Frauen – das mitgemeinte Geschlecht. Oder doch nicht?

„Ein Vater fährt mit seinem Sohn im Auto. Sie überqueren einen unbewachten Bahnübergang, als ein heranfahrender Zug das Auto erfasst. Der Vater ist sofort tot. Der Sohn wird schwer verletzt ins Krankenhaus zur Notoperation eingeliefert. Er liegt im OP, da geht die Tür auf, und der Chirurg kommt herein. Er schaut den Patienten an und sagt: „Ich kann ihn nicht operieren, er ist mein Sohn.““ (Quelle)

Wer kommt euch als erstes in den Sinn, wenn ich die Frage stellen würde: Wer ist der Chirurg in dem Szenario?

Sprache macht so einiges mit uns. Wir sind tagtäglich von Sprache umgeben und können durch den Gebrauch der Sprache verschiedene Bilder im Kopf eines Menschen auslösen. Denn Sprache ist Macht und wer von dem gesprochenen gemeint ist, wird mit Macht assoziiert.

Als ich das erste Mal dieses Chirurgen-Beispiel gehört habe, waren das meine Gedanken: hä, ich dachte der Vater sei gestorben. Im nächsten Moment habe ich an ein Schwules Ehepaar gedacht. So oder so ähnlich sahen bestimmt auch eure Gedanken aus, nachdem ihr dieses Gedankenexperiment gelesen habt.

Das ist das beste Beispiel dafür, dass unsere Sprache Bilder erzeugt und zwar hauptsächlich männliche Bilder. Das ist sprachhistorisch gesehen ganz normal, denn die „neutrale“ Sprache/Formulierung ist auf Männer ausgelegt. Das nennt man auch das generische Maskulinum.

Das generische Maskulinum soll als allgemein gültiger Oberbegriff für Personengruppen (bspw. Berufsgruppen) dienen, in denen alle Geschlechter vertreten sind. In der Realität gibt das generische Maskulinum einen scheinbar neutralen Begriff für diese Personengruppen vor, der aber nur die männliche Personen- oder Berufsbezeichnung angibt. Durch das generische Maskulinum wird die männliche Bezeichnung die „Norm“ und Studien haben belegt, dass das weibliche Geschlecht so weniger sichtbar oder sogar unsichtbar wird. 

Sprachlich gesehen ist die weibliche Form von z.B. Berufsbezeichnungen aus der männlichen Form und dem Anhang -in gebildet. Wenn man das historisch betrachtet, wurde diese weibliche Form geschaffen, um den Frauen der berufstätigen Männer eine Bezeichnung zu „geben“. So war z.B. die Frau des Bäckers die Bäckerin, ohne, dass sie diesen Beruf ausgeübt hat. Als Frauen auch arbeiten durften, haben sich die männlichen Bezeichnungen durchgesetzt und das generische Maskulinum wurde für alle Geschlechter verwendet. Das Problem hierbei ist, dass so hauptsächlich männliche Bilder in unsere Köpfen erzeugt werden. 

Als Beispiel: „Alle Sänger heute Abend waren toll!“ – Was für Personen habt ihr vor Augen? Von den Sängern an diesem Abend waren 5 Männer und 95 Frauen. Trotzdem wird das generische Maskulinum für alle 100 verwendet. Ist das fair? Sind Frauen wirklich mit gemeint oder werden sie ausgeblendet?

Das Problem des generischen Maskulinums ist in den letzten Jahren immer mehr in der Vordergrund gerückt. Mittlerweile gibt es Menschen, die sich dagegen wehren und Möglichkeiten suchen eine gendergerechte Sprache zu etablieren.

Eine Möglichkeit ist das Gendern. Beim Gendern werden Mann und Frau auf sprachlicher Ebene gleichgestellt und als Gleichberechtigte angesprochen. Es gibt drei Möglichkeiten zu Gendern:

  1. das neutrale Gendern: hier wird anstelle dem generischen Maskulinum ein geschlechtsneutraler Begriff benutzt. Bsp.: statt die Lehrer, die Lehrkräfte
  2. Das feminine Gendern: hier werden entweder beide Geschlechter genannt oder durch eine Abkürzung hinzugefügt. Bsp.: Lehrer und Lehrerinnen oder LehrerInnen
  3. Das Gender-Zeichen: hier wird zwischen der männlichen Form und der weiblichen Endung ein Stern, ein Doppelpunkt oder ein Unterstich gesetzt. Diese „Pause“ oder „Lücke“ ist ein Platzhalter für alle, die sich keinem der beiden Geschlechter spezifisch zu ordnen. Bsp.: Lehrer*innen, Lehrer:innen oder Lehrer_innen

Alle drei Methoden des Genderns sind gängige Methoden und es gibt kein richtiges oder falsches Genden.

Neben dem Gendern gibt es auch noch die Idee des generischen Femininums. Hier würde für eine gemischte Personengruppe immer die weibliche verwendet werden. Und es gibt die Idee, die Sprache komplett zu neutralisieren, wie es im Englischen der Fall ist. Das könnte im deutschen mit dem Artikel „das“ umgesetzt werden. Bsp.: Das Lehrer. Eine andere Möglichkeit des Neutralisierens ist das Anhängen eines y an den Wortstamm. Bsp.: Lehry, Schüly

Das Gendern hat sich in allen drei Formen bis jetzt am meisten durchgesetzt und ist in Deutschland am meisten verbreitet.

