Cybermobbing – wer trägt die Schuld?

Mobbing, ein Wort das heute fast alltäglich verwendet wird und dabei viel zu oft falsch.                                                 Zu Beginn stellt sich also die Frage, was ist Mobbing? Eine allgemeine Definition gibt es nicht, jedoch beschreibt Mobbing „Psychoterror am Arbeitsplatz mit dem Ziel den Betroffenen aus dem Betrieb herauszuekeln“.                       Jedoch gibt es Mobbing schon lange nicht mehr nur am Arbeitsplatz, bereits im Kindergarten werden Kinder gezielt schikaniert und ausgegrenzt.                                                                                                                                               Durch die modernen Techniken, wie Smartphones und Computern wird das „Mobben“ immer leichter. Immer häufiger wird das Internet als Austragungsort genutzt – Cybermobbing wird dieses Phänomen genannt.                                   Cybermobbing ist Mobbing auf digitalen Plattformen und Kanälen, dabei werden die Betroffenen häufig mit Bildern oder auch durch Videos belästigt und bloßgestellt.                                                                                                           Sehr häufig werden inzwischen ebenfalls Beleidigungen über den Messenger „Whatsapp“ gemacht. Dadurch können beispielsweise peinliche Fotos schnell verbreitet werden.

Doch für mich persönlich stellt sich nun die Frage, wer die Schuld an Cybermobbing trägt. Sind es die Hersteller der technischen Geräte, die Betreiber der sozialen Plattformen oder vielleicht die Eltern, die ihre Aufsichtspflicht vernachlässigen?

Zu Beginn möchte ich die Schuld direkt von den Eltern weisen; größtenteils.                                                                     Als Eltern ist es nahezu unmöglich jede Aktivität des Kindes im Internet zu verfolgen und zu kontrollieren, oftmals vertrauen Eltern ihren Kindern beim Umgang mit modernen Medien. Im Alter zwischen 12 und 19 Jahren hatten 34% der 1200 Befragten einen Bekannten, der bereits per Handy oder Internet fertig gemacht wurde. Das zeigt deutlich, dass das Alter der Opfer weit über das „Kinderalter“ geht und somit die Eltern gar nicht mehr die Kontrolle übernehmen können. Denn meistens wird man von gleichaltrigen gemobbt und im Alter von 19 Jahren kontrollieren Eltern nicht mehr ihre Kinder.                                                                                                                                                Jedoch möchte ich die Schuld nicht, wie bereits erwähnt, komplett von den Eltern weisen. Denn inzwischen sinkt das Alter der Kinder, indem sie ihr erstes Handy bekommen, sehr rasant. Immer früher nutzen die Kinder die neuen hochentwickelten Geräte, manche bekommen bereits in der Grundschule ein Smartphone geschenkt.                            Cybermobbing beginnt im Durchschnitt im Alter von 10/11 Jahren und erreicht seinen Höhepunkt mit etwa 15 Jahren. Somit beginnt es in dem Alter, in dem die meisten Kinder ihr erstes Smartphone bekommen und somit Opfer als auch Täter werden können.                                                                                                                                                        Und dazu kommt auch noch, dass Kinder im Alter von 10 Jahren nur schwer die Folgen und Konsequenzen ihres Handelns einschätzen können, somit kann aus einem kleinen „Spaß“ plötzlich purer Ernst werden.                                    Daher bin ich der Meinung, dass man als Eltern die Pflicht hat seine Kinder einerseits über die Vorteile des Internets, als auch über die Nachteile aufzuklären. Daher rate ich Eltern dazu, ihren Kindern klare Regeln für den Umgang mit sozialen Medien und allgemein dem Internet aufzustellen. Es sollte dabei geklärt werden, welche Internetseiten besucht werden dürfen und natürlich auch welche Apps heruntergeladen und genutzt werden dürfen.

Und insbesondere sollten die grundlegenden Regeln des Internets betont werden:                                                          > Ich geben keine Informationen über mich, meine Familie und meine Freunde preis (Name,  Wohnort, Geburtsdatum, Name der Schule, Emailadresse, Wohnadresse, Telefonnummer oder Handynummer).                                                      > Ich geben keine Fotos von mir selbst oder Freunden und Familie weiter.                                                                         > Ich verabrede mich nicht mit Leuten, die ich nur aus dem Internet kenne.

Natürlich gibt es noch viel mehr grundlegende Regeln im Umgang mit dem Internet, jedoch möchte ich darauf nicht weiter eingehen. Hilfreich kann diese Internetseite sein:                                                                   http://www.labbe.de/mellvil/index_vs.asp?themaid=30&titelid=335

Da viele Kinder heutzutage mehr als die Hälfte ihrer Zeit in der Schule verbringen und die Schule somit eine wichtige Rolle bei der Erziehung spielt, bin ich der Meinung, dass auch die Schulen eine sehr große Verantwortung beim Umgang mit dem Internet tragen. Daher ist es sehr ratsam die Schülerinnen und Schüler entweder in einer Unterrichtseinheit aufzuklären oder mit einem Experten ein Seminar zur Sensibilisierung bei Cybermobbing zu veranstalten; ein größerer Effekt kann erzielt werden, wenn auch den Eltern der Schüler und Schülerinnen die Möglichkeit haben an diesem Seminar teilzunehmen.                                                                                                        Bei der Veranstaltung soll den Kindern die Möglichkeit gegeben werden Frage zu stellen, sei es nun in der Gruppe oder alleine; das ist jedem Kind selbst überlassen. Es ist sehr wichtig das Vertrauen der Kinder zu erlangen, denn nur so wird man auf womöglich derzeitige Mobbingattacken aufmerksam und kann dagegen ansteuern.                                         Viele Kinder sind einfach noch viel zu unreif, um verstehen zu können, was gut und was böse ist im Internet  und gleichzeitig sind die meisten Eltern mit der Situation überfordert.                                                                                   Eltern unterliegen, wie auch ihre Kinder dem Druck der Gesellschaft: man muss immer das neues Smartphone oder die trendigsten Marken-Klamotten haben.

