Scientology – Hoffnungsträger oder eine Gefahr?

Scientology („Lehre des Wissens“) ist eine neue religiöse Bewegung, die 1954 gegründet wurde und auf den Schriften von L. Ron Hubbard beruht. Sein berühmtestes Buch „Dianetik: Die moderne Wissenschaft der geistigen Gesundheit“ wurde sogar über 21 Millionen Mal gedruckt. In diesem geht stellt er klar, dass alle Lebewesen das Ziel zum überleben haben. Dies wird durch unseren Verstand gesteuert. Laut Hubbbard besteht dieser aus zwei Teilen: einem analytischen, der für jedes Problem eine Lösung hat, und dem reaktivem, der bei negativen Eindrücken und emotionalen Schmerzen aktiv wird. Deshalb möchte diese Organisation diese „fehlerhaften Datenansätze“ durch einen sogenannten E-Meter aufspüren und löschen, damit der Verstand wieder fehlerfrei arbeiten kann. Somit sieht Scientology sich als Erlösungsreligion, die dem Menschen den Zustand geistiger Freiheit vermittelt und ihn von seinen Fesseln im physischen Universum befreien will. Ihr Ziel ist es also die Vernichtung aller menschlichen Defekte und eine perfekten Welt ohne Mängel zu erreichen. Dabei spielt aber auch die Gerechtigkeit für jeden einzelnen Menschen eine Rolle. Um diese Ideologie gut zu verbreiten, wird viel durch Bücher, Versprechungen wir die Heilung schwerer Krankheiten aber auch durch Stars geworben, die nur Gutes darüber erzählen. Vor allem Tom Cruise ist einer der berühmtesten davon. Doch gerade durch negative Gefühle wie z.B. Einsamkeit und Trauer, sehen manche Menschen in Scientology einen Hoffnungsträger. Schaut man sich jedoch Berichte zu ausgestiegenen Personen an, bekommt man einen sehr guten Blick hinter die eigentliche Kulisse. Es wird berichtet, dass die Versprechungen nicht eingehalten werden und vor allem Kinder es sehr schwer haben. Diese werden nämlich als Erwachsene in kleinen Körpern gesehen und haben deshalb keine leichte Kindheit und eine harte Erziehung. Auch gibt es das sogenannte „Rehabilitation Project Force“. Es ist ein Programm für Mitglieder, die angeblich gegen Erwartungen oder Richtlinien verstoßen haben. Doch man kann es genau so gut als ein Privatgefängnis ansehen, da jede kleinste Übertretung bestraft wurde. Aus einem Bericht eines Deutschen an das Amtsgericht in Berlin finden wir diese Worte:

„Die Repressalien der „Kirchenleitung“ gipfelten im Juni/Juli 1996 darin, daß der Kläger, da er und seine Freundin immer noch nicht von Ihren Heiratsplänen Abstand nahmen, zwei Wochen lang in einem ca. 4 qm großem fensterlosen Raum in Clearwater gefangengehalten und insbesondere psychisch gefoltert wurde.“

Auch kann Scientology für die Mitglieder sehr gefährlich werden, da diese völlig abhängig gemacht werden können. Vor allem Aussteiger können mit Verfolgung oder Erpressung rechnen.

Für mich persönlich waren diese Berichte erschreckend. Erstens sind wir perfekt so wie wir von Gott erschaffen worden sind und man darf auf keinen Fall behaupten, der Mensch hätte menschliche Defekte und sollte sie deshalb beseitigen. Außerdem sollte jeder Mensch eine Entscheidungsfreiheit besitzen und nicht mit negativen Folgen nach einem Ausstieg rechnen müssen. Auch verstößt Scientology gegen die Menschenrechte, da niemand einfach so eingesperrt werden darf.

Jetzt würde mich natürlich auch brennend interessieren, was ihr zu diesem thema sagt und wie ihr dazu steht, weshalb ich mich über eure Kommentare freuen würde!

Quellen:

https://e-hausaufgaben.de/Referate/D10590-Praesentation-Scientology-zwischen-Attraktivitaet-und-Gefahr.php

https://www.planet-wissen.de/kultur/religion/jenseits_der_traditionellen_kirchen/pwiescientology100.html#lehre

http://agpf.de/Archiv/RPF.htm

Lg Aspasia

Verlernte Zukunft

Kulturkapitalismus.

