Die Frage nach Gerechtigkeit

Es ist heiß.
Ich gehe mit meiner kleinen Schwester durch die Stadt, wir besorgen uns Eis, gehen in den Park. Setzen uns in den Schatten einer großen Linde. „Kim!“, ruft sie plötzlich, aufgesprungen und losgerannt zu der großen Statue, die auf dem gegenüberliegenden Platz steht. „Was ist denn?“ gebe ich -zugegebenermaßen: genervt – von mir. „Wieso hat die Frau denn verbundene Augen? Und was macht die überhaupt?“ fragt sie und ich muss erst mal hochschauen, gegen die Sonne. Oh das ist ja Justizia!

Keine blöde Frage, die meine Schwester da gestellt hatte.
Allgemein bekannt ist ja, dass Justizia ein Zeichen der Gerechtigkeit ist. Beziehungsweise der Rechtsstaatlichkeit. Oder beidem? Aber was ist denn Gerechtigkeit? Aristoteles hatte ja die Idee, dass Gerechtigkeit eine Tugend ist, die nur in konkreten Handlungen oder Taten zum Vorschein kommt, und unterschied zwischen Gerechtigkeit zwischen Staat und Bürger sowie Bürger und Bürger. Fehlverhalten sollte berichtigt werden. Aber ist das „nützlich“? Und kann ich das tun? Bzw. ein Staat, in dem er über jemanden entscheidet? Wenn jemand vor Gericht kommt, weil er etwas gestohlen hat, dann wird zum einen sein Motiv gewertet, also die Beweggründe, weshalb er die Tat beging, des weiteren die Tat selbst: Wie war der Tathergang? Wie groß der Wert des entwendeten Objekts? Und weiter: Wenn nun eine Geldstrafe verhängt wird, oder bei schlimmeren Vergehen sogar die Freiheitsstrafe, wird über die Zukunft des Angeklagten entschieden. Man geht also davon aus, dass der Schaden ausgeglichen werden muss, im materiellen Sinn (-> Geld) oder im immateriellen (->Freiheitsstrafe), und dass dies von einem Staat angeordnet werden muss. Dafür steht dann das Schwert der Justizia, also für die Durchführung der Gerechtigkeit. Nun geht man also davon aus, dass der Täter diese Tat nicht von selbst begleichen oder reflektieren würde.

Das heißt, es gibt kein Vertrauen darauf, dass er dies tun würde, bzw. die Tat gar nicht erst begehen würde, was man ja an geläufigen Kriminalitätsraten durchaus als rationale Entscheidung nachvollziehen kann.

Das heißt, dar Rechtsstaat ist eine Absicherung, falls doch etwas schief geht. Falls der Mensch die Grenze übertritt, die Grenze, an der die Freiheit des anderen beginnt. 

In einer optimalen Gesellschaft bräuchte man das also nicht. Jeder würde sich gerecht verhalten.

Keine Justizia mehr benötigt? Aber nein, sie steht noch da, auf dem Platz mit dem Kopfsteinpflaster und den roten Bänken, Sie ist keine Illusion, keine Vision, sie steht da. Und da ist meiner Meinung nach der Punkt: In einer Utopie der gerechten Gesellschaft handelt jeder gerecht. „Gerecht“ ist aber Definitionsfrage. Das geht schon beim Eis los: Wer bekommt am meisten?

Der, der am meisten benötigt?

Oder am meisten geleistet hat?

Oder, wie Walter Rathenau meinte: Allen das Gleiche?

So geht es aber nicht nur in der Nachtischdebatte zu, sondern auch bei der Steuerpolitik: Kann man, aufgrund des wachsenden Abstandes zwischen arm und reich, Steuern auf große Erbschaften, Kapitalerträge und Immobilien erhöhen, da „die (…) Konzentration von Reichtum in einer demokratischen Gesellschaft nicht zuträglich ist“, wie es Hannes Koch 2005 formulierte? Natürlich kann man hier auch fragen, ob der Kapitalismus an sich gerecht ist: Hayes meinte hierzu, er sei das, da der Markt sich selbst regle, sie starken ihren Lohn bekommen, die faulen bzw schwachen eben weniger. Wobei die Frage ist, wo dann die Empathie bzw. die christliche Nächstenliebe bleibt, wenn im Kapitalismus jeder nach größtmöglichem Eigenerfolg strebt. Mit Kapitalismuskritiker könnte man jedoch etliche weitere Seiten füllen – wäre der Kapitalismus diesem Aufwand gerecht ;)? -deshalb zurück zum Platz der Justizia:

Es gibt also unterschiedliche Weisen, Gerechtigkeit zu definieren: Einer meint, es wäre gerecht, die schwachen auf die roten Bänke sitzen zu lassen, ein anderer meint, die, die hart gearbeitet haben, dürfen sich unter dem Baum ins weiche Gras in den Schatten legen, der nächste ist der Auffassung, alle müssen auf dem Kopfsteinpflaster stehen. Und da eben nicht alle einer Meinung sein werden, diskutiert man eben zu siebenhundertneunt, lässt Gesetzte entwerfen, beschließen, die eben von den Personen in schwarzer Robe angewendet werden: Um sich auf die eine „Norm“ zu einigen. Die nie alle einhalten werden, da es eben nie der Meinung aller 80 Millionen entsprechen wird.

Ist absolute Gerechtigkeit also eine Illusion, etwas, das nie erreicht werden kann? Um die Frage, nach dem was kommen wird zu beantworten, kann man einmal den Blick auf das was war wenden:

Das erste, was einem hierbei einfällt, ist vermutlich die griechische Polis: Um die Gerechtigkeit auszuloten, wurden in regelmäßigem Abstand andere Mitglieder des „Parlaments“ durch den Zufall des Loses bestimmt. Und kann es etwas gerechteres geben als den Zufall? Doch trotz alledem traf die Möglichkeit, mitbestimmen zu können. nur auf Bürger zu. Sklaven und Frauen waren nicht mutinbegriffen.

