Mai 30

Klausur #4 (mit Hefter)

Aufgaben

  1. Fassen Sie kurz die Grundaussage des Textes zusammen. [3]
  2. Nennen Sie die Argumente, die der Autor für seine These anführt. [4]
  3. Vergleichen Sie die Theorie zur Selbstentfremdung von Marx mit der in M1 vorgebrachten Position. [8]
  4. Nehmen Sie Stellung zur Frage,  ob und inwiefern Religion im 21. Jahrhundert eine Bedeutung hat / haben kann.  [10]

Materialien

M1:

Auszug aus:

Michel Onfray: Wir brauchen keinen Gott (2005)

(M. Onfray: Wir brauchen keinen Gott. München Piper 2005. S. 18 f)

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Mai 26

Frage zum Sonntag

Nach längerer Denkpause nun wieder eine Frage zum Sonntag von mir:

Wir haben als Kinder alle unseren eigenen Kopf-machen Dinge so wie wir es gut und richtig finden.
Sobald wir es gelernt haben nutzen wir gern das Wort „NEIN!“, weil wir etwas wirklich nicht wollen oder weil wir einfach gern „NEIN!“ sagen wollen. Kurz: wir sind manchmal (gern) ungehorsam.
Dann werden wir Jugendliche und Erwachsene und lernen kompromissbereit zu sein, gehen auf Forderungen ein, verbiegen uns vielleicht unter den Erwartungen anderer, verlernen unseren eigenen Kopf und das Nein-sagen…

Wie wichtig ist Ungehorsam für ein Individuum?

Mai 26

Citius, altius, fortius /„Schneller, höher, weiter“

"schneller, höher, weiter"

Unsere Gesellschaft wandelt sich in den vergangenen paar Jahren immer mehr in eine Leistungsgesellschaft. Leistung und Wachstum stehen dabei im Zentrum. Dies fördert das Konkurrenzdenken untereinander und orientiert sich an dem sonst im Sport verwendeten Motto „schneller, höher, weiter“.
Wichtig erscheint im 21. Jahrhundert die Fitness, das jugendliche Aussehen (auch bis ins höhere Alter) und das Durchhaltevermögen/ die Belastbarkeit am Arbeitsplatz. Diese eingetrichterten Werte pflanzen sich unbewusst in unsere Köpfe ein und wir geben diese, oftmals unbewusst aus gewissen Ängsten heraus, an die nächsten Generationen weiter. Dabei verfolgt man das Ziel den Kindern eine möglichst erfolgreiche Zukunft zu ermöglichen.

Das Problem hinter einer solchen Leistungsgesellschaft besteht für mich darin, dass dadurch eine Gesellschaft der „Maschinen“ aufgebaut wird. Menschen haben die Anforderungen und Befehle von „oben“ zu erfüllen und permanente Leistung zu erbringen, Individuen verlaufen sich im Strom der Gehorsamen –der sich Fügenden. Wenn man jedoch seine persönlichen Grenzen erreicht und nicht mehr den Erwartungen entspricht wird man gnadenlos ausgetauscht und ersetzt. Zudem werden die persönlichen Stärken viel zu wenig beachtet und gefördert. Das Individuum wird nicht respektiert und geachtet.

Der Mensch sehnt sich stets nach Anerkennung seiner Leistung. Erfolg wird in der Berufswelt unteranderem durch Gehaltserhöhungen anerkannt/ belohnt. Aber ist eine solche Anerkennung würdig für uns Menschen? –Meiner Meinung nach NEIN.

Wir Menschen haben stets das Bedürfnis nach Bindung, Zugehörigkeit und Anerkennung. Menschen wollen spüren, dass sie als Individuum wahrgenommen werden. Dabei sind es Kleinigkeiten, kleine Taten/ Worte, die dem Menschen signalisieren, dass sie etwas wert sind: „Es ist schön, dass es dich gibt“. Diese Wertschätzungen bauen Menschen auf und motivieren diese. Die Motivation treibt den Menschen an und stärkt ihn.

