{"id":7833,"date":"2024-06-02T13:47:03","date_gmt":"2024-06-02T11:47:03","guid":{"rendered":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=7833"},"modified":"2024-06-02T13:47:03","modified_gmt":"2024-06-02T11:47:03","slug":"pornoindustrie-die-moderne-sklaverei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=7833","title":{"rendered":"Pornoindustrie &#8211; die moderne Sklaverei?"},"content":{"rendered":"\n<p>Bordell Europas. Vielleicht sagt dem ein oder anderen Leser dieser Begriff etwas. Es ist ein Synonym f\u00fcr Deutschland. Sie haben richtig gelesen, Deutschland. Ein Land, in dem Gleichberechtigung und Menschenw\u00fcrde noch nie eine so wichtige Rolle wie in der heutigen Zeit gespielt haben. Und doch findet in Deutschland der wohl gr\u00f6\u00dfte Menschenhandel der Welt statt &#8211; die Pornoindustrie. Damit sind nicht nur Videos im Internet, sondern auch die Aktivit\u00e4ten im Rotlichtmilieu gemeint.<\/p>\n\n\n\n<p>Dort verkaufen Frauen Tag f\u00fcr Tag ihren K\u00f6rper und schrumpfen so t\u00e4glich in ihrem Selbstvertrauen, ihrer Hoffnung, ihrem Mut und ihrer Menschenw\u00fcrde. Abh\u00e4ngig von Zuh\u00e4ltern, welche diese, durch Drogen, Erpressung und andere Mittel &#8222;gef\u00fcgig machen&#8220; wollen, werden Frauen, meist aus nicht deutschsprachigen L\u00e4ndern, dazu gebracht, unfreiwillig ihren K\u00f6rper zu verkaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man nun die Definition von Sklaverei betrachtet, kann man Analogien zu der heute existierenden Pornoindustrie finden. Die Sklaverei wird so definiert, dass ein Mensch vollkommen von seinem &#8222;Besitzer&#8220; abh\u00e4ngig gemacht wird. Folglich haben diese Menschen keine Rechte mehr, weshalb sie als Eigentum ihres Besitzers z\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf das Thema bezogen kann man die Zuh\u00e4lter als die Besitzer der Prostituierten betrachten. Diese haben durch den eingezogenen Pass der Frauen auch ihre Rechte &#8222;eingezogen&#8220;, zumindest wird das den Frauen so eingeredet. Man sagt ihnen, dass man sie an die Polizei verr\u00e4t, wenn sie nicht auf den Strich gehen und das machen, was die Zuh\u00e4lter wollen. Sie k\u00f6nnen dann kein Geld mehr f\u00fcr ihre Familien im Ausland erwerben. Vom verdienten Geld d\u00fcrfen die Frauen nur einen kleinen Bruchteil f\u00fcr sich behalten und davon sind sie mittlerweile auch abh\u00e4ngig. So wird den Frauen in diesem Gewerbe der Austritt besonders schwer, wenn nicht sogar unm\u00f6glich gemacht, sodass viele jahrelang k\u00f6rperlich missbraucht werden und teilweise auch von Zuh\u00e4lter zu Zuh\u00e4lter weitergegeben werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frauen, welche, wie jeder andere auch, Rechte verdient haben, werden verdinglicht &#8211; nicht nur von ihren Zuh\u00e4ltern, sondern von jeder Person, welche Gebrauch von ihren sexuellen T\u00e4tigkeiten nimmt. Das Bild einer Frau wird in Pornovideos auf ein Minimum ihrer W\u00fcrde reduziert, wobei der Gedanke, dass die Frau lediglich zur sexuellen Befriedigung des Mannes da ist, an Popularit\u00e4t gewinnt. Das verzerrte Weltbild f\u00fchrt zu Beziehungen, welche lediglich auf Sex, anstatt auf gegenseitige Liebe ausgelegt sind. Das Bild, dass Frauen durch die Pornoindustrie verdinglicht werden, wird auch von der Philosophin und Feministin Andrea Dworkin angesprochen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn Verbote gegen die Pornoindustrie schwer durchzusetzen sind, wie auch Andrea Dworkin erfahren durfte, gehen einige skandinavische L\u00e4nder mit gutem Beispiel voran. Dort ist mittlerweile Sex gegen Geld verboten. Dadurch kann dort der Menschenhandel einged\u00e4mmt und reduziert werden. Es ist wichtig, die Rechte von Frauen zu ber\u00fccksichtigen und gerade denen, die in moderner Sklaverei \u201egehalten\u201c werden, zu ihren Rechten zu verhelfen. Hope ist eine Organisation, welche solchen Frauen bewusst hilft und sie aus ihrer \u201eGefangenschaft befreit\u201c. Sie bietet Frauen, welche unterdr\u00fcckt und verdinglicht werden, einen neuen Anfang an. In einer &#8222;eigenen&#8220; Welt, in der sie ihre Rechte und ihr Selbstwertgef\u00fchl zur\u00fcckbekommen. Eine Welt, in der sie respektvoll behandelt werden, ohne dass sie vergewaltigt, misshandelt und zur Prostitution gezwungen werden. Man sollte sich zunehmend Gedanken dar\u00fcber machen, ob das, was man im Internet sieht, wirklich ethisch vertretbar und von allen Beteiligten gleicherma\u00dfen gewollt sein kann. Meiner Meinung nach ist eine logische Schlussfolgerung: Nein, die Pornoindustrie ist und kann nicht ethisch vertretbar sein. Es werden Personen in ihrer W\u00fcrde eingeschr\u00e4nkt, verdinglicht und zu einer T\u00e4tigkeit gezwungen, welche sie aus ihrem eigenen Willen nicht tun w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Quellen: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/pornografieverbot-im-internet-beide-haende-auf-die-tastatur-1.1735686\">https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/pornografieverbot-im-internet-beide-haende-auf-die-tastatur-1.1735686<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.hope-hoffnung.de\">https:\/\/www.hope-hoffnung.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bordell Europas. Vielleicht sagt dem ein oder anderen Leser dieser Begriff etwas. Es ist ein Synonym f\u00fcr Deutschland. Sie haben richtig gelesen, Deutschland. Ein Land, in dem Gleichberechtigung und Menschenw\u00fcrde noch nie eine so wichtige Rolle wie in der heutigen Zeit gespielt haben. 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