{"id":8795,"date":"2026-07-03T18:16:10","date_gmt":"2026-07-03T16:16:10","guid":{"rendered":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=8795"},"modified":"2026-07-03T18:16:10","modified_gmt":"2026-07-03T16:16:10","slug":"muss-die-massentoetung-von-millionen-strassentieren-fuer-ein-sportliches-weltereignis-wirklich-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ethikblogs.de\/?p=8795","title":{"rendered":"Muss die Massent\u00f6tung von Millionen Stra\u00dfentieren f\u00fcr ein sportliches Weltereignis wirklich sein?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich denke sp\u00e4testens seit der Vorgeschichte der WM 2022 in Katar wei\u00df jeder, dass die FIFA (F\u00e9d\u00e9ration Internationale de Football Association\/Weltfu\u00dfballverband) bei der Auslosung f\u00fcr die n\u00e4chsten WM-Schaupl\u00e4tze nicht auf menschenrechtsfreundliche L\u00e4nder begrenzt. Generell wird der FIFA seit Jahren vorgeworfen, keine unabh\u00e4ngige Fu\u00dfballorganisation mehr zu sein, viel eher scheinen Entscheidungen nur noch aus einem rein profitorientierten Blick zu stammen. Jedoch trifft das nicht nur auf die FIFA zu, denn auch bei der UEFA (Union des associations europ\u00e9ennes de football\/Europ\u00e4ischer Fu\u00dfballverband) ist schon lange ein \u00e4hnliches Muster zu erkennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber was hat das mit der Massent\u00f6tung von Stra\u00dfentiere zu tun?<br>Eine WM oder EM ist nat\u00fcrlich ein gro\u00dfes Event f\u00fcr ein Land, wie wir es zuletzt 2024 bei der EM in Deutschland selbst erleben durften. Viele G\u00e4ste kommen ins Land und der Gastgeber m\u00f6chte sich von der besten Seite zeigen, wobei Stra\u00dfentiere da nicht ins gew\u00fcnschte Bild passen.<br>Demzufolge fand in der Ukraine 2010-2012 eine \u201eS\u00e4uberung\u201c statt. Mit \u201eS\u00e4uberung\u201c ist eine Vernichtungspolitik gegen\u00fcber Stra\u00dfentiere gemeint, der laut dem Deutschen Bundestag \u00fcber 250.000 Tiere zum Opfer gefallen sind. Offiziell passiert dies nat\u00fcrlich immer aus Gr\u00fcnden, wie dem Schutz der G\u00e4ste, der Eind\u00e4mmung von Krankheiten etc. Nichtsdestotrotz hat es logischerweise nicht lange gedauert, dass sich extreme Gegendemonstrationen gebildet haben, die zur Folge hatten, dass die UEFA aktiv wurde und diese T\u00f6tungspolitik verbot. Dieses Verbot zeigte jedoch kaum Wirkung, da die Ausrottung dann inoffiziell weiterlief.<br>Wichtig klarzustellen ist jedoch, dass es sich bei diesen T\u00f6tungen nicht um einigerma\u00dfen &#8222;humane&#8220; Einschl\u00e4ferungen handelt. Tats\u00e4chlich ist hier die Rede von einem regelrechten Abschlachten und Massaker der Tiere, durch Gifte, die die Tiere qualvoll verenden lassen, durch Schusswaffen, lebendiges Begraben und Verbrennen der Tiere. <br>\u00dcblich ist, dass Kopfgeldj\u00e4ger f\u00fcr jedes get\u00f6tete Tier eine Pr\u00e4mie erhalten. Im Falle der Ukraine lag dies bei 25 US-Dollar. Bei der WM 2018 in Russland gab es \u00e4hnliche Vorgehen, \u00fcber nat\u00fcrlich nicht gesprochen oder in den Medien berichtet wurden, da ja alles inoffiziell ablief\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend sich aktuell jeder Fu\u00dfballfan mit der WM 2026 in den USA besch\u00e4ftigt und sich freut, werden die Vorbereitungen der Fu\u00dfball WM 2030 in Marokko bereits jetzt schon von schweren Vorw\u00fcrfen und erschreckenden Schlagzeilen \u00fcberschattet. Berichte \u00fcber Massent\u00f6tung von Stra\u00dfentieren werfen einen d\u00fcsteren Schatten auf dieses Gro\u00dfereignis voraus. Die oben erkl\u00e4rte &#8222;S\u00e4uberungs-Praxis&#8220; scheint nun neue Extreme zu erreichen. In Marokko hat bereits jetzt die Vernichtung von \u00fcber 3.000.000 Stra\u00dfentieren begonnen. <br>JA 3 MILLIONEN!