{"id":7487,"date":"2023-11-05T21:25:09","date_gmt":"2023-11-05T20:25:09","guid":{"rendered":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=7487"},"modified":"2024-01-04T22:03:31","modified_gmt":"2024-01-04T21:03:31","slug":"der-schoenheitswahn-der-gesellschaft-und-der-einfluss-von-social-media","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=7487","title":{"rendered":"Der Sch\u00f6nheitswahn der Gesellschaft"},"content":{"rendered":"\n<p>Sch\u00f6nheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters, also w\u00e4hrend manche Menschen vielleicht blonde Haare m\u00f6gen, finden andere schwarze ganz toll. Dies ist auch nicht nur auf Menschen bezogen, man kann beispielsweise ein Bild, eine Couch oder seine Katze wundersch\u00f6n finden. Doch unsere Betrachtung von Sch\u00f6nheit wird schon immer von der Gesellschaft, in der wir leben, beeinflusst. Schon im antiken Griechenland galt beispielsweise ein athletischer K\u00f6rper als Ideal, w\u00e4hrend es bei den alten R\u00f6mern eher ein wohlgen\u00e4hrter K\u00f6rper war. So hat sich dies \u00fcber die Jahrhunderte und bei verschiedenen Kulturen immer wieder ge\u00e4ndert. Mit der Erfindung des Internets hat sich aber eine Sache drastisch ver\u00e4ndert. Nun kann man sich in k\u00fcrzester Zeit mit vielen verschiedenen Menschen vergleichen.<\/p>\n\n\n\n<p>In letzter Zeit ist mir vermehrt aufgefallen, dass man im Internet immer wieder neue Sch\u00f6nheitstrends vorfindet, wie zum Beispiel ein Strohhalm f\u00fcr weniger Falten, die verschiedensten Mittel f\u00fcr klare Haut oder aber auch drastische Ma\u00dfnahmen, wie Fettentfernung in den Wangen. W\u00e4hrend diese Dinge f\u00fcr manche Menschen gar dystopisch wirken, gibt es viele, die sich von so etwas stark beeinflussen lassen. Deshalb m\u00f6chte ich dar\u00fcber sprechen wie der Sch\u00f6nheitswahn der Gesellschaft uns als Menschen und im Besonderen Frauen beeinflusst, ob es wirklich so schlimm ist und was man dagegen tun kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00f6nheit wird in &#8222;Lexikon f\u00fcr Psychologie&#8220; als physische Attraktivit\u00e4t bezeichnet. Der Begriff ist eigentlich wandelbar, doch man muss immer dessen Konsequenzen miteinbeziehen. Also, dass mit Sch\u00f6nheit eigentlich immer Privilegien einhergehen. Doch die Sch\u00f6nheit in sich ist nicht das Problem, sondern die Besessenheit der Gesellschaft damit. In dieser digitalen Welt wird Sch\u00f6nheit oft in Trends eingepackt, die zu erreichen sind. Wer zum Beispiel ein bisschen in der Beauty-Szene ist, hat sicherlich schon einmal den Begriff &#8222;clean girl&#8220; geh\u00f6rt. Dieser beschreibt den Wunsch besonders nat\u00fcrlich aussehen zu wollen. Die Autorin des Buchs &#8222;Beauty Sick&#8220; Renee Engeln beschreibt den Begriff &#8222;Beauty Sickness&#8220; so, dass man seine ganze Energie in seine Sch\u00f6nheit steckt, man das Gef\u00fchl hat an Trends teilnehmen zu m\u00fcssen und der Glaube, dass andere Menschen nur auf das Aussehen achten. Doch was ist nun dabei eigentlich das konkrete Problem?<\/p>\n\n\n\n<p>Mit diesen Trends und \u00c4sthetiken geht immer eine Sache einher und das ist Konsum. Auf Social Media werden \u00fcber Dinge diskutiert, von denen man zuvor nicht einmal wusste, dass man dar\u00fcber unsicher sein &#8222;sollte&#8220;. Dann wird einem aber direkt eine L\u00f6sung vorgeschlagen, wie man dieses &#8222;Problem&#8220; dann sozusagen l\u00f6sen kann. So befindet man sich dann auf einem Karussell von Scham und Konsum, von dem man nicht mehr absteigen kann. Trotzdem kann man das Ideal nie erreichen. Hinzu kommt dass sich dies auch noch st\u00e4ndig \u00e4ndert.  