{"id":8027,"date":"2024-11-01T12:01:59","date_gmt":"2024-11-01T11:01:59","guid":{"rendered":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=8027"},"modified":"2024-12-30T10:36:34","modified_gmt":"2024-12-30T09:36:34","slug":"sind-psychische-erkrankungen-eine-art-modetrend-oder-doch-eine-ernstzunehmende-folge-des-sozialen-wandels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=8027","title":{"rendered":"Sind psychische Erkrankungen eine Art \u201eModetrend\u201c oder doch eine ernstzunehmende Folge des sozialen Wandels?"},"content":{"rendered":"\n<p>Im ganzen Netz und vor allem auf Social Media kursieren Hassbotschaften, Sexismus und Rassismus. Jede Leistung wird klein geredet und die Erwartungen steigen. Gleichzeitig l\u00f6sen sich A-Jugend Mannschaften im Fu\u00dfball auf, die eigentlich aus vier verschiedene Orten bestehen w\u00fcrden. Fr\u00fcher hat jeder Ort eine A-Jugend Mannschaft stellen k\u00f6nnen. Und dann gibt es noch diese f\u00fcrchterlichen Statistiken, nach denen seit 2006 die Anzahl der Krankschreibungen aufgrund psychischer Erkrankungen kontinuierlich stark ansteigt. Hier stellt sich die Frage, ob dass alles Zufall ist oder doch eine Bedrohung f\u00fcr die Gesellschaft, die ernst genommen werden sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie auf Statistiken zu sehen ist (in Quelle 2), steigen die Arbeitsunf\u00e4higkeitstage aufgrund psychischer Erkrankungen stark an. Hier sind \u00fcberwiegend Frauen betroffen, was eine Widerspieglung des extremen Sexismus sein k\u00f6nnte. Aber auch der hohe Druck, den sich die Frauen teils selber setzen, teils aber auch von der Gesellschaft erwartet wird. N\u00e4mlich dass die &#8222;moderne&#8220; Frau Kinder hat und nebenher eine Karriere in einem Beruf machen kann. Der starke Anstieg in den letzten Jahren ab 2020 kann durchaus auf den Ausnahmezustand w\u00e4hrend der Corona Krise zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. W\u00e4hrend dieser Zeit waren viele allein stehende noch einsamer und so kamen leicht psychische Erkrankungen zustande. Allgemein war die Situation angespannt und der Stress aufgrund der h\u00e4ufigen Regel\u00e4nderungen und die gro\u00dfe Einschr\u00e4nkung der Freiheit setzen viele sehr zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Geht man auf die A-Jugendmannschaften ein, so ist zu erkennen, dass sich diese, trotz Zusammenschluss mehrerer Ortschaften, aufl\u00f6sen. Dies kann nat\u00fcrlich einerseits an dem derzeitigen hohen Angebot an anderen Freizeitaktivit\u00e4ten zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. Allerdings kann aus pers\u00f6nlichen Erfahrungen angef\u00fchrt werden, dass es eigentlich gen\u00fcgend Spieler gibt. Diese sagen aber h\u00e4ufiger spontan ab, da sie auf einmal keine Lust mehr haben oder sie lieber irgendein Videospiel spielen m\u00f6chten. Daraus folgt, dass Spiele manchmal spontan zwei Stunden vor dem Spiel abgesagt werden m\u00fcssen und die engagierten Spieler deprimiert sind. Zudem f\u00fchlen sich gerade die Spieler, die h\u00e4ufig absagen oder sich gar nicht melden, keiner Schuld bewusst und sehen nicht die Verantwortung, die sie gegen\u00fcber ihren Trainern, ihren Mitspielern bzw. Freunden haben.<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6nnte sich dieses Verhalten auch bei den Berufst\u00e4tigen auffinden? Denn sie k\u00f6nnten sich vom Arzt eine Krankschreibung holen, z. B.  auch f\u00fcr psychische Erkrankungen. Dies w\u00e4re eine Erkl\u00e4rung der steigenden Zahlen. Dagegen spricht jedoch, dass viele Erwachsene arbeiten m\u00f6chten. Sie brauchen einen geregelten Tagesablauf und m\u00f6chten gebraucht werden. Sie k\u00f6nnten es meist auch nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren, einfach wegen nichts sich krankschreiben zu lassen. Zudem sollte erw\u00e4hnt werden, dass psychische Erkrankungen sehr ernst genommen werden sollten und eine richtige Krankheit sind. Selbst wenn das manche anders sehen und sich aus Faulheit krankschreiben lassen, so spiegelt sich auch bei diesen der soziale Wandel aus. Nicht in Form von Druck und Unzufriedenheit, sondern in dem Gef\u00fchl der \u00dcberforderung, wodurch sich manche rausnehmen m\u00f6chten und so ihr Verantwortungsgef\u00fchl gegen\u00fcber anderen sinkt. <\/p>\n\n\n\n<p>Auf den Stra\u00dfen wird in den letzten Jahren immer seltener zur\u00fcckgegr\u00fc\u00dft, im Bus sitzen alle am Handy und es gibt h\u00e4ufig nur noch Gespr\u00e4che \u00fcber das neuste Videospiel, gerade von J\u00fcngeren. Viele haben sogar verlernt einfache Konversationen zu f\u00fchren. Es ist n\u00e4mlich nahezu jeder auf sich selbst fokussiert, die vielen Menschen mit Kopfh\u00f6rern appellieren geradezu, dass man sie ja nicht ansprechen sollte. Gleichzeitig ist der Respekt gegen\u00fcber \u00c4lteren stark zur\u00fcckgegangen und setzt gerade diesen arbeitsf\u00e4higen Menschen zu. Hier sind Beispiele aus der Schule zu nennen, bei denen die Lehrer runtergemacht werden und auf eine Art von Respektlosigkeit behandelt werden, die man sich gar nicht erdenken m\u00f6chte. Der Druck erh\u00f6ht sich auch, jeder m\u00f6chte das bestm\u00f6gliche aus dem Leben machen und auf der Karriereleiter ganz nach oben steigen. Wenn man einen normalen, schlechter bezahlten Beruf aus\u00fcbt, so sieht die Gesellschaft ihn schon ein bisschen als Verlierer, da er &#8222;nichts&#8220; aus seinem Leben gemacht hat. Dies f\u00fchrt zu dauerhaftem Stress und Konkurrenzkampf. Die erw\u00e4hnte Statistik ist eine notwendige Folge daraus.