Es kommt immer das gleiche in der Glotze

Ich hab mich schon immer gefragt woher Redewendungen wie „Es kommt immer das gleiche in der Glotze!“ oder „Das Radio spielt immer die fünf gleichen Lieder!“ kommen. Immerhin sind das Radio und der Fernseher unser alltäglicher Kontakt mit unserer Kultur und es wäre ausgesprochen beschreibend für unseren gesellschaftlichen Zustand, wenn die von uns erzeugten Kulturgüter monoton, uninteressant und repetitiv wären. Wenn man also die heutigen Kulturstätten und -Veranstaltungen betrachtet, kann man die heutige kulturelle Erfahrung in fünf Kategorien teilen: Musik, Fernsehen, Film und Theater bzw. Oper und Musicals. Dabei sind Musik, Fernsehen und Film die mit Abstand beliebtesten Kunstformen, denn sie sind mit heutiger Technologie fast nicht Ortsgebunden und sehr Alltags- und massentauglich. Hinter der Fassade der Interpreten, Moderatoren und Schauspielern bei diesen drei Medien verbergen sich zumeist ziemlich große Industriekomplexe. Disney, Time Warner, Paramount Pictures, Spotify, Sony, 21st Century Fox, HBO, RTL, Netflix, um nur die Größten zu nennen. All jene Komplexe, die das heimische Fernsehen, das kleinstädtische Kino und das Radio mit ihrer Musik, ihren Filmen und ihren Sendungen dominieren, sind Börsennotierte Unternehmen mit Milliardenumsätzen, die nicht selten noch größeren Unternehmungen angehören. Sie arbeiten stets nach den Prinzipien des freien Marktes und der Gewinnmaximierung. Dementsprechend liegt es in ihrem Interesse, mit ihren Produkten, welche unsere Kulturgüter sind, eine möglichst große Masse anzusprechen. Das bedeutet, dass ihre Produktpalette für Massen optimiert werden und optimiert sind. Offensichtlich führt das dazu, dass sich die Radiomusik ausgesprochen ausgelutscht fühlt. Und das obwohl, wenn man sich die musikalische Entwicklung der Charts in den letzten Zehn Jahren anguckt, man feststellen wird, dass sich die Musik, die als massentauglich gilt, sehr stark gewandelt hat. Besonders gut stellt das der Vergleich der Charts 2014 und 2018 dar. Das Top 1 Lied 2014 hieß wortwörtlich „Happy“ während das Top 17 Lied 2018 wortwörtlich „SAD!“ hieß. Trotzdem hat sich am Gefühl nichts geändert, dass sich Musik immerzu gleich anhört. Und das liegt primär daran, dass es keine originelle Musik, ferner auch Kunstprodukte, mehr gibt, sondern nur noch Kopien von Kopien. Das lässt sich in unserer Musikindustrie noch nicht so stark erahnen, da sie von Unterbrechungen wie Lorde’s „Royals“ 2013 gestört wird und einige Künstler durchaus mit One-Hit-Wondern oder mit dem Independent-Dasein überleben können, zum Beispiel Macklemore. Aber wenn man ins fernöstliche Südkorea blickt, findet man eine eine Musikindustrie, die sich im Hyperkapitalismus befindet. Es ist, um das zu verstehen, empfehlenswert, selber einige Musikvideos anzuschauen. Aber schon an der Aufmachung der Videos erkennt man, dass kein Stück dieses Kunstproduktes dem Zufall oder dem Künstlerischem Genie überlassen wird. Die Interpreten, sogenannte. Acts, werden von Kindesalter an wie Fußballspieler (übrigens eine interessante Analogie, so ist Sport auch ein Kulturgut) trainiert und durch eine Industrie groß gemacht, die sich danach richtet, was für ein Trend gerade in der breiten Mittelschicht beliebt ist. Dieser Trend allerdings, ein Zusammenspiel von modischer Kleidung, der richtigen Musik, und den angesagtesten Acts, ist selber von der Industrie gesteuert und geliefert. Das Ergebnis davon ist eine Gesellschaft und eine Industrie, die Musik produziert, die nur Musik kopiert, die selber nur andere Musik kopiert hat. Ergo entwickelt sich eine Kultur der Kopien von Kopien, die Seele der Musik, die Originalität geht dabei flöten.
Jetzt mag man sich fragen, inwiefern das einen betrifft, wenn irgendwo in Korea eine Gesellschaft sich kulturell in den Ruin treibt und sich nebenbei durch die kulturindustriell gesetzten Kaufanreize in die Kreditkartenschuldenfalle reinreitet. Immerhin scheinen unsere Kulturgüter doch mehr oder weniger zu funktionieren. Das ist aber nur eine Halbwahrheit. Während es wahr ist, dass die westliche Kulturlandschaft durch eine reiche Musikgeschichte noch lange nicht sich im gleichen Zustand wie die koreanische befindet, so ist es gleichzeitig nicht verneinbar, dass sich eine Produktion von Kopien von Kopien seit Jahrzehnten anbahnt und verstärkt. Kaufreize für Mode, wie es in Korea schon lange üblich ist, kommen auch im Westen immer mehr in die Musik, Stichwort Guccihype. Man darf auch nicht die Filmindustrie vergessen, denn diese wird sowohl in Deutschland als auch in fast der ganzen restlichen Welt von Hollywood beherrscht. In dieser Industrie herrschen die gleichen Regeln, nur mit noch viel höheren Einsätzen. Darum ist die gedankliche Monotonie der Blockbuster umso redundanter. Besonders klar wird das in den Endlosen Serien der wahnsinnig erfolgreichen Komikbuchverfilmungen des Hauses Marvel oder den Revivals von Filmen aus den 80ern wie „IT“, „Robocop“, „Star Wars“, „Star Trek“, „Blade Runner“ und so weiter. Diese, schon in den 80ern erfolgreiche Universen sind eigentlich schon zu Ende erzählt und bedürfen aus künstlerischer Sicht keine Revivals oder Verfilmungen, genauso wie bei den Komikbüchern. Allerdings garantieren sie durch Nostalgiefans Einnahmen und sind mit Fachkenntnissen so realisierbar, dass die Produkte Fans genügend befriedigen um sie bei der Fortsetzung wieder ins Kino zu locken. Filme mit unbekannten Regisseuren und unbekannten Namen hätten im Gegensatz dazu keine Chance, und das finanzielle Risiko wäre zu gewaltig, da die Produktionskosten und die Vermarktungskosten für einzelne Filme gerne mal eine Milliarde Euro kosten darf. Dementsprechend ist es lohnenswert, Kopien von Originalen und von denen wiederum Kopien anzufertigen. Eine gewissen künstlerische Freiheit hingegen können Streaminganbieter bereitstellen, da sie ein sehr flexibles Abonnementsystem haben. Allerdings lebt auch Netflix im Konkurrenzkampf und muss sich der Marktwirtschaft beugen. Auch „Stranger Things“, war eigentlich nur ein Revival von verschiedensten Einflüssen aus den 80ern und 90ern. Und auch wenn sich die Oscars und die Grammys, als auch die Berlinale oder Cannes sich als akademisch/künstlerische Oase ausgeben, so sind die gepriesenen Filme keine Massenmedien. Zumindest nicht vergleichend mit dem 10ten „Fast and Furious“. Vom produzierendem Prinzip her funktionieren Musicals des weiteren genau gleich, nur dass sie eine Mischung aus Musik- und Film sind, wobei sie mehr der Filmindustrie mit kleinem Publikum ähneln. Theater und Oper hingegen leben in einer Trance der ständigen Wiederaufführung von Stücken aus besseren Zeiten weiter, oder sind derart unbedeutend, dass sie nicht als bedeutsam für die Kultur gesehen werden können, vor allem, weil sie eine sehr beschränkte (und damit meine ich alt und bürgerlich) Adressatengruppe haben. Eine weitere Ebene, die nicht mehr direkt Kulturgut ist, auf die diese Form des Kapitalismus vorgedrungen ist, ist die Nachrichtenmedienlandschaft, vornehmlich in den staatsmedienlosen, freimärktlichen Vereinigten Staaten. Die Kräfte des freien Marktes haben nämlich dazu geführt, dass die Ware „qualitativer Journalismus“ nicht nur stark verteuert wird, sondern auch rar wird. Daraus entsteht ein Nachrichtenzyklus, das nicht wie ernst zunehmende Nachrichten anbietet, sondern wie Entertainment mit Realityfaktor. Ab dieser Schwelle fangen die oben genannten Prinzipien der Kopie-der-Kopie-Industrie an zu wirken, und das wichtigste Prinzip der Mediendemokratie, freie und ehrliche Berichterstattung, wird dem Kapital unterworfen. Zu was das führt, lässt sich sehr schön an der amerikanischen Demokratie beobachten.

Ideologische Entkernung.

Kunst, die eigentlich ein Selbstzweck ist, dient dem Kapital.