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und auch hier k\u00f6nnten die Mittel fast nicht extremer und bestialischer sein. (Da dies eine Schularbeit ist, verzichte ich auf links zu entsprechenden Videos. Falls ich euer Interesse geweckt habe, setzt euch wirklich gerne mit dem Thema auseinander, jedoch ist hier eine eindr\u00fcckliche <strong>Warnung &#8211; viele Videos sind wirklich verst\u00f6rend<\/strong>!. Bei meiner Recherche musste ich mir immer wieder eine Pause nehmen, um das Gesehene zu verarbeiten.) <br>Klar w\u00e4re die einfachste L\u00f6sung das Ereignis zu boykottieren, aber wir haben in der Vergangenheit schon so viele verschiedene schlimme Fakten \u00fcber WMs geh\u00f6rt und es ist nie dazu gekommen, dass man sich weltweit dazu entschlie\u00dfen konnte einen Boykott durchzuziehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich verstehe es, dass die L\u00e4nder, in denen eine WM abgehalten werden soll, ein absolut sch\u00f6nes und gelungenes Gro\u00dfereignis austragen und bei allen Beteiligten und G\u00e4sten einen bleibenden Eindruck hinterlassen wollen, aber die Mittel hierf\u00fcr sind absolut inakzeptabel! <br>Zudem hat Marokko im Jahr 2019 ein nationales Abkommen zum Tierschutz unterschrieben (Vorgabe der FIFA, dass man \u00fcberhaupt Gastgeber werden darf), was bedeutet, dass eine Vollendung des Massakers ein Versto\u00df gegen eigene, geltende Richtlinienbedeutet. Trotzdem steht die Publicity dieses Events und der Sicherheitsfaktor h\u00e4ufig gleichzeitig f\u00fcr den gesamten Tourismus des Landes, welcher bei L\u00e4ndern wie Marokko ein riesiger Wirtschaftsteil ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt stellt sich also die Frage: Kann man das Problem der \u00fcberm\u00e4\u00dfig vielen Stra\u00dfentiere anders zu l\u00f6sen, oder muss man sich mit der brutalen L\u00f6sung der Massent\u00f6tungen zufriedengeben?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die klare Antwort ist; ja man kann es anders l\u00f6sen! Am Besten w\u00e4re eine Kombination von mehreren Optionen. Am zielf\u00fchrendsten ist die bereits bew\u00e4hrte und zwischenzeitig angesetzte TNVR-Methode, bei der man Tiere einf\u00e4ngt, kastriert und dann wieder freil\u00e4sst. Zus\u00e4tzlich werden Impfungen wie zum Beispiel Tollwut gefordert.<br>Da die WM in Marokko bereits schon in 4 Jahren ist, w\u00fcrde dieser Weg allein nicht ausreichen. Zus\u00e4tzlich br\u00e4uchte es eine Reform des M\u00fclls in den Gro\u00dfst\u00e4dten, da die Population von streunenden Stra\u00dfentieren erst so aus der Hand geraten konnte, weil die Tiere im M\u00fcll so viel Nahrung finden. Falls dies nicht mehr der Fall w\u00e4re, m\u00fcssten die Tiere sich neue Futterpl\u00e4tze suchen, die man besser regulieren k\u00f6nnte. Ein Beispiel hierf\u00fcr w\u00e4re, Futterstellen entfernter von den Stadien und Fanzentren zu lokalisieren, um die &#8222;saubere&#8220; Stadt zu vermitteln, und trotzdem auf so extreme Mittel wie die Massent\u00f6tung zu verzichten.