Doch nun möchte ich auf die Schuld der Entwickler/Betreiber der sozialen Netzwerke eingehen. Wie reagieren soziale Netzwerke auf Fälle von Cybermobbing? 2013 longierte der Facebook-Konzern eine Internetseite zur Bekämpfung von Cybermobbing, doch diese Internetseite ist laut Psychologen kaum hilfreich.                                                                   Auf der Seite gibt es verschiedene Unterkategorie für Jugendliche, Eltern oder auch Erzieher und man findet sehr viele psychologische Ratschläge, wie man sich als Opfer verhalten sollte.
Ebenso gibt es einige Ratschläge für Leute, die des Mobbings beschuldigt werden, wie sie sich beispielsweise entschuldigen können etc…                                                                                                                                                Jedoch werden diese Ratschläge von vielen Psychologen als naiv eingestuft, da eine Entschuldigung Probleme, die durch Mobbing entstanden sind, (oftmals) nicht ändern kann.                                                                                           Daher wird vielen sozialen Netzwerken vorgeworfen, dass es ihnen am Willen fehlt die Probleme effektiv anzugehen.   In vielen Ländern liegt das Mindestalter zu Nutzung von sozialen Plattformen bei 14 Jahren, jedoch ist ein Großteil der Kinder bereits mit 11 Jahren bei Facebook & Co angemeldet. Aus diesem Grund wurde Facebook vor einiger Zeit dazu aufgefordert das Alter seiner Nutzer mit Hilfe des Personalausweises zu kontrollieren, doch Facebook weigerte sich dagegen diesen Vorschlag umzusetzen, da man dafür ein sehr komplexes Programm benötigen würde.                           Für mich stellt sich nun die Frage, ob Facebook das Problem „Cybermobbing“ als weniger schlimm, als es doch tatsächlich ist, einstuft oder ob der Betreiber die Gefahr seiner Plattform nicht wahrnehmen möchte und es somit auch nicht für nötig ansieht gegen Cybermobbing vorzugehen… eine Antwort auf die Frage kann wohl nur Facebook alleine geben.

Doch zum Glück bieten die meisten Plattformen eine kleine Hilfe gegen Mobbing oder allgemein unerwünschte Inhalte, denn es ist jedem Nutzer möglich andere Nutzer zu „blockieren“.                                                                                      Im Folgenden werde ich auf die verschiedenen Möglichkeiten der sozialen Plattformen Whatsapp, Snapchat, Instagram und Facebook eingehen.                                                                                                                                                    Beim kostenlosen Messenger Whatsapp wird nach keinem Grund für die „Blockierung“ eines Kontaktes gefragt. Wenn man einen Kontakt auf Whatsapp blockiert hat, ist es dieser Person nicht mehr möglich dir Nachrichten zu schreiben und dein Profilbild, Status oder deine „Whatsapp-Story“ zu sehen.                                                                                    Bei Snapchat hingegen ist es dem Nutzer möglich einen Grund für seine Entscheidung anzugeben, dabei kann er zwischen fünf vorgegebenen Gründen wählen: unangemessene Snaps, belästigt mich, nervig, Ich kenne diesen Snapchatter nicht. , und Sonstiges. Durch die Blockierung eines „Snapchatters“ ist diese Person nicht mehr in der Lage dir Snaps zu schicken, dir zu schreiben oder gar deine „Snapchat-Story“ anzusehen.                                                    Gleichzeitig hast du nicht mehr die Möglichkeit dieser Person Bilder und Textnachrichten zu schicken oder seine/ihre „Snapchat-Story“ anzuschauen.                                                                                                                                            Auf der sozialen Plattform Instagram hingegen hat man die Wahl zwischen „Blockieren“ und „Melden“. Wenn man einen Nutzer blockiert, hat dieser nicht mehr die Möglichkeit deine Bilder zu liken, zu sehen oder gar zu kommentieren, ebenso ist er/sie nicht mehr in der Lage dir Nachrichten oder Bilder zu schicken.                                                             Entscheidet man sich jedoch für die Funktion „Melden“, bekommt man die Gelegenheit einen Grund für seine Entscheidung anzugeben. Daraufhin kann man sich zwischen verschiedenen Antwortmöglichkeiten auf ausgewählte Fragen von Instagram entscheiden und am Ende landet man auf einer Seite von Instagram, die dem Nutzer verschiedene Lösungsmöglichkeit für Probleme auf Instagram offenlegt. Jedoch ist meiner Meinung nach dieser „Instagram-Hilfsbereich“, wie Instagram ihn nennt, nicht besonders hilfreich, da nur sehr allgemeine Lösungsvorschläge aufgelistet sind. Ich würde mir für die Zukunft wünschen, dass Instagram die Anliegen der Nutzer stärker analysiert und kontrolliert, ob die vorgeworfenen Vergehen nun vorliegen oder nicht.                                                                                Auf Facebook gibt es ebenfalls, wie auf den anderen drei genannten sozialen Netzwerken, die Möglichkeit einen Nutzer zu blockieren. Da ich mich selbst aber kaum mit Facebook auskenne, habe ich für meine Fragen das Internet genutzt und bin dabei auf eine tolle Seite von Facebook selbst gestoßen, die sehr gut erklärt, was es mit der „Blockier-Funktion“ auf sich hat. Um es zusammen zu fassen: wenn du eine Person auf Facebook blockierst, ist es dieser Person nicht mehr möglich die Inhalte deines Profils zu sehen, dich in Beiträgen, Kommentaren oder Fotos zu markieren, dich zu Veranstaltungen oder Gruppen einzuladen, eine Unterhaltung mit dir zu beginnen oder dich als Freund hinzuzufügen.