Selbst heute scheint es, als hätten sich die Ungerechtigkeiten und Unterdrückungen der einen Gruppe durch die andere keineswegs aufgelöst, sondern sich nur in post-kolonialer Abhängigkeit über den gesamten Globus erstreckt und verschlimmert. 

Und trotzdem gibt es jeden Tag Menschen, die für ihre Rechte oder die anderer einstehen, Gerechtigkeit fordern und fördern. Nelson Mandela? Malala? Schindler? Manchmal genügt das sitzenbleiben einer Person zum Aufstand der Welt: Rosa Parks. Greta Thunberg. Manchmal fordert es hartnäckigen, langwierigen zivilen Ungehorsam: Mahatma Grandi. Wobei letzterer bekanntlich für seine Vision von einem Andersdenkenden  erschossen wurde.. Also doch nur Illusion?

Mein Blick fällt wieder auf die Statue. Sie ist noch da. Vielleicht benötigt es nur Menschen, die sie sehen. Wie meine Schwester. Die aus der Illusion eine Vision machen

„Kim!!! Was ist denn jetzt?“ Ja hmmmmm. Wie erkläre ich das jetzt?

„Schau die Frau hat die Augen verbunden dass sie uns nicht sieht, die Waage, dass sie entscheiden kann, ob wir lieb zueinander sind. Das Schwert ist zum drohen da…“ (Nicht gerade pathetisch)

Fragend blickt mich meine 5-jährige Schwester mit großen Augen an.

„Ok…wieso braucht man das denn? Naja, egal, Erwachsene sind ja manchmal komisch. Aber hey, magst du mein Eis haben? Ich kann nicht mehr!“

„Klar“, grinse ich. Kinder brauchen auch gar keine Erklärung, manche haben es einfach schon verinnerlicht – auch wenn sie es gar nicht wissen kann.

Quellen:

  • Mahatma Ghandi – „Was für einen Menschen möglich ist, ist für alle möglich“ , (2015), Planet Wissen -ARD
  • Lady_Justice (07.01.2020)
  • Bedenkliche Schieflage, (2015), Hannes Koch
  • Auf dem Fechtboden des Geistes. Aphorismen aus seinen Notizbüchern, Walther Rathenau (1953)
  • Eigenes Gehirn 🙂

#IStandWithMaya – Unterstützung einer transfeindlichen Welt?

Die Gesellschaft, in der wir leben, ist nicht immer die Gesellschaft, in der man leben will. Nicht jeder kann sich mit den aktuellen gesellschaftlichen Vorstellungen einigen. Deshalb kommt es im Internet und in der Öffentlichkeit immer mehr zu Diskussionen, Meinungsäußerungen und Auseinandersetzungen. Während sich viele als Individuum in unserer Gesellschaft nicht zurechtfinden, setzen sich andere für ihre bestimmten und individuellen Vorstellungen und Werte ein. So löst auch Harry Potter-Autorin J.K.Rowling eine große Internet-Debatte aus und muss um einiges an Kritik und Empörung einstecken. Über Twitter hat sich die Autorin zu der Kündigung von Maya Forstater geäußert, was viele Fans schockiert. In einem Tweet, veröffentlicht am 19. Dezember 2019, verteidigt J.K. Rowling die genderkritische Wissenschaftlerin Maya Forstater, die aufgrund transfeindlicher Aussagen auf Twitter ihren Job verloren hat. Zum einen hat die Steuerfrau dazu aufgerufen, den Sender Recognition Act zu reformieren, der Trans Menschen erlaubt, ihr Geschlecht auszugleichen. Maya Forstater sagte in einer respektlosen Schreibweise aus, dass Männer nicht zu Frauen werden könnten. Sie glaubt nicht, dass ‚Frausein‘ eine Frage der Identität oder weiblicher Gefühle ist. Für Maya Forstater zählt die Biologie und dass beide Geschlechter nicht beschränkt oder diskriminiert werden sollten, weil sie den traditionellen, geschlechtsspezifischen Erwartungen nicht entsprechen.

Durch das Anklicken des Links https://twitter.com/mforstater?lang=de könnt ihr euch einen eigenen Zugang zu den Äußerungen von Maya Forstater verschaffen.

J.K. Rowling unterstützt die Frau über Twitter, bestätigend mit dem Hashtag #IStandWithMaya. Sie schreibt:

Die Empörung vieler Fans von dieser Autorin ist groß. Eine selbst betroffene Frau schreibt davon, als Kind Zuflucht in den Büchern gesucht zu haben und dass ihre Vorstellung von Hogwarts durch die Ansichten der Autorin geplatzt sind. Ein schwuler Fan schreibt: “Knowing that Trans people wouldn’t be able to have that safety, breaks my heart.“ Auch einem Buchhändler namens Linus Giese geht es zu weit. Er schreibt, es gäbe keine Entschuldigung mehr dafür, nicht zu wissen, dass J.K. Rowling transfeindlich sei.