Mit der Etablierung einer gendergerechten Sprache in unsere Gesellschaft stellt sich natürlich die Frage, wie effektiv ist das Gendern und brauchen wir es überhaupt.

Wie bei jeder Debatte gibt es Für- und Gegensprecher, so ist es auch bei der Frage, ob das Gendern sinnvoll ist. Durch diese Frage spaltet sich die Gesellschaft enorm. Viele Gender-Gegner führen die Argumente an, dass Gendern umständlicher und schwerer zu verstehen sei, außerdem werden sprachliche Irritationen ausgelöst. Zudem sei das Gendern gar nicht notwendig, denn mit dem generischen Maskulinum habe man eine neutrale Bezeichnung und Frauen seien mit gemeint. Ein weiteres Argument der Gender-Gegner, ist, dass durch das Gendern das Geschlecht in den Mittelpunkt gestellt wird, obwohl es in diesem Kontext irrelevant wäre.

Neben der Kritik am Gendern, die bis zu einem gewissen Grad auch angemessen und nachvollziehbar ist, hat das Gendern nachweislich positive Effekte, die von den Gender-Befürwortern angebracht werden. Frauen werden so sichtbar und sind eben nicht mehr „nur“ das mit gemeinte Geschlecht. Das führt dazu, dass sich Kinder mehr Berufe zutrauen und generell mehr Menschen offener für eine weitere Bandbreite an Berufen sind. Häufig denken Menschen offener über Geschlechterrollen, wenn gegendert wurde. Und das ist meiner Meinung nach ein guter Anfang. 

Durch das generische Maskulinum werden Frauen unsichtbar und sind eben nicht mit gemeint. Durch die Veränderung in der Sprache wird diesem Problem entgegengewirkt. Es ist klar, dass durch das Ändern der Sprache das Problem, dass Frauen in der Gesellschaft weniger präsent sind als Männer nicht behoben werden kann, aber es ist ein guter Start. Kübra Gümüşay schreibt in ihrem Buch „Sprache und Sein“ darüber, dass Menschen durch den Gebrauch der Sprache nicht mehr in Kategorien oder Klischees gedrängt werden sollen. Durch eine gendergerechte Sprache wäre das ein erster Schritt dem gesellschaftlichen Problem entgegenzuwirken. 

Das populäre Genderzeichen (* oder _), steht sowohl sprachlich als auch grammatikalisch in der Kritik. Auch Sprachwissenschaftlerin und Begründerin der feministischen Linguistik Luise F. Pusch steht der Genderzeichen kritisch gegenüber. Durch das Genderzeichen werden zwar alle Geschlechter mit einbezogen, aber die weibliche Form wird mit einer Lücke zur männlichen Stammform geschrieben. So wird das Wort geteilt und die weibliche Form ist wieder nur ein Anhang an die männliche Form, was das weibliche Geschlecht herabsetzt.

Nachdem, was ich alles über Sprache und das generische Maskulinum gelesen habe, ist es mir immer öfter aufgefallen und ich habe speziell darauf geachtet, welche Bilder bestimmte Formulierungen bei mir erzeugt haben. Nachdem was ich bei mir beobachten konnte, ist das generische Maskulinum vordergründig eine männliche Bezeichnung, egal welche Intention des Mitmeinens dahinter steht. So sind Frauen kein mitgemeintes Geschlecht, sondern gehen in unserer Sprache verloren. Mehrere Studien haben eben dieses Phänomen bewiesen, dass das weibliche Geschlecht und auch andere Geschlechter in der Sprache untergehen und eben nicht mitgemeint sind.

Durch das Gendern wird diesem Problem entgegengewirkt. Ich kann sowohl die Kritik am Gendern, als auch das positive daran verstehen. Im ersten Moment sind Veränderungen etwas Neues, etwas, dass jeder und jede einzelne vorher nicht kannte. Ja unsere Sprache wird durch das Gendern verändert, aber Sprache ändert sich ständig. Ich bin der Überzeugung, wenn etwas wie z.B. das Gendern lange genug durchgeführt wird, haben wir uns daran gewöhnt und es fällt uns nicht einmal mehr auf. Ich finde die Veränderung in der Sprache einen ersten und sehr wichtigen Schritt, aber das ist meiner Meinung nach nur der Anfang. Um die Gleichberechtigung aller Geschlechter zu erlangen reicht es nicht allein die Sprache zu ändern.

Inwieweit das Gendern Erfolg haben wird, kann ich nicht sagen. Ich denke und würde es mir sehr wünschen, wenn wir in Zukunft eine genderneutrale oder zumindest gendergerchte Sprache hätten, denn Frauen sollten neben den Männern nicht nur mit gemeint sein, sondern entweder als gleichberechtigt angesprochen werden oder das Geschlecht vollkommen irrelevant in der Sprache machen.