Am Ende meines Beitrags werde ich euch alle relevanten Internetseiten verlinken, die ich für meine Recherche genutzt habe.                                                                                                                                                                                   Um es allgemein zusammenzufassen, liegt die Schuld des Cybermobbings weder alleine bei den Herstellern der modernen Techniken, noch bei den sozialen Netzwerken oder bei den Eltern und Schulen. Es kommt meiner Meinung nach auf das Zusammenspiel der Akteure an und den damit verbundenen Vergehen.                                                       Jedoch würde ich mich selbst sehr darüber freuen, wenn das Problem „Cybermobbing“ stärker durch Medien und z.B. Seminaren in den Vordergrund gerückt werden würde, somit werden die sozialen Netzwerke zu einem Wandel „gezwungen“ beziehungsweise gedrängt.

Ich selbst hoffe sehr, dass meine Kinder später einmal sicher und ohne Angst im Internet surfen können. Was meint ihr? Ist das eine Traumvorstellung von mir, oder möglicherweise unsere Zukunft? Habt ihr schon Erfahrung mit Cybermobbing gemacht?

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Mobbing

https://mobilsicher.de/hintergrund/cybermobbing-zahlen-und-fakten

http://www.labbe.de/mellvil/index_vs.asp?themaid=30&titelid=335

https://www.arte.tv/de/videos/077904-002-A/wer-ist-schuld-am-cyber-mobbing-vox-pop/

https://www.billiger-telefonieren.de/thema/cybermobbing/

https://de-de.facebook.com/help/290450221052800/

 

 

 

 

Das Glück der größten Zahl vs. Menschenwürde

Überall schreiende Menschen, Eltern, die ihre Kinder suchen, das Wehklagen der Verletzten und der Überlebenden. Es herrscht Chaos, in Amerika wird der Ausnahmezustand ausgerufen. Es ist der 11. September 2001; nach den Terroranschlägen der Organisation al Kaida herrscht blankes Entsetzen und Panik. Auch heute noch ist es der Albtraum der Menschen in Amerika, so etwas ähnliches nochmals zu erleben.

Stellt euch nun vor, ihr seid ein Agent bei der CIA und habt von einem bevorstehenden Terroranschlag erfahren. Dabei  liegt eine ähnliche Situation wie am 11.September 2001 vor. Terroristen haben ein Flugzeug mit 200 Passagieren entführt und wollen in ein Hochhaus fliegen, in dem 1700 Menschen wohnen.

Ihr habt die Möglichkeit, das entsprechende Flugzeug abzuschießen oder nicht. Wie würdet ihr handeln?

Einerseits wird, wenn man nach dem Prinzip „Das Glück der größten Zahl“ geht, so entschieden, dass das Flugzeug abgeschossen wird. Man erstrebt demnach eine Minimierung des Leides. Im Falle des Abschusses müssen nämlich „nur“ 200 Menschen sterben/ leiden, während, wenn man nichts tun würde, 1900 Menschen sterben bzw. leiden würden. Man minimiert also die Anzahl derer, die leiden bzw. sterben müssen, wenn man das Flugzeug abschießt.

Andererseits ist ungewiss, wie danach diejenigen, die das entführte Flugzeug abschießen, weiterleben, da sie für den Tod von 200 Menschen verantwortlich sind. Es ist fraglich, ob sie dieses überwinden können. Gleichzeitig sind sie aber für den Tod von noch mehr Menschen verantwortlich, nur weil sie nichts unternommen haben.

Ein weiterer Aspekt, der gegen den Abschuss des Flugzeuges spricht, ist, dass man die Menschenwürde der Passagiere missachtet, indem man sie in einer Weise behandelt, der zumindest die meisten nicht zustimmen würden. Die Passagiere sind staatlicher Gewalt (im Falle eines Abschusses, initiiert von der CIA) unterworfen, ohne dass sie darauf Einfluss nehmen können, weshalb eine Würdeverletzung vorliegt. Dabei ist es egal, ob die Würde der Fluggäste schon von den Terroristen verletzt wurde, es ist nämlich ein Unterschied, ob diese Würdeverletzung vom Staat oder von Kriminellen ausgeht. Der Staat würde sich somit auf das Niveau der Verbrecher „begeben“ und eventuell würden bei ähnlichen Fällen ebenfalls Würdeverletzungen toleriert, bis diese Hemmschwelle ein Stück weit „abgetragen“ ist.

Auf der anderen Seite könnte man es als Abschreckung für Terroristen ansehen, da sie erkennen, dass ihre „Mission“ gescheitert ist. Auch könnte es als Abschreckung für andere Kriminelle fungieren, da sie sehen, dass der Staat hart durchgreift und möglicherweise würden sie aus der Angst vor Konsequenzen zögern.

 

Letztendich ist diese Frage sehr schwer zu beantworten. Es ist eine Situation, in der man nur „falsch“ handeln kann.
Ich persönlich würde das Flugzeug nicht abschießen, da für mich die Menschenwürde und deren Schutz von größter Relevanz ist. Auch in unserem Grundgesetz nimmt die Menschenwürde und deren Schutz einen wichtigen Platz ein, was man auch bemerkt, da es an erster Stelle vermerkt ist:

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ (Art. 1 GG)

Meiner Meinung nach aber würde es einen Unterschied machen, ob man als Vertreter des Staates handelt (wie in diesem Fall, als CIA-Agent) oder als Privatperson. Die Verletzung der Würde der Passagiere wäre nicht so schlimm, als wenn es vom Staat ausgeht, da insbesondere er die Aufgabe hat, die Menschenwürde zu schützen. Gleichzeitig wüsste ich aber in beiden Fällen nicht, wie ich damit weiterleben soll, da ich so oder so, direkt oder indirekt, für den Tod vieler Menschen verantwortlich bin.

Schlussendlich bin ich also der Meinung, dass man als Vertreter des Staates das Flugzeug nicht abschießen sollte, während als Privatperson es durchaus so betrachtbar ist, dass die Anzahl der geretteten Leben die Verletzung der Menschenwürde überwiegt.

Was würdet ihr sagen? Würdet ihr das Flugzeug abschießen? Wenn ja, warum?