<br>Klar ist mir auch bewusst, dass eine solche L\u00f6sung um einiges kostspieliger ist, als ein T\u00f6tungslager zu bauen und Kopfgelder zu bezahlen, aber da f\u00fcr eine WM schon so oder so extreme Kosten auf ein Land zukommen (Stadien und Hotels) bin ich der Meinung, dass man auch einen verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kleinen Bruchteil des investierten Geldes zum erhalten des Tierwohls aufbringen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Besten w\u00e4re nat\u00fcrlich, dass alle Tiere in Auffangstationen kommen und dort dann vermittelt werden, jedoch ist das aufgrund der geringen Zeit nicht m\u00f6glich und unrealistisch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um also auf meine \u00dcberschrift zur\u00fcckzukommen, nein die brutale T\u00f6tung von Millionen Stra\u00dfentieren f\u00fcr ein Sportereignis, das zwar weltweite Aufmerksamkeit erregt, ist in keiner Weise vertret- und hinnehmbar. <br>Die FIFA zeigt mit ihrem z\u00f6gerlichen bzw. mangelnden Handeln wieder einmal, dass menschliche Werte in dem Multi-Milliarden Unternehmen eindeutig zu kurz kommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quellen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.emro.who.int\/emhj-volume-31-2025\/volume-31-issue-8\/policy-recommendations-for-managing-stray-dogs-in-morocco.html\">https:\/\/www.emro.who.int\/emhj-volume-31-2025\/volume-31-issue-8\/policy-recommendations-for-managing-stray-dogs-in-morocco.html<\/a> ge\u00f6ffnet am 07.06.2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/dip.bundestag.de\/vorgang\/vorgehen-gegen-die-massent%C3%B6tung-von-%C3%BCber-250-000-stra%C3%9Fenhunden-in\/41450%20ge\u00f6ffnet%20am%2007.06.2026\">https:\/\/dip.bundestag.de\/vorgang\/vorgehen-gegen-die-massent%C3%B6tung-von-%C3%BCber-250-000-stra%C3%9Fenhunden-in\/41450 ge\u00f6ffnet am 07.06.2026<\/a> ge\u00f6ffnet am 07.06.2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/apnews.com\/article\/morocco-stray-dogs-neuter-rabies-fifa-d8452e6aa0005e0cd71462ab7daf9bf5\">https:\/\/apnews.com\/article\/morocco-stray-dogs-neuter-rabies-fifa-d8452e6aa0005e0cd71462ab7daf9bf5<\/a> ge\u00f6ffnet am 07.06.2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.ndtv.com\/world-news\/morocco-to-cull-3-million-dogs-ahead-of-2030-fifa-world-cup-heres-why-7502989\">https:\/\/www.ndtv.com\/world-news\/morocco-to-cull-3-million-dogs-ahead-of-2030-fifa-world-cup-heres-why-7502989<\/a> ge\u00f6ffnet am 07.06.2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/panorama\/skandal-im-em-gastgeberland-ukraine-hundemassaker-im-namen-des-fussballs-1.1198005\">https:\/\/www.sueddeutsche.de\/panorama\/skandal-im-em-gastgeberland-ukraine-hundemassaker-im-namen-des-fussballs-1.1198005<\/a> ge\u00f6ffnet am 07.06.2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich denke sp\u00e4testens seit der Vorgeschichte der WM 2022 in Katar wei\u00df jeder, dass die FIFA (F\u00e9d\u00e9ration Internationale de Football Association\/Weltfu\u00dfballverband) bei der Auslosung f\u00fcr die n\u00e4chsten WM-Schaupl\u00e4tze nicht auf menschenrechtsfreundliche L\u00e4nder begrenzt. 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