Das Interview mit Luise F. Pusch: https://www.jetzt.de/hauptsache-gendern/gendern-linguistin-luise-f-pusch-ueber-das-gendersternchen-und-geschlechtergerechte-sprache

Weitere Quellen:

https://www.welt.de/kmpkt/article194491179/Generisches-Maskulinum-Warum-es-nicht-ausreicht-Frauen-mitzumeinen.html (zuletzt geöffnet am 12.07.2021)

https://www.deutschlandfunkkultur.de/diskriminierungsfreie-sprache-argumente-gegen-das-gendern.1264.de.html?dram:article_id=487133 (zuletzt geöffnet am 12.07.2021)

Die Unendlichkeit für den Menschen erreichbar machen?

Sollte der Mensch die Möglichkeit auf ein ewiges Leben haben, die Möglichkeit dem Tod zu entkommen?

Was genau macht das Leben so kostbar, einzigartig und wichtig? Die Endlichkeit.

Viele haben sich schon mal das Unendliche Leben für sich oder andere gewünscht, nach dem Verlust einer geliebten Person…   

Doch was genau machen wir in der Unendlichkeit? Wie würde die Unendlichkeit aussehen, würden alle Menschen wie in den berühmten Vampir Geschichten ab einem gewissen Zeitpunkt äußerlich nicht mehr altern und ihre Kraft behalten oder würde es eine Menge älterer Menschen geben die Äußerlich immer weiter altern doch niemals sterben.

In einigen Situationen wünscht man sich die Unendlichkeit bei dem Verlust einer geliebten Person wie oben schon genannt, doch was passiert mit dem so kostbaren Leben. Meiner Meinung nach ist es ein schöner Wunsch und etwas von dem man träumen kann, doch es sollte nicht zur Realität werden.

Das Leben wäre langweilig, alles was es interessant gemacht hat: der Nervenkitzel, die Angst vielleicht sogar der Schmerz, würden nichts mehr bedeuten. Der Schmerz erinnert einen das es kostbar ist und jeder Augenblick genossen werden muss, es erinnert dich an deine Sterblichkeit des schnell endenden Lebens. Der Nervenkitzel den man auf einer Achterbahn verspürt, die winzig kleine Angst die im Hinterkopf sitzt und einem für einen Bruchteil der Sekunde denken lässt die Sicherung wäre locker und man könnte rausfliegen. Das klettern auf Bergen oder vieles andere würde seinen Reiz verlieren und nicht mehr das sein was es einst war.

Wenn man wissen würde, dass das Leben nicht aufhören kann haben viele Dinge keine richtige Bedeutung mehr. Es besteht keine Notwendigkeit etwas zu tun oder zu erledigen. Wir wären Lustlos und auf eine unsterbliche Art Leblos. Das Besichtigen und Besuchen fremder Länder wäre nicht einzigartig, es könnte immer wieder wiederholt werden und hätte keine Eile. Welchen Sinn hat dann das Leben mehr wenn nichts mehr eine große Bedeutung hat und das Leben nicht in vollen Zügen genossen werden kann.

Wenn die Sterblichkeit der Menschen nichts wert wäre könnte es sein, dass die der Tiere oder Pflanzen von den Menschen nicht wertgeschätzt werden könnte und die natürliche und Sterbliche Flora und Fauna zerstört wird.

Ein weiterer Aspekt wäre der Platzmangel auf der Erde. Auch wenn die Menschen Unsterblich sind werden sie sich Fortpflanzen wollen und die Anzahl der Menschen auf der Erde stetig steigen. Geschweige denn die Erde würde es Überleben.

Doch das Denken an eine Ewigkeit mit besonderen Menschen, die man liebt und um sich haben will klingt auch für mich verlockend.

Eine ähnliche Sichtweise haben die Buddhisten mit der unendlich lebenden Seele. Diese stirbt nicht, sondern lebt in einem anderen Lebewesen/ Körper weiter. Meiner Meinung nach bringt diese Vorstellung Hoffnung und ein kleines Licht in die Dunkelheit beim Thema Tod, vor dem sich so viele Menschen fürchten und deshalb an die Unendlichkeit denken.

Was ist eure Meinung dazu?  Sollte die Unendlichkeit für die Menschen nicht mehr nur ein Symbol sondern die Wirklichkeit werden?

Quelle:

https://www.philosophie.ch/blogartikel/themenbereiche/praktische-philosophie/philosophieren-mit-kindern/wollen-wir-ewig-leben

Philosophischer Essay-Wettbewerb

21. Bundes- und Landeswettbewerb Philosophischer Essay Herbst 2020

Angesprochen sind philosophieinteressierte Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II. Sie müssen nicht unbedingt einen Philosophie-Kurs besuchen. – Die Interessierten bekommen von ihrer Fachlehrerin bzw. ihrem Fachlehrer die folgenden vier Themen zur Auswahl und schreiben einen philosophischen Essay zu einem dieser Themen:

  1. Müssen wir glücklich sein wollen?
  2. „Gesellschaften reproduzieren sich, indem sie vermeiden, daß zu viele Irrtümer tradiert werden.“ (Jürgen Habermas, Zur Rekonstruktion des Historischen Materialismus. Frankfurt/M.: Suhrkamp Verlag 1976, S. 189.)
  3. „Unser Denken […] ist ein Sinn, mittels dessen wir das Unendliche ausspähen und unter anderem mathematisch darstellen können.“ (Markus Gabriel, Der Sinn des Denkens, Berlin Ullstein Buchverlage 2018, S. 28. )
  4. „Auf seine Freiheit verzichten heißt, auf sein Menschtum, auf die Menschenrechte, sogar auf seine Pflichten zu verzichten“ (Jean-Jacques Rousseau, Vom Gesellschaftsvertrag oder Prinzipien des Staatsrechtes, in: Politische Schriften; Bd. 1. Paderborn: Ferdinand Schöningh 1977, S. 67.)