 

 

Folter und Menschenwürde – Der Daschner- Fall

Das Thema, ob Folter erlaubt werden sollte, ist auch heutzutage aktuell, da zum Beispiel nach der Meinung Donald Trumps „Folter […]ein probates Mittel im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus [sei]“. (Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/usa-news-blog-donald-trump-will-plan-fuer-sicherheitszonen-in-syrien-a-1131762.html)

Doch zum Beispiel in Deutschland ist Folter verboten, wie es in Artikel 104 a) im GG festgehalten ist:

„Die Freiheit der Person kann nur auf Grund eines förmlichen Gesetzes und nur unter Beachtung der darin vorgeschriebenen Formen beschränkt werden. Festgehaltene Personen dürfen weder seelisch noch körperlich mißhandelt werden.“ (https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_104.html)

Zu dieser Thematik gibt es ein reales Fallbeispiel, ein Dilemma, das im Folgenden vorgestellt wird.

Der Polizeivizepräsident Daschner hat einem Verbrecher, der ein Kind entführt und misshandelt hat, Gewalt angedroht, damit dieser den Aufenthaltsort des Kindes verrät.
Nach dem Auffinden des (schon toten) Kindes stellt sich die Frage, ob Daschner schuldig gesprochen werden soll, weil er Gewalt angedroht hat, um das Leben des Kindes zu retten…. (weitere Infos hier: http://www.spiegel.de/panorama/der-fall-daschner-anklage-macht-der-folter-den-prozess-a-287371.html)

Was findet ihr? Soll Daschner schuldig gesprochen werden?

Es gibt viele Argumente für und gegen den Schuldspruch.

Gegen den Schuldspruch spricht z.B., dass es für Daschner als Polizist im Gefängnis gefährlich sein könnte. Außerdem war die Androhung von Gewalt notwendig, um den Verbrecher dazu zu bringen, den Aufenthaltsort des Kindes zu verraten.

Nach Spiegel online sprachen sich bei einer Umfrage 63 % der Menschen dafür aus, dass Daschner nicht bestraft werden sollte. (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/umfrage-deutsche-zeigen-verstaendnis-fuer-folterpolizisten-a-237826.html)
Da in einer Demokratie auch miteinbezogen werden sollte, was das Volk will, sollte dieser Umstand mitberücksichtigt werden.

Zudem könnte man sagen, dass das Leid des Gefolterten durch die Rettung des Entführten aufgewogen wird (oder, wenn der Verbrecher mehrere Personen entführt hätte, dass durch die Folter das Glück der größten Zahl (sprich die Rettung der Entführten) herbeigeführt wurde.)

Dennoch darf man die Argumente für den Schuldspruch nicht vernachlässigen.

Zum Einen hat Daschner als Vertreter des Staates (Polizeivizepräsident) die Menschenwürde verletzt, die in Artikel 1 des Grundgesetzes festgehalten wurde:

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“

Die Menschenwürde ist ja etwas, was jedem Einzelnen, egal welche Nationalität oder Religionszugehörigkeit, zukommt. Sie ist, wie in Artikel 1 schon geschrieben, unantastbar, das heißt, die Menschenwürde kann nicht aberkannt werden und muss vom Staat respektiert und geschützt werden.

Daschner verkennt die Menschenwürde des Verbrechers, indem er ihm Gewalt androht.
Nach Kant bedeutet eine Person in ihrer Würde zu achten, sie in einer Weise zu behandeln, der sie vernünftigerweise zustimmen kann. Da in der Regel kein Mensch der Folter seiner selbst zustimmen würde, verletzt Daschner die Menschenwürde des Verbrechers.
Da in Artikel 1 auch steht, dass der Staat die Menschenwürde schützen muss, käme der Staat dieser Verpflichtung nicht nach, wenn Daschner nicht schuldig gesprochen werden würde. Der Staat würde sein Wesen verändern und kein Rechtsstaat mehr sein, wenn Folter (oder auch nur die Androhung von Folter, der aber reale Folter gefolgt wäre) geduldet werden würde. Zudem verschwimmen die Grenzen, wenn man einmal Folter erlaubt wird. Das Erlauben der Folter würde also die Entgrenzung der Moral und die Senkung der Hemmschwelle herbeiführen.

Zudem verletzt die Folter das Recht und die Fähigkeit, selbst zu bestimmen, was man sagt und was nicht. Es wird dementsprechend die innere Freiheit verletzt, da der Wille durch Schmerzen gebrochen werden soll.

Ein weiteres Argument für den Schuldspruch ist zudem, dass Daschner gegen das Grundgesetz verstoßen hat (Art. 104, Art. 5 Meinungsfreiheit).
Dagegen kann man natürlich einwenden, dass in dem entsprechenden Artikel 104 nicht explizit die Androhung von Folter verboten ist, sondern lediglich Folter an sich, aber Artikel 5 wurde trotzdem verletzt, da der Gefolterte gezwungen wird, etwas zu sagen, was er aber eigentlich für sich behalten will.

Außerdem gibt es keine Garantie, dass die Folter „erfolgreich“ ist, sprich, dass der Gefolterte nicht vielleicht auch falsche Informationen gibt.

 

Alles in allem ist es eine schwierige Angelegenheit, es gibt nicht wirklich „gut“ und „böse“ und auch kein „richtig“ und „falsch“.
Meiner Meinung nach sollte Daschner aber schuldig gesprochen werden, da für mich das Argument der Menschenwürde am gewichtigsten ist. Keiner kann einem anderen Menschen die Menschenwürde aberkennen, auch keinem Verbrecher, die Menschenwürde ist unantastbar. Und wenn man einmal auch nur die Androhung von Folter geduldet, so kann es sein, dass dadurch die Hemmschwelle verkleinert wird, und dass die Polizisten in Zukunft bei jedem ähnlichen Fall überlegen, ob sie zur Folter greifen sollen oder nicht.

 

Was meint ihr, wie steht ihr zu Folter? Und seid ihr der Meinung, dass Daschner schuldig gesprochen werden sollte? Soll man in Extremsituationen auch Terroristen foltern dürfen?

