{"id":768,"date":"2012-09-30T11:49:02","date_gmt":"2012-09-30T09:49:02","guid":{"rendered":"http:\/\/ethik13.wordpress.com\/?p=768"},"modified":"2012-09-30T11:49:02","modified_gmt":"2012-09-30T09:49:02","slug":"protokoll-gerechtigkeitstheorien-vom-26-9-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=768","title":{"rendered":"Protokoll (Gerechtigkeitstheorien) vom 26.9.2012"},"content":{"rendered":"<p>Kurs: Gymnasium Gerabronn, Ethikgrundkurs<\/p>\n<p>Sitzung: 26.09.2012, 7.45 Uhr \u2013 9.20 Uhr<\/p>\n<p>Anwesende: 9 Sch\u00fcler\/innen, 1 Lehrerin, 1 Referendar<\/p>\n<p>Thema: Recht und Gerechtigkeit<\/p>\n<p>Protokollant: S.V. (28.09.2012)<\/p>\n<h2><span style=\"text-decoration:underline;\">Ablauf der Doppelstunde:<\/span><\/h2>\n<p>Die Doppelstunde begannen wir mit dem Ultimatum-Spiel. Nach unserer Deutung der verschiedenen Ergebnisse dieses Spiels, h\u00f6rten wir uns eine Radiosendung zum Thema \u201eGerechtigkeit im Wandel der Zeit\u201c an und hielten die Gerechtigkeitsvorstellungen einiger Philosophen auf einem Arbeitsblatt die Gerechtigkeitstheorien anhand einer Tabelle fest. Zum Schluss suchten wir zu dem Film Balance andere Handlungsm\u00f6glichkeiten, die gerecht sind und spielten sie uns gegenseitig vor.<\/p>\n<h2><span style=\"text-decoration:underline;\">Zum Ultimatum-Spiel:<\/span><\/h2>\n<p>Spielregeln: Ziel ist es, 1000\u20ac gerecht untereinander aufzuteilen. Person A darf entscheiden, wie viel Person B bekommt. Person B darf dem Vorschlag zustimmen oder ablehnen. Wenn B ablehnt, bekommen beide nichts. Wenn B zustimmt, bekommen beide den vereinbarten Betrag. Person C beobachtet und protokolliert. In jeder Spielrunde werden die Rollen gewechselt.<\/p>\n<table width=\"643\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"214\">ERGEBNIS\u00a0\u00a0 nach 10 Spielrunden<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"214\">Person A (Summe)<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"214\">Person B (Summe)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"214\">Gruppe 1<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"214\">4.160 \u20ac<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"214\">2.840 \u20ac<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"214\">Gruppe 2<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"214\">2.405 \u20ac<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"214\">2.595 \u20ac<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"214\">Gruppe 3<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"214\">2.950 \u20ac<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"214\">4.050 \u20ac<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>\u2192 Die Unterschiede entstanden durch<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Unzufriedenheiten<\/strong><\/li>\n<li><strong>eigene Vorteile<\/strong><\/li>\n<li><strong>Ausprobieren verschiedener Varianten<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<h2><span style=\"text-decoration:underline;\">Radiosendung \u201eGerechtigkeit im Wandel der Zeit\u201c (15 Minuten):<\/span><\/h2>\n<h6>( \u2192\u00a0<a href=\"http:\/\/www.br.de\/radio\/bayern2\/sendungen\/radiowissen\/gerechtigkeit-wandel-philosophie100.html\">http:\/\/www.br.de\/radio\/bayern2\/sendungen\/radiowissen\/gerechtigkeit-wandel-philosophie100.html<\/a>\u00a0)<\/h6>\n<p>\u2192 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<em>Spieltheorie:<\/em>\u00a0Forschung des Entscheidungsverhaltens von Menschen besagt, dass die meisten Menschen Angebote bei mehr als 30% Verlust ablehnen, beim Ultiamtum-Spiel also\u00a0<strong>auf bis zu 300\u20ac verzichten<\/strong>\u00a0 w\u00fcrden.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend dieser Sendung f\u00fcllten wir u.a. das Arbeitsblatt zu Rousseau aus:<\/p>\n<h6>\u2192\u00a0\u00a0<a href=\"http:\/\/www.br.de\/radio\/bayern2\/sendungen\/radiowissen\/ethik-und-philosophie\/gerechtigkeit-wandel-philosophie-\">http:\/\/www.br.de\/radio\/bayern2\/sendungen\/radiowissen\/ethik-und-philosophie\/gerechtigkeit-wandel-philosophie-<\/a><a href=\"http:\/\/www.br.de\/radio\/bayern2\/sendungen\/radiowissen\/ethik-und-philosophie\/gerechtigkeit-wandel-philosophie-einsatz-im-unterricht100.html\">einsatz-im-unterricht100.html<\/a><\/h6>\n<h2>Gerechtigkeitstheorien:<\/h2>\n<table width=\"643\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<thead>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"321\">Freiheit = Liberalismus (hier: Antike)<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"321\">Gleichheit = Egalismus (hier: Neuzeit)<\/td>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"321\">Aristoteles:<span style=\"color:#000080;\">\u201eEine Gerechtigkeit so wunderbar sch\u00f6n (\u2026).