Also lasst uns im kleinen Kreise anfangen uns gegenseitig wertzuschätzen und aufzubauen!

Mai 22

YogiTea – Weissagung

„Der Kopf muss sich vor dem Herzen verneigen.“

Als ich den Spruch zum ersten Mal gelesen hatte, habe ich ihm zugestimmt. Dann habe ich mich gefragt, warum ich denn der These überhaupt zustimme und habe mir die Wortwahl genauer angeschaut. Was bedeutet es überhaupt, sich vor jemandem oder etwas zu verneigen? Sich zu verneigen bedeutet so viel wie sich nieder beugen oder sich klein machen. Eine Geste während den Monarchien waren die Verbeugungen vor dem König. Damit zeigte ein jeder, dass er sich dem König und seinem Willen unterwirft. Auch das Sich-Klein-Machen zeigt etwas von Schwäche und Unterwürfigkeit – man gibt nach.

Auf den Spruch übertragen bedeutet dies, dass das Herz „größer“ ist als der Kopf, dass es mehr Gewicht trägt. Bei Entscheidungen beispielsweise, sollte man immer auf sein Herz und sein Gefühl hören, weniger nach dem Verstand und dem Vernünftigen im Kopf. Denn mit seinem Herzen fühlt man oft etwas anderes, wie man es im Kopf denkt.
Eine berufstätige Frau beispielsweise hat von ihrem Vater die Firma übernommen. Sie ist gut, leitet das ganze Geschäft und macht dadurch ihren Vater glücklich. Sie selbst ist es jedoch nicht. Viel lieber würde sie mit ihrem Freund umziehen und einen anderen Job nehmen, sodass sie sich nicht mehr Tag und Nacht um die Firma kümmern muss und mehr Zeit für ihren Freund hat. Aber sie möchte ihren Vater nicht enttäuschen und leitet die Firma weiter an. Irgendwann kann ihr Freund nicht mehr: sie hat keine Zeit mehr für ihn, ist ständig unterwegs und redet kaum noch mit ihm, so kann die Beziehung nicht mehr weiter gehen. Deshalb stellt er sie vor die Wahl: entweder er werde sie verlassen, sodass sie sich voll und ganz auf die Firma konzentrieren kann, und beide wieder ein neues Leben beginnen können, oder aber, sie übergibt die Firma, verlässt die Stadt und sie ziehen zusammen, wie es schon immer ihr Traum gewesen war. Nach ihrem Kopf würde die Frau vernünftig denken und sagen dass die Familie vorgeht und sie in ihrer Familie immer einen Rückhalt bekommen hat und es jetzt an der Zeit ist, dass sie der Familie nun diesen Wunsch erfüllt, dass die Firma in der Familie bleibt. Ihr Herz jedoch fühlt die innige Verbindung zu ihrem Freund und würde nichts lieber tun als endlich mit ihm zusammen zu ziehen und in der Firma zu kündigen, damit sie weniger Stress hat und einen Beruf suchen kann, der ihr auch Spaß macht.

Welche Entscheidung jedoch ist die richtige? Gibt es überhaupt eine falsche und eine richtige Entscheidung? Am wichtigsten ist, dass die Frau mit ihrer Entscheidung leben kann, dass sie sich nicht noch Jahre später Vorwürfe macht und denkt, hätte ich doch nur anders gehandelt… Wenn die Frau somit nach der These handelt, dann müsste sie dem Freund folgen und endlich ein Leben führen, dass sie für sich lebt und nicht für ihren Vater.
Oft weiß man nicht so recht, ob man seine Entscheidung nun so oder vielleicht doch lieber anders herum treffen soll. Letztendlich jedoch ist es egal, wie man sich entscheidet, wenn man nur mit seinem Herzen entscheidet und somit seine Entscheidung im Nachhinein nicht bereut!