Protokoll vom 21.11.2016 K2

Es fehlten 4 Schüler.

 

Zuerst sahen wir uns zwei Videos an, anhand welcher wir ein Arbeitsblatt zum Thema Menschenrechte ausfüllten:

     https://youtu.be/fjagWFEmnpg

        https://youtu.be/12uKuORCyBM

Nach dessen Besprechung bekamen wir ein Arbeitsblatt zum Aufbau eines Arguments

Hier bearbeiteten wir die erste Aufgabe:

           (Fakt) Die Todesstrafe ist in Deutschland verboten, (Begründung) weil sie wider den Menschenrechten steht (anerkannte Norm). (Konklusion) Folglich ist sie moralisch nicht zu vertreten.

           (Fakt) Die Todesstrafe ist in Deutschland verboten. (Begründung) Unter anderem da in Anbetracht der Tatsache, dass in den USA, wo sie erlaubt ist, nicht weniger Verbrechen begangen werden (Fakt). Demnach funktioniert sie auch nicht als Abschreckung (Konklusion).

Für die zweite Aufgabe bekamen wir Zeit an den Computern zu recherchieren, werden unsere Ergebnisse jedoch erst nächste Stunde zusammentragen.

Aktive Sterbehilfe- Me before You (Jojo Moyes)

Aktive Sterbehilfe

Es ist einige Zeit her, da habe ich ein Buch in die Hand genommen mit dem Namen „Me before You“ (dt. Ein ganzes halbes Jahr) von Jojo Moyes. Besagtes Buch erzählt von Will Traynor, einem Mann, der nach einem Unfall querschnittsgelähmt ist. Er ist ständig auf die Hilfe anderer angewiesen, kann seine Hände nur sehr eingeschränkt bewegen und braucht bei fast Allem Hilfe, weshalb er, nach einem gescheiterten Suizidversuch beschließt in die Schweiz zu fahren um sein Leben in Würde zu beenden. Er sagt, es sei die letzte Entscheidung die er ganz alleine treffen kann.

Nun aber, ist das richtig?  Ist es gut, dass es die Möglichkeit gibt?

Diese Frage habe ich mir gestellt als ich dieses Buch zu Ende gelesen hatte. Und ich bin zu keinem eindeutigen Entschluss gekommen.

Die aktive Sterbehilfe ist ein stark umstrittenes Thema. Es wird bei den Gegnern viel mit Gott argumentiert (Ex 20,13: „Du sollst nicht töten“ – auch nicht Kranke und Sterbende“), jedoch auch damit, dass keine Diagnose mit 100% Sicherheit stimmt, dass man sich genötigt fühlen könnte weil man denkt eine Last zu sein, und dass es zu Komplikationen kommen könnte.

Aber spielen diese Argumente eine Rolle für einen Menschen, der sein Leben beenden möchte?

Ich glaube nicht. Verliert ein Mensch der krank ist sein Recht auf Selbstbestimmung? Sollte ein Mensch mit unbeschreiblichen Schmerzen, die nur mit viel Schmerzmittel gelindert werden können nicht das Recht haben diese Schmerzen, dieses ewige Leiden zu beenden?

Meiner Meinung nach sollte er dieses Recht haben. Viele Menschen denken vielleicht, dass der Wunsch zu sterben egoistisch ist, da man die anderen mit den Schmerzen zurücklässt, aber ist es nicht andersherum genauso egoistisch, wenn die gesunden das Leben der anderen, leidenden Person wollen, nur um selbst keine Schmerzen zu empfinden?

Wills Pflegerin Lou will ihn davon überzeugen seine Entscheidung zu überdenken, sie will ihm zeigen, wie viel das Leben noch wert ist und, dass er auch nach seinem Unfall ein gutes Leben haben kann. Sie recherchiert im Internet und trifft auf eine Seite, auf der andere querschnittsgelähmte Menschen und deren Pfleger sind und fragt diese, was sie tun kann um ihn umzustimmen, ihn davon abzuhalten in die Schweiz zu gehen. Als Antwort bekommt sie:

“You can only actually help someone who wants to be helped.” (“Du kannst nur dem wirklich helfen, dem auch geholfen werden will.”)

Meiner Meinung nach stimmt das, wer sein Leben wirklich beenden will wird es schaffen, egal auf welche Art und Weise. Wenn die Person deine Hilfe nicht will, wird sie diese nicht annehmen, wird sie sich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht umstimmen lassen. Klar ist es edel es zu versuchen, aber man sollte dann nicht zu enttäuscht sein, wenn es nicht funktioniert.

Im Grunde will ich nichts sagen, außer dass ich es wichtig finde, dass die Wünsche von sterbenden nicht verurteilt werden, nicht als egoistisch angesehen werden. Niemand weiß, wie es im Inneren eines Menschen aussieht der sich so etwas wünscht, niemand, der nicht in der gleichen Situation ist kennt das Verlangen aufstehen zu wollen und es nicht zu schaffen, niemand kennt die Schmerzen, die ein Mensch mit Knochenkrebs täglich erleiden muss, niemand weiß wie es ist sterben zu wollen.

Die Personen die es wissen, denen es so schlecht geht, dass sie sich wünschen endlich erlöst zu werden, wieso kann man diesen Menschen den Wunsch nach einem würdevollen Tod nicht auf legale Weise ermöglichen?

 

Wie steht ihr zum Thema aktive Sterbehilfe? Wie würdet ihr reagieren, wenn ihr damit konfrontiert werden würdet?

 

Quelle:

Me before You- Jojo Moyes

 

 

Ist die Todesstrafe bei Minderjährigen ethisch gerechtfertigt?

George Stinney war ein afroamerikanischer Junge und lebte in den USA. Er war 14 Jahre alt, als er 1944 auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet wurde. Angeklagt wurde er wegen zweifachen Mordes an zwei weißen Mädchen (8 und 11 Jahre alt). Heute, 70

George Stinney
George Stinney

Jahre später, wurde er von der Richterin Carmen Mullen freigesprochen. Sie ist von seiner Unschuld überzeugt. Die Geschwindigkeit des Prozesses lässt auf keine Sorgfalt bei den Ermittlungen schließen (3 Monate).