Die Frage die sich aus dem Ganzen stellt, ist inwiefern dieses ganze Komplex uns wirklich tangiert. Immerhin kann das gebildete, selbst-reflektierte und aufgeklärte Individuum hoffentlich zwischen Kunst und Abfall unterscheiden. Aber das ist falsch. Zwangsläufig wird immer mehr der Kulturgutproduktion den Zyklen der Kulturkapitalismus unterworfen und inhaltlich entkernt. Kunst, die eigentlich ein Selbstzweck ist, dient dem Kapital. Aber mehr als das, denn Kunst ist nicht nur eine Äußerung von phantastischen Einfällen. Es heißt nicht umsonst, dass man in jeder Porträtzeichnung von Rembrandt, Rembrandt auch selbst irgendwo sehen kann. In jedem Kunstwerk ist zwangläufig ein Teil der Welt und des Künstlers verarbeitet, der das Kunstwerk erschafft. Darum ist Interpretation von Kunstwerken gültig. Weil das Kunstwerk im Verhältnis zu den Umständen des Schaffens und zu den Umständen des Betrachters eine Aussage kreiert. Doch was passiert, wenn Kunst aus Kopien von Kopien besteht, wie das zum Beispiel in Korea geschieht? Zum Einen wird Kunst nicht mehr erinnert. „Bohemian Rhapsody“ ist ein Kunstwerk durch und durch, es ist über Jahrzehnte ein Klassiker und wird nie ganz vergessen sein, solange es Aufzeichnungen davon gibt. Goethes Faust oder Stanley Kubriks „The Shining“ auch nicht. Aber Gangam Styles einzige Eigenschaft, die es in Korea selbst (nicht im Rest der Welt) hervorgehoben hat, ist, dass es eine Parodie auf den Lifestyle der reichen Koreaner ist. In Korea war es auch kein besonderer Erfolg übrigens. Inhaltslose Kunst wird also vergessen werden. Das ist das Erste. Das Zweite ist, dass die Kopien der Kopien nur noch eine Ideologische Deutung übrig lassen: die Kopie selbst. Um das zu verstehen möchte ich kurz das Prinzip der Referenz erklären. An sich ist das ein Mittel, um auf ein anderes Kunstwerk von anderen Künstlern zu rekurrieren bzw. anzuspielen. Schon die alten Griechen haben das gerne gemacht. Doch heutzutage führt das dazu, dass Filme wie zum Beispiel „Ready Player One“ oder „Ralph Reichts!“ nur noch aus Anspielungen an andere popkulturellen Produkte bestehen. Das Internetphänomen des Memes, was zunehmends den Komikern das Handwerk legen und die bevorzugte Expressionsmethode einer ganzen Generation ist, beruht nur auf dieses Prinzip. Folglich wird die leitende ideologische Strömung aller „Kunst“ nur noch die Kopie beziehungsweise die Anspielung. Das ganze hat aber eine noch tiefere Ebene. Denn wenn die breite Allgemeinheit, als auch die Kunstschaffenden und Eliten verlernen, mehr als nur Kopien anzufertigen, dann geschieht etwas nie dagewesenes: Der Mensch verlernt sich die Zukunft vorzustellen, es fehlen schlichtweg die denkerischen Räume, sich andere Welten vorzustellen, als die bereits Vorhandene. Doch die Fähigkeit, sich die Zukunft vorzustellen ist für das menschliche Dasein essentiell. Denn dank seines ausgereiften Gehirns ist der Mensch in der Lage seine empirische Sinnlosigkeit festzustellen, womit ihm nur die Flucht in das Metaphysische bleibt, um sich selbst einen Sinn zu geben, eine Zukunft zu geben. Im Grunde genommen ist genau das die Essenz des Glaubens, unabhängig ob es der Glaube an das Karma, dem Kommunismus oder an Gott ist. Der Glaube verspricht durch eine gewisse Art und Weise zu leben, eine Zukunft bereitzustellen, für die es sich gelohnt hat, zu leben und in der Sinnlosigkeit zu „leiden“. Das kann die sozialistische Utopie oder das Paradies mit 72 Jungfrauen sein, es geht darum, dass es eine Zukunft ist. In der Gesellschaft des Hyperkapitalismus hat der Mensch also verlernt, sich eine Zukunft vorzustellen, da der Kulturelle Zustand ihm einfach jeglichen Raum für solche Vorstellungen genommen hat. Da bleibt nur noch eine Frage: Ist dieses ganze bedruckte Papier es wirklich Wert?

Mit freundlichen Grüßen, Kartharsis

PS.: Alles gute nachträglich zum Geburtstag, Frau Schütze!

Von Goblins und Priestern

Im tiefen Südwesten Chiles gibt es eine Insel namens Chiloé, welche die Heimat eines unglaublich hässlichen Goblins namens „El Trauco“ und seiner genauso hässlichen Frau ist. Aber obwohl er so hässlich ist, schafft er es dank seiner morphologischen Eigenschaften immer wieder, ein junges Mädchen zu schwängern. Das heißt, von seiner Art her ist er ähnlich wie der christliche Gott, nur lange nicht so berühmt. Soweit so Monogam. Ausserehelicher Sex und die darauffolgenden Nebenwirkungen sind ein verbreitetes Problem aller monogamen Zivilisationen und um nicht alle jungen und schwangeren Frauen an das soziale Stigma zu verlieren und sie verbannen zu müssen, ist es nur logisch eine gesellschaftlich akzeptierte Möglichkeit zu schaffen, die aber das Stigma an sich nicht verliert (darum ist El Trauco auch so betont hässlich). El Trauco ist sozusagen ein Sündenablassschein, um die Bevölkerung langfristig zu erhalten, ein klassischer Succubus. Doch was die Geschichte wirklich besonders macht, ist das, was die Kolonialisierung Chilés durch die Spanier aus dem Goblin machte. Ab da begann der Succubus häufiger die Form reicher Männer und frommer Priester anzunehmen, denn die Konquistadores waren selten für ihre freundliche Behandlung von einheimischen Frauen bekannt. Mit dem Einzug der Vergewaltiger in Chiloé bekam El Trauco die Rolle einer unausgesprochen Vereinbarung, um dem Problem aus dem Weg zu gehen. Aber man muss sich in die Haut der
indigenen Huilliches versetzen: Man konnte nicht die Übermacht der reichen und militärisch überlegenen Spanier überwinden. Und noch weniger konnte man tausende von jungen Frauen mit dem wichtigen Nachwuchs wegschicken. Doch vor allem konnte man nicht nachfragen, was wirklich passiert sei. Was sollen die Frauen denn sagen? Dass sie vom Inselgourverneur vergewaltigt wurden, und sie sein Kind austragen? Da war es für die Menschen das einfachste sich auf das Codewort „El Trauco“ zu reduzieren. Ein Südenablass für die Frau und ein Freifahrtsschein für Männer. Es ist einfacher an einem Goblin zu glauben, als die Wahrheit zu erforschen.

El Trauco (CC2, Wikimedia)

Genau das liegt in der Essenz von allem Glauben. Es ist einfacher nach den Worten des Korans seinen Lebensweg auszulegen, anstatt die intrinsische Sinnlosigkeit der menschlichen Existenz auf den Schultern zu tragen. Zudem ist es wahrscheinlich auch besser, einen Glauben zu leben, anstatt „einen Wissen“ zu leben. Ich halte es für außer Frage, dass jeder Mensch, mit genug kognitiver Fähigkeit zu predigen, auch erkennt, dass es keinen tatsächlichen Sinn in seinem Glauben und Handeln gibt. Jedoch halte ich es für genauso außer Frage, dass jeder an etwas glaubt, auch der hartnäckige Empiriker und Skeptiker muss das machen. Was ist schon die Alternative? Wissen kann man nicht leben, noch weniger mit derart nihilistischem Wissen. Doch mit dem Wissen einen Glauben zu leben, das geht. Das konnten die tausende Inselbewohnerinnen, ihre Kinder und eine ganze Gesellschaft auch. Vielleicht ist es ein deprimierendes Gefühl, mit dem Wissen um diese Fehlerhaftigkeit in jedem Glauben weiterzuleben, aber die Jungfrauen, die im Himmel auf mich warten, gleichen dieses Gefühl wieder aus.

14. Dalai Lama – Säkulare Ethik

Der 14. Dalai Lama stammt ursprünglich aus Tibet, musste allerdings schon vor vielen Jahren aus seiner Heimat fliehen, da die Chinesen aus rein politischen Gründen Tibet besetzten und die tibetischen Buddhisten verfolgten, beziehungsweise noch immer verfolgen. Aus diesem Grund lebt auch der Dalai Lama oder wie man auf deutsch sagen würde „eure Heiligkeit“ im Exil in Nordindien und das seit 56 Jahren. Einer der Punkte, der ihn besonders macht ist, dass er trotz seiner Geschichte keinen Hass gegenüber den Chinesen hat, im Gegenteil er versucht diese besser kennenzulernen und versucht ihr Handeln und ihre Gedanken nachvollziehen zu können.

