Februar 13

Stundenzusammenfassung vom 13. Februar 2017

Gliederung:

  1. Blatt „Beispiele für Grenzen des hedonistischen Kalküls
  2. John Stuart Mill

Thema: Utilitarismus

John Stuart Mill
  • Geboren: 20. Mai 1806 in London
  • Gestorben: 8. Mai 1874 in Avignon
  • Vorbestraft wegen Verteilung von Flugblättern über Verhütung
  • Arbeiter bei indischer Handelskompanie

Grundgedanke:

Das Individuum sollte sein Eigeninteresse auf alle beziehen und möglichst so handeln, dass es dem Kollektiv dient. Der Einzelwille wird somit unwichtig und es wird in Kauf genommen das ein Individuum leidet oder ihm etwas negatives wiederfährt, solange es der Gemeinschaft hilft.

Glück: intellektuelle Lust, Dienst an der Gesellschaft

Gerecht ist was nützlich ist solange alle glücklich sind.

Kritik: Nur Kollektivgedanke auch wenn Individuum leidet.

Ist der Utilitarismus noch aktuell?

In der heutigen Zeit könnte eine solche Einstellung problematisch werden, da es alle Vorstellungen von unserer heutigen Zeit verwirft. Heutzutage versucht man jeden einzelnen mit einzubeziehen und keinen zu übergehen. Allerdings handeln Parteien auch nach dem Willen der Allgemeinheit und beachten nicht die Meinung jedes einzelnen. Also kommt der Utilitarismus heute noch vor allerdings in einer abgewandelten Form.

John Stuart Mill sagt auch das der Mensch höhere Freuden bevorzugt. Das bedeutet er ist lieber ein unzufriedener Kant wie ein zufriedener Narr. Dies liegt daran das nicht sehr intelligente Menschen leichter zu befriedigende Bedürfnisse haben, als Menschen mit einem höheren Bildungsniveau.

 

 

 

Februar 3

Protokoll 30.01.2017

Stundenprotokoll Ethik K1/2 30.01.2017 9.40-11.15 Uhr

Referentin: Sü

13 Schüler anwesend

Verfasserin: Gerechtigkeit

Gliederung:

  • Organisatorisches
  • Hundeleben (Kurzfilm)
  • Kritik an Kant
  • 5.Folge von „Sophie, Kant und der kategorische Imperativ“
  • Blog

 

Organisatorisches:

Frau Schütze teilt uns mit, dass wir die letzten zwanzig Minuten Zeit bekommen, um einen ihrer beiden Blogeinträge zu kommentieren. („Big Delta“ und „Die Welt von Morgen“)

 

Hundeleben (Kurzfilm)

Kurzer Überblick über die Handlung des Films:

In dem Film geht es um einen armen, obdachlosen Jungen, der auf einem Markt herumläuft. Der Junge hat Hunger, aber nicht genug Geld um sich etwas zu Essen zu kaufen, also entscheidet er, etwas zu klauen. Er erleichtert die Ständebesitzer also um zwei Würste, zwei Teller und eine Kerze, wobei er beim Klauen der Teller von dem Besitzer des Standes gesehen wird. Dann sieht man wieder den Jungen, wie er, auf einer Wiese hinter einem Haus die Teller mit den Würsten anrichtet und die Kerze zwischen ihnen platziert. Anschließend holt er einen Welpen aus einem Karton und gibt ihm eines der beiden Würstchen, während er das andere isst. Nebenher schauen sich die beiden durch ein Fenster eine Fernsehsendung an. Danach sieht man die drei Kaufleute, die den Jungen nun endlich gefunden haben, ihn aber, als sie sehen wie er dort mit seinem Hund lachend vor dem Fenster sitzt und ihm sogar noch ein Teil seines eigenen Würstchens gibt, dort sitzen lassen und einfach wieder verschwinden.