Ich selbst bin ein begeisterter Fan von den Harry Potter Büchern und Filmen, und bin entsetzt davon, dass sich J.K. Rowling mit dem Hashtag öffentlich auf die Seite gegen transsexuelle Menschen stellt. Die Enttäuschung der Fans lässt sich eindeutig nachvollziehen, jedoch sagt die Autorin mit ihrem Tweet ebenso die Freiheit des Menschen aus, wie dass man sich beispielsweise anziehen soll wie man will. Zwar beschreibt J.K. Rowling, dass man sein bestes Leben in Frieden und Sicherheit leben soll, jedoch erscheint es für mich widersprüchlich, wenn man die Message mit den Reaktionen der Fans vergleicht, die sich nicht mehr in Hogwarts sicher fühlen können. Zum anderen lässt sich die Frage stellen, ob man die erfundene, fesselnde Welt der Autorin mit der Realität gleich stellen sollte, um sich persönlich zurückziehen zu können. Meinem Verständnis zufolge sagt J.K. Rowling aus, dass man zu sich stehen sollte und das machen sollte, was man selbst für richtig hält. Dennoch sollte man den eigenen Körper akzeptieren und dazu stehen, was man aus biologischer Sicht ist. Sie differenziert zwischen “wer man ist“ und “was man ist“. Ich verknüpfe das mit der Frage der Existenz des jeweiligen Individuums, dass der Mensch erst existiert und sich danach erst selbst definiert, wodurch die Identität nicht das Geschlecht miteinbezieht.

Der Mensch hat das Privileg, sich selbst zu gestalten, seine eigenen Normen zu erdenken und seine Individualität zu erkennen. Doch was haltet ihr von den Äußerungen von Maya Forstater und J.K. Rowling? Findet ihr sie berechtigt, missverstanden oder tatsächlich angreifend gegenüber der verschiedenen Identitäten?

Quelle:

https://www.google.de/amp/s/ze.tt/transfeindlichkeit-j-k-rowling-veraergert-mit-einem-tweet-tausende-fans/amp/

Frauen in Islam

Der Umgang mit Frauen ist abhängig von dem Land in dem sie leben und ihre Religion, obwohl Frauen überall gleiche Rechte haben sollten und dementsprechend überall gut behandelt werden sollten. Dennoch spielt Religion eine größere Rolle im Leben einer Frau, da auch wenn man in einem nichtislamischem Land lebt trotzdem sich an die Religion halten muss, ansonsten gibt es schlimme Konsequenzen seitens der Familie.

Die muslimische Männer haben nur ein bestimmtes Frauenbild im Kopf, eins in dem Gleichberechtigung wie auch Selbstbestimmung nicht existiert. Ihrer Meinung nach sollte eine ehrbare Frau/Mädchen nicht alleine unterwegs sein und schon gar nicht erst nachts, sie sollte stets zur Familie stehen und aufs Wort hören. Frauen die viel unterwegs sind, zeit in Bars und Diskotheken verbringen, tanzen und Spaß haben, sind gleich zu haben und dienen dem Vergnügen. Somit ist es kein Unrecht sie zu beleidigen oder anzufassen, schließlich wollen sie nicht anders.

Die Ironie in dem ganzen ist dass diese Männer nicht einmal strenggläubige Muslime sind und man sie oft Alkohol trinken und manche Drogen nehmen sieht. Man kann deutlich sagen, dass dieses Verhalten nicht dem eines gottgefälligem Leben entspricht, aber sie sind in dem Glaube dass eine Frau einen minderwertigen Status haben sollte, aufgezogen worden und kennen es somit nicht anders.

Sollten nichtmuslimische Männer ihre Frauen schlagen oder sie umbringen, wird in den Nachrichten von tragischen Beziehungstaten gesprochen. Während die westliche Gesellschaft Gewalt, Rachemord und Vergewaltigung verurteilt, werden diese Taten in Islam sogar legitimiert. Als Beispiel könnte man den Umgang mit Vergewaltigungsopfern nehmen. Eine Frau/Mädchen, die in einem islamischen Land einen sexuellen Übergriff meldet, wird oft selber dafür bestraft. Die Frauen werden selbst in Haft genommen, weil ihnen “vorehelicher Geschlechtsverkehr“ vorgeworfen wird. Man wertet eine Vergewaltigung als ausserehelichen Sex, wenn der Täter nicht geständigt oder die Frau nicht vier männliche Zeugen benennen kann. Ist die Frau verheiratet, wird sie sogar wegen Ehebruchs verurteilt und ihr kann sogar die Steinigung drohen.

Die islamischen Frauen/Mädchen flüchten aus diesen Gründen mit ihren Familien in die westliche Länder um für sich und ihren Kindern eine bessere Zukunft zu haben und das Leben genießen zu dürfen. Sie haben zwar auch Regeln und Traditionen in der Familie an die sie sich halten, aber mehr Freiheit als in den islamischen Ländern.

Cybermobbing – wer trägt die Schuld?

Mobbing, ein Wort das heute fast alltäglich verwendet wird und dabei viel zu oft falsch.                                                 Zu Beginn stellt sich also die Frage, was ist Mobbing? Eine allgemeine Definition gibt es nicht, jedoch beschreibt Mobbing „Psychoterror am Arbeitsplatz mit dem Ziel den Betroffenen aus dem Betrieb herauszuekeln“.                       Jedoch gibt es Mobbing schon lange nicht mehr nur am Arbeitsplatz, bereits im Kindergarten werden Kinder gezielt schikaniert und ausgegrenzt.                                                                                                                                               Durch die modernen Techniken, wie Smartphones und Computern wird das „Mobben“ immer leichter. Immer häufiger wird das Internet als Austragungsort genutzt – Cybermobbing wird dieses Phänomen genannt.                                   Cybermobbing ist Mobbing auf digitalen Plattformen und Kanälen, dabei werden die Betroffenen häufig mit Bildern oder auch durch Videos belästigt und bloßgestellt.                                                                                                           Sehr häufig werden inzwischen ebenfalls Beleidigungen über den Messenger „Whatsapp“ gemacht. Dadurch können beispielsweise peinliche Fotos schnell verbreitet werden.