Dies ist nur ein Beispiel von vielen über die Todesstrafe bei Minderjährigen. Selbst heute noch wird sie an Jugendlichen angewandt. Vor allem im Iran.

Meine Meinung zu dem Thema ist eindeutig. Ich kann es nicht verstehen, wie man eine irreparable Strafe wie diese gegen Kinder einsetzten kann. Generell sollte versucht werden Jugendstraftäter nach ihrer Haft wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Schließlich „kann [man] sie nicht mit denselben Maßstäben messen wie [Erwachsene].“1 Ihnen fehlt die Reife, wodurch sie die Folgen ihres Handelns nicht komplett verstehen und nachvollziehen können. Sie entwickeln sich erst noch, wodurch ein Besserungsvermögen nicht ausgeschlossen werden kann. Jugendliche sollten für ihre Taten Sozialdienste, Geld-, oder im schlimmsten Fall Haftstrafen bekommen, denn seine eigene Lehre sollte man schon ziehen. Die Toddesstrafe hingegen nimmt jegliche Chance auf Verbesserung. Sie nimmt den jungen Menschen ihre Zukunft. Jeder hat eine zweite Chance verdient.

Außerdem verstößt die Anwendung der Todesstrafe bei Minderjährigen gegen das Völkerrecht, die Menschenrechte und das Übereinkommen über die Rechte des Kindes.

Das ist meine Meinung zu diesem Thema. Oder glaubt ihr, dass die Todesstrafe bei besonders schlimmen Taten, wie Mord, gerechtfertigt ist, auch wenn der Täter minderjährig ist? Was meint ihr dazu?   🙂

1 aus Amnesty international: Stoppt die Hinrichtung Minderjähriger! – Aktualisierungsdatum: 14.10.2015, Seite 3

Protokoll 10. Oktober 2016

Gymnasium Gerabronn, Ethikkurs 2015-2017

Stundenzusammenfassung vom 10.10.2016,  7:45 – 9:20 Uhr

17 Anwesende

Referentin: Sü

Thema: Gerechtigkeit/ Gedankenexperiment nach John Rawls


Gliederung der Stunde:

  1. WG-Gründung / Gedankenexperiment nach John Rawls
  2. John Rawls

1. WG-Gründung / Gedankenexperiment nach John Rawls

Zu Beginn der Stunde wurden wir in drei Gruppen aufgeteilt. Jede bekam eine individuelle, aber ähnliche Aufgabe:

Wir sollten uns vorstellen, gemeinsam in einer WG zu leben und nun Regeln für die Verteilung der Ausgaben und anfallenden Aufgaben aufstellen. Jeder Person wurde eine bestimmte Rolle zugeteilt. Die erste Gruppe (1) wusste zu Beginn keine Rollenverteilung, die zweite Gruppe (2) hingegen schon, bekam die Informationen jedoch erst kurz vor Schluss gesagt. Die letzte Gruppe (3) wusste von Anfang an, wer welche Rolle spielt. Somit kamen unterschiedliche Ergebnisse heraus:

Gruppe (1):

  • viele Regeln
  • gerechte Aufteilung der Miete (800€) → jeder zahlt gleich viel
  • Haushaltskasse, um „Grunddinge“ zusammen einzukaufen
  • Dienste, wie Putzen, Müll rausbringen, Bad und Einkaufen werden aufgeteilt
  • das eigene Zimmer wird selbst geputzt
  • am Wochenende wird gemeinsam ein Essensplan für die kommende Woche erstellt
  • Besuch und Party müssen vorher abgesprochen werden

⇒ allgemein gehaltene Regeln

Gruppe (2):

  • Putzplan;  wer sich nicht daran hält, muss einen ausgeben  (Sanktion)
  • Party ja; falls Prüfungen am nächsten Tag, Musik leise machen
  • persönliche Gegenstände werden mit farbigen Tapes gekennzeichnet
  • 2 duschen Morgens, 2 Abends

⇒ wenige Regeln/ es werden weniger Bereiche abgedeckt, aber leichter zum Einhalten

⇒ nachdem Rollen bekannt waren: wir ändern fast nichts. Jeder kann sich die Miete leisten und muss folglich auf Sonderwünsche verzichten. Außerdem muss bei Partys auf Petra Rücksicht genommen werden, da sie Migräne hat.

Gruppe (3):

  • jeder zahlt 160€ Miete und 40€ Haushaltsgeld → Essen, Trinken (kein Alkohol) und „Putzzeug“
  • Udo (Musiker) probt, wenn Petra nicht da ist. → Rücksicht
  • jeder hat pro Tag 20 Minuten im Bad
  • Koch-/Putzplan für gemeinsame Räume
  • Veganer sind unerwünscht
  • eine Einkaufsliste, auf die jeder seine Wünsche schreibt
  • geraucht wird nur auf dem Balkon
  • keine Hausparties vor Donnerstag
  • Nachtruhe von Montag bis Mittwoch ist 00 Uhr

⇒ Rücksicht und faire Verteilung von Aufgaben

 

2. John Rawls

In der zweiten Stunde arbeiteten wir dann mit dem Buch auf den Seiten 218 und 219. Hier klärten wir die Frage der sozialen Gerechtigkeit nach Ansicht des amerikanischen Philosophen John Rawls.

Gerechtigkeit ist – Fairness

M2:  Theorie der Gerechtigkeit als Fairness

I.

  • die Übereinkunft auf die Gerechtigkeitsstrukturen bezieht sich auf die gesellschaftliche Grundstruktur
  • es sind Grundsätze, die vernünftige und freie Menschen im Zustand der Gleichheit in ihrem eigenen Interesse annehmen würden
  • an diese muss man sich anpassen
  • die Grundsätze bestimmen die Art der gesellschaftlichen Zusammenarbeit

Seine Theorie ist ein Gesellschaftsvertrag

II.