Als 14. Reinkarnation ist er bei den tibetischen Buddhisten bekannt und wird von diesen angebetet, im Rest der Welt kennt man ihn allerdings auch als Friedensnobelpreisträger und als einen Mann der versucht mit seinen Worten und seinem Lächeln, die Welt ein bisschen besser zu machen. Er setzt als Ziel der Menschheit, beziehungsweise der Gesellschaft, den Weltfrieden, neben ihm noch andere wesentliche Punkte, wie Umweltschutz oder soziale Gerechtigkeit.
Um diese Ziele, oder alles umfassend diesen Weg zu gehen, hat er die Idee einer säkularen Ethik.
Einer Ethik, jenseits aller Religionen, die das Bedürfnis nach Liebe und Zuneigung in jedem einzelnen stillt, fernab der Herkunft, der Kultur, dem Geschlecht und der Religion.
In dieser besonderen, neuen Ethik soll es darum gehen, als Gemeinschaft in der Welt etwas zu verändern mit Werten, wie zum Beispiel Mut, Feindesliebe, Mitgefühl, Meditation, Umweltbewusstsein.

Er selbst, als gläubiger Mensch, ist der Überzeugung, dass Religionen oft intolerant sind und der eigentliche Wert in der elementaren menschlichen Spiritualität liegt, außerdem sagt er, dass ein Leben ohne Religion gut möglich ist, eines ohne innere Werte allerdings nicht. Er versucht dies mit folgendem Beispiel zu erklären:

„Nach meiner Überzeugung können Menschen zwar ohne Religion auskommen, aber nicht ohne innere Werte, nicht ohne Ethik. Der Unterschied zwischen Ethik und Religion ähnelt dem Unterschied zwischen Wasser und Tee. Ethik und innere Werte, die sich auf einen religiösen Kontext stützen, sind eher wie Tee. Der Tee, den wir trinken, besteht zum größten Teil aus Wasser, aber er enthält noch weitere Zutaten – Teeblätter, Gewürze, vielleicht ein wenig Zucker und – in Tibet jedenfalls – auch eine Prise Salz, und das macht ihn gehaltvoller, nachhaltiger und zu etwas, das wir jeden Tag haben möchten. Aber unabhängig davon, wie der Tee zubereitet wird: Sein Hauptbestandteil ist immer Wasser. Wir können ohne Tee leben, aber nicht ohne Wasser. Und genau so werden wir zwar ohne Religion geboren, aber nicht ohne das Grundbedürfnis nach Mitgefühl – und auch nicht ohne Wasser.“

Der Buddhismus ist eine der friedlichsten Religionen, die auf unserer Erde existieren, somit ist es für den Dalai Lama nicht unfassbar schwer nach seinen selbst aufgestellten Regeln zu leben, allerdings verfolgt er diese in besonderem Ausmaß. Er bleibt sich und seiner Religion in fast allen Lebenssituationen treu, man könnte sagen, dass er ein „vorzeige“ Mensch ist, wenn man den Frieden und eine friedliche Gemeinschaft als Ziel nimmt.

Für mich persönlich ist dieser Mensch absolut beneidenswert, wären mehr Menschen mehr wie er, wäre unsere Welt mit Sicherheit ein ganzes Stück besser. Allerdings empfinde seine Idee einer säkularen Ethik noch bedeutsamer, da nicht in jeder Religion, der Frieden oberstes Privileg ist und Themen, wie der Umweltschutz nur selten in diesem Zusammenhang behandelt werden. Was sagt ihr dazu, würdet ihr eine solche, neue Ethik jenseits aller Religionen befürworten? Oder glaubt ihr, dass eine Säkulare Ethik noch keine Chance hat in unserer Gesellschaft?

Glück, was ist das?

Glück

Ist Glück nur etwas kurzzeitiges wie ein Lottogewinn oder doch eine langzeitige Erfüllung wie Familie und Freunde? Für manche ist Glück die Ausbalancierung aller Elemente des Lebens, wie zum Beispiel das Ying und Yang zeichen in der traditionellen chinesischen Philosophie repräsentiert.  In heutiger westlicher Gesellschaft wird Glück entweder als Erfüllung im Leben durch Familie, Karriere oder beides verstanden, oder aber als temporärer materieller Gewinn.

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Religion, nur ein Konfliktauslöser?

Mit der aktuellen Situation, dass der IS, eine radikal- islamistische Organisation, eine große Bedrohung darstellt, kommt immer öfter die Frage zum tragen, ob Religion nur einen Konflikt mit sich führt und es besser ohne sie wäre.

Um das zu klären, muss zuerst klar sein was dabei zum Konflikt führt und dafür wiederum, muss geklärt werden was als Religion angesehen wird.

„Religion ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl unterschiedlicher Weltanschauungen, deren Grundlage der jeweilige Glaube an bestimmte transzendente ist (https://de.wikipedia.org/wiki/Religion)

Das bedeutet, dass jeder voneinander abweichende Glaube insofern einer anderen Religion angehört. Da sich Menschen allerdings an vorhergehenden Traditionen orientieren werden Religionen weitervererbt, dass die verschiedenen Religionen in sich relativ einstimmig sind, sprich, dass eine Religion nicht in endlos viele Splittergruppen geteilt wird. Da es allerdings Veränderungen gibt/gab,  entstehen aus den alten Religionen neue heraus, wie zum Beispiel das Christentum, das sich auf dem Judentum aufgebaut hatte.

Daraus lässt sich schließen, dass eine andere Weltanschauung, ein anderer Glaube, sich eigentlich in eine andere Religion einordnet, egal ob sich diese Person zu einer anderen bekennt.

Ein etwas älteres Beispiel: Die alten Kreuzzüge des Mittelalters, die dem fünften Gebot der Christen widersprechen, sind so als eigentlich „nicht christlich“ einzuordnen. Wer nun schuld daran hatte, dass diese dennoch in dem christlichen Bekenntnis ausgeführt wurden ist hier die Frage. Zum einen sind da diejenigen, die als Kreuzritter auszogen, zum anderen auch das christliche Oberhaupt, dass die Legitimation gab. Die ausführenden haben geglaubt, was ihnen gesagt wurde was sie tun sollten, so wie es ihnen ihre Religion bestimmt und der Papst gab den „Befehl“ um gegen den Islam zu kämpfen, der eine Bedrohung für die Kirche darstellte.

Hieraus geht zwar hervor, dass die Religion daran „schuld“ ist, dass der Kreuzzug ausgeführt wurde, da man als „frommer Christ“ dem folgen musste, allerdings wäre es durch das fünfte Gebot, welches ein fundamentaler Teil der katholischen Kirche ist, verboten gewesen. Demnach entsteht ein Konflikt innerhalb der Religion, wobei sich die meisten Menschen oft (leider) die Legitimation heraussuchen, die für sie einen Vorteil bringt und diese dann als Religion benutzen.