\u201c<\/span><\/p>\n<ul>\n<li>Verteilung der Privilegien im Staat<\/li>\n<\/ul>\n<p>(Zoon politikon)<\/p>\n<ul>\n<li>Gerechtigkeit als gesellschaftliche Funktion, <span style=\"color:#3366ff;\">h\u00f6chste und vorz\u00fcglichste Tugend<\/span><\/li>\n<li>zentrales Element der Gerechtigkeit ist die Gleichheit\n<ul>\n<li>vor Gericht sind alle gleich<\/li>\n<li>im Staat nach Leistung<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"321\"><span style=\"color:#000000;\">Rousseau:<\/span><span style=\"color:#000080;\">\u201eDurch die g\u00e4nzliche Selbsthingabe jedes Gesellschaftsgliedes mit allen seinen Rechten an die Gesamtheit ist das Verh\u00e4ltnis f\u00fcr alle gleich.\u201c<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"color:#000000;\">Gesetze, Gewaltmonopol des Staates<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"color:#000000;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 (volont\u00e9 generale)<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"color:#000000;\"><span style=\"color:#3366ff;\">Idee des Gemeinwillens<\/span> bildet demokrat. Grundlage des Staates<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color:#000000;\">alle B\u00fcrger unterstellen ihren Willen dem Gemeinwillen<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"color:#000000;\">\u2192 keine Einzelgewalt mehr<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color:#000000;\">\u2192 Bindung aller an Gesetze<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color:#000000;\">\u2192 jeder unterwirft sich der Gemeinschaft<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color:#000000;\">\u2192 <span style=\"color:#3366ff;\">alle sind gleich = wahre Freiheit<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"321\">Platon:<span style=\"color:#000080;\">\u201eJedem das Seine.\u201c<\/span><\/p>\n<ul>\n<li>Ursprung der Gerechtigkeit liegt in der Seele des Menschen<\/li>\n<li>insgesamt gibt es <span style=\"color:#3366ff;\">3 Seelenteile<\/span> (s. Link)<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"321\">Hobbes:<span style=\"color:#000080;\">\u201eDer Mensch ist des Menschen Wolf.\u201c<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"color:#3366ff;\">Leviathan<\/span><\/li>\n<li>Krieg aller gegen alle<\/li>\n<li>institutionelle Gerechtigkeit<\/li>\n<li>Ziel: <span style=\"color:#3366ff;\">Schutz<\/span> der Menschen voreinander und Umsetzung der <span style=\"color:#3366ff;\">Aufkl\u00e4rungsgedanken<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>\u2192 Zusammenfassung der antiken Philosophie als 3 Grunds\u00e4tze:<\/p>\n<ol>\n<li><span style=\"color:#339966;\">Lebe ehrenhaft<\/span>. (honeste vive)<\/li>\n<li><span style=\"color:#339966;\">Tue niemandem Unrecht<\/span>. (neminem laede)<\/li>\n<li><span style=\"color:#339966;\">Gib jedem das Seine<\/span>. (suum cuique tribul)<\/li>\n<\/ol>\n<table width=\"643\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"643\">Kant:<span style=\"color:#000080;\">\u201eRecht ist der Inbegriff der Bedingungen, unter denen man die Willk\u00fcr der einen mit der Willk\u00fcr des anderen nach einem allgemeinem Gesetz der Freiheit zusammen vereinigt werden kann.\u201c<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"color:#3366ff;\">kategorischer Rechtsimperativ: <\/span>\u201eHandle \u00e4u\u00dferlich so, dass der freie Gebrauch deiner Willk\u00fcr mit der Freiheit von jedermann nach einem allgemeinen Gesetze zusammen bestehen k\u00f6nne.\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2><span style=\"text-decoration:underline;\">Unsere Handlungsm\u00f6glichkeiten zum Film BALANCE:<\/span><\/h2>\n<h6>( \u2192\u00a0<a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=3vpmuMHor6Q\">http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=3vpmuMHor6Q<\/a>\u00a0)<\/h6>\n<p><span style=\"text-decoration:underline;\">Gruppe 1:<\/span>\u00a0 nach Rousseau \u2192 Mensch ist gut und friedlich<\/p>\n<p>Die Kiste wird geangelt und daraufhin balancieren alle das Gleichgewicht aus. Derjenige, der die Kiste geangelt hat, schiebt diese in die Mitte und wieder halten alle anderen das Gleichgewicht. Dann gehen alle gemeinsam und Schritt f\u00fcr Schritt zu der Kiste, sodass sie alle begutachten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration:underline;\">Gruppe 2:<\/span>\u00a0 nach Hobbes \u2192 Mensch ist b\u00f6se und egoistisch<\/p>\n<p>Nach dem Angeln der Kiste m\u00f6chte jeder diese f\u00fcr sich haben und sie streiten alle miteinander. Ein &#8222;Bestimmer&#8220; wirft dann die Kiste weg, sodass alle leer ausgehen.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration:underline;\">M\u00f6glichkeit 3:<\/span>\u00a0 nach Rousseau<\/p>\n<p>Gerechtigkeit bedeutet Gleichheit und deshalb bekommt jeder der 5 Figuren eine Kiste f\u00fcr sich durch den Staat.<\/p>\n<p>\u2192 In diesem Fall ist es jedoch sehr schwierig aus einer Musikbox f\u00fcnf zu machen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kurs: Gymnasium Gerabronn, Ethikgrundkurs Sitzung: 26.09.2012, 7.45 Uhr \u2013 9.20 Uhr Anwesende: 9 Sch\u00fcler\/innen, 1 Lehrerin, 1 Referendar Thema: Recht und Gerechtigkeit Protokollant: S.V. (28.09.2012) Ablauf der Doppelstunde: Die Doppelstunde begannen wir mit dem Ultimatum-Spiel. 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