  • ursprüngliche Situation der Gleichheit ist genauso viel wert, wie der Naturzustand/Urzustand (herkömmliche Theorie des Gesellschaftsvertrages)
  • Urzustand ist eine theoretische Situation. Keiner kennt seine gesellschaftliche Stellung/ Klasse/ seinen Status, oder seine Gaben, wie Intelligenz
  • keine Vorstellung über Gut und Böse
  • „Die Grundsätze der Gerechtigkeit werden hinter einem Schleier des Nichtwissens festgelegt.“ (S. 219, Z. 40ff.)
  • Keiner wird bevorzugt oder benachteiligt → Grundsätze der Gerechtigkeit sind Ergebnis einer fairen Verhandlung

III.

  • Urzustand = angemessener Ausgangszustand      → sichert Fairness
  • Grundsätze der Gerechtigkeit werden in einer fairen Ausgangssituation festgelegt
  • Gerechtigkeit ≠ Fairness
  • Nach festgelegter Gerechtigkeitsvorstellung wählen wir eine Verfassung/Gesetzgebungsverfahren

⇒ Funktion der Grundsätze

IV.

  • Gerechtigkeitsgrundsätze:
  1. „Jedermann soll gleiches Recht auf das umfangreichste System gleicher Grundfreiheiten haben, das mit dem gleichen System für alle anderen verträglich ist. (=Gleichheitsprinzip)“
  2. „Soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten sind so zu gestalten, dass (a) vernünftigerweise zu erwarten ist, dass sie zu jedermanns Vorteile dienen, und (b) sie mit Positionen und Ämtern verbunden sind, die jedem offenstehen. (=Differenzprinzip)“    (S. 219, Z. 72ff.)
  • dem ersten Grundsatz geht der Zweite voraus
  • bei Verletzung des ersten Grundsatzes darf ich dies nicht durch größere gesellschaftliche oder wirtschaftliche Vorteile begründen

Abschließend haben wir nochmals über unsere WG Regeln gesprochen und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Gruppe eins und zwei ebenfalls wie Rawls erst unabhängig zum Einkommen und Zustand die Regeln aufgestellt haben. Gruppe eins hat zudem mehr nach dem Gleichheitsprinzip entschieden, während Gruppe drei mehr nach dem Differenzprinzip entschied.

Ein Kritikpunkt zu den Grundsätzen war, dass die Einbeziehung von Gut und Böse fehlt, sodass man nicht weiß, dass es z.B. nett wäre, eine Party ausfallen zu lassen, wenn einer auf eine Prüfung lernen muss.

Stundenzusammenfassung 26. September 2016

Stundenprotokoll 26. September 2016, 7:45- 9:20 Uhr
17 Anwesende, (2. Stunde 16 Anwesende), Referentin: Sü

Gliederung:
1. Gerecht teilen?
2. Grundbegriffe Gerechtigkeit
3. Theorien der Gerechtigkeit
Die Stunde zum Thema Recht und Gerechtigkeit startete mit einem Gedankenexperiment, wie man gerecht teilt.
Aufgabe war es, eine Torte so unter sieben sehr hungrigen Freundinnen zu verteilen, dass jede gleich viel bekommt.
Wir kamen zu dem Ergebnis die Torte in 14 gleich große Stücke zu teilen, so dass jede zwei Stücke bekommt.
Eine weitere Aufgabe bestand darin gute und schlechte Gründe für eine Bevorzugung bei der Verteilung der Torte zu sammeln.
Daraus entstand folgender Aufschrieb, der auch die Prinzipien einer gerechten Verteilung nach Perelman beinhaltet:

Prinzipien einer gerechten Verteilung :

• Gleichheit
• Bedürfnisse
• Leistung
• Verdienst
• Rang
• Werke
• Vom Gesetz zugeteilt

Gute Gründe:
• Benachteiligung ausgleichen
• Wettbewerb
• erbrachte Leistung
• Tauschangebot

Schlechte Gründe:
• Gewalt/ Erpressung
• Tricks
• Religion, Herkunft, Hautfarbe
• Zufällige Kriterien

Gründe, die wir nicht direkt zuteilen konnten:
• Leistung
• Rang
• Emotionen
• Erbansprüche

Danach wurden Grundbegriffe zum Thema Gerechtigkeit erklärt.
Diese Grundbegriffe lassen sich in „Funktion des Rechts“, „Ziel einer Rechtsordnung“, „absolute Rechte“, „relative Rechte“, „Gewaltmonopol des Staates“, „Naturrecht“ und „positives Recht“ unterteilen ( siehe Arbeitsblatt).

Zum Schluss hörten wir noch einen Radiopodcast über die Theorien der Gerechtigkeit, im speziellen über die Vertragstheorien und bearbeiteten dazu einen Lückentext.

http://www.br.de/radio/bayern2/wissen/radiowissen/gerechtigkeit-tugend-verfahrensgerechtigkeit-100.html

Der zu ergänzende Lückentext handelt von Thomas Hobbes, Jean-Jacques Rousseau, Immanuel Kant und ihren jeweiligen Theorien.

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Ergänzt wurde noch Platon und seine Theorie.
Laut ihm ist Gerechtigkeit die höchste Tugend, die die drei Seelenteile, den Denkenden, den Begehrenden und den Muthaften zusammen hält.
Jedem Seelenteil ordnet Platon eine bestimmte Gesellschaftsgruppe zu. Dem denkenden Seelenteil die Philosophen, dem Begehrenden den Bauern und dem Muthaften die Soldaten.

Die Gerechtigkeit in Gesellschaft und Staat ist für ihn eine Grundvoraussetzung für ein gutes und faires Zusammenleben.

Abtreibung – ethisch vertretbar oder nicht?

Die Abtreibung, auch Schwangerschaftsabbruch genannt, ist die Unterbrechung einer Schwangerschaft, die den Tod des Embryos beziehungsweise des Fötus zur Folge hat. Diese ist erst ab der Einnistung des befruchteten Eis in der Gebärmutter möglich.