Aus diesen Unsicherheiten wurde eine Milliardenindustrie aufgebaut. Marktforschungsberichte zeigen zum Beispiel dass im Jahr 2015 in den USA mit Kosmetik allein 60 Milliarden Dollar Umsatz gemacht wurde. Au\u00dferdem wurde es komplett normalisiert etwas Nat\u00fcrliches an seinem K\u00f6rper zu ver\u00e4ndern, so sind kosmetische Eingriffe laut der &#8222;American Society for Aesthetic Plastic Surgery&#8220; in den USA seit 1997 um 538% angestiegen. Doch ist Social Media allein Schuld daran?<\/p>\n\n\n\n<p>Nein, nicht direkt. Aber es tr\u00e4gt stark dazu bei. Man muss sich also auch die Wurzel des Problems anschauen. Es gibt schon immer den Konsens, dass sch\u00f6ner quasi mit besser gleichzusetzen ist. Wenn man sch\u00f6ner ist, dann bekommt man was man m\u00f6chte, soziale Anerkennung und ein gl\u00fccklicheres Leben. Vor allem Frauen wird schon im jungen Alter beigebracht, dass ihr Aussehen sehr wichtig sei. Ein Studie mit 5-j\u00e4hrigen M\u00e4dchen zeigt, dass 34% von ihnen schon einmal weniger gegessen haben um besser auszusehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck zu Social Media, dort wird oft die idealisierte Version des Lebens geteilt und man muss sich immer wieder bewusst machen, dass diese Bilder und Videos einfach nicht realistisch sind und obwohl dieses Wissen heutzutage eigentlich weit verbreitet ist und eigentlich jedem bewusst ist, dass viel dort nicht real ist, zeigen Studien, dass sich die Menschen trotz deren Wissen, dass bestimmte Bilder bearbeitet wurden, dennoch beeinflusst f\u00fchlten. Das zeigt den Einfluss, den Social Media \u00fcber viele Menschen hat. <\/p>\n\n\n\n<p>Meiner Meinung nach sollte Sch\u00f6nheit nicht das Ziel aller Ziele sein. W\u00e4hrend ich sch\u00f6ne Dinge durchaus genie\u00dfe, sehe ich ein gro\u00dfes Problem in unerreichbaren Standards und Besessenheit diese zu erf\u00fcllen. Denn wir sind immer noch Menschen und keine Verzierungen oder Dekorationen. Aber in dieser digitalen Welt ist es eben einfach sich in den zahlreichen Trends zu verlieren und sich von Social Media beeinflussen zu lassen. Auch ich habe schon Dinge gekauft, weil ich sie im Internet gesehen hab.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein wichtiger Schritt ist aber, sich von der Besessenheit wegzubewegen, also beispielsweise Content, wegen dem man sich schlecht f\u00fchlt, ausblenden oder sich vor dem rausgehen nicht noch 20-mal im Spiegel nach Makeln absuchen und vor allem gr\u00fcndlich und lange genug \u00fcberlegen, bevor man irgendeinem Trend folgt. Am Ende ist Sch\u00f6nheit etwas subjektives in dem Sinn, dass man in der Lage ist in anderen Sch\u00f6nheit zu finden, egal wie konventionell sch\u00f6n sie sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Quellen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>https:\/\/youtu.be\/55MshtmGsP0?si=r9ayN7rNuWk8DcJx (05.11.23)<\/li>\n\n\n\n<li>Engeln, Renee. \u201cBeauty Sick: How the Cultural Obsession with Appearance Hurts Girls and Women.\u201d (05.11.23)<\/li>\n\n\n\n<li>https:\/\/www.galileo.tv\/life\/schoenheitsideale-im-wandel-der-zeit-frueher-schoen-heute-ueberholt\/ (05.11.23)<\/li>\n\n\n\n<li>https:\/\/www.spektrum.de\/lexikon\/psychologie\/schoenheit\/13604 (05.11.23)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sch\u00f6nheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters, also w\u00e4hrend manche Menschen vielleicht blonde Haare m\u00f6gen, finden andere schwarze ganz toll. 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