 

Während wir den Film sahen, sollten wir uns Gedanken machen, was die Maxime der Kaufleute ist und was die des Jungen sein wird und diese anschließend notieren. Die Schüler kamen dabei zu unterschiedlichen Ergebnissen. Eines davon ist dies:

Kaufleute Junge
Maxime Wann immer der Dieb ohne böse Absicht handelt, lassen wir ihn in Ruhe. Wann immer ich nicht genug Geld habe, klaue ich um zu überleben.
Verallgemeinerung Es gibt ein Gesetzt, das es den Menschen vorschreibt, den Dieb gehen zu lassen, solange er nicht mit böser Absicht gehandelt hat. Es gibt ein Gesetz, das es den Menschen vorschreibt zu klauen um überleben zu können, wenn sie nicht genug Geld haben, um sich etwas zu kaufen.
Prüfung Kann ich das Denken: JA

Kann ich das Wollen: JA und NEIN

Kann ich das Denken: JA

Kann ich das Wollen: NEIN

 

Es gab aber auch andere Lösungen, deren Maximen sich danach richteten, dass der Junge das Essen zum Überleben braucht oder dass die Kaufleute böse sind, weil sie beklaut wurden und dementsprechend waren dann auch die Verallgemeinerungen und die Prüfungen anders.

Dann haben wir noch besprochen, warum man eher auf der Seite des Jungen steht und kamen zu dem Entschluss, dass dies so ist, weil der Junge Mitleid in uns erweckt. Dies tut er zum einen indem er der Bettlerin Geld spendet, obwohl er selbst nicht viel davon besitzt und zum anderen dadurch, dass er einen Hund besitzt und Tiere sind nun mal immer gut, um die Menschen auf seine Seite zu ziehen.

Die Tatsache, dass der Junge Mitleid in uns geweckt hat, ließ uns dann erkennen, dass das etwas ganz Anderes ist, als das, was Kant sagt. Er lässt nämlich die Gefühle und Neigungen komplett außer Acht.

 

Kritik an Kant

Wir sollen überlegen, ob uns noch weitere Kritikpunkte einfallen und schreiben daraufhin folgende auf:

  • Motivation des Handels: ganz oft Gefühle, z.B. Mitleid
  • Ausnahmesituation anders bewerten
  • Praktische Anwendung zu kompliziert/ zu rigoros
  • Selbstauferlegte Pflichtà lebensfremd
  • Folgen werden außer Acht gelassen

5.Folge von „Sophie, Kant und der kategorische Imperativ“

http://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/kant-fuer-anfaenger/der-kategorische-imperativ/kant-imperativ-05-freiheit-sittlichkeit100.html

Nachdem wir diese Folge gesehen haben, ergänzen wir noch weitere Punkte, auf der gerad eben erwähnten Liste, die die Kritik an Kant deutlich werden lässt.

 

Blog

Frau Schütze gibt uns den Auftrag, die von ihr verfassten Einträge zu lesen und zu einem dieser beiden Einträge zu kommentieren. Wir können uns entscheiden zwischen „Anregung zum Philosophieren: Im Netz von Big Delta“ und „Anregung zum Philosophieren: „Die Welt von Morgen“ (beide sind direkt unter diesem Protokoll zu finden). Dafür haben wir dann die restlichen zwanzig Minuten Zeit.

Januar 29

Anregung zum Philosophieren: im Netz von Big Data

„Vielmehr bezeichnet Big Data ein Bündel neu entwickelter Methoden und Technologien, die die Erfassung, Speicherung und Analyse eines großen und beliebig erweiterbaren Volumens unterschiedlich strukturierter Daten ermöglicht.“ (Quelle: Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages, 2013.)