Doch für mich persönlich stellt sich nun die Frage, wer die Schuld an Cybermobbing trägt. Sind es die Hersteller der technischen Geräte, die Betreiber der sozialen Plattformen oder vielleicht die Eltern, die ihre Aufsichtspflicht vernachlässigen?

Zu Beginn möchte ich die Schuld direkt von den Eltern weisen; größtenteils.                                                                     Als Eltern ist es nahezu unmöglich jede Aktivität des Kindes im Internet zu verfolgen und zu kontrollieren, oftmals vertrauen Eltern ihren Kindern beim Umgang mit modernen Medien. Im Alter zwischen 12 und 19 Jahren hatten 34% der 1200 Befragten einen Bekannten, der bereits per Handy oder Internet fertig gemacht wurde. Das zeigt deutlich, dass das Alter der Opfer weit über das „Kinderalter“ geht und somit die Eltern gar nicht mehr die Kontrolle übernehmen können. Denn meistens wird man von gleichaltrigen gemobbt und im Alter von 19 Jahren kontrollieren Eltern nicht mehr ihre Kinder.                                                                                                                                                Jedoch möchte ich die Schuld nicht, wie bereits erwähnt, komplett von den Eltern weisen. Denn inzwischen sinkt das Alter der Kinder, indem sie ihr erstes Handy bekommen, sehr rasant. Immer früher nutzen die Kinder die neuen hochentwickelten Geräte, manche bekommen bereits in der Grundschule ein Smartphone geschenkt.                            Cybermobbing beginnt im Durchschnitt im Alter von 10/11 Jahren und erreicht seinen Höhepunkt mit etwa 15 Jahren. Somit beginnt es in dem Alter, in dem die meisten Kinder ihr erstes Smartphone bekommen und somit Opfer als auch Täter werden können.                                                                                                                                                        Und dazu kommt auch noch, dass Kinder im Alter von 10 Jahren nur schwer die Folgen und Konsequenzen ihres Handelns einschätzen können, somit kann aus einem kleinen „Spaß“ plötzlich purer Ernst werden.                                    Daher bin ich der Meinung, dass man als Eltern die Pflicht hat seine Kinder einerseits über die Vorteile des Internets, als auch über die Nachteile aufzuklären. Daher rate ich Eltern dazu, ihren Kindern klare Regeln für den Umgang mit sozialen Medien und allgemein dem Internet aufzustellen. Es sollte dabei geklärt werden, welche Internetseiten besucht werden dürfen und natürlich auch welche Apps heruntergeladen und genutzt werden dürfen.

Und insbesondere sollten die grundlegenden Regeln des Internets betont werden:                                                          > Ich geben keine Informationen über mich, meine Familie und meine Freunde preis (Name,  Wohnort, Geburtsdatum, Name der Schule, Emailadresse, Wohnadresse, Telefonnummer oder Handynummer).                                                      > Ich geben keine Fotos von mir selbst oder Freunden und Familie weiter.                                                                         > Ich verabrede mich nicht mit Leuten, die ich nur aus dem Internet kenne.

Natürlich gibt es noch viel mehr grundlegende Regeln im Umgang mit dem Internet, jedoch möchte ich darauf nicht weiter eingehen. Hilfreich kann diese Internetseite sein:                                                                   http://www.labbe.de/mellvil/index_vs.asp?themaid=30&titelid=335

Da viele Kinder heutzutage mehr als die Hälfte ihrer Zeit in der Schule verbringen und die Schule somit eine wichtige Rolle bei der Erziehung spielt, bin ich der Meinung, dass auch die Schulen eine sehr große Verantwortung beim Umgang mit dem Internet tragen. Daher ist es sehr ratsam die Schülerinnen und Schüler entweder in einer Unterrichtseinheit aufzuklären oder mit einem Experten ein Seminar zur Sensibilisierung bei Cybermobbing zu veranstalten; ein größerer Effekt kann erzielt werden, wenn auch den Eltern der Schüler und Schülerinnen die Möglichkeit haben an diesem Seminar teilzunehmen.                                                                                                        Bei der Veranstaltung soll den Kindern die Möglichkeit gegeben werden Frage zu stellen, sei es nun in der Gruppe oder alleine; das ist jedem Kind selbst überlassen. Es ist sehr wichtig das Vertrauen der Kinder zu erlangen, denn nur so wird man auf womöglich derzeitige Mobbingattacken aufmerksam und kann dagegen ansteuern.                                         Viele Kinder sind einfach noch viel zu unreif, um verstehen zu können, was gut und was böse ist im Internet  und gleichzeitig sind die meisten Eltern mit der Situation überfordert.                                                                                   Eltern unterliegen, wie auch ihre Kinder dem Druck der Gesellschaft: man muss immer das neues Smartphone oder die trendigsten Marken-Klamotten haben.