Der Essay darf maximal vier Seiten umfassen. Einsendeschluss: 6. Dezember 2020 (Poststempel). Im Kopf jeder abgegebenen Arbeit müssen der Name der Verfasserin bzw. des Verfassers, die Jahrgangsstufe, der Name der zuständigen Lehrkraft, die Schul- und Privatadresse (mit E- Mailadresse) angegeben werden. – Am Ende des Essays muss folgende Erklärung stehen:

„Ich versichere, dass ich die Arbeit selbstständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Quellen benutzt habe und alle Entlehnungen als solche gekennzeichnet habe.“ (Unterschrift)

Alle im Rahmen des Wettbewerbs erhobenen persönlichen Daten werden vertraulich behandelt. Eingereichte Arbeiten werden nicht zurückgesandt. Es sollten nicht mehr als zwei Essays pro Kurs eingesendet werden.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die einen gelungenen Essay verfasst haben, bekommen im Januar/ Februar eine Urkunde von der jeweiligen Regional-/Landesjury zugesandt. Die von den regionalen Jurorinnen und Juroren ausgewählten 26 besten Essayschreiber werden im Februar 2021 zur Philosophischen Winterakademie nach Münster/Westf. eingeladen.Dort werden erneut Essays geschrieben (in vier Zeitstunden, auf Englisch oder Französisch) und es werden philosophische Vorträge gehört und diskutiert. Die dort ausgewählten fünf besten Essayschreiber werden der Studienstiftung des deutschen Volkes vorgeschlagen werden. Die beiden besten Essayschreiber nehmen im Mai 2021 als Vertreter Deutschlands an der XXIV. Internationalen Philosophie-Olympiade teil.

Bitte wendet euch an mich (Frau Schütze), wenn ihr teilnehmen wollt!

Anregungen für Beiträge III

  • Kann man überhaupt ethisch korrekt leben?
  • Macht die Beschäftigung mit philosophischen Fragen glücklich?
  • Was macht die Seele eines Menschen aus (im Unterschied zu Geist, Bewusstsein, etc.)?
  • Können wir als Menschen überhaupt Wahrheit erkennen?
  • Was sollten Kinder unbedingt von ihren Eltern lernen?
  • Gibt es „dumme“ Fragen?
  • Was ist Liebe?
  • Gibt es ein Recht auf Nichtwissen?
  • Welche Fragen werden zu selten gestellt?
  • Wir alle sind Menschen und wollen gut leben – warum ist es trotzdem so schwer?
  • Gibt es gerechte Kriege?
  • In welchen Situationen ist der kategorische Imperativ hilfreich / nicht hilfreich?
  • Alles ist möglich: wie sieht die ideale Welt aus? (Warum tun wir so wenig dafür?)
  • Ist der Mensch frei?

Anregungen für Beiträge II (Corona-Edition)

  • Wieviel wird die neue Normalität mit der alten gemeinsam haben?
  • Was sollte sich gegenüber der vor-Corona-Zeit ändern? Was sollten wir aus der Corontäne bei behalten?
  • Wieviel ist ein Mensch wert? Überlegungen zu Triage und Menschenwürde
  • Diskussion verschiedener Dilemma-Situationn (auf dieser Seite ganz unten)
  • Generationenkonflikte: Junge Menschen zu alten: warum sollte ich mich einschränken, um dich vor Corona zu schützen? alte Menschen zu jungen: Warum sollte ich was gegen den Klimawandel tun, wenn es ernst wird, bin ich längst tot. // Gibt es eine Pflicht zum verantwortungsvollen Handeln?
  • Die Einkaufsstraßen sind noch immer recht leer – es wird weniger konsumiert. Aber liegt in der Wertschätzung der Dinge tatsächlich das Problem?
  • Warum kann man die Corona-Zeit nicht besonders produktiv nutzen? Hier ein Denkanstoß: „Während der Verzicht bestärkt und sichert, macht der Mangel machtlos. Auch wenn man in beiden Zuständen nicht vor die Tür geht“
  • Eine neue Art des Zusammenlebens? Ein Denkanstoß
  • Sollten wir mehr Marx lesen? Interview mit Paul Mason

Anregungen für Beiträge

  • Was ist wichtig an Weihnachten?
  • Ist Schule gefährlich?
  • Warum redet niemand über den misslungenen Klimagipfel sondern alle über Gretas Sitzplatz?
  • Diskriminieren Algorithmen? und falls ja: welche Auswirkungen hat das auf unsere gemeinsame Zukunft?
  • In welcher Gesellschaft wollen wir leben? (in so einer #IstandwithMaya -Welt? Und was hat JK Rowling überhaupt gemeint?)
  • Können wir als Individuum nicht eigentlich nur überfordert sein von den vielen Problemen unserer Zeit? und wer rettet dann die Welt?
  • In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Welche Werte sind uns wichtig? Welche Institutionen oder Menschen helfen uns, uns in der Welt zurecht zu finden? (Beispiel: „Deutscher Fahrer“-Fotografierer wird offenbar bedroht)
  • Pflegenotstand im Krankenhaus / in der Altenpflege: Welche Probleme bringt der Einsatz von Robotern mit sich?
  • Ist der Mensch beliebig ersetzbar? Was macht den Menschen aus, was man nicht ersetzen kann?
  • Schweineherzen in Menschen. Ist es ethisch ok, in Tieren Organe für Menschen zu züchten?
  • Stichwort Digitalpakt: was müsste sich in der Schule ändern um als Abiturient in einer digitalisierten Gesellschaft zurecht zu kommen?
  • (Viele Themen: Womit sich der Ethikrat beschäftigt)