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Philosophin Sally Haslanger meint, dass wir derzeit eine sehr ungerechte und rassistische Gesellschaftsform h\u00e4tten. Sie schl\u00e4gt als L\u00f6sung einen sozialen Wandel vor, der weniger Diskriminierung herbeif\u00fchrt und zur Gesundheit der Psyche beitr\u00e4gt. Mit dem sozialen Wandel w\u00e4re die derzeitige Gesellschaft eventuell etwas \u00fcberfordert, denn man m\u00fcsste sich auf die Gemeinschaft und das Miteinander einlassen. Haslanger meint, man m\u00fcsse die Kultur stark ver\u00e4ndern um ein positives Res\u00fcmee zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen, dass die vielen Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen kein &#8222;Modetrend&#8220; sind, sondern eher eine Widerspiegelung des schnellen sozialen Wandels. Gerade aufgrund des hohen Drucks und der Respektlosigkeit sinkt das Selbstwertgef\u00fchl und psychische Krankheiten k\u00f6nnen die Folge sein. Meiner Meinung nach ist es l\u00e4ngst an der Zeit f\u00fcr eine Ver\u00e4nderung, denn es kann keiner absch\u00e4tzen wie sehr sich der Zustand der Gesellschaft innerhalb der n\u00e4chsten Jahre verschlechtern k\u00f6nnte. Das Gemeinschaftsgef\u00fchl in den Herrenmannschaften vom Fu\u00dfball sind da ein Beispiel f\u00fcr einen gro\u00dfen Hoffnungsschimmer, denn dort stimmt meist einfach der Zusammenhalt, was in vielen anderen Bereichen zu w\u00fcnschen \u00fcbrig ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Was meint ihr zu dem Thema?<\/p>\n\n\n\n<p>Quellen:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.philomag.de\/artikel\/sally-haslanger-um-einen-sozialen-wandel-zu-bewirken-muessen-wir-die-kultur-veraendern\">Sally Haslanger: \u201eUm einen sozialen Wandel zu bewirken, m\u00fcssen wir die Kultur ver\u00e4ndern\u201c | Philosophie Magazin<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/de.statista.com\/themen\/1318\/psychische-erkrankungen\/#topicOverview\">https:\/\/de.statista.com\/themen\/1318\/psychische-erkrankungen\/#topicOverview<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/verbraucher\/krankschreibung-wegen-psychischer-erkrankungen-diese-rechte-haben-arbeitnehmende-93352968.html\">https:\/\/www.fr.de\/verbraucher\/krankschreibung-wegen-psychischer-erkrankungen-diese-rechte-haben-arbeitnehmende-93352968.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im ganzen Netz und vor allem auf Social Media kursieren Hassbotschaften, Sexismus und Rassismus. Jede Leistung wird klein geredet und die Erwartungen steigen. Gleichzeitig l\u00f6sen sich A-Jugend Mannschaften im Fu\u00dfball auf, die eigentlich aus vier verschiedene Orten bestehen w\u00fcrden. Fr\u00fcher hat jeder Ort eine A-Jugend Mannschaft stellen k\u00f6nnen. Und dann gibt es noch diese f\u00fcrchterlichen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":76,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"0","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-8027","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized","missing-thumbnail"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ethikblogs.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8027","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ethikblogs.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ethikblogs.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ethikblogs.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/76"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ethikblogs.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8027"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/ethikblogs.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8027\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8160,"href":"https:\/\/ethikblogs.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8027\/revisions\/8160"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ethikblogs.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8027"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ethikblogs.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8027"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ethikblogs.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8027"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}