{"id":8516,"date":"2025-12-30T13:39:31","date_gmt":"2025-12-30T12:39:31","guid":{"rendered":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=8516"},"modified":"2025-12-30T13:39:31","modified_gmt":"2025-12-30T12:39:31","slug":"sollte-ehrenamtliches-engagement-mehr-fuer-die-bewerbung-eines-studienganges-ausbildungsplatzes-gewertet-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=8516","title":{"rendered":"Sollte ehrenamtliches Engagement mehr f\u00fcr die Bewerbung eines Studienganges\/Ausbildungsplatzes gewertet werden?"},"content":{"rendered":"\n<p>An der LMU (Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen) ben\u00f6tigt man f\u00fcr ein Medizinstudium einen durchschnittlichen Abischnitt von 1,0-1,2. Mit einem guten TMS, einem freiwilligen Test, der die Chance auf einen medizinischen Studiengang erh\u00f6ht, ist auch ein Abiturschnitt von 1,4 m\u00f6glich. An anderen Universit\u00e4ten wie der Charit\u00e9 Berlin oder der UHH (Universit\u00e4t Hamburg) sind die Schnitte \u00e4hnlich. Ohne einen sehr guten Abischnitt ist ein Medizinstudium in Deutschland nicht m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch eine Kombination aus der Abiturnote, dem TMS und eventuell Berufserfahrungen als Krankenpfleger oder Rettungssanit\u00e4ter, kann man einen Studienplatz erhalten. Nicht ber\u00fccksichtigt werden au\u00dferschulische Leistungen und ehrenamtliches Engagement. Sollten diese in Zukunft in Bewerbungen mehr ber\u00fccksichtigt werden?<\/p>\n\n\n\n<p>In der Schule liegt der Hauptfokus auf der Leistung der einzelnen Sch\u00fcler*innen. Noten entscheiden \u00fcber den Abschluss und die Chancen in der Ausbildung, Studium oder Beruf. Sie gelten als Beweis f\u00fcr Disziplin, Flei\u00df und Intelligenz. Aber zeigen Noten wirklich auch, wer wir sind oder nur das was wir wissen?<\/p>\n\n\n\n<p>Ehrenamtliches Engagement vermittelt Werte, die \u00fcber das schulische Wissen hinausgehen. Unter anderem lernt man Verantwortung zu \u00fcbernehmen, spontan und flexibel zu entscheiden oder den Umgang mit Menschen und auf deren unterschiedliche Bed\u00fcrfnisse einzugehen. Eigenschaften, die man auch als \u00c4rztin oder Arzt, aber auch in anderen Berufen ben\u00f6tigt. Viele dieser Erfahrungen sind anstrengend, aber sie geben einem auch etwas, dass einem keine Schulnote geben k\u00f6nnte. Das Gef\u00fchl einer guten Note ist schnell vergessen, aber das Gef\u00fchl, etwas Sinnvolles zu machen und anderen Menschen eine Freude zu bereiten, das bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ehrenamtliche Engagement hat mehrere positive Seiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum einen erlernt man wie bereits erw\u00e4hnt viele neue Kompetenzen. Dazu geh\u00f6ren Empathie, Durchhalteverm\u00f6gen, Teamarbeit oder Konfliktl\u00f6sung. Solche Kompetenzen sind auch f\u00fcr das sp\u00e4tere Berufsleben von Vorteil und genauso wichtig wie Fachwissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Punkt ist, dass Ehrenamt in unserer Gesellschaft unverzichtbar ist. Ob im Sportverein, sozialen Einrichtungen oder in der Gemeinde, ohne Ehrenamtliche w\u00fcrde es nicht funktionieren. Das freiwillige Helfen, nicht aus Zwang, sondern aus einer \u00dcberzeugung heraus ist das Besondere am Ehrenamt.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings ist die Rolle der Noten auch nicht zu untersch\u00e4tzen. Noten zeigen, dass man Inhalte verstanden hat, sein Wissen in Klausuren reproduzieren und auf Aufgaben erfolgreich anwenden kann. Andererseits sind Noten Lehrkraftabh\u00e4ngig und messen weder Teamf\u00e4higkeit, Kreativit\u00e4t noch Ehrgeiz.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch ungleiche Voraussetzungen, wie zum Beispiel durch fehlende Unterst\u00fctzung zuhause oder fehlende finanzielle M\u00f6glichkeiten ist nicht f\u00fcr alle ein guter Abschluss trotz Flei\u00df und Disziplin m\u00f6glich. Das verhindert auch die Chance auf bestimmte Studienpl\u00e4tze, wie des Medizinstudiums.<\/p>\n\n\n\n<p>Manche Hochschulen oder Arbeitgeber ber\u00fccksichtigen heute auch schon das ehrenamtliche Engagement, zum Beispiel die Universit\u00e4t Heidelberg. Allerdings ist es nur ein zus\u00e4tzliches Kriterium, eine schlechte Note kann dadurch nicht ersetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein gro\u00dfes Problem ist auch der Stellenwert in unserer Gesellschaft. Noten und der Schulabschluss haben einen hohen Stellenwert. Im Vergleich dazu das ehrenamtliche Engagement einen deutlich geringeren. M\u00f6glicherweise auch, weil man diesen schlechter messen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Noten zeigen, dass jemand sein Wissen anwenden kann. Ehrenamtliches Engagement zeigt, dass jemand sein Wissen und seine F\u00e4higkeiten auch f\u00fcr andere bereitstellt. Beide Bereiche sind f\u00fcr die pers\u00f6nliche Entwicklung und die gesellschaftliche Teilhabe entscheidend.<\/p>\n\n\n\n<p>Meiner Meinung nach sollte ehrenamtliches Engagement als Bewerbungskriterium mit aufgenommen werden. Noten und Engagement sind notwendig und erg\u00e4nzen sich. Sie sollten optimalerweise in Balance zueinanderstehen. Wer sowohl gute Noten erzielt als sich auch engagiert, hat fachliche und soziale Kompetenzen, die langfristig, im Studium und Beruf relevant und hilfreich sein k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Quellen:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/dein-medizinstudium.de\/medizinstudium-voraussetzungen\/?\">https:\/\/dein-medizinstudium.de\/medizinstudium-voraussetzungen\/?<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.uni-heidelberg.de\/de\/freunde-foerderer\/deutschlandstipendium\/faq-bewerbungsverfahren?\">https:\/\/www.uni-heidelberg.de\/de\/freunde-foerderer\/deutschlandstipendium\/faq-bewerbungsverfahren?<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An der LMU (Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen) ben\u00f6tigt man f\u00fcr ein Medizinstudium einen durchschnittlichen Abischnitt von 1,0-1,2. Mit einem guten TMS, einem freiwilligen Test, der die Chance auf einen medizinischen Studiengang erh\u00f6ht, ist auch ein Abiturschnitt von 1,4 m\u00f6glich. 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