(wird ergänzt)

PS: hier ist der Jahresrückblick 2019 zum Ausdrucken und Weitergeben

Wie sehr bestimmt unsere Nationalität unsere Identität ?

Langsam nähert sich die Schulzeit ihrem Ende zu und desto näher dieser Moment kommt, desto größer wird die Frage :“Was dann ?“

Neulich sollten wir uns in unserem Spanisch-Kurs auf die Frage „Wollt ihr aus eurem Leben später ausbrechen und wenn ja wie ?“ ( eine Referenz auf die „movida madrileña“ in den 80-ern in Spaniern https://de.wikipedia.org/wiki/Movida_madrile%C3%B1a ) in drei Bereiche positionieren :

Ja : also man will raus aus Deutschland oder aus seinem „normalem“ Leben, was auch einfach eine groß Stadt sein kann.

Eventuell mal.

Nein : also ich bin glücklich mit meinem Leben hier auf dem Lande und kann mir nichts besseres vorstellen.

Das Ergebnis war recht ausgeglichen und ich positionierte mich zu den „Ja“ Menschen, denn dieses Thema ist eines, welches ich seit Jahren schon prozessiert habe. Mein persönliches Problem ist, dass ich von Kind an in zwei verschiedenen Kulturen aufwuchs und dementsprechend auch zwei verschiedene Staatsbürgerschaften habe. Geboren wurde ich zwar in Deutschland aber meine Eltern stammen aus Russland und um die Kultur beizubehalten verbrachte ich als Kind oft Zeit dort , wuchs bilingual auf (wobei ich meine ersten Lebensjahre ausschließlich russisch sprach) und lernte die Traditionen beider Länder kennen.

Nun kommen wir zum Problem. Jedes mal als wir in Russland waren, wurde ich als „der Deutsche“ betitelt, was mich immer sehr verwirrt und entrüstet hat . Doch als wir in Deutschland waren war ich plötzlich „der Russe“ und auch dies hatte mich schon immer verwirrt. Es entstand eine große Diskrepanz in mir selber, weil man nicht mehr einordnen konnte zu was man jetzt gehört . Selbst heute ist es so, dass ich mich nicht immer angesprochen fühle bei Sätzen wie :“ Du als Deutscher/Russe“ oder „Warum hast du als Deutscher/Russe (…)“

Dies alles führte dazu, dass man sich immer heimatlos fühlt und so, als ob man nie angekommen sei bzw. als wäre man nie akzeptiert, da wo man eigentlich zu Hause ist. Das erste Mal,dass ich mich so fühlte als sei ich zu Hause war, als ich in Spanien aufhielt. Plötzlich ging es nicht mehr darum was meine Wurzeln sind und ich fühlte mich so aufgenommen wie ich bin. ( Bis auf in einigen Momenten, in denen ich einfach nur als „der Deutsche“ vorgestellt wurde.) Es war alles so offen und ich fühlte mich nicht mehr auf meine Nationalität reduziert. Man sagte mir sogar ich sei ein Spanier, gefangen in einem deutschem Körper. ( Was mich jedoch noch mehr unter Druck setzte jemandem oder etwas zu entsprechen.) In einigen Momenten hatte ich sogar das Gefühl „den Deutschen“, den ich nie in mir sah, zu spüren, wenn es z.B. um Pünktlichkeit ging. Aber da orientierte ich mich natürlich erneut nur an Stereotypen.

Ich hatte schon immer das Gefühl, dass Deutschland nicht das Land sein wird, wo ich für immer bleiben will. Versteht mich nicht falsch. Deutschland ist ein schönes Land und mit all den Fehlern und Problemen die es hat, ist es für mich trotzdem das sicherste Land. Manchmal sind mir die Menschen hier viel zu kalt und stechen mit ihren Blicken direkt in einen rein, jedoch ist mein Hauptproblem das diese Identitäts-Krise mich hier einfach innerlich zu einem Gefangenen macht und ich mich nie frei fühlen kann/konnte. Das ist tatsächlich ein Problem, welches einige bilingual aufgewachsene Kinder haben. Ein rastloses inneres Dasein. Weder der Eine, noch der Andere.

Doch um zu meiner Hauptfrage zu kommen:

Über all dies habe ich dann auch mit meinem Austauschpartner aus Spanien hier in Deutschland geredet und das war ein etwas augenöffnendes Gespräch für uns beide. Wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass es unglaublich banal ist, wie die Menschen stehts versuchen sich einer Nationalität zuordnen zu müssen, nur um zu „wissen“ wer man sein „sollte“. Er selber, der nicht bilingual aufwuchs, hatte es auch satt ständig von seinem eigenem Land in die selbe Box gepackt zu werden und hatte in Deutschland das Gefühl endlich mal da raus gekommen zu sein.