Doch nun möchte ich auf die Schuld der Entwickler/Betreiber der sozialen Netzwerke eingehen. Wie reagieren soziale Netzwerke auf Fälle von Cybermobbing? 2013 longierte der Facebook-Konzern eine Internetseite zur Bekämpfung von Cybermobbing, doch diese Internetseite ist laut Psychologen kaum hilfreich.                                                                   Auf der Seite gibt es verschiedene Unterkategorie für Jugendliche, Eltern oder auch Erzieher und man findet sehr viele psychologische Ratschläge, wie man sich als Opfer verhalten sollte.
Ebenso gibt es einige Ratschläge für Leute, die des Mobbings beschuldigt werden, wie sie sich beispielsweise entschuldigen können etc…                                                                                                                                                Jedoch werden diese Ratschläge von vielen Psychologen als naiv eingestuft, da eine Entschuldigung Probleme, die durch Mobbing entstanden sind, (oftmals) nicht ändern kann.                                                                                           Daher wird vielen sozialen Netzwerken vorgeworfen, dass es ihnen am Willen fehlt die Probleme effektiv anzugehen.   In vielen Ländern liegt das Mindestalter zu Nutzung von sozialen Plattformen bei 14 Jahren, jedoch ist ein Großteil der Kinder bereits mit 11 Jahren bei Facebook & Co angemeldet. Aus diesem Grund wurde Facebook vor einiger Zeit dazu aufgefordert das Alter seiner Nutzer mit Hilfe des Personalausweises zu kontrollieren, doch Facebook weigerte sich dagegen diesen Vorschlag umzusetzen, da man dafür ein sehr komplexes Programm benötigen würde.                           Für mich stellt sich nun die Frage, ob Facebook das Problem „Cybermobbing“ als weniger schlimm, als es doch tatsächlich ist, einstuft oder ob der Betreiber die Gefahr seiner Plattform nicht wahrnehmen möchte und es somit auch nicht für nötig ansieht gegen Cybermobbing vorzugehen… eine Antwort auf die Frage kann wohl nur Facebook alleine geben.

Doch zum Glück bieten die meisten Plattformen eine kleine Hilfe gegen Mobbing oder allgemein unerwünschte Inhalte, denn es ist jedem Nutzer möglich andere Nutzer zu „blockieren“.                                                                                      Im Folgenden werde ich auf die verschiedenen Möglichkeiten der sozialen Plattformen Whatsapp, Snapchat, Instagram und Facebook eingehen.                                                                                                                                                    Beim kostenlosen Messenger Whatsapp wird nach keinem Grund für die „Blockierung“ eines Kontaktes gefragt. Wenn man einen Kontakt auf Whatsapp blockiert hat, ist es dieser Person nicht mehr möglich dir Nachrichten zu schreiben und dein Profilbild, Status oder deine „Whatsapp-Story“ zu sehen.                                                                                    Bei Snapchat hingegen ist es dem Nutzer möglich einen Grund für seine Entscheidung anzugeben, dabei kann er zwischen fünf vorgegebenen Gründen wählen: unangemessene Snaps, belästigt mich, nervig, Ich kenne diesen Snapchatter nicht. , und Sonstiges. Durch die Blockierung eines „Snapchatters“ ist diese Person nicht mehr in der Lage dir Snaps zu schicken, dir zu schreiben oder gar deine „Snapchat-Story“ anzusehen.                                                    Gleichzeitig hast du nicht mehr die Möglichkeit dieser Person Bilder und Textnachrichten zu schicken oder seine/ihre „Snapchat-Story“ anzuschauen.                                                                                                                                            Auf der sozialen Plattform Instagram hingegen hat man die Wahl zwischen „Blockieren“ und „Melden“. Wenn man einen Nutzer blockiert, hat dieser nicht mehr die Möglichkeit deine Bilder zu liken, zu sehen oder gar zu kommentieren, ebenso ist er/sie nicht mehr in der Lage dir Nachrichten oder Bilder zu schicken.                                                             Entscheidet man sich jedoch für die Funktion „Melden“, bekommt man die Gelegenheit einen Grund für seine Entscheidung anzugeben. Daraufhin kann man sich zwischen verschiedenen Antwortmöglichkeiten auf ausgewählte Fragen von Instagram entscheiden und am Ende landet man auf einer Seite von Instagram, die dem Nutzer verschiedene Lösungsmöglichkeit für Probleme auf Instagram offenlegt. Jedoch ist meiner Meinung nach dieser „Instagram-Hilfsbereich“, wie Instagram ihn nennt, nicht besonders hilfreich, da nur sehr allgemeine Lösungsvorschläge aufgelistet sind. Ich würde mir für die Zukunft wünschen, dass Instagram die Anliegen der Nutzer stärker analysiert und kontrolliert, ob die vorgeworfenen Vergehen nun vorliegen oder nicht.                                                                                Auf Facebook gibt es ebenfalls, wie auf den anderen drei genannten sozialen Netzwerken, die Möglichkeit einen Nutzer zu blockieren. Da ich mich selbst aber kaum mit Facebook auskenne, habe ich für meine Fragen das Internet genutzt und bin dabei auf eine tolle Seite von Facebook selbst gestoßen, die sehr gut erklärt, was es mit der „Blockier-Funktion“ auf sich hat. Um es zusammen zu fassen: wenn du eine Person auf Facebook blockierst, ist es dieser Person nicht mehr möglich die Inhalte deines Profils zu sehen, dich in Beiträgen, Kommentaren oder Fotos zu markieren, dich zu Veranstaltungen oder Gruppen einzuladen, eine Unterhaltung mit dir zu beginnen oder dich als Freund hinzuzufügen.

Am Ende meines Beitrags werde ich euch alle relevanten Internetseiten verlinken, die ich für meine Recherche genutzt habe.                                                                                                                                                                                   Um es allgemein zusammenzufassen, liegt die Schuld des Cybermobbings weder alleine bei den Herstellern der modernen Techniken, noch bei den sozialen Netzwerken oder bei den Eltern und Schulen. Es kommt meiner Meinung nach auf das Zusammenspiel der Akteure an und den damit verbundenen Vergehen.                                                       Jedoch würde ich mich selbst sehr darüber freuen, wenn das Problem „Cybermobbing“ stärker durch Medien und z.B. Seminaren in den Vordergrund gerückt werden würde, somit werden die sozialen Netzwerke zu einem Wandel „gezwungen“ beziehungsweise gedrängt.