Große Mengen an Daten zu verarbeiten ist ein wichtiges Innovationsthema in verschiedenen Bereichen der Wirtschaft, Wissenschaft und der öffentlichen Verwaltung geworden. Ein paar Beispiele:

  • vor einigen Wochen gab es einen Artikel, der ganz stark im Netz gestreut wurde: „Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt„, dabei geht es um die Möglichkeiten der Datenanalyse und Datenkombination bis hin zu bewussten Streuung und Steuerung von Meinungen an zwei Beispielen: dem Brexit und der US-Wahl. Kurze Zeit später gab es bereits gegenteilige Artikel, u.a. „Big Data allein entscheidet keine Wahl„, die die Macht der Datenanalysten etwas abmilderten.
  • Fitnessarmbänder messen jederzeit die Schrittanzahl, Herzfrequenz, Schlafzeiten, Bewegungsmuster etc. Alles kann bei der Herstellerfirma hochgeladen werden und der persönliche Fitnessstand gemessen werden, dazu gibt es Tipps für die persönliche Optimierung. Bekommen nun Krankenkassen oder Pharmaunternehmen die riesigen Datenmengen, können sie damit einerseits gezielter ihre Produkte entwerfen und dem Kunden anbieten, andererseits können sie auch viel personalisierter (und damit finanziell) auf gute und schlechte Lebensweisen reagieren. (mehr Infos)
  • In den USA werden schon seit vielen Jahren Algorithmen verwendet um das Rückfallrisiko von Straftätern zu ermitteln. Bei jenen mit hohem Rückfallrisiko wird der Antrag auf Bewährung eher seltener gewährt, die Kautionshöhe ist größer, etc.. Da die Algorithmen intransparent sind („Geschäftsgeheimnis“), können nur die Ergebnisse ausgewertet werden. Und diese zeigen eindeutig, dass Afroamerikaner systematisch schlechter bewertet wurden. Dies hat gavierende Auswirkungen für jeden einzelnen Häftling. (mehr Infos)

Die Fragen, die sich dabei aufdrängen, sind unter anderem: wie sehr vertrauen wir als Gesellschaft uns den Algorithmen, letztlich Maschinen, an? Welche moralischen Grenzen gibt es, die nicht überschritten werden dürfen? Ist unsere Handlungs- und Willensfreiheit in Gefahr?

Natürlich gibt es auch positive Beispiele:  Open Data – also viele Daten, die frei verfügbar sind, ermöglichen ganz neue wissenschaftliche Erkenntnisse, auch mit Hilfe ganz „normaler“ Bürger, so genannter Citizen Science („Bürgerwissenschaft“).

  • So gibt es z.B. einen Bastelbausatz zur Messung von Luft-(verschmutzungs)-daten, alle Daten werden in die Datenbank gespeist und ausgewertet. Die Luftdaten sind beispielsweise für Stuttgart viel detailierter als die amtlichen Daten.
  • Auf naturgucker.de kann jeder Fotos seiner Naturbeobachtungen sowie zusätzliche Daten hochladen. Außerdem gibt es zahlreiche Hilfen bei der Bestimmung von Arten. So kann man beispielsweise Zugvögel auf ihren Routen beobachten, da alle Daten sowohl art- als auch ortsbezogen ausgewertet und gefiltert werden können.

Daraus ergeben sich weitere Fragen: wie transparent darf/muss Wissenschaft sein? Welche Möglichkeiten gibt es für Schüler sich an solchen Projekten (auch fächerübergreifend) zu beteiligen – welche Fragen könnten spannend und interessant sein? Sollten nicht alle Daten, die von der „Allgemeinheit“, also aus Steuermitteln, finanziert werden offen und frei zur Verfügung stehen?

Januar 27

Protokoll 23.01.2017

Stundenprotokoll Ethik K1/2 23.01.2017 9.40-11.15

Referentin: Sü

11 Schüler anwesend

Verfasserin: Freiheit

Gliederung der Doppelstunde:

  1. Organisatorisches
  2. Maximen+ Verallgemeinerungstest
  3. Mensch als Bürger zweier Welten
  4. Vergleich mit goldener Regel
  5. Herleitung des kategorischen Imperativs der Freiheit

1.Organisatorisches

Die drei abwesenden Schüler nehmen am BEST-Training teil und sind deswegen entschuldigt.

 

2.Maximen + Verallgemeinerungstest

Wir sehen uns zwei Folgen der Serie „Kant, Sophie und der kategorische Imperativ“ an.

( Sie sind als kurze Wiederholung der letzten Stunde zu verstehen.)

 

3.Mensch als Bürger zweier Welten.

