{"id":7119,"date":"2023-06-24T18:57:57","date_gmt":"2023-06-24T16:57:57","guid":{"rendered":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=7119"},"modified":"2023-06-24T18:57:57","modified_gmt":"2023-06-24T16:57:57","slug":"macht-arbeit-gluecklich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=7119","title":{"rendered":"Macht Arbeit gl\u00fccklich?"},"content":{"rendered":"\n<p>Macht Arbeit gl\u00fccklich?  Wer kennt es nicht: Der Stress in den Klausurenphasen, wenn man gerade erst eine Arbeit  verhauen hat, heimkommt und direkt auf die n\u00e4chste schwere und auch noch wichtige  Klausur am Folgetag lernen muss, die man bis jetzt aufgeschoben hat. Und nebenbei sitzen  einem noch eine GFS, eine Kurzpr\u00e4sentation, eine Gruppenarbeit und mindestens zwei  Aufs\u00e4tze im Nacken, die man eigentlich auch mal so langsam fertig haben sollte. In solchen  Momenten w\u00fcnscht man sich eigentlich nur eine Auszeit von der ganzen Arbeit und dem  Stress und tr\u00e4umt von den n\u00e4chsten Ferien, f\u00fcr uns gerade sogar die Sommerferien. Wie  sch\u00f6n w\u00e4re es, die paar Wochen bis dahin zu \u00fcberspringen und gleich in den Urlaub zu  gehen. Einfach ausruhen und nichts machen. Aber ist man dann auch zufrieden? In diesem Essay soll es darum gehen, ob der Mensch Arbeit braucht, um wirklich gl\u00fccklich  sein zu k\u00f6nnen oder nicht, und wie diese Arbeit dann aussehen m\u00fcsste.  Arbeit kann durchaus gl\u00fccklich machen, sogar dann, wenn einem eine T\u00e4tigkeit nicht  unglaublich viel Spa\u00df macht. Denn wenn man arbeitet hat man eine Aufgabe, man  besch\u00e4ftigt sich mit etwas und erh\u00e4lt eine Belohnung in Form von Bezahlung, guten Noten,  pers\u00f6nlicher Weiterbildung oder sonst etwas. Dann hat man einen Grund, stolz und  zufrieden mit sich zu sein. Damit h\u00e4ngt auch zusammen, dass sich nicht wenige mit ihrer  Arbeit identifizieren, diese also eine gro\u00dfe Rolle im Leben vieler Menschen spielt. Auch  anstrengende Arbeit hat im R\u00fcckblick meistens zu pers\u00f6nlichem Wachstum gef\u00fchrt, mehr,  als wenn man der Bequemlichkeit nachgegeben h\u00e4tte. Deshalb macht Arbeit allgemein  erstmal gl\u00fccklich. Das ist aber nicht bei allen Menschen und vor allem unter allen Umst\u00e4nden der Fall, wie eine  Studie von Robert Half aus dem November 2020 berichtet. Laut den darin zu ihren  Angestellten befragten Personalverantwortlichen gibt es einen gro\u00dfen Zwiespalt zwischen  knapp 30% von gl\u00fccklichen, engagierten Angestellten und einem guten Viertel von  Besch\u00e4ftigten mit Grenze zum Burn-out\/ \u00dcberlastung, geringer Produktivit\u00e4t,  Unzufriedenheit und wenig Arbeitsmoral.1<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich besagt eine andere Umfrage vom Psychologen Daniel Kahneman von 2004, dass  die Menschen zwar die meisten Stunden mit ihrer Arbeit verbringen, gleichzeitig aber die  wenigste Freude mit ihr verbinden (im Vergleich zu anderen Tagesaktivit\u00e4ten).2 Solche ern\u00fcchternden Ergebnisse f\u00fchren vor Augen, wie sehr das Gl\u00fccklichsein bei der  Arbeit, wenn man sie l\u00e4nger ausf\u00fchrt, vom Menschen und von der Arbeit selbst abh\u00e4ngig ist.  