Ich selbst hoffe sehr, dass meine Kinder später einmal sicher und ohne Angst im Internet surfen können. Was meint ihr? Ist das eine Traumvorstellung von mir, oder möglicherweise unsere Zukunft? Habt ihr schon Erfahrung mit Cybermobbing gemacht?

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Mobbing

https://mobilsicher.de/hintergrund/cybermobbing-zahlen-und-fakten

http://www.labbe.de/mellvil/index_vs.asp?themaid=30&titelid=335

https://www.arte.tv/de/videos/077904-002-A/wer-ist-schuld-am-cyber-mobbing-vox-pop/

https://www.billiger-telefonieren.de/thema/cybermobbing/

https://de-de.facebook.com/help/290450221052800/

 

 

 

 

Das Glück der größten Zahl vs. Menschenwürde

Überall schreiende Menschen, Eltern, die ihre Kinder suchen, das Wehklagen der Verletzten und der Überlebenden. Es herrscht Chaos, in Amerika wird der Ausnahmezustand ausgerufen. Es ist der 11. September 2001; nach den Terroranschlägen der Organisation al Kaida herrscht blankes Entsetzen und Panik. Auch heute noch ist es der Albtraum der Menschen in Amerika, so etwas ähnliches nochmals zu erleben.

Stellt euch nun vor, ihr seid ein Agent bei der CIA und habt von einem bevorstehenden Terroranschlag erfahren. Dabei  liegt eine ähnliche Situation wie am 11.September 2001 vor. Terroristen haben ein Flugzeug mit 200 Passagieren entführt und wollen in ein Hochhaus fliegen, in dem 1700 Menschen wohnen.

Ihr habt die Möglichkeit, das entsprechende Flugzeug abzuschießen oder nicht. Wie würdet ihr handeln?

Einerseits wird, wenn man nach dem Prinzip „Das Glück der größten Zahl“ geht, so entschieden, dass das Flugzeug abgeschossen wird. Man erstrebt demnach eine Minimierung des Leides. Im Falle des Abschusses müssen nämlich „nur“ 200 Menschen sterben/ leiden, während, wenn man nichts tun würde, 1900 Menschen sterben bzw. leiden würden. Man minimiert also die Anzahl derer, die leiden bzw. sterben müssen, wenn man das Flugzeug abschießt.

Andererseits ist ungewiss, wie danach diejenigen, die das entführte Flugzeug abschießen, weiterleben, da sie für den Tod von 200 Menschen verantwortlich sind. Es ist fraglich, ob sie dieses überwinden können. Gleichzeitig sind sie aber für den Tod von noch mehr Menschen verantwortlich, nur weil sie nichts unternommen haben.

Ein weiterer Aspekt, der gegen den Abschuss des Flugzeuges spricht, ist, dass man die Menschenwürde der Passagiere missachtet, indem man sie in einer Weise behandelt, der zumindest die meisten nicht zustimmen würden. Die Passagiere sind staatlicher Gewalt (im Falle eines Abschusses, initiiert von der CIA) unterworfen, ohne dass sie darauf Einfluss nehmen können, weshalb eine Würdeverletzung vorliegt. Dabei ist es egal, ob die Würde der Fluggäste schon von den Terroristen verletzt wurde, es ist nämlich ein Unterschied, ob diese Würdeverletzung vom Staat oder von Kriminellen ausgeht. Der Staat würde sich somit auf das Niveau der Verbrecher „begeben“ und eventuell würden bei ähnlichen Fällen ebenfalls Würdeverletzungen toleriert, bis diese Hemmschwelle ein Stück weit „abgetragen“ ist.

Auf der anderen Seite könnte man es als Abschreckung für Terroristen ansehen, da sie erkennen, dass ihre „Mission“ gescheitert ist. Auch könnte es als Abschreckung für andere Kriminelle fungieren, da sie sehen, dass der Staat hart durchgreift und möglicherweise würden sie aus der Angst vor Konsequenzen zögern.

 

Letztendich ist diese Frage sehr schwer zu beantworten. Es ist eine Situation, in der man nur „falsch“ handeln kann.
Ich persönlich würde das Flugzeug nicht abschießen, da für mich die Menschenwürde und deren Schutz von größter Relevanz ist. Auch in unserem Grundgesetz nimmt die Menschenwürde und deren Schutz einen wichtigen Platz ein, was man auch bemerkt, da es an erster Stelle vermerkt ist:

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ (Art. 1 GG)

Meiner Meinung nach aber würde es einen Unterschied machen, ob man als Vertreter des Staates handelt (wie in diesem Fall, als CIA-Agent) oder als Privatperson. Die Verletzung der Würde der Passagiere wäre nicht so schlimm, als wenn es vom Staat ausgeht, da insbesondere er die Aufgabe hat, die Menschenwürde zu schützen. Gleichzeitig wüsste ich aber in beiden Fällen nicht, wie ich damit weiterleben soll, da ich so oder so, direkt oder indirekt, für den Tod vieler Menschen verantwortlich bin.

Schlussendlich bin ich also der Meinung, dass man als Vertreter des Staates das Flugzeug nicht abschießen sollte, während als Privatperson es durchaus so betrachtbar ist, dass die Anzahl der geretteten Leben die Verletzung der Menschenwürde überwiegt.

Was würdet ihr sagen? Würdet ihr das Flugzeug abschießen? Wenn ja, warum?