Wir reden über die Frage, ob sich der Mensch selber Gesetze geben sollte und kommen zu dem Entschluss, dass er sich diese sogar geben muss, um der Vernunft und nicht nur seinen Trieben zu folgen.

 

  • Der Mensch ist Bürger der sinnlichen und verstandesmäßigen Welt. Auf Grund dieses Verstandes und seiner Vernunft ist er in der Lage, sich selbst Gesetze zu geben.

 

4. Vergleich mit der goldenen Regel

  Goldene Regel:

„Was du nicht willst, dass man dir tut, das füge keinem anderen zu.“

Kategorischer Imperativ:

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

Gemeinsamkeiten -beides Imperative

-beide sind als formales Prinzip zu verstehen –> Ableitung von konkreten Handlungsanweisungen nötig

-Verallgemeinerung nötig

-als moralische Richtlinie zu verstehen

(<–gilt auch für diese Seite)
Unterschiede -subjektiv, nur bedingt gültig

-hypothetischer Imperativ

-Anforderung schwächer als beim kategorischen Imperativ

-auf individuelle Ansichten ausgelegt

-unbedingt, kategorisch gültig

-Anforderung stärker

-gilt unabhängig von Individuellen Wünschen

 

 

Die goldene Regel ist also eher auf einen selbst bezogen und gilt nicht immer für die Allgemeinheit, der kategorische Imperativ hingegen, gilt für die Allgemeinheit und ist für jeden gleich zu verstehen.

 

 

5.Herleitung des kategorischen Imperativs der Freiheit

  1. Freiheit = Voraussetzung für die Möglichkeit ethischen Handelns überhaupt: „Nur wer nicht muss, kann wollen.“
  2. Bedingung der Freiheit: Zwanglosigkeit in Bezug auf Handeln
  3. Hindernis für Zwanglosigkeit/ Willensfreiheit: Glücksstreben des Menschen
  4. Die Möglichkeit des Menschen, sich selbst ein moralisches Gesetz zu geben und mithilfe der Vernunft einsichtig zu sein
  5. Glück = vorgegebener Zweck; alles Handeln wird somit zum Mittel, ist also nie Selbstzweck
  6. Alle Inhalte des Wollens können damit nie frei sein; z.B. kann Nicht-töten-Wollen aus Angst vor Strafe (Streben nach Wohlbefinden) herrühren
  7. Nur die eine Form des Willens, der Wille an sich, das Wollen „um den Wollens Willen“, der gute Wille, kann demnach frei sein
  8. Dieser freie Wille manifestiert sich im Kategorischen Imperativ, denn nur dessen Selbstverpflichtung gilt ohne jede Bedingung („Ich will, weil es vernünftig ist“, d.h. weil es für alle Menschen jederzeit widerspruchsfrei gelten kann)
  9. Das sittliche, selbstverständliche Handeln ist somit der einzig wahre Ausdruck der Freiheit
  10. Freiheit = Moralität

 

Januar 26

Anregung zum Philosophieren: die Welt von morgen

Wie sollte die Schule Jugendliche auf die „Welt von morgen“ vorbereiten?

Wir wissen weder, wie die Welt von morgen aussehen wird noch welche Anforderungen sie an den einzelnen Menschen oder die Gesellschaft als Ganzes stellen wird.

Unsere aktuellen Lehrpläne in der Oberstufe sind gültig seit 2004 (neue werden gerade in Kl. 5&6 eingeführt), erstellt wurden sie also Anfang der 2000er Jahre, in dem Zeitraum wurde ein Großteil meiner aktuellen Schüler geboren. Und schon in den letzten 10 Jahren hat sich so viel verändert.

Das alles gab es z.B. 2006 noch nicht:

  • iPhone
  • iPad
  • Kindle
  • Uber
  • Airbnb
  • Android
  • Oculus
  • Whatsapp
  • Instagram
  • Slack
  • Spotify
  • Snapchat

Heute sind die meisten dieser aus dem Leben nicht mehr weg zu denken – und sie haben das Leben, zumindest in unserer westlichen Welt, sehr stark verändert. Die Digitalisierung hat Einzug in (fast) jede Hosentasche gehalten. 2006 war niemandem klar, welchen großen Einfluss gesammelte Daten, Algorithmen und die Kombination von beidem auf das Leben hat – und ich denke, dabei stehen wir erst am Anfang dieser Entwicklung.