Ähnlich ist das auch heute noch mit der aktuellen Lage. Da es allerdings um ein vieles komplizierter ist möchte ich nicht im Detail darauf eingehen. Um auf den Anfang zurückzugreifen, Anhänger des IS adaptierten immer mehr zu Radikalen, wobei sie sich immer noch zum Islam bekennen, wobei innerhalb des Islam dann, wie im obigen Beispiel, ebenfalls ein Konflikt entsteht. Die Auslegungen eines Glaubens, insofern sie zu Brutalität neigen, (es gibt durchaus auch positive) die so zu einer Gefahr für die Sicherheit von Leben wird ist somit die Ursache.

Da Religion eine Weltansicht ist und somit auch eine Auslegungssache, entsteht dabei normalerweise immer ein Konflikt, da wir Menschen nun einmal auf Veränderungen „geeicht“ sind und so immer Auslegungen eines Glaubens entstehen. Sei es wie oben genannt die Legitimation zu Kreuzzügen oder zu Terror-Radikalen-Organisationen usw.

Allerdings muss man auch berücksichtigen, dass Religionen ein Konstrukt menschlicher Natur sind, ob nun eine sich als wahr behaupten sollte oder nicht. Daher ist es sehr wichtig zu klären, dass somit der Mensch, der sich zu einer Religion, bzw. einer Religions-Ausrichtung (Konfession, radikale Splittergruppen) bekennt, der eigentliche Punkt ist, an dem ein Konflikt entsteht. Wir Menschen definieren uns auch, dadurch zu sagen was wir nicht sind. Dadurch grenzt man sich von anderen Religionen ab, was was ein Konfliktfundament bietet.

Zu sagen, dass die Religion schuld ist, um es abzuschließen, ist nur die halbe Wahrheit, denn die Religionsangehörigen sind eigentlich diejenigen, zwischen denen der Konflikt entsteht aufgrund von Auslegungen des eigenen Glaubens oder aufgrund von feindseliger Einstellung zu einer anderen Gemeinschaft.

Religion hat allerdings auf der Kehrseite auch ihre guten Eigenschaften. Sie kann einem Menschen positive Orientierung geben bei der Selbstfindung. Weiterhin kann die Religion viele wichtigen Werte vermitteln, wie zum Beispiel das Recht auf Unversehrtheit oder Grundlegende Sachen, wie den anderen zu behandeln wie sich selbst. Weiterhin kann einem Religion dabei helfen seine eigene Balance zu finden und so sein seelisches Gleichgewicht zu finden. Auch kulturell sind die Religionen/ die Religionsvielfalt sehr wichtig, da so viele verschiedene kulturell wertvolle Einflüsse entstehen.

Religionen sind also, je nach dem wie mit ihr umgegangen wird entweder gut und bereichernd oder negativ und destruktiv sein, woraus ein Konflikt wachsen kann. Es häng dabei stark von den Menschen ab, die ihr angehören!

 

Protokoll vom 06.03.17

Gymnasium Gerabronn, Ethikkurs 2015-2017

Stundenprotokoll vom 06.03.2017, Doppelstunde ( 7:45 -9:20)

Referentin: Sü

Anwesende: 17 Schüler

Verfasser des Protokolls:  emva98

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Gliederung

  1. GFS – Frauenbeschneidung
  2. Ethik in den Weltreligionen

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GFS – Frauenbeschneidung

Gliederung

  1. Wüstenblume – Waris Dirie
  2. Ursprung
  3. Frauenbeschneidung weltweit
  4. Durchführung
  5. Arten der Frauenbeschneidung
  6. Gründe
  7. Folgen
  8. Bekämpfung
  9. Quellen

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1.Wüstenblume – Waris Dirie und Cathleen Miller (nach wahrer Begebenheit)

Das Nomadenmädchen Waris Dirie wurde 1965 in Somalia geboren. Als Waris fünf war, ließ die Mutter sie beschneiden. Neun Jahre später floh sie vor einer Zwangsheirat zu Verwandten nach Mogadischu. Als einer ihrer Onkel somalischer Botschafter in London wurde, überredete Waris ihn, sie als Hausmädchen mitzunehmen. Nach vier Jahren kehrte der Onkel mit seiner Familie nach Somalia zurück, aber Waris Dirie blieb in London und machte als Model Karriere.

1997 beschloss Waris Dirie, ihre genitale Verstümmelung nicht länger zu verheimlichen, sondern ihre Bekanntheit zu nutzen, um die Beschneidung von Mädchen zu bekämpfen.

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2. Ursprung

  • keine genauen Beweise
  • bereits in der Antike durchgeführt
  • in manchen Kulturen ein Oberschichtsmerkmal oder ein Zeichen für Versklavung und Unterwerfung
  • wahrscheinlicher Ursprung = Ägypten (Verbreitung vermutlich bis zu den arabischen Stämmen)

Jede Person hat eine weibliche und männliche  „ Seele“ :

– weibliche Seele bei Männern = Vorhaut

– männliche Seele bei Frauen = Klitoris

Um in die Gesellschaft aufgenommen zu werden muss jede Person sich von seiner männlichen bzw. weiblichen Seele entledigen (= Entfernung der Vorhaut bzw. der Klitoris)

Islam

  •  keine Stelle im Koran, die die Frauenbeschneidung vorschreibt
  • Frauenbeschneidung = kulturübergreifendes Ritual

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3. Frauenbeschneidung weltweit

Täglich sind es 6000 Mädchen, im Jahr ca. 2 Millionen.

Die weibliche Genitalverstümmelung findet bis heute in einigen Ländern, vor allem in Zentralafrika, immer noch statt.

 

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4. Durchführung

  • 4-8 Jahre alte Mädchen
  • oft wird ein „Fest“ versprochen, bei der sie zu einer Frau werden
  • Beschneiderinnen = Hebammen, alte Frauen, Zigeunerinnen
  • ohne Betäubung
  • Werkzeuge (nicht steril) : Messer, Glasscherben, Dosendeckel, Rasierklingen und Dornen zum Zunähen der Wunde

 

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5. Arten

Typ I = Klitorisdektomie

Typ II = Exzision

  • Introzision (Erweiterung der Exzision) = zusätzliche Ausschabung von Haut und Gewebe aus der Vagina

Typ III = Pharaonische Beschneidung / Infibulation

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6. Gründe

  • normale Vagina = hässlich und unrein
  • Beweis für die Jungfräulichkeit
  • Frauen sollen kein sexuelles Verlangen haben – Befriedigung wird eingeschränkt, da sie sonst als „schlecht“ gelten
  • beschnittene Frau = vollwertige Frau
  • unbeschnittene Frau = heiratsunfähig

Schon im alten Ägypten konnten Mädchen nicht heiraten, Eigentum erben oder eine Moschee betreten, wenn sie nicht beschnitten waren.