 
Um eine Abtreibung durchführen zu können, gibt es bestimmte gesetzliche Voraussetzungen.
Rechtmäßig und somit straffrei ist eine Abtreibung, wenn die Schwangere einen Schwangerschaftsabbruch wünscht, sich beraten und eine Bescheinigung ausstellen lässt und mindestens drei Tage zwischen dem Beratungsgespräch und dem Eingriff vergangen sind. Zudem muss der Eingriff von einem Arzt vorgenommen sein und die Schwangerschaftsperiode nicht länger als zwölf Wochen betragen.

 
Doch wie kommt es zu dem Wunsch einer Abtreibung? Wieso möchte man ein noch ungeborenes Kind nicht mehr haben?
Kriminologischen Indikationen, sowie Vergewaltigung und sexueller Missbrauch, gehören zu einem dieser Gründe. Da die Schwangerschaft ungewollt erfolgt, wird der Schwangerschaftsabbruch nicht als rechtswidrig angesehen, muss jedoch bei Wunsch einer Abtreibung bis zur 12. Woche der Schwangerschaft vollendet werden.
Eine medizinische Indikation für eine Abtreibung liegt dann vor, wenn das Leben, die Gesundheit oder die Psyche der Schwangere durch die Schwangerschaft gefährdet ist. Somit ist dieser Faktor auch nicht rechtswidrig und ist zeitlich nicht begrenzt (Spätabbruch möglich).
Soziale Indikationen sind auch oft Gründe für eine Abtreibung. Diese sind beispielsweise die soziale Lage der Betroffenen, das heißt es ist aufgrund des Geldes nicht möglich ein Kind auf die Welt zu bringen und sich um es kümmern.

 

Bei einer Abtreibung sind nicht nur Indikationen ein Thema, sondern die moralische, ideologische und religiöse Einstellungen spielen die Hauptrolle. Bezüglich des Lebensrechts des Embryos sind  zum Beispiel „Wann beginnt das individuelle Leben?“ oder „Wann beginnen Persönlichkeitsrechte?“entscheidende Punkte. Spielt es eine Rolle, ab wann ein Embryo Schmerzempfinden, Bewusstsein, Hirnaktivität zeigt? Wie schaut es mit den Religionen aus? Spielt es eine Rolle, ab wann ein Embryo eine Seele besitzt?

 
Ich selbst kann die Gründe der Frauen, die sich eine Abtreibung wünschen, sehr gut nachvollziehen, doch aus meiner Sicht bin ich gegen die Abtreibung mit der Ausnahme, wenn es um medizinische Indikationen, also um die Gesundheit der Schwangere geht. Ich bin der Meinung, dass das Embryo bzw. der Fötus das sich entwickelt, keine Schuld an irgendetwas hat. Das menschliche Wesen hat ein Recht auf das Leben, das nicht angetastet werden sollte.

 
Was meint ihr zu diesem Thema? Ist die Abtreibung ethisch vertretbar oder nicht? Hat der Fötus ein Recht auf Leben?

Doppelstundenzusammenfassung vom 16.10.14 – Strafzweck/ Strafrecht

1. Organisatorisches
1.1 Diskussion über „Weihnachten im Schuhkarton“
2. Arbeitsblatt „Strafzweck“
2.2 Strafzweck/ Strafrecht (Mindmap)
3. Arbeitsblatt zur Todesstrafe (Vergleich USA, China, Iran)

1. Dung und Nina sind nicht anwesend.

1.1 Simon und Frau Schütze diskutieren über die Frage, ob es sinnvoll ist Pakete mit Weihnachtsgeschenken in den Osten zu armen Kindern zu senden. Es wurden viele Aspekte beleuchtet, doch die Hauptargumente (Pro: „Lieber diese Art der Hilfe, als gar keine Hilfe für die Menschen“
Contra: „Wir zwingen den östlichen Kulturen unsere Werte und unsere Kultur auf“ *sinngemäße Übertragung) blieben erhalten und die Debatte wurde wegen Zeitmangels abgebrochen.

2. Wir haben das Arbeitsblatt „Strafzweck“ bearbeitet. Es beinhaltete eine Beispielhafte Situation, bei der durch die Unachtsamkeit einer Frau großer Schaden durch einen Hausbrand angerichtet wurde. Darunter sind mehrere Mögliche Urteilsvarianten für die Frau aufgelistet, welche man begründet befürworten oder ablehnen sollte.

2.2 Aus der Vorderseite von „Vom Zweck des Strafens“ ging folgende Mindmap hervor: (siehe angehängtes Bild)

3. Wir haben zu diesem Thema einen Hörbeitrag angehört und die Rückseite de Arbeitsblattes „Vom Zweck des Strafens“ bearbeitet.
USA: Die Todesstrafe geht nicht selten mit brutalen Schmerzen einher. Sie wird am häufigsten in Texas angewandt, wobei ein ungleiches Verhältnis der Vollstreckung der Strafe von Stadt zu „Land“ besteht. Die Strafe wird ungleichmäßig eingesetzt.
China: Die dortige Regierung hält die Anzahl der Vollstreckungen geheim (vermutet werden ca 3000Menschen/Jahr). In China herrscht rund um die Todesstrafe Korruption, Folter und mangelnder Widerstand der Bevölkerung. Es ist ein Fortschritt hinsichtlich der Revidierung einiger Urteile zu erkennen. Die Strafe wirkt in China nicht sehr abschreckend.
Iran: Im Iran sind die Hauptgründe für Todesurteile religiösen Ursprungs (Gründe: Homosexualität, Drogenkonsum). Sie werden öffentlich vollstreckt (an Baukränen), doch es ist ein abnehmendes Interesse der Bevölkerung an solchen Hinrichtungen und ein Rückgang der Zahlen bezüglich der Todesstrafe zu beobachten. Im Iran liegt die Urteilskraft beim Opfer (er kann Täter vergeben).

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