Die Frage stellt sich nun, nicht nur mir als einzelner Lehrerin, sondern auch der Institution und dem System Schule: mit welchen Kompetenzen, mit welchem Wissen, mit welchen Skills sollten wir / ich unsere / meine Schüler ausstatten, damit sie gut vorbereitet sind auf „die echte Welt“?

Januar 22

Protokoll Montag 16.01.2017

Protokoll Montag 16.01.2017

Referentin: Sü

Alle Schüler sind anwesend

Verfasser: Zufall

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Verlauf: 1. Organisatorisches

2. Kant und der kategorische Imperativ

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  1. Organisatorisches

Die Klausuren und Ergebnisse der Ethikblog Einträge werden ausgeteilt.

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  1. Kant

Mithilfe des Kolleg Ethik S.158 der Text zum guten Willen von Immanuel Kant gelesen und zusammengefasst:

  1. Außer dem guten Willen ist nichts absolut gut
  2. Güter von außen können nur in Verbindung mit dem guten Willen absolut gut sein
  3. Nicht die Glückseligkeit ist das höchste Gut, sondern der gute Wille
  4. Egal ob das was man bewirken will klappt oder nicht, der Wille zählt

 

  • Bei Kant ist nur der gute Wille gut
  1. Folge von „Kant, Sophie und der kategorische Imperativ“

(kurze Wiederholung der letzten Stunde)

 

Lesen des Kant Interview, 1. Teil Bern Rolf: Herr Kant, erklären sie uns bitte den kategorischen Imperativ“

Anschließend Universalisierungstest und eigene Beispiele zum kategorischen Imperativ.

  1. Einzelfall: Ich habe keine Lust zu lernen und schreibe deshalb in der Arbeit ab.

Verallgemeinerung: Es gibt ein Gesetz, das besagt, dass jeder der keine Lust zu lernen hat von jemand anderem abschreiben muss.

Wiederspruch: Wenn jeder abschreibt, gibt es niemanden mehr, der etwas gelernt hat.

  • es gibt keine guten Schüler mehr, das System geht kaputt.

 

  1. Einzelfall: Ich sehe gerade keinen Mülleimer und schmeiße meinen Müll deshalb auf den Boden.

Verallgemeinerung: Es gibt ein Gesetz, das den Leuten vorschreibt, immer wenn sie keinen Mülleimer sehen ihren Müll auf den Boden zu schmeißen.

Wiederspruch: Niemand mag Müll auf dem Boden

  • Die Umwelt wird verschmutzt und keiner fühlt sich mehr wohl

Kants Formeln: Die Formeln des kategorischen Imperativs

  1. Allgemeine Gesetzformel

„Handle nur nach derjenigen Maxime (Grund), durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

  1. Formel analog zum Naturgesetz

„Handle so, als ob die Maxime deiner Handlung durch deinen Willen zum allgemeinen Naturgesetz werden sollte.“

  • Das Gesetz soll wie ein Naturgesetz sein können

 

  1. Selbstzweck-Formel

„Handle so, dass du die Menschheit, sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst.“

Januar 15

Protokoll vom 21.11.2016 K2

Es fehlten 4 Schüler.

 

Zuerst sahen wir uns zwei Videos an, anhand welcher wir ein Arbeitsblatt zum Thema Menschenrechte ausfüllten:

     https://youtu.be/fjagWFEmnpg

        https://youtu.be/12uKuORCyBM

Nach dessen Besprechung bekamen wir ein Arbeitsblatt zum Aufbau eines Arguments

Hier bearbeiteten wir die erste Aufgabe:

           (Fakt) Die Todesstrafe ist in Deutschland verboten, (Begründung) weil sie wider den Menschenrechten steht (anerkannte Norm). (Konklusion) Folglich ist sie moralisch nicht zu vertreten.