„Sollte“ weil, sobald man anfängt sich auf eine Nationalität zu beschränken, packt man sich selber in eine Schublade und setzt sich unter Druck. „Ich als ein Deutscher kann doch niemals“ … „Wir Deutschen würden uns niemals…“ Da landen wir wieder bei unseren Stereotypen und Vorurteilen.

Versteht ihr was ich meine ? Ich bin der Meinung, dass die Menschheit endlich mal verstehen soll, dass wir alle eine Nationalität haben : „Mensch“ . Ich denke, wenn das alle begreifen würden, wären einige Umstände viel einfacher gewesen. Ich sage nicht, dass wir alle Traditionen und Kulturen über den Haufen schmeißen sollen , ganz im Gegenteil . Aber wir sollen anfangen aufzuhören uns selber zu limitieren , festzusetzen und die Grenzen zu schließen. Die Welt gibt so viel mehr her als unsere eigene Schublade und ich denke, es wäre schade , wenn wir das verpassen.

Wie sehr bestimmt unsere Nationalität unsere Identität ? – Sehr aber ich denke wir sind im Stande es zu beeinflussen, wenn wir es verstehen. Ich habe lange gebraucht, dass Gefühl zu verstehen was mich innerlich zerreißt wenn es um das Thema ging und noch länger hab ich gebraucht zu verstehen, wie dumm es ist, sich eine Nationalität zu suchen um zu „wissen“ wo man hingehört. Es gibt weitaus wichtigere Sachen die unsere Identität prägen dürfen und darauf will ich mich konzentrieren. Natürlich habe ich Prägungen aus beiden Richtungen und die machen mich zu dem wer ich bin und das macht mich teils stolz und teils nicht aber unabhängig davon haben sie mich viel zu lange eingeschränkt frei zu sein.

Um nun noch zu meiner Einleitung zurück zu finden: Ja, ich will aus meinem Leben ausbrechen und was neues probieren und wenn du mit deinem glücklich bist, dann fühle dich nicht unter Druck gesetzt, den selben Gedanken zu verfolgen. Ich habe z.B. für mich gemerkt, dass die Mentalität der Südländer mich anspricht und das dies der Ort ist wo ich mich frei und endlich angekommen fühlen will , ganz unabhängig davon, welche Nationalität ich habe. ( Natürlich können wir auch hier nicht alle Menschen unter einen Kamm scheren)

Was denkt ihr ? Macht das Sinn ? Sollte unsere Nationalität einen großen Einfluss auf uns haben? Zu viel Drama um nichts ? – Freue mich von jemandem zu hören und darüber zu diskutieren !

L.G. Albinos.

Under Pressure

Die Belastungen des alltäglichen Lebens sind in ihrer Essenz, das was uns unsere Zufriedenheit klaut. Der ständige Gedanke an irgendeinem störendem Faktor führt uns zu einem mentalen Stress, von dem wir nie eine Pause haben. Wann können wir denn behaupten, dass wir nicht gerade an etwas anderes denken, als das was wir im Moment erleben?

Pressure pushing down on me
Pressing down on you, no man ask for
Under pressure that burns a building down
Splits a family in two
Puts people on streets

Inzwischen empfinden wir „Druck“ oder „Stress“ als ein Symptom unserer Gegenwart. Doch bewusst und unterbewusst ein Problem zu verarbeiten ist doch so alt wie das Wort. Auch schon als Kind hat man Stress, ist dem Druck ausgesetzt, den andere auf einen Ausüben.

It’s the terror of knowing what the world is about
Watching some good friends screaming
„Let me out!“
Pray tomorrow gets me higher
Pressure on people, people on streets

Die Erwartungshaltung, die uns gegenüber gelegt wird und die wir natürlich auch anderen auferlegen, erzeugt allen Druck. Der Chef will jenes, die Freundin mehr Aufmerksamkeit, die Mutter ruft ständig an, der Hund kläfft, das Geld reicht nie aus und das Handy klingelt schon wieder! Eigentlich will man nur noch raus! Doch jeder andere scheint das ja auch hinzukriegen!

It’s the terror of knowing what the world is about
Watching some good friends screaming
‚Let me out‘
Pray tomorrow gets me higher, high
Pressure on people, people on streets

Jeder guckt einen mit der Fresse an, die sagt, dass man zu funktionieren hat, und so guckt man auch zurück! Und wenn jeder so eine Fratze zieht, dann vergisst man schnell die Liebe, die eigentlich so wichtig ist. Wir nehmen unsere Zeit als so wertvoll an, dass wir vergessen sie zu genießen und ihr Sklave werden. Doch wo bleibt die Liebe, wenn wir uns aus Stress miteinander streiten? Wenn wir die Mutter nur noch wegdrücken? Wenn wir den Chef nicht mehr als Mentor sehen, sondern als Arschloch?

Turned away from it all like a blind man
Sat on a fence but it don’t work
Keep coming up with love but it’s so slashed and torn
Why, why, why?
Love, love, love, love, love
Insanity laughs under pressure we’re breaking

Rauben wir uns gegenseitig mit Erwartungen und den erzeugten Stress die Liebe? Es ist wohl die Natur unseres Leben, funktionieren zu müssen, um zu überleben. Aber wir brauchen noch etwas mehr, um zu überleben! Unsere gegenseitige Liebe! Wir sind schon so weit gekommen, als Gesellschaft, als Menschheit und auch jeder Einzelne! Jetzt ist es Zeit, unsere Zeit, die Zeit zu lieben!