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7. Folgen

Während der Beschneidung:

  • starke Schmerzen, da ohne Betäubung
  • Verletzung der Harnröhre -> Harnwegsinfektionen
  • Übertragung von Krankheiten
  • Tod

Nach der Beschneidung:

  • chronische Entzündungen
  • Inkontinenz ( Blase/Darm schwächeln -> keine Kontrolle über Ausscheidungen)
  • Sterilität

weitere Folgen der Infibulation:

  • starke Regelschmerzen
  • langdauerndes Urinieren
  • schmerzhafter Geschlechtsverkehr = sexuell abgeneigt
  • Komplikationen bei der Geburt -> Ärzte bevorzugen

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8.Bekämpfung

UNICEF= 1946 gegründete Weltkinderhilfswerk

  • durch Spenden organisieren sie Grundbildungskurse, leisten Überzeugungsarbeit und verbreiten ihre Arbeit auf der ganzen Welt
  • Erfolg bereits in 5434 Dörfern  (erstmals in Senegal)

„Ich habe viel über Gesundheitsfürsorge gelernt. Ohne dies hätte ich niemals aufgehört. Die Tradition war schlecht. Aber wir wussten es nicht.“ – ehemalige Beschneiderin, Ourèye Sall

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9. Quellen

  • https://www.welt.de/politik/ausland/article4554517/So-brutal-werden-Frauen-verstuemmelt.html
  • http://www.petraschuster.de/bewegendes/frauen_beschneidung.shtml
  • https://www.unicef.de/informieren/projekte/afrika-2244/senegal-4232/maedchenbeschneidung/13640

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2 Ethik in den Weltreligionen

In der zweiten Hälfte der Doppelstunde haben wir uns mit dem Thema Ethik in den Weltreligionen beschäftigt.  Folgende Fragen sollten innerhalb der Gruppen, die sich jeweils mit einer Weltreligion beschäftigt haben, mithilfe von Büchern bearbeitet werden.

  • Welche Vorschriften gibt es?
  • Wer legt diese fest?
  • Welche Sanktionen liegen vor?
  • Wie hängen diesseitiges und jenseitiges Leben zusammen?

Die Auswertungen finden in der nächsten Doppelstunde am Montag, den 13.03.17 statt.

 

 

Protokoll vom 9. Januar 2017

Gymnasium Gerabronn, Ethikkurs 2015-2017

Stundenprotokoll vom 09.01.2017, Doppelstunde ( 7:45 -9:20)

Referentin: Sü

Anwesende: vollständig (18 Schüler )

Verfasser des Protokolls:  emva98

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 Gliederung

  1. Empathie – Spiel über das Thema Religion
  2. Wozu Religion?
  3. Wiederholung: Allgemeinwissen über die Weltreligionen

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1. Das Empathie – Spiel

In diesem Spiel geht es darum, wie gut man sich in Personen (hier: die Klasse) hineinversetzen kann. Es werden Ja-Nein-Fragen über das Thema Religion gestellt und jeder schätzt die Antwort der Klasse ein ( Tabelle ) . Pro Person darf  nur ein Joker benutzt werden (Joker=Enthaltung). Nach jeder Frage werden die Vermutungen aufgelöst.

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2. Wozu Religion?

Zu dieser Frage lasen wir im Buch Kolleg Ethik auf der Seite 332/333, damit wir folgende

Wesensbestimmung:

  • Jede Religion ist eine Weltanschauung
  • Jede Religion wird durch seine Feste, Rituale, Gebete, Symbole usw. definiert
  • die Ausübung der Religion ist vorgeschrieben (z.B 1o Gebote im Christentum, Koran)

Grundfunktion:

  • religiöse Vorzüge wirken gemeinschaftsbildend (z.B Gottesdienst)
  • individuell konkretisiert
  • Weltanschauung mit Riten und Festen
  • Religion bietet Wertmaßstäbe zur Beurteilung von Verhaltensweisen (Verhalten überprüfen, Lebensziele festlegen)  z.B im Christentum: 10 Gebote, Jesus u. Heilige als Vorbilder …
  • gibt Antworten auf existentiellen Fragen -> Sinnhorizont für das individuelle Leben
  • Religion hilft, Angst zu bewältigen und Krisen zu bestehen (durch Gottvertrauen)
  • Religion fördert die Selbstannahme (Vor Gott sind alle Menschen gleich). Grundlagen: Seelsorge, Gebet, Meditation

 

Nach der Besprechung der Aufgaben, sollte jeder selbst die Religion definieren.

Meine Definition:

Die Religion ist ein Glaube an eine höhere Macht, die das menschliche Verhalten, Handeln, Denken und Fühlen und auch die Wertvorstellungen im Leben beeinflussen. Sie zeigt den Menschen

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3) Die Weltreligionen (Übersicht)

In der nächsten Stunde (16.01.17)  werden die letzten zwei Weltreligionen (Buddhismus, Hinduismus) bearbeitet.

Weltfriede … – Ein unmögliches Wunschdenken?

Man hört es immer und überall: Krieg, Terroristen, Hungersnot, Verbrechen und so weiter und so fort. Da könnte man sich doch fast die Frage stellen: “ Ist die Menschheit überhaupt fähig in Frieden zu Leben?“

Wenn man sich nun gewisse Faktoren ansieht, die ein möglicher Grund für all diese schrecklichen Dinge sein könnten und sich vorstellt, dass all diese Faktoren einfach verschwinden würden, was für eine Welt würde man sich dann vorstellen? Kann man sich überhaupt eine Welt ohne Krieg und Hass und Ärger vorstellen?                                                                                                                                 Wären wir nicht alle nur noch gleiche, willenlose und maschienenartige Lebewesen? Und vor allem: Wären wir damit glücklicher?

All diese Fragen lassen sich leider nur in unserer eigenen, individuellen Vorstellung beantworten, somit würde jede Antwort etwas anders ausfallen.

Und genau DAS ist der springende Punkt!

Wir Menschen sind alle individuell, mit unterschiedlichem Aussehen, Gedanken und Voraussetzungen für das Leben in der Gemeinschaft. Wir haben einen mehr oder weniger freien Willen und entwickeln unser eigenes moralisches Denken, welches uns zu guten oder schlechten Entscheidungen führt.

„Den Weltfrieden können wir nur durch die innere Wandlung der einzelnen Menschen herbeiführen. Friede muß zuerst in jedem einzelnen Leben entwickelt werden.“      – Dalai Lama

 

Wenn man also eine Welt hat, ohne Hungersnöte und Armut, weil alle gleich viel Geld und Essen besitzen, eine Welt ohne Rassismus und Gotteskriege, weil alle gleich aussehen und es keine Religion gibt, eine Welt ohne Hass und Verbrechen, weil alle ein gleiches, gutes moralisches Denken besitzen … (man könnte die Liste wohl noch ewig so weiter führen) wäre dann wirklich Frieden auf dieser Welt?

Ich persönlich bin der Meinung, dass ein Weltfrieden ein Ding der Unmöglichkeit ist, da es eben nicht möglich ist all diese Faktoren aus dem Weg zu räumen. Man wird in eine Gesellschaft geboren, mit einer gewissen moralischen Vorstellung, einer festgelegten Religion und einem genetisch bedingtem Aussehen. Wenn man nun in dieser Gesellschaft aufwächst wird man geprägt und wird sich dementsprechend sein weiteres Leben verhalten.                    Man kann natürlich auch dagegen ankämpfen, aber ich denke es ist schwer, wenn man bereits geprägt wurde. Außerdem gibt es tausend Gründe, die einem zu schlechtem Handeln verleiten können, doch es ist an uns es zu unterdrücken.