           (Fakt) Die Todesstrafe ist in Deutschland verboten. (Begründung) Unter anderem da in Anbetracht der Tatsache, dass in den USA, wo sie erlaubt ist, nicht weniger Verbrechen begangen werden (Fakt). Demnach funktioniert sie auch nicht als Abschreckung (Konklusion).

Für die zweite Aufgabe bekamen wir Zeit an den Computern zu recherchieren, werden unsere Ergebnisse jedoch erst nächste Stunde zusammentragen.

Januar 15

Ethisches Handeln und die Scheinmoral

Jeder hat es schon gesehen: ein T-Shirt für 3,99 €. Die einen schlagen zu, die anderen gehen für diesen Betrag lieber Kaffee trinken (fair angebaut und gehandelt natürlich!). Bin ich unmoralisch, wenn ich bei diesem scheinbar unschlagbaren Angebot schwach werde? Kann ich diesen unmoralischen Kauf kompensieren?

Wir alle können selber entscheiden, ob wir ein Kleidungsstück kaufen wollen, bei dessen Herstellung Menschen gelitten haben. Oder ob wir lieber die fairere Variante wählen. Gerade in dieser Möglichkeit zum moralischen Handeln zeigt sich unsere Freiheit. Sonst wären wir einfach willenlose Konsumenten. (Evi Hartmann)

Wir stehen ja heutzutage vor einem gar unüberschaubaren Markt, egal ob nun Kleidung oder andere Produkte. Im Einkaufsladen beispielsweise: Da gibt es 250 g Butter zu 89 ct oder für 2,29 €. Da denke ich ja auch nicht nach, ob es den Kühen beim Melken nun schlecht ging oder nicht.

Aber hilft es vielleicht auch meinem eigenen Ego, zum teureren Produkt zu greifen? Ob ich nun Butter von Gut&Günstig oder von demeter kaufe, interessiert später keinen, wenn sie erst mal im Kuchen gelandet ist. Aber beim T-Shirt? Primark oder G-Star? Das trägt man ja schließlich am Körper, jeder sieht es zwangsläufig. Da greift der, der etwas auf sich hält doch zum Shirt für 49,99 €. Ein Schelm, wer hier eine Doppelmoral erkennt.

Vielleicht ist das ja auch eine Art Kompensationsreflex, billige Nahrung, teure Kleidung. Witzigerweise kann man manchen auch genau das Gegenteil unterstellen – teure Fair-Trade-Produkte, billige Kleidung (ich glaube wir haben da ja unsere Vorstellung bestimmter Menschen).

Aber Weg von der Butter: Wir alle haben ja eine Verantwortung mit unseren Taten (Käufen), auch wenn wir uns dieser nicht gleich bewusst sind. Die Frage ist ja eher, was uns als Konsument besser fühlen lässt? Diese Freiheit kann einem bisher nicht genommen werden, insofern nicht strenger kontrolliert wird, wie sehr der Milchbauer unter der billigen Butter leidet oder wie Menschen in Fabriken behandelt werden.

Wie denkt Ihr darüber? Ist man konsequent, was ethisches Handeln betrifft? Oder legt man eher darauf wert, was einen immerhin so aussehen lässt? Seid Ihr konsequent?

Januar 15

Protokoll vom 9. Januar 2017

Gymnasium Gerabronn, Ethikkurs 2015-2017

Stundenprotokoll vom 09.01.2017, Doppelstunde ( 7:45 -9:20)

Referentin: Sü

Anwesende: vollständig (18 Schüler )

Verfasser des Protokolls:  emva98

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 Gliederung

  1. Empathie – Spiel über das Thema Religion
  2. Wozu Religion?
  3. Wiederholung: Allgemeinwissen über die Weltreligionen

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1. Das Empathie – Spiel

In diesem Spiel geht es darum, wie gut man sich in Personen (hier: die Klasse) hineinversetzen kann. Es werden Ja-Nein-Fragen über das Thema Religion gestellt und jeder schätzt die Antwort der Klasse ein ( Tabelle ) . Pro Person darf  nur ein Joker benutzt werden (Joker=Enthaltung). Nach jeder Frage werden die Vermutungen aufgelöst.