Can’t we give ourselves one more chance?
Why can’t we give love that one more chance?
Why can’t we give love, give love, give love, give love
Give love, give love, give love, give love, give love?
‚Cause love’s such an old fashioned word
And love dares you to care for
The people on the edge of the night
And love (people on streets) dares you to change our way of
Caring about ourselves
This is our last dance
This is our last dance
This is ourselves under pressure
Under pressure
Pressure

Songwriter: David Bowie / John Richard Deacon / Brian Harold May / Freddie Mercury / Roger Meddows Songtext von Under Pressure © Sony/ATV Music Publishing LLC

Körperwelten – Dürfen Tote im Rampenlicht stehen und Kunst sein? Aufklärung oder Verletzung der Menschenwürde?

Am 8.11.2018 besuchten die Biokurse die Ausstellung der „Körperwelten“ in Heidelberg.

Dort kriegt man tiefste Einblicke in den menschlichen Körper was für die Wissenschaft eine große Hilfe ist.

Das Besondere ? Alle ausgestellten Plastinate sind konservierte, tote Menschen, die vor ihrem Tod dazu eingewilligt haben sich ausstellen zu lassen. (Plastination :Die Methode, Wasser aus den Zellen im Vakuum durch Kunststoff zu ersetzen )

Die Motive sind meistens die, dass man der Familie mit Kosten usw. nicht zur Last fallen oder der Nachwelt und der Wissenschaft dienen will.

Es war unglaublich spannend so genaue und tiefe Einblicke in das Arbeiten des menschlichen Körpers zu kriegen, doch durch die ganze Ausstellung zog sich ein mulmiges Gefühl durch.

Nicht nur, weil man wusste, dass man umgeben von Leichen ist , sondern , weil der Erfinden , Dr. Gunther von Hagen – Arzt und Anatom, einen künstlerisch, inszenierten Aspekt reinbringt.

Die Plastinate sind in verschieden sowohl lebensnahen als auch sehr besondere Posen dargestellt und da stellt sich die Frage, ob die Plastinate gegen die Menschenwürde gehen und wenn ja , darf die Wissenschaft die Berechtigung dafür sein?

Zu erst muss man sagen, dass solche Einblick in den Menschlichen Körper kein Schema in einem Lehrbuch und irgendwelche Puppen jemals geben könnten.

So detailliert und natürlich kann nur die Genauigkeit des menschlichen Körpers darstellen.

Somit dient der Einblick der Wissenschaft, besonders Medizinern und Studenten bzw. Auszubildenden in diesem Bereich.

So anschaulich konnte man vorher nicht der Anatomie auf die Spur gehen.

Dazu muss man erwähnen, dass von Hagen selbst betont, dass es ihm wichtig sei durch die Plastinate das menschliche Wunderwerk auch an den Leihen zu bringen, der sich damit nicht auskennt. Dafür benötige er diesen inszenierenden Weg und den Reiz.

Viele Menschen können vor ihrem Tod dazu entscheiden, wie sie inszeniert werden und sich somit einen eignen würdigen Abgang aus dem Leben aussuchen, denn der Gedanke daran eine von Würmern zerfressene Leiche unter der Erde zu werden erscheint vielen als noch unwürdiger.

Als Plastinat können die Menschen der Nachwelt dienen und z.B. durch besondere Krankheiten auch mehr Verständnis der Medizin und der Allgemeinheit geben.

Medizinerin Angelina Whalley , Ehefrau von Gunther von Hagen, argumentiert in einem Interview damit , dass jeder Mensch jede Sekunde seines Lebens die freie Entscheidung über sein Leben hat, warum sollte er nicht auch das Recht die Entscheidung über seine „Bestattung“ zu entscheiden haben ?

Es wird auch keiner gezwungen zur Ausstellung zu kommen somit muss die Sensationslust des Menschen nicht die Intention dafür sein.

Zu Letzt kann man anhängen, dass acht darauf gegeben wird , dass der Plastinationsvorgang würdevoll passiert.

Soweit scheint es doch als sei die Erfindung der Plastination eine Bereicherung für unsere Welt, jedoch gibt es in der Kontroverse natürlich auch eine ethische Gegenseite.

Im folgendem stelle ich einige ethische Fragen die jeder für sich selber oder in einer Diskussion unten gerne beantworten darf. Meine Meinung kommt am Ende.

Anfangs kann man einwerfen, dass nicht alle Plastinate komplett verwendet werden.

Dadurch, dass die Anfrage groß ist kann man nicht alle Plastinate ausstellen und so werden manchmal nur Einzelteile, wie ein Arm, an Universitäten für eine Einzelntersuchtung geschickt.

Hier stellt sich die Frage:“ Wie sehr wird hier die Würde des Menschen geehrt, wenn sein Körper als nur teils notwendig angesehen wird und der Rest „weggeschmissen wird?“ Wäre es für dich eine ehrenvolle Bestattung?

Ein anderer Punkt ist offensichtlich die schaulustige Darstellung der Plastinate.