Dies bedeutet wir können zwar versuchen die Welt besser zu machen, aber eine utopische Welt wird immer Wunschdenken bleiben. Wenn wir nun aber die Wahl haben zwischen der Welt, wie sie jetzt ist und einer Welt die etwas besser ist, dann sollten wir uns für die bessere Version entscheiden. Wenn sich mehr Menschen dafür entscheiden, unsere Welt wenigstens ein bisschen besser zu machen, dann haben wir eine gute Welt. Das ist zwar keine utopische aber das beste was wir erreichen können und dafür sollte man sich einsetzen…

„Der Weltfriede kann nicht gesichert werden durch utopische Pläne.“
―Rosa Luxemburg

Könnt ihr euch eine friedliche, utopische Welt vorstellen? Oder seid ihr auch der Meinung dass wir Menschen es nicht schaffen würden den Weltfrieden zu bewahren bzw. erschaffen, eben weil wir so sind wie wir sind?

Glaube, Logik und das fliegende Spaghettimonster

Liebe Freunde der Weisheit,

In einer Zeitschrift stieß ich vor einigen Tagen auf dieses verwirrende Schild (damit ist das unterste gemeint)

                                                       http://www.schleckysilberstein.com/wp-content/uploads/2014/11/pastafariannudelmesse.jpg

Schnell das Smartphone gezückt & FSM gegooglet – schon habe ich herausgefunden, dass diese seltsame Gemeinschaft des ‚Fliegenden Spaghetti-Monsters‘ in die Reihe von Christentum, Islam und Buddhismus gehört, sie ist eine anerkannte Religion – naja, zumindest in den USA.
Auch wenn ich im Anschluss nicht zur Nudelmesse gegangen bin, so lässt mich diese (wie ich gelesen habe ‚Religionsparodie‘) nicht mehr los. Ich finde beim Lesen einiger Artikel heraus, dass der Gründer von FSM ein Gegner jeglicher Form spiritueller Strömungen ist. Zwar geht es ihm hauptsächlich darum, eine Intervention dieser Gemeinschaften in unserem Alltag zu verhindern bzw. ins Lächerliche zu ziehen (hier könnt ich euch selbst schlau lesen (-> http://www.pastafari.eu/ ) und auch Toleranz zu fördern. Jedoch hat mich persönlich ein Standpunkt, den Bobby Henderson, Gründer von FSM & überzeugter Atheist vertritt viel mehr beschäftigt. Er glaubt, dass in einer Welt voll Wissenschaft und Logik Religion und Glaube keinen Platz mehr haben – es seien verkommen Überbleibsel der Geschichte, die Fortschritt und Technik schaden.

Aber ist dies tatsächlich nicht miteinander vereinbar? Religion und Wissenschaft? Gibt es in unserer aufgeklärten Welt überhaupt noch einen Grund, an die Existenz eines höheren Wesens zu glauben, einen logischen Grund, daran zu glauben?

Früher war die Rollenverteilung hier recht klar – Religion war der Chef, die Naturwissenschaften hatten zu gehorchen. Zu Zeiten Gailieos kontrollierte die Kirche die Wissenschaft. Die Erde ist nunmal das Zentrum des Universums. Punkt. Wer dagegen war wurde ‚geläutert‘ oder einfach gleich verbrannt -recht unkompliziert, doch würde dies bis heute so laufen würden wir immernoch in einer unschönen Welt ohne elektrischen Strom oder Fastfood, zwischen Pferdekot und Pflastersteinen leben.
Diesem (Alb)traum kam jedoch etwas dazwischen, dass sich da ‚Aufklärung‘ nennt. Die, die im Deutschunterricht aufgepasst haben werden sich sicher daran erinnern – die Aufklärung rechnete mit allem ab, was Technik, Rationalismus und Wissenschaft Jahrhunderte lang unterdrückt hat. Damals gab es zwar noch lange ein Art Koexistenz von Kirche und Wissenschaft, doch wurde dieser Kampf doch von Runde zu Runde eher zu Gunsten der zweiteren Entschieden.
Heute? Heute gilt es doch eher als irgendetwas zwischen naiv und romantisch noch an einen ‚Gott‘ zu Glauben. Zu Zeiten des Fliegenden Spaghettimonsters ist Atheismus wohl im Trend, was auch recht nahe liegt – schließlich scheint er (zusammen mit dem Agnostizismus) die rationalste aller Weltanschauungen sein. 1:0, K.O. in Runde 7? Es scheint so, denn auf viele Fragen finden Religionen aus heutiger Sicht nur unzureichende Antworten.
(Wo kommen wir her, Wer sind wir, Wo gehen wir hin? Hinzu kommen die beliebten Klassiker wie ‚Leid auf der Welt‘ oder das Dilemma, in dem ein allmächtiger Gott einen Stein schaffen soll, den er selbst nicht heben kann – denkt mal drüber nach)

Immerhin -so muss man sagen- finden sie welche. Unzählige Male habe ich schon Diskussionen zwischen Atheisten & Theisten, Agnostikern und was es sonst noch alles gibt mit erlebt, und möchte tatsächlich nicht zu sehr in die Tiefe gehen. Was jedoch auffällt ist, dass es bei jeder Streitfrage zwei Antworten gibt, die unauflösbar nebeneinander stehen – gibt es einen allmächtigen Gott, so sind alle Antworten irgendwie möglich. Gibt es ihn nicht haben wir keine Antworten auf diese Fragen.
Das Problem dabei ist, niemand kann beweisen, dass es Gott gibt – aber eben auch nicht, dass es keinen gibt. Und so kann bei jeder erdenklichen Frage bspw. argumentiert werden ‚Ihr Naturwissenschaftler könnt zwar erklären, wie es funktioniert – aber nicht, wer dahinter steht‘.

Dieses Prinzip greift bei jeglichen Themen – die Naturwissenschaft erklärt uns die Welt mit Modellen, gibt aber keine Antwort darauf, woher alles kommt, wer wir sind und wohin wir gehen. So kann man hinter jeder Erklärung eine höhere Existenz vermuten, die das ganze erschaffen hat, als Beispiel wäre hier die Evolutionstheorie in Verbindung mit Intelligent Design (-> http://de.wikipedia.org/wiki/Intelligent_Design) zu nennen. Dafür sind Sparten verantwortlich wie Religion. Nach wie vor stehen wir also vor dem Dilemma, dass man ein höheres Wesen, an das wir glauben können weder beweisen noch widerlegen kann.
Der Glaube hat sich anscheinend in die 15. Runde gerettet, wo nun jedes Individuum, jeder persönlich als Punkterichter entscheiden muss, ober er an ‚Gott‘ glaubt oder das für zu unwahrscheinlich hält.

Ein intelligenter Mensch namens Blaise Pascal hat dazu eine ausgeklügelte Entscheidungshilfe entworfen, die Pascalsche Wette:

File:Blaise pascal.jpg

Hier ein paar einleitende Sätze von dem guten Herren, der zur selben Ansicht gelangt ist wie wir – Gott kann weder widerlegt noch bewiesen werden.

„Ihr sagt also, daß wir unfähig sind zu erkennen, ob es einen Gott giebt. Indessen es ist gewiß, daß Gott ist oder daß er nicht ist, es giebt kein Drittes. Aber nach welcher Seite werden wir uns neigen? Die Vernunft, sagt ihr, kann aber nichts entscheiden. Es ist ein unendliches Chaos, das zwischen uns liegt und wir spielen hier ein Spiel in dieser unendlichen Entfernung von einander, wo Kopf oder Wappen fallen wird. Was wollt ihr wetten?“

Was klar ist – jeder muss sich entscheiden. Das bedeutet aber auch, dass wenn ich mich mein Leben lang nicht mit dem Glauben beschäftige, mich ebenso gegen Gott entscheiden könnte. Salopp gesagt: Der Agnostiker UND der Atheist landen in der Hölle.