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2. Wozu Religion?

Zu dieser Frage lasen wir im Buch Kolleg Ethik auf der Seite 332/333, damit wir folgende

Wesensbestimmung:

  • Jede Religion ist eine Weltanschauung
  • Jede Religion wird durch seine Feste, Rituale, Gebete, Symbole usw. definiert
  • die Ausübung der Religion ist vorgeschrieben (z.B 1o Gebote im Christentum, Koran)

Grundfunktion:

  • religiöse Vorzüge wirken gemeinschaftsbildend (z.B Gottesdienst)
  • individuell konkretisiert
  • Weltanschauung mit Riten und Festen
  • Religion bietet Wertmaßstäbe zur Beurteilung von Verhaltensweisen (Verhalten überprüfen, Lebensziele festlegen)  z.B im Christentum: 10 Gebote, Jesus u. Heilige als Vorbilder …
  • gibt Antworten auf existentiellen Fragen -> Sinnhorizont für das individuelle Leben
  • Religion hilft, Angst zu bewältigen und Krisen zu bestehen (durch Gottvertrauen)
  • Religion fördert die Selbstannahme (Vor Gott sind alle Menschen gleich). Grundlagen: Seelsorge, Gebet, Meditation

 

Nach der Besprechung der Aufgaben, sollte jeder selbst die Religion definieren.

Meine Definition:

Die Religion ist ein Glaube an eine höhere Macht, die das menschliche Verhalten, Handeln, Denken und Fühlen und auch die Wertvorstellungen im Leben beeinflussen. Sie zeigt den Menschen

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3) Die Weltreligionen (Übersicht)

In der nächsten Stunde (16.01.17)  werden die letzten zwei Weltreligionen (Buddhismus, Hinduismus) bearbeitet.

Januar 14

Wunschkind gesucht!

 

Wunschkind gesucht: Blond, blaue Augen, ausgewachsen ungefähr 1,80, intelligent.

Was wäre, wenn das tatsächlich möglich wäre? Wenn man  sich das perfekte Kind „zurechtschneidern“ könnte?

Genau diese Gefahr sehen manche in der Präimplantationsdiagnostik.

Dieses Verfahren, kurz PID, gewinnt auch heutzutage in den Medien immer mehr Aufmerksamkeit und wird zum Teil heiß diskutiert. Doch was ist PID genau und warum ist es so ein brisantes Thema?

Präimplantationsdiagnostik bezeichnet im Wesentlichen die Überprüfung bzw. Untersuchung eines künstlich befruchteten Embryos vor der Einpflanzung in die Gebärmutter auf Gendefekte.  Wenn schwerwiegende Chromosomenanomalien vorliegen sollten, kann man dies vorher erkennen und entscheiden, ob die Implantation stattfinden soll oder nicht. Hierbei kann auch im Voraus bestimmt werden, ob das Kind männlich oder weiblich ist.

 

Dadurch, dass man durch die Untersuchung schon vorher weiß, dass das Kind zum Beispiel nicht lebensfähig ist, kann den Eltern Schmerz erspart werden, was nicht der Fall wäre, wenn sie erst nach der Geburt von dem Gendefekt erfahren würden und das Kind wenige Wochen nach der Geburt schon versterben würde.

Man hat somit die Möglichkeit, genetisch bedingte Krankheiten gezielt zu vermeiden und dadurch die Lebensqualität der Eltern und des Kindes zu verbessern. PID bietet also solchen Paaren eine Möglichkeit, Kinder zu bekommen, die durch Erbkrankheiten vorbelastet sind und daher Angst haben, dass sie diese Erbkrankheiten auch an ihr Kind vererben.