Man kriegt durchaus intime Einblicke eben auch über den Intimbereich eines verstorbenen Menschen, welcher diesen wahrscheinlich sein Leben lang intim gehalten hat und nun wird dieser offen für alle Welt.

Zudem gibt es durchaus fragwürdige Plastinate wie zum Beispiel die Embryonenausstellung.

Zugegeben ist diese ein spannender Einblick,jedoch verletzt sie nicht nur anhand der christlichen Weltansicht sondern auch der weltlichen die Menschenwürde.

Ein anderes Beispiel ist zwei Plastinate beim Geschlechtsackt, wo wir erneut bei der Intimsphäre landen.

Noch makaberer wird es aber bei den künstlich angehauchten Plastinaten , die einen eigenen Titel tragen und äußerst poetisch und künstlerisch dargestellt werden.

Konnte man nicht die selben Aussagen und Details in einem Plastinat zeigen ohne ein „Kunstwerk“ daraus zu machen ?

Hier sagen viele, dass der menschliche Körper schon für sich ein Kunstwerk ist und hier eine Plattform gegeben wird, dieses genauer zu betrachten.

Wie weit darf Kunst gehen bzw. ist es schon Kunst?

In dem Fall könnte man sogar sagen, dass Kunst versucht das Ableben des Menschen in Würde darzustellen aber ist nicht die selbe Begründung ein Gegenargument?

Verliert der tote Mensch durch eine Inszenierung gerade dadurch seine Würde. Währen kann er sich ja nicht mehr.

Propst für Rheinhessen , Klaus-Volker Schütz äußert in einer Diskussion im evangelischem Dekanat in Mainz, dass wir heutzutage technisch so weit wären, dass ein 3D Druck das selbe darstellen könne und man keine toten Menschen dort posieren müssten.

Irgendwo bricht man durch das Plastinieren auch den Tod.

Dadurch, dass man der Körper durch das Plastinieren ewig halten kann, könnte man auch sagen,dass man ein elementaren Punkt des Lebens, den Tod, umgangen hat und einen Menschen ewig gemacht hat oder zumindest sein Fleisch.

Anhängend muss man sagen, dass die Angehörigen nicht unbedingt wissen und nicht entscheiden was mit dem verstorbenen passiert und es möglich ist den toten Opa plötzlich in Scheiben auf einer Ausstellung zu sehen ist. Hier erneut die Frage : Wäre eine klassische Bestattung nicht würdevoller und könnte dem verstorbenen den Respekt erweisen ?

Sollte ein Toter im Rampenlicht stehen ? Nur für die Wissenschaft ? Oder darf man dies auch künstlerisch umsetzten ?

Auch darf man sich fragen, ob wirklich alle Ausgestellten vorher gefragt wurden. Was ist mit denen die keine Angehörigen haben ? Es gab schon oft kuriose Momente bei von Hagens.

Meiner Meinung nach ist die Aufstellung auch für mich sehr Eindrucksvoll gewesen.

Danach geht man irgendwie verändert raus, denn die Ausstellung regt definitiv zum denken an.

Selten ist die Grenze zwischen Leben und Tod zu greifbar und man fragt sich irgendwo auch , ob man so enden will .

Desto länger man sich dort aufhält desto weniger sieht man das Leben und seinen Körper als selbstverständlich an. Soviel passiert was man nicht bemerkt und so schnell kann alles vorbei sein.

Irgendwo schätzt man seine Körper danach mehr wert.

Somit hat der wissenschaftliche Aspekt auf alle Fälle zugeschlagen.

Jedoch hatte auch ich durchgehend ein komisches Gefühl bei dem Gedanken auf einer „Kunstausstellung toter Menschen“ zu sein. Immer hielt ich mir vor Augen, dass das vor mir mal was Lebendiges war und dann fängt man an mehr drüber nachzudenken.

Desto mehr echte Details, wie zum Beispiel die Haare, dran waren desto makaberer wurde es.

In meinen Augen wäre es keine würdevolle Bestattung .

Natürlich kann ich dadurch der Wissenschaft dienen, doch ich will nicht nur meine Seele sondern auch meinen Körper von dieser Welt trennen und mich nicht verewigen

Zugmahl will ich nicht das intimste Innere von mir jedem zur Show stellen, weil ich dadurch das Gefühl habe meine Würde verloren zu haben .

Ich würde zu einem Objekt werden und für die Schau- und Sensationslust der anderen dienen.

Vieles spricht auch gegen meinen Glauben und ethische Grundsätze; somit würde ich persönlich mich nicht plastinieren lassen. Zwar falle ich meinen Angehörigen bei meinem Tod zur Last aber der Wunsch des Menschen auch nach dem Tod mit Würde behandelt zu werden strebt in jedem, nur muss es jeder für sich definieren.

Letztendlich muss jeder für sich Entscheiden ob es eine Option für einen selber wäre.

Wenn man mit der Waage zwischen Kunst und Wissenschaft gut klar kommt, dann ist ein Besuch zu den Körperwelten definitiv wert.

Quellen :

https://www.stern.de/panorama/wissen/debatte-um–koerperwelten–ausstellung-die-plastinate-gehoeren-in-unsere-mitte–3833316.html

Ich freue mich auf eine Diskussion ! – Albinos