Wenn Arbeit nicht mehr die Aufgaben erf\u00fcllt, genug Lohn, Anerkennung oder pers\u00f6nliches  Wachstum zu verursachen, macht sie auch nicht gl\u00fccklich, macht sie das Leben nicht  erf\u00fcllter. Daraus kann man schlie\u00dfen, dass es doch nicht \u201eirgendeine\u201c Arbeit sein kann,  sondern mit gewissen, von Mensch zu Mensch unterschiedlichen Anspr\u00fcchen  \u00fcbereinstimmen muss. Auch das Verh\u00e4ltnis von Arbeit und Privatleben muss stimmen, um  gl\u00fccklich sein zu k\u00f6nnen.  So fand man heraus, dass Geld ein h\u00e4ufig \u00fcbersch\u00e4tzter Gl\u00fccksfaktor ist, jedenfalls dann,  wenn man zum Leben ausreichend davon hat. Ab 75.000 $ Jahresgehalt steigert sich das  Gl\u00fcck nicht weiter, hei\u00dft es. Im Gegensatz dazu w\u00fcrden zwischenmenschliche Beziehungen  jeder Form f\u00fcr gew\u00f6hnlich untersch\u00e4tzt.3 Dieses Ergebnis stimmt mit der Studie von  Kahneman \u00fcber die Freude an Besch\u00e4ftigungen \u00fcberein. Also ist die Arbeit gar nicht der  Hauptindikator f\u00fcr Gl\u00fcck, sondern sogar eher nebens\u00e4chlich? Ich pers\u00f6nlich bin der Meinung, dass Arbeit ihren Teil zum pers\u00f6nlichen Gl\u00fcck beitr\u00e4gt.  Allerdings muss sie den Anspr\u00fcchen der Personen gerecht werden, um ihre Wirkung zu  entfalten. Beim Anfangsbeispiel kommt es darauf an: Finde ich das Lernen und Arbeiten  sinnvoll? Interessiert es mich? Oder stresst es mich mehr, f\u00fchrt es zu Frust und Verwirrung?  Wenn dann aber die Sommerferien in ihrer gef\u00fchlten Unendlichkeit \u00fcber einen  hereinbrechen und man gar nichts zu tun hat, w\u00fcnscht man sich diese stressigen Schulzeiten  vielleicht doch ein bisschen zur\u00fcck. Denn ganz ohne Arbeit kommt man im Leben auch nicht  weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Quellen:<\/p>\n\n\n\n<p>1  Vgl.: Christina Holl. Robert Half(17.03.2021). Warum Arbeit relevant f\u00fcr das Gl\u00fcck der Welt ist. Zugriff am:  24.06.2023. Verf\u00fcgbar unter: https:\/\/www.roberthalf.de\/blog\/warum-arbeit-relevant-fuer-das-glueck-der- welt-ist<\/p>\n\n\n\n<p>2  Vgl.: Christina Holl. Robert Half(17.03.2021). Warum Arbeit relevant f\u00fcr das Gl\u00fcck der Welt ist. Zugriff am:  24.06.2023. Verf\u00fcgbar unter: https:\/\/www.roberthalf.de\/blog\/warum-arbeit-relevant-fuer-das-glueck-der- welt-ist<\/p>\n\n\n\n<p> 3  Vgl.: Anna-Kathrin Hentsch. National geographic(16.03.2023). Gl\u00fccksforschung: Was wir wirklich brauchen,  um gl\u00fccklich zu sein. Zugriff am: 24.06.2023. Verf\u00fcgbar unter:  https:\/\/www.nationalgeographic.de\/wissenschaft\/2023\/03\/gluecksforschung-was-wir-wirklich-brauchen-um- gluecklich-zu-sein-psychologie-skandinavien-deutschland<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Macht Arbeit gl\u00fccklich? 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