Mit Hilfe einfacher Mathematik zeigt uns Blaise Pascal nun, was sich denn nun mehr ‚rentiert‘ – Glaube oder ‚Unglaube‘:

Nehmen wir an, ich glaube an Gott & er existiert – Basha, Hauptgewinn, ich bin nach dem Tod glücklich bis in alle Ewigkeit

Nehmen wir an, ich glaube an Gott & er existiert nicht – Nicht verloren. Schließlich bin ich dann nach dem Tod schlichtweg tod & kann meine                                                                                                                       Entscheidung nicht mehr bereuen. Mehr noch gewinne ich sogar ein bisschen, da ich meinem                                                                                                        Leben damit Sinn verliehen habe.

Nehmen wir an, ich glaube nicht an Gott & er existiert – Verkackt. Ich lande in der Hölle und kann mich in aller Ewigkeit ärgern, die falsche                                                                                                                           Entscheidung getroffen zu haben. Außerdem soll’s ja auch ziemlich heiß sein da unten

Nehmen wir an, ich glaube nicht an Gott & er existiert nicht – Wie oben habe ich nichts verloren. Aber eben auch nichts gewonnen, schließlich bin ich                                                                                                                    nach dem Tod.. tod

Gott existiert (G) Gott existiert nicht (~G)
Glaube an Gott (Gl) +∞ (Himmel) 0
Kein Glaube an Gott (~Gl) -∞ (Hölle) 0

Die Tabelle verdeutlicht die ‚Spielchancen‘. Laut Pascal kann ich mit dem Glauben nur gewinnen, ohne Glauben jedoch nur verlieren. Klingt zunächst einleuchtend, oder? Es würde sich also in jedem Fall lohnen, sein Leben dem Spirituellen zu widmen, schließlich kann ich ja nichts verlieren. Das hier wäre tatsächlich ein logischen Grund – auch im aufgeklärten Zeitalter noch – zu glauben.

So einfach ist es jedoch nicht, hat der gute Herr Pascal dabei doch auch einiges übersehen. Zunächst einmal geht er von einer Wahrscheinlichkeit von 50:50 aus, was viele Kritiker bemängeln, so sind bspw. Erzählungen aus der Bibel weitaus unwahrscheinlicher und unsicherer als naturwissenschaftliche Funde. Darüber kann man jedoch noch hinwegsehen, kann man doch die Bibel wie oben beschrieben an logische Erkenntnisse angleichen, wie bei Intelligent Design. Was kritisch ist, ist jedoch vielmehr seine Annahme, es gäbe entweder einen Gott, der Glauben belohnt oder keinen Gott & somit keine Belohnung.
Jedoch gibt es noch um ein vielfaches mehr Szenarien –

  • Es gibt einen Gott, der nur den Glauben an seine Religion belohnt – die Möglichkeiten vervielfachen sich mit der Zahl der Religionen. Soll ich also Christ, Buddhist werden oder gar an das fliegende Spaghettimonster glauben?
  • Es gibt einen Gott, der alle Menschen belohnt, egal, ob sie glauben
  • Es gibt einen Gott, der niemanden belohnt
  • Es gibt einen Gott, der den Glauben an ihn bestraft und rationalen Agnostizismus belohnt. Dann müsste man die Wette komplett umgekehrt betrachten – es kann nur der Agnostiker gewinnen.

Im Zsammenhang dessen spricht gegen Pascals Wette auch, dass Glaube sehr wohl etwas kostet (man also ohne die Existenz eines Gottes etwas verliert) – sei es Zeit auf der Erde, Selbstbestimmung, Freiheit oder gar Geld. Im Christentum existiert gar der Vers

„Wenn wir nur in diesem Leben unsere Hoffnung auf Christus gesetzt haben, sind wir bemitleidenswerter als alle Menschen.“

Hier hält Pascal entgegen, dass der Wert des Gewinnes im Vergleich zum Einsatz die ‚Wette‘ trotzdem profitabel macht. Dabei übersieht er jedoch, dass es nunmal nur eine Chance gibt, keinen ‚langfristigen Gewinn‘.

Was meiner Meinung an diesen ganzen Berechnungen wenig Sinn ergibt ist jedoch die Tatsache, dass ein so auf Profit ausgelegter und ausgerechnter Glaube nicht im Sinne eines Gottes sein muss/kann.
Schließlich bedeutet Glaube ja, die Existenz zu Gott bedingungslos und ohne jeden Zweifel anzunehmen, aus emotionaler Verbundenheit. Einem Menschen, der Pascals Überlegungen anstellt ist dies jedoch nicht möglich, da er schon als Prämisse eine hypothetische Nichtexistenz vorraussetzt. Einem kalkulierenden und spekulierenden Menschen, der ohne Einbuße in der Qualität des irdischen Lebens glaubt, dem würde ‚Gott‘ außderdem wohl keine Belohnung für seinen Glauben schenken. Stichwort ‚Rechenreligion‘ (schöner Neologismus, oder?)

Damit ist mein Standpunkt gesetzt. Auch ein scharfsinniger Mensch wie Blaise Pascal kann dem Glauben seinen Charakter nicht nehmen – der Sinn des Glaubens ist eben zu glauben und nicht logisch zu begründen oder zu wissen (ganz im Gegensatz zur Naturwissenschaft).
Deren Spektrum ist jedoch beschränkt auf die Erklärung der Welt, nicht auf ihren Hintergrund – auch wenn einige Evolutionisten bspw. das noch nicht ganz verstanden haben.

Für ein Lebenskonzept taugen Technik und Wissen also auf der einen Seite nicht viel, zumindest wenn dieses über den Tellerrand hinausgehen soll – die Naturwissenschaft ist frei von Werten! Was und wie man zu welchem Zweck handeln soll – dazu brauchen wir auf der anderen Seite den Glauben, oder mindestens ein Weltbild.
Und anscheinend verlangt der homo sapiens nach etwas dieser Art! Zu sehen ist das an zunehmender Beliebtheit esoterischer Bücher oder auch am einfachen Beispiel vom Atheist im abstürzenden Flugzeug, der sich laut Meinung vieler Menschen noch bekehrt, wenn es ums nackte Überleben geht.

Ja, es liegt meiner Meinung nach in unserer Natur an irgendetwas zu ‚glauben‘, nicht alles logisch begründen und wissen zu können. Eine rationale Erklärung, weshalb man an einen Gott Glauben sollte gibt es also nicht.
Sie wäre auch Blödsinn, sonst würden wir – wie Pascal- den Glauben in die Logik ‚packen‘, er würde seinen Charakter verlieren und seinen Zweck letztendlich nicht erfüllen.

Glaube muss etwas ‚Unverständliches‘ bleiben.

Was denkt ihr zu diesem Thema? Stehen sich Religion und Naturwissenschaft im Weg oder gibt es vllt doch eine rationale Begründung, weshalb man an ‚Gott‘ glauben sollte?
Lasst es mich wissen!