 

 

Folter und Menschenwürde – Der Daschner- Fall

Das Thema, ob Folter erlaubt werden sollte, ist auch heutzutage aktuell, da zum Beispiel nach der Meinung Donald Trumps „Folter […]ein probates Mittel im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus [sei]“. (Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/usa-news-blog-donald-trump-will-plan-fuer-sicherheitszonen-in-syrien-a-1131762.html)

Doch zum Beispiel in Deutschland ist Folter verboten, wie es in Artikel 104 a) im GG festgehalten ist:

„Die Freiheit der Person kann nur auf Grund eines förmlichen Gesetzes und nur unter Beachtung der darin vorgeschriebenen Formen beschränkt werden. Festgehaltene Personen dürfen weder seelisch noch körperlich mißhandelt werden.“ (https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_104.html)

Zu dieser Thematik gibt es ein reales Fallbeispiel, ein Dilemma, das im Folgenden vorgestellt wird.

Der Polizeivizepräsident Daschner hat einem Verbrecher, der ein Kind entführt und misshandelt hat, Gewalt angedroht, damit dieser den Aufenthaltsort des Kindes verrät.
Nach dem Auffinden des (schon toten) Kindes stellt sich die Frage, ob Daschner schuldig gesprochen werden soll, weil er Gewalt angedroht hat, um das Leben des Kindes zu retten…. (weitere Infos hier: http://www.spiegel.de/panorama/der-fall-daschner-anklage-macht-der-folter-den-prozess-a-287371.html)

Was findet ihr? Soll Daschner schuldig gesprochen werden?

Es gibt viele Argumente für und gegen den Schuldspruch.

Gegen den Schuldspruch spricht z.B., dass es für Daschner als Polizist im Gefängnis gefährlich sein könnte. Außerdem war die Androhung von Gewalt notwendig, um den Verbrecher dazu zu bringen, den Aufenthaltsort des Kindes zu verraten.

Nach Spiegel online sprachen sich bei einer Umfrage 63 % der Menschen dafür aus, dass Daschner nicht bestraft werden sollte. (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/umfrage-deutsche-zeigen-verstaendnis-fuer-folterpolizisten-a-237826.html)
Da in einer Demokratie auch miteinbezogen werden sollte, was das Volk will, sollte dieser Umstand mitberücksichtigt werden.

Zudem könnte man sagen, dass das Leid des Gefolterten durch die Rettung des Entführten aufgewogen wird (oder, wenn der Verbrecher mehrere Personen entführt hätte, dass durch die Folter das Glück der größten Zahl (sprich die Rettung der Entführten) herbeigeführt wurde.)

Dennoch darf man die Argumente für den Schuldspruch nicht vernachlässigen.

Zum Einen hat Daschner als Vertreter des Staates (Polizeivizepräsident) die Menschenwürde verletzt, die in Artikel 1 des Grundgesetzes festgehalten wurde:

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“

Die Menschenwürde ist ja etwas, was jedem Einzelnen, egal welche Nationalität oder Religionszugehörigkeit, zukommt. Sie ist, wie in Artikel 1 schon geschrieben, unantastbar, das heißt, die Menschenwürde kann nicht aberkannt werden und muss vom Staat respektiert und geschützt werden.

Daschner verkennt die Menschenwürde des Verbrechers, indem er ihm Gewalt androht.
Nach Kant bedeutet eine Person in ihrer Würde zu achten, sie in einer Weise zu behandeln, der sie vernünftigerweise zustimmen kann. Da in der Regel kein Mensch der Folter seiner selbst zustimmen würde, verletzt Daschner die Menschenwürde des Verbrechers.
Da in Artikel 1 auch steht, dass der Staat die Menschenwürde schützen muss, käme der Staat dieser Verpflichtung nicht nach, wenn Daschner nicht schuldig gesprochen werden würde. Der Staat würde sein Wesen verändern und kein Rechtsstaat mehr sein, wenn Folter (oder auch nur die Androhung von Folter, der aber reale Folter gefolgt wäre) geduldet werden würde. Zudem verschwimmen die Grenzen, wenn man einmal Folter erlaubt wird. Das Erlauben der Folter würde also die Entgrenzung der Moral und die Senkung der Hemmschwelle herbeiführen.

Zudem verletzt die Folter das Recht und die Fähigkeit, selbst zu bestimmen, was man sagt und was nicht. Es wird dementsprechend die innere Freiheit verletzt, da der Wille durch Schmerzen gebrochen werden soll.

Ein weiteres Argument für den Schuldspruch ist zudem, dass Daschner gegen das Grundgesetz verstoßen hat (Art. 104, Art. 5 Meinungsfreiheit).
Dagegen kann man natürlich einwenden, dass in dem entsprechenden Artikel 104 nicht explizit die Androhung von Folter verboten ist, sondern lediglich Folter an sich, aber Artikel 5 wurde trotzdem verletzt, da der Gefolterte gezwungen wird, etwas zu sagen, was er aber eigentlich für sich behalten will.

Außerdem gibt es keine Garantie, dass die Folter „erfolgreich“ ist, sprich, dass der Gefolterte nicht vielleicht auch falsche Informationen gibt.

 

Alles in allem ist es eine schwierige Angelegenheit, es gibt nicht wirklich „gut“ und „böse“ und auch kein „richtig“ und „falsch“.
Meiner Meinung nach sollte Daschner aber schuldig gesprochen werden, da für mich das Argument der Menschenwürde am gewichtigsten ist. Keiner kann einem anderen Menschen die Menschenwürde aberkennen, auch keinem Verbrecher, die Menschenwürde ist unantastbar. Und wenn man einmal auch nur die Androhung von Folter geduldet, so kann es sein, dass dadurch die Hemmschwelle verkleinert wird, und dass die Polizisten in Zukunft bei jedem ähnlichen Fall überlegen, ob sie zur Folter greifen sollen oder nicht.

