch mit den psychischen Folgen zusammen, so k\u00f6nnen Kinder beispielsweise schon fr\u00fch Essst\u00f6rungen entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man sich mit den psychischen Aspekten besch\u00e4ftigt, kann man nat\u00fcrlich anmerken, dass die Kinder durch ihr Trainingsregiment fr\u00fch Disziplin und Durchhalteverm\u00f6gen, des weiteren lernen sie fr\u00fch mit Niederlagen umzugehen und sich so zu verbessern. Doch es kann ihnen auch zum Verh\u00e4ngnis werden, da es einen enorm hohen Leistungsdruck gibt, denn viele Eltern und machen den Kindern oft noch zus\u00e4tzlich Druck. Auf einem Wettkampf auf der baden-w\u00fcrttembergischen Ebene sah ich zum Beispiel einen Trainer der ein kleineres M\u00e4dchen, das vielleicht gerade mal sieben oder acht war, laut anschreien bis sie weinte. Kinder k\u00f6nnen nicht gut mit solchen Situationen umgehen, geben sich selbst die Schuld und das kann zu schweren seelischen Sch\u00e4den f\u00fchren. Deshalb ist es wichtig, dass das Kind den Sport wirklich machen will und es immer die Option hat nicht weiter zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sport sollte Spa\u00df machen und als soziale Aktivit\u00e4t gelten, doch im Leistungssport verliert man diese Aspekte oft, da man keine Zeit hat f\u00fcr andere Freunde hat und vor allem in Einzelsportarten kann die Konkurrenz zwischen den Kindern sehr hoch sein. Diese Punkte sind die beiden, die mich unter anderem am meisten davon abschreckten. Vor den Wettk\u00e4mpfen hatte ich immer mehr Angst und ich mochte es nicht mit anderen Kindern verglichen zu werden. Meine eigenen Komplexe wurden dort noch verst\u00e4rkt. Zudem hatte ich immer weniger Zeit f\u00fcr Freunde da ich zeitweise viermal in der Woche trainierte und dann alle paar Wochenenden ein Wettkampf hatte. <\/p>\n\n\n\n<p>Nur weil es bei mir nicht so war, kann Leistungssport trotzdem Vorteile haben, wie das Selbstvertrauen der Kinder st\u00e4rken und man lernt auch viele Menschen mit dem gleichen Interesse kennen. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber die Eltern sollten die Kinder unterst\u00fctzen, nicht dazu zwingen und darauf achten, dass deren Gesundheit und soziales Leben nicht vernachl\u00e4ssigt werden. Au\u00dferdem ist es wichtig sicherzustellen, dass sie sich mit der Bildung des Kindes befassen. <\/p>\n\n\n\n<p>Zusammenfassend finde ich es gut, schon als Kind anzufangen Sport zu machen an dem man Spa\u00df hat. Doch bei Leistungssport und vor allem Hochleistungssport sollte man sehr aufpassen, wie fr\u00fch man sein Kind dazu bringt, da dies meist von den Eltern ausgeht. Es kann viele schlechte gesundheitliche Langzeitfolgen haben und sich auch schlecht auf die Psyche der Betroffenen auswirken. Deshalb sollte man es sich als Eltern und Kind gr\u00fcndlich \u00fcberlegen, ob man so etwas tut. Aber wenn das Kind den Sport gerne macht, kann es auch gute Auswirkungen haben. Man kann Erfolge haben, wichtige Grunds\u00e4tze f\u00fcr das Leben lernen und Spa\u00df haben. Daf\u00fcr braucht man die richtige Unterst\u00fctzung der Eltern und Betreuung der Trainer.<\/p>\n\n\n\n<p>Von meiner pers\u00f6nlichen Sicht aus bin ich froh, dass ich aufh\u00f6ren konnte hoch leistungsorientiert Sport zu betreiben. Ich wollte die Wochenenden lieber mit meinen Freunden verbringen  und mich auch auf die Schule konzentrieren, trotzdem gehe ich noch zweimal in der Woche zum Training, da mir Sport trotzdem wichtig ist, hab aber keinen Druck mehr jetzt Sport zu machen und auf meine Ern\u00e4hrung zu achten, so bin ich jetzt durchaus gl\u00fccklicher.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.athlet.one\/blog\/leistungssport-fur-kinder-pro-contra\">https:\/\/www.athlet.one\/blog\/leistungssport-fur-kinder-pro-contra<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.paradisi.de\/sport\/leistungssport\/bei-kindern\/#Seelische_Auswirkungen\">https:\/\/www.paradisi.de\/sport\/leistungssport\/bei-kindern\/#Seelische_Auswirkungen<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.big-direkt.de\/de\/gesund-leben\/kinder\/leistungssport-viele-pflichten-wenig-spass\">https:\/\/www.big-direkt.de\/de\/gesund-leben\/kinder\/leistungssport-viele-pflichten-wenig-spass<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.germanjournalsportsmedicine.com\/fileadmin\/content\/archiv2012\/Heft_11\/editorial_schmitt.pdf\">https:\/\/www.germanjournalsportsmedicine.com\/fileadmin\/content\/archiv2012\/Heft_11\/editorial_schmitt.pdf<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich begann mit 6 Jahren mit dem Leichtathletiktraining und so auch damit an Wettk\u00e4mpfen teilzunehmen. 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