Außerdem kann man durch die PID das Leben eines schwerkranken Geschwisterkindes retten, das auf eine Knochenmarksspende bzw. Stammzellenspende angewiesen ist und das sonst sterben würde. Dazu erfolgt die Implantation eines Embryos, der die höchste genetische Übereinstimmung mit dem erkrankten Kind zeigt.

Auch wenn PID viele Vorteile hat, so kann man dennoch auch einige Nachteile feststellen.

Nehmen wir an, ein Paar erfährt, dass ihr Kind voraussichtlich nur 2 Wochen leben wird, dann werden sie es wahrscheinlich nicht implantieren lassen.

Wenn das Kind aber voraussichtlich 3 Jahre leben wird, so ist es schon schwerer abzugrenzen, ob man den Embryo implantieren lässt oder nicht. Es verschwimmen die Grenzen, man kann nicht genau sagen, ob man diesem Embryo ein Leben „zugestehen“ kann oder nicht.

 

Außerdem ist es ethisch fragwürdig, wenn man einen Embryo „züchtet“, der nur als Spender für das schwerkranke Geschwisterkind herhalten soll. Man verletzt hierbei die Menschenwürde des Spenderkindes, da man es bloß als Mittel benutzt, um das andere Kind am Leben zu erhalten, ohne anzuerkennen, dass das Spenderkind als Zweck an und für sich existiert.

 

Zudem kommt die Angst hoch, dass man dieses Verfahren als Mittel benutzen könnte, um „Wunschkinder“ zu kreieren, man sich also, wie in der Einleitung beschrieben, aussuchen kann, wie das Kind aussehen wird. In der Tat gab es wohl einen Versuch, so etwas in den USA möglich zu machen:

Eine im Jahr 2009 gestartete Initiative einiger Fertilitätskliniken, auch die Auswahl von Augenfarbe und Haarfarbe in ihr Angebot aufzunehmen, ist seinerzeit aufgrund öffentlicher Proteste wieder gestoppt worden.“ (http://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin-ernaehrung/praeimplantationsdiagnostik-als-hilfe-fuers-wunschkind-11823264.html )

Wenn man davon ausgeht, dass das menschliche Leben schon mit der Befruchtung einer Eizelle durch einen Samen beginnt, so kann man mit dem Lebensschutzrecht bzw. der Menschenwürde argumentieren. Die Menschenwürde ist universal, das heißt, sie gilt für alle Menschen, unabhängig von ihrer „Rasse“ oder Religion, weiterhin ist sie individuell, was so viel heißt, dass sie jedem einzelnen Menschen zukommt. Hier liegt auch schon der Punkt, an dem sich die Geister scheiden, manche sagen nämlich, dass der Embryo vor der Implantation kein Individuum ist, da bis zum 12 Tag noch eineiige Mehrlinge entstehen könnten. Die Menschenwürde bzw. Menschenrechte kommen aber erst Individuen zugute, also erst nach der Implantation.

Dennoch kommt es hierbei auf die genaue Differenzierung an, wann einem Wesen genau Menschenwürde zukommt.

 

Meiner Meinung nach ist das ein sehr schwieriges Thema, aber ich finde, dass PID nur erlaubt werden sollte, wenn auch wirklich klar ist, dass das Paar das nur will, weil es Angst davor hat, dass das Kind eine schwere Erbkrankheit bekommt. In anderen Fällen, zum Beispiel wenn die Eltern sich aussuchen wollen, wie ihr Kind aussieht und welches Geschlecht es hat, finde ich es nicht gerechtfertigt.

Auch dass ein Embryo nur „gezüchtet“ wird, um als Spender für sein Geschwisterkind zu fungieren, finde ich absolut nicht zulässig, da man die Menschenwürde des „Spenderkindes“ verletzt.

Außerdem ist es schwer zu sagen, wann und wo man damit aufhört, wenn die PID legalisiert werden würde, würde eine genetische Voruntersuchung jedes Embryos wahrscheinlich an der Tagesordnung liegen, was wiederum dazu führen könnte, dass eine Selektion nach dem perfekten Menschenbild stattfinden könnte.

Wie steht ihr dazu? Seid ihr für oder gegen PID?