 

Was meint ihr, wie steht ihr zu Folter? Und seid ihr der Meinung, dass Daschner schuldig gesprochen werden sollte? Soll man in Extremsituationen auch Terroristen foltern dürfen?

Protokoll vom 21.11.2016 K2

Es fehlten 4 Schüler.

 

Zuerst sahen wir uns zwei Videos an, anhand welcher wir ein Arbeitsblatt zum Thema Menschenrechte ausfüllten:

     https://youtu.be/fjagWFEmnpg

        https://youtu.be/12uKuORCyBM

Nach dessen Besprechung bekamen wir ein Arbeitsblatt zum Aufbau eines Arguments

Hier bearbeiteten wir die erste Aufgabe:

           (Fakt) Die Todesstrafe ist in Deutschland verboten, (Begründung) weil sie wider den Menschenrechten steht (anerkannte Norm). (Konklusion) Folglich ist sie moralisch nicht zu vertreten.

           (Fakt) Die Todesstrafe ist in Deutschland verboten. (Begründung) Unter anderem da in Anbetracht der Tatsache, dass in den USA, wo sie erlaubt ist, nicht weniger Verbrechen begangen werden (Fakt). Demnach funktioniert sie auch nicht als Abschreckung (Konklusion).

Für die zweite Aufgabe bekamen wir Zeit an den Computern zu recherchieren, werden unsere Ergebnisse jedoch erst nächste Stunde zusammentragen.

Aktive Sterbehilfe- Me before You (Jojo Moyes)

Aktive Sterbehilfe

Es ist einige Zeit her, da habe ich ein Buch in die Hand genommen mit dem Namen „Me before You“ (dt. Ein ganzes halbes Jahr) von Jojo Moyes. Besagtes Buch erzählt von Will Traynor, einem Mann, der nach einem Unfall querschnittsgelähmt ist. Er ist ständig auf die Hilfe anderer angewiesen, kann seine Hände nur sehr eingeschränkt bewegen und braucht bei fast Allem Hilfe, weshalb er, nach einem gescheiterten Suizidversuch beschließt in die Schweiz zu fahren um sein Leben in Würde zu beenden. Er sagt, es sei die letzte Entscheidung die er ganz alleine treffen kann.

Nun aber, ist das richtig?  Ist es gut, dass es die Möglichkeit gibt?

Diese Frage habe ich mir gestellt als ich dieses Buch zu Ende gelesen hatte. Und ich bin zu keinem eindeutigen Entschluss gekommen.

Die aktive Sterbehilfe ist ein stark umstrittenes Thema. Es wird bei den Gegnern viel mit Gott argumentiert (Ex 20,13: „Du sollst nicht töten“ – auch nicht Kranke und Sterbende“), jedoch auch damit, dass keine Diagnose mit 100% Sicherheit stimmt, dass man sich genötigt fühlen könnte weil man denkt eine Last zu sein, und dass es zu Komplikationen kommen könnte.

Aber spielen diese Argumente eine Rolle für einen Menschen, der sein Leben beenden möchte?

Ich glaube nicht. Verliert ein Mensch der krank ist sein Recht auf Selbstbestimmung? Sollte ein Mensch mit unbeschreiblichen Schmerzen, die nur mit viel Schmerzmittel gelindert werden können nicht das Recht haben diese Schmerzen, dieses ewige Leiden zu beenden?

Meiner Meinung nach sollte er dieses Recht haben. Viele Menschen denken vielleicht, dass der Wunsch zu sterben egoistisch ist, da man die anderen mit den Schmerzen zurücklässt, aber ist es nicht andersherum genauso egoistisch, wenn die gesunden das Leben der anderen, leidenden Person wollen, nur um selbst keine Schmerzen zu empfinden?

Wills Pflegerin Lou will ihn davon überzeugen seine Entscheidung zu überdenken, sie will ihm zeigen, wie viel das Leben noch wert ist und, dass er auch nach seinem Unfall ein gutes Leben haben kann. Sie recherchiert im Internet und trifft auf eine Seite, auf der andere querschnittsgelähmte Menschen und deren Pfleger sind und fragt diese, was sie tun kann um ihn umzustimmen, ihn davon abzuhalten in die Schweiz zu gehen. Als Antwort bekommt sie:

“You can only actually help someone who wants to be helped.” (“Du kannst nur dem wirklich helfen, dem auch geholfen werden will.”)

Meiner Meinung nach stimmt das, wer sein Leben wirklich beenden will wird es schaffen, egal auf welche Art und Weise. Wenn die Person deine Hilfe nicht will, wird sie diese nicht annehmen, wird sie sich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht umstimmen lassen. Klar ist es edel es zu versuchen, aber man sollte dann nicht zu enttäuscht sein, wenn es nicht funktioniert.

Im Grunde will ich nichts sagen, außer dass ich es wichtig finde, dass die Wünsche von sterbenden nicht verurteilt werden, nicht als egoistisch angesehen werden. Niemand weiß, wie es im Inneren eines Menschen aussieht der sich so etwas wünscht, niemand, der nicht in der gleichen Situation ist kennt das Verlangen aufstehen zu wollen und es nicht zu schaffen, niemand kennt die Schmerzen, die ein Mensch mit Knochenkrebs täglich erleiden muss, niemand weiß wie es ist sterben zu wollen.

Die Personen die es wissen, denen es so schlecht geht, dass sie sich wünschen endlich erlöst zu werden, wieso kann man diesen Menschen den Wunsch nach einem würdevollen Tod nicht auf legale Weise ermöglichen?

 

Wie steht ihr zum Thema aktive Sterbehilfe? Wie würdet ihr reagieren, wenn ihr damit konfrontiert werden würdet?

 

Quelle